Schriftlesung aus Johannes 20:19-23
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Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden
die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen:
Friede sei mit euch! 20 Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und
seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. 21 Jesus
sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch. 22 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach
zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind
sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
Liebe Gemeinde,
Frieden! Was für ein wunderbares Wort. Dieses Wort kommt in der Bibel vielmals vor. Es genügt einige Texte zu erwähnen. In dem Alten Testament wird der Messias als Friedensfürst angekündigt.
In dem Neuen Testament erinnert uns Jesus daran, dass die Friedfertigen selig sind; denn sie werden Gottes Kinder heißen! Im Text, den ich für diesen heutigen Sonntag ausgewählt habe, stellte sich Jesus seinen Jüngern und sagte: Friede sei mit euch! Am Anfang dieses Gottesdienstes habe ich euch gewünscht: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem HERRN Jesus Christus!
Der Friede ist das höchste Streben der Menschen.
Ist es nicht wahr, dass alles möglich ist, wenn es Friede gibt und im Gegenteil, dass alles in Frage gestellt wird jedesmal, wenn es keinen Frieden gibt?Aber wo ist Frieden auf Erde? Das ist die wesentlichere Frage. Wo können wir den Frieden finden? Es gibt keinen Frieden in Israel und Palästina und in anderen Teilen der Welt, wo unzählige Menschen wegen Ungerechtigkeit leiden und sterben.
Was können diese Worte in einer Welt bedeuten, in der Krieg vor und seit der Geburt von Jesus fortdauert?
Halten wir einen Augenblick auf um den Sinn dieses Wortes besser zu verstehen. Zu Jesus Zeiten gab es einen Frieden, der als römischer Frieden bezeichnet wurde, der sogenannte Pax romana. Aber, was für ein Frieden war das? Es war ein Frieden, der auf Terror, Gewalt und Unterdrückung der Rechte anderer gebaut wurde. In der Zeit von Jesus Christus gab es Frieden, aber dieser Frieden hing von der Tatsache ab, dass die jüdische Bevölkerung dem Willen einer Fremdherrschaft unterworfen war.
Jetzt können alle nicht umhin anzuerkennen, dass es keinen Frieden geben kann, solange man auch immer die Gewalt erleidet. Dieser Friede ohne Freiheit ist dem Frieden eines Friedhofs sehr ähnlich.
Jesus meldete einen anderen Frieden an, als er zu seinen Jüngern sagte:Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz errege sich nicht und verzage nicht!
Aus diesen Worten ist es möglich zu verstehen, dass der Frieden, den Christus den Menschen anbietet, ganz anders ist, als der Frieden der Welt Erstens ist der Frieden, den Christus anbietet, ein innerer und geistiger Frieden, den niemand uns wegnehmen kann. Jesus Frieden hing von Seiner Einheit mit Seinem Vater ab. Jesus Frieden war
nichts anders als die Konsequenz seines Bewusstseins, mit Gott verbunden zu sein. Nur weil Jesus diesen Frieden hatte, war er imstande diesen Frieden den Jüngern zu geben. Jesus hatte eine solche lebenswichtige Einheit mit Gott, die ihm die Stärke gab, um allem, was auch immer kam, gegenüberzustehen.Auch unser Frieden kann unter der Bedingung bestehen, dass wir mit Christus und Gott verbunden sind.
Der französische Reformator Johannes Calvin schrieb: Nicht tröstet mächtiger als die Gewissheit, mitten im Elend von der Liebe Gottes umfangen zu werden.
Meiner Meinung nach, hatte Calvin recht. Der wahre einzige Frieden kann nicht von äusseren Umständen, sondern von der Gegenwart Gottes abhängen.
Zweitens ist der Frieden den Jesus uns gibt, nicht nur eine bloße Abwesenheit von Spannungen,
sondern auch ein positiver Zustand der uns befähigt besser zu leben.Vielleicht wäre es besser das hebräische Wort Shalom, anstatt mit unserem Wort Frieden, mit anderen Worten zu übersetzen, die diesen positiven Zustand besser ausdrücken können: zum Beispiel, Glück, Zufriedenheit, Freude, Fröhlichkeit Jubel, Vergnügen. Dieser Friede betrifft unser ganzes Sein, das aus Seele und Leib besteht. Drittens hat dieser geistliche Frieden mit den Beziehungen zu tun die wir mit unserem Nachbarn haben.
Was bedeutet das? Es bedeutet das der wahre Frieden davon abhängt, wie wir uns gegenüber den anderen verhalten.Der christliche Friede ist nicht nur eine Art von süßem Seelenfrieden.
Der Friede den Christus uns versprochen hat ermöglicht uns ein Verhältnis von Respekt, Liebe und Freundschaft mit unseren Mitmenschen zu haben und gleichzeitig Brücken gegenseitiges Verständnisses aufzubauen.
Wir sind berufen Menschen zu werden die Frieden fördern und ermutigen.Wir sind berufen friedfertig zu sein und Gefühle des Hasses, der Intoleranz und Vorurteile zu
überwinden. Wir sind dazu berufen Liebe, Mitleid, Hoffnung, Freundlichkeit und Verständnis auszusäen. Frieden ist nur dort, wo geliebt wird, und Liebe besteht nur, wo Frieden ist.Was Frieden ist, zeigt uns Christus. Denn Er wandte Seinen Frieden daran, sich an die Schicksale von Menschen auf dieser Erde zu binden. Er befasste Sich nicht mit Wünschen oder Träumen, sondern mit dieser Erde den Menschen und ihrem Elend.
Wer das kann, ohne durch sein eigens Glücksverlangen daran gehindert zu sein, hat Frieden.
Liebe Gemeinde,
Ich verstehe den Sinn dieser Worte jedesmal, wenn ich Menschen höre die bereit sind zu vergeben und Brücken gegenseitigen Verständnisses aufzubauen.
Ich begreife diese Worte Jesu jedesmal, wenn ich Menschen treffe die zur Verfügung stehen den armen Menschen Hilfe zu leisten.
Jedesmal, wenn ein freundliches Wort an einen verletzten, armen und einsamen Menschen gerichtet wird dann verstehe ich die Bedeutung dieses Grußes.
Beten wir nun:
O Gott, wir wollen den Engelsang wieder hören. Wir wollen wahren Frieden in unseren Herzen, in unseren Verhältnissen zu unseren Mitmenschen, inmitten unserer Welt haben. Hilf uns ,o Gott zu lernen wie wir friedfertig sein können, indem wir Pfingsten heute feiern.
Rev. Paolo de Petris