Ihr aber, die ihr sagt: Heute oder morgen werden wir in diese oder jene Stadt reisen, dort werden wir ein Jahr bleiben, Handel treiben und Gewinne machen -, 14 ihr wißt doch nicht, was morgen mit eurem Leben sein wird. Rauch seid ihr, den man eine Weile sieht; dann verschwindet er. 15 Ihr solltet lieber sagen: Wenn der Herr will, werden wir noch leben und dies oder jenes tun. 16 Nun aber prahlt ihr voll Übermut; doch all dieses Prahlen ist schlecht. Jacobus 4:13-16

Liebe Gemeinde,

Vor zwei Wochen haben wir das Ende des alten Jahres und den Anfang eines neuen Jahres gefeiert.

Es steht fest, dass die Silvesternacht in unserer Erinnerung eine Zeit lang bleiben wird. Wieso geschieht das?

Einerseits ist es wahr, dass die Silvesternacht sich nicht von vielen anderen Tagen des Jahres unterscheidet, andererseits kann man nicht umhin anzuerkennen, dass dieser Tag das Ende einer Periode ankündigt, die nie wiederkehren wird.

Aus diesem Grunde ist es unvermeidbar, daß wir besonders in dieser Periode die Bilanz unseres Lebens ziehen. Die verschiedensten Gedanken und Gefühle schwirren durch unseren Kopf. Mit einem Kloß im Hals denken wir an alle diejenigen die uns verlassen haben und die Silvesternacht das vorige Jahr vielleicht noch mit uns feierten. Einerseits trauern wir der Vergangenheit mit Bedauern und Traurigkeit nach, andererseits richten wir voller Hoffnung unsere Aufmerksamkeit auf die Zukunft.Wenn wir das vorige Jahr eine angegriffene Gesundheit gehabt hatten, wünschen wir uns, dass es uns im neuen Jahr besser gehen möge.

Das ist ganz normal. Wir können nicht nur von schönen Erinnerungen zehren. Wir setzen unsere Hoffnungen auf die Zukunft. Es hofft der Mensch, solange er lebt, so lautet ein Sprichwort und es ist wahr. Wir sind eine Traumfabrik.In dem Augenblick in dem wir aufhören, Pläne zu machen und auf die Zukunft zu hoffen, beginnen wir langsam zu sterben.

Wie viele Male haben wir uns gesagt.Im nächsten Jahr werde ich das oder das machen.Im nächsten Jahr werden wir unsere Ferien an jenem Ort verbringen.Im nächsten Jahr möchten wir dieser Laune nachgeben.

Im Text den ich für heute Morgen gewählt habe, bestreitet Jacobus nicht das Recht darauf Pläne für die Zukunft zu machen.In anderen Worten ausgedrückt, ist Jacobus im Prinzip nicht dagegen, dass die Menschen ihre Zukunft planen können, wie es ihnen beliebt. Jacobus ist gegen die Haltung die viele Leute bezüglich des Lebens haben.

Die Worte die diese Leute sagen sind symptomatisch. Heute oder morgen werden wir in diese oder jene Stadt reisen, dort werden wir ein Jahr bleiben, Handel treiben und Gewinne machen.

Diese Worte stammen typisch von Leuten, die daran gewöhnt sind die Herren zu spielen.

Diese Worte drucken die Meinung von Menschen aus die nicht an Gott glauben und sich das Recht herausnehmen nach ihrem Gutdünken zu schalten und zu walten.

Diese Leute sind fest davon überzeugt, dass es immer möglich ist zu tun was sie vorgehabt haben. Sie haben keine Ahnung davon, wie das Leben gelebt werden sollte.

Sie liebäugeln mit der Illusion, im Zentrum des Universums zu stehen und deswegen fähig zu sein, ihr Leben zu leiten and zu beherrschen, wie es ihnen gefällt.

An diese Leute wendet sich Jacobus und sagt: Macht euch keine falschen Hoffnungen.

Ihr wißt doch nicht, was morgen mit eurem Leben sein wird. Rauch seid ihr, den man eine Weile sieht; dann verschwindet er.

Der Mensch ist nichts anderes als etwas Vorläufiges das nur eine kurze Zeit dauert und dann verschwindet.

Ohne Zweifel ist es richtig zu planen, weil es sinnlos ist in den Tag hinein zu leben. Wir können Programme machen und unser Leben so gut als möglich organisieren.

Jedoch jedesmal, wenn wir etwas Wichtiges planen, müssen wir immer zusätzlich sagen: Wenn der Herr will. Wir müssen alle unsere Pläne dem Willen Gottes vorlegen und wir können es uns nicht leisten den Willen Gottes dem unseren gleich zu setzen.

Wenn wir diese Haltung haben, dann werden wir in der Lage sein, die uns von Gott zur unserer Verfügung geschenkte Zeit zu schätzen.

Nur in diesem Augenblick werden wir in der Lage sein dieses Leben zu genießen. Was ist, liebe Gemeinde, unser Leben anderes als ein Geschenk Gottes?

Was sollte unser Leben anderes sein als ein Nachdenken über die Unsterblichkeit? Ist es vielleicht möglich ewiges und unsterbliches Leben außerhalb von Gott zu finden?

Ist es nicht notwendig, daß die hauptsächliche Sorgfalt und Besorgnis unseres Lebens sei, Gott zu suchen, um mit aller Zuneigung unseres Herzens zu Ihm zu streben und nirgends sonst zu ruhen als in Ihm allein?

Liebe Gemeinde, wir befinden uns am Anfang eines neuen Jahres das wahrscheinlich dem vergangenen sehr ähnlich sein wird.

Lasst uns diese neue Zeit mit einer anderen Einstellung beginnen.

Verschwenden wir nicht die kostbare Zeit die Gott uns zu unserer Verfugung gestellt hat.

Leben wir diese Zeit mit Dankbarkeit.

Es ist wahr, dass unser Leben ein Rauch ist, den man eine Weile sieht; dann verschwindet er, wie Jacobus schrieb.

Jedoch sollten die kurzen Momente unseres Lebens eine Möglichkeit für uns sein um die Wahrheit Gottes zu begreifen. Diejenigen aber die die Wahrheit Gottes ergreifen, ergreifen in diesem Leben die Freiheit und, in der künftigen Welt das ewige Leben.

Pfarrer Paolo de Petris

 

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