Liebe Gemeinde,

In den letzen Monaten ist die Welt von der Nachricht durcheinandergebracht worden, dass in den vereinigten Staaten ein Kind geboren wurde, das geklont wurde.

Die Raël-bewegung, die von der Gentechnologie sehr geprägt ist, hat die Verantwortung für diese so umstrittene Initiative übernommen.Ihre Anhänger sind der Überzeugung, dass das Leben auf der Erde von einem außerirdischen Wesen namens Elohim mit Hilfe der DNA und der gentechnologischen Methoden geschaffen wurde.

Der Name Elohim findet sich nach ihren Angaben schon in der hebräischen Bibel und wurde dann laut Raël-Bewegung fälschlicherweise mit dem Wort Gott wiedergegeben.

Sie sind der Überzeugung, dass auch Jesus seine Auferstehung dem Klonen verdankt.

Weiter sind sie der Meinung, dass man von den jetzt vorhanden Technologien für die Nachwuchserzeugung im vollen Umfang profitieren sollte, um so das Bestmögliche für seine Kinder herauszuholen.

Das Klonen würde sich laut Raël-Bewegung als Fortpflanzungsmethode vor allem für sterile und homosexuelle Paare eignen.

Mit Hilfe des Klonens könnte man sich dann auch zur Unsterblichkeit verhelfen.

Was können wir von dieser Initiative halten?

Geht es vielleicht nicht um den Versuch, die Grenzen der Wissenschaft zu überschreiten?

Was für eine Zukunft steht es zu erwarten?

Welche Gefahr können wir laufen, wenn dieser Trend anhalten sollte?

Auf diese heiklen Fragen werde ich versuchen, eine theologische Antwort zu geben. Deshalb werde ich mich, nicht von einem einzigen Text nach meiner Gewohnheit, sondern von vielen Texten anregen lassen

Es steht fest, dass meine ganz persönliche Antwort weder die ethischen noch die wissenschaftlichen Aspekte dieser Geschichte berühren wird.

Warum?

Der Grund ist sehr einfach. Ich bin nur ein Theologe und nicht ein Philosoph oder ein Wissenschaftler, und abgesehen davon bin ich der Meinung, dass wir uns am Anfang eines Prozesses befinden, von dem niemand von uns genau voraussehen kann zu welcher Richtung er sich wenden wird.

Also, aus diesen vielen biblischen Texten können wir die folgenden Schlussfolgerungen ziehen.

Erstens ist nach dem Fall von Adam und Eva der Mensch in sich selbst sterblich, das heißt, er ist dazu bestimmt in jener bestimmten Zeitspanne zu leben, die Gott ihm gegeben hat.

Der Apostel verdeutlichte die Frage ein für allemal als er schrieb: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben; das Vergängliche erbt nicht das Unvergängliche.

Das gilt entweder für seinen Leib, oder für seine Seele.

Obwohl diese Aussage vielen von uns sonderbar scheinen kann, ist die

Vorstellung einer Unsterblichkeit der Seele der Bibel fremd.

In der christlichen Anschauung ist der Mensch eine untrennbare Einheit von Leib und Seele, besser würde ich sogar sagen, von Leib und Lebendigkeit.

Nichts an uns ist von so hoher Qualität, dass es Anspruch auf Unsterblichkeit hat. Gott allein ist unsterblich (1 Timotheus 6:16).

Eine Unsterblichkeit der Seele könnte man nur annehmen, wenn man voraussetzen könnte, dass die Sünde im Grunde harmlos sei, weil sie die menschliche Seele nicht ernsthaft infiziert habe.

Die Vorstellung einer unsterblichen Seele erweist sich als nichts anderes als eine reine Verharmlosung der Sünde und des Todes.

Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden, wurde in dem Text gesagt, den Madeleine vorgelesen hat.

Die Aussage wird nicht zufällig in dem Moment gemacht, in dem der Mensch, nach den Worten der Schlangen ihr werdet sein wie Gott den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens stand, gegessen hatte .

Sein Wunsch war nicht anderes als das wie Gott zu werden.

Es handelte sich um die erste Versuchung, die der Mensch hatte, und nicht die letzte.

Es genügt nur an die Geschichte von Babel zu denken, als die Menschen eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel bauten, im Versuch, Gott zu erreichen.

2). Die einzige Möglichkeit, die wahre Unsterblichkeit zu erreichen, besteht nur darin, dass der Mensch an Gott anknüpft.

Wie?

Jesus Christus hat oft gesagt:

Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben.

Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.

Im Matthäusevangelium steht es auch geschrieben:

Denn, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, 30 wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.

Liebe Gemeinde, der Mensch steht immer vor der Alternative, die Schlange

oder Gott zu hören, das heißt, entweder ins Leere zu stürzen oder zu der höchsten Würde emporzusteigen.

Jeden Tag steht der Mensch vor der Alternative, die ihm durch Christus geschenkte Gnade Gottes zu bekommen oder sich allein zu retten.

Um ehrlich zu sein, liegt etwas pathetisches in diesem Versuch, sich zu klonen.

Es handelt sich darum nicht den christlichen Glauben und die Wissenschaft entgegenzusetzen, sondern unsere menschlichen Grenzen und die Rolle zu begreifen, die wir hier aufgerufen sind zu spielen.

Die Geschichte hat oft bewiesen, dass die Philosophie, wenn sie zum Beispiel mit Nietsche versucht hat, den Übermenschen zu schaffen, ihn nur entwürdigt hat.

Was war der Nationalsozialismus, wenn nicht die Quintessenz der höchsten Stufe der Degradation des Menschen?

Johannes Calvin hatte Recht, als er vor 4 Jahrhunderten schrieb:

Es ist nicht möglich, ewiges und unsterbliches Leben ausserhalb von Gott zu finden.

Deshalb ist es notwendig, daß die hauptsächliche Sorgfalt und Besorgtheit unseres Lebens sei, Gott zu suchen, um zu Ihm mit aller Zuneigung unseres Herzens zu streben und nirgends sonst zu ruhen als in Ihm allein.

Wenn es sich nicht um eine kommerzielle Initiative handeln würde, die den einzigen Zweck hat den Dummköpfen Geld abzuknöpfen, wäre das doch gelacht.

Ein Frosch sah einen Ochsen auf der Weide gehen und gedachte bei sich selbst: "Wenn du deine runzlichte Haut aufblähst, so möchtest du wohl auch so gross werden wie dieser Ochse." Da fing er an, sich zu blähen, so stark er nur konnte, und fragte seine Jungen: "Was dünket euch? Bin ich bald so gross wie jener Ochse?" Sie antworteten: "Nein." Da blähte er sich noch mehr auf und sprach zu ihnen: "Wie nun?" Sie antworteten wie zuvor. Nun begann er, sich zum drittenmal zu blähen; da zerplatzte er und starb.

Nein liebe Gemeinde,

abgesehen von irgendeiner anderen BETRACHTUNG, ist der Versuch des Klonens in Konflikt mit dem tiefsten Kern des christlichen Glaubens.

Der Mensch, schrieb ein berühmter Theologe des Urchristentums, Irenaeus, ist der Ruhm Gottes, der Spiegel, in dem die Allmacht Gottes sich widerspiegelt.

Ehre also dem Menschen, Ehre seiner Würde, seiner Kreativität, seinem Geist, seinem Streben nach der Transzendenz; vorausgesetzt, dass er seine Abhängigkeit von Gott anerkennt und sich nicht anmaßt, wie Gott zu werden.