Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 1. Mose 20:1-2

Was für ein sonderbares Gebot, können wir sagen, das schwer zu verstehen ist.In der Tat kann niemand von uns umhin anzuerkennen, dass die Menschen heutzutage fern davon sind, viele Götter zu haben. Im Gegenteil haben sie keinen Gott. Der säkularisierte Mensch, besonders derjenige, der in den industrialisierten Städten lebt, ist nicht zu fromm, sondern praktisch atheistisch.Besonders die moderne Generation möchte sich von der unbequemen Anwesenheit Gottes befreien in der festen Überzeugung, dass es ohne Gott für sie leichter ist, besser zu leben.

Was sagen einige Leute heutzutage? Gott ist nicht nötig, und abgesehen davon: was ist der christliche Glaube im Laufe der letzten Jahrhunderte gewesen , wenn nicht eine lange Menge von Pflichten, die menschliche Freiheit tief verhindert haben?Es scheint, als ob das Wort Gott vom Leben des heutigen Menschen ganz verschwunden sei.

Es besteht kein Zweifel, dass es Ausnahmen gibt.

Zum Beispiel, wenn man einen Verwandten verliert, fühlt man die Notwendigkeit, die Beerdigung in der Kirche zu halten. Wenn ein Kind geboren wird, halten die Eltern es für notwendig, ihren Säugling in der Kirche taufen zu lassen. Das selbe gilt auch für die Konfirmanden, auch wenn die meisten von ihnen darauf verzichten möchten. Abgesehen von diesen isolierten Fällen, kümmert sich der moderne Mensch sich um Gott gar nicht .

Ganz anderes war die Situation zu der Zeit von Mose und von Jesus Christus. Damals lebte der Mensch in einer Umwelt, die von tiefer Religiosität geprägt wurde. Jeder Bach, jeder Berg, jeder See hatte seinen Gott, der angefleht und verehrt werden sollte.Die verschiedenen Götter der griechischen Mythologie stellen ein treffendes Beispiel dieser Weltanschauung dar.

Es gab den Gott des Meeres Neptun, die Göttin von den Wäldern und der Jagd Minerva. Die Göttin der Ernte Ceres und so weiter.

In diesem Zusammenhang war es notwendig, dass Josua seinem Volk sagte: Ihr könnt dem HERRN nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifernder Gott, der eure Übertretungen und Sünden nicht vergeben wird. 20 Wenn ihr den HERRN verlaβt und fremden Göttern dient, so wird er sich abwenden und euch plagen und euch ausrotten, nachdem er euch Gutes getan hatte.

Aber was ist heute der Sinn dieses Gebotes, angesichts der Tatsache, dass der moderne Mensch jedes Interesse für Gott verloren hat?

Liebe Gemeinde,

Es steht fest, dass heutzutage die heidnischen Götter der griechischen Mythologie ganz verschwunden sind. Aber können wir darum schlussfolgern, dass das erste Gebot anachronistisch ist? In der Tat, heutzutage sind jene Götter, die die Propheten einer harten Kritik unterzogen hatten, noch da. Denken wir nun an die verschiedenen Heilige und die Beschützer, die, nach einer gewissen Mentalität nicht nur in der Lage sind, sich bei Gott für uns zu verwenden, sondern auch unsere Gebete zu erhören.

Es steht fest, dass, als es dem Christentum gelang die heidnische Religion zu verdrängen, die verschiedenen Götter durch die Namen derjenigen ersetzt wurden, die sich in der Kirche durch ihre Taten hervorhoben.Die Göttin der Jagd wurde der Heilige Hubertus. Der Gott des Weins wurde der heilige Vinzenz. Der Gott der Ärzte Äskulap wurde zu den heiligen Cosmas und Damian. Die Folgen dieses Prozesses sind noch vor unseren Augen. Diese so genannten Beschützter werden noch heute angefleht, und ihre Verehrung ersetzt sogar diejenige Gott gegenüber.

Es handelt sich nicht um einen Einzelfall.

Ist das Geld nicht der Gott unserer Zeit? Was wären die Menschen bereit zu tun um mehr Geld zu kriegen?

Sie sind bereit, die schlimmsten Kompromisse auszuhandeln nur um mehr Geld zu verdienen.Auch wenn wir das Notwendige haben, hören wir nicht auf uns zu opfern, um noch mehr zu haben .

Ist nicht die Macht ein Gott für uns? Denkt daran, an wie vielen Missbräuche und Verbrechen begangen wurden um eine höhere wirtschaftliche und politische Macht zu erreichen. Die Angst, unsere materiellen Bedürfnisse zu befriedigen, bewegte und bewegt noch die Geschichte und da hilft keine Ausnahme.

"Sind Fuβballer unsere wahren Götter?" hat ein Theologe sich gefragt. Es handelte sich um eine rhetorische Frage, die einem die Antwort in den Mund legt: Natürlich nicht - denn eigentlich geht es ja im Fuβball nicht um alles, sondern um - nichts.

Aber der zäheste aller Götzen ist das Ich, das sich in immer neuer Gestalt zu behaupten versucht. Bei einer wahren Bekehrung wird das Ich aber entthront, und der Herr als König des Herzens eingesetzt..

 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.  Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Gott in Person redet uns an. Der lebendige Gott nimmt zu uns eine Beziehung auf, er kümmert sich um uns. `Ich habe dich aus dem Sklavenhaus befreit.

Auf dieser Befreiung beruhen die zehn Gebote. Das gilt nicht nur für die frühen Israeliten, die aus Ägypten in ihre Heimat zurückkehren konnten, sondern auch für uns.Auch wir müssen Befreiung erfahren, von allen falschen Göttern, die unsere Phantasie geschaffen hat.

Das erste und wichtigste Gebot besteht darin Gott wirklich Gott sein zu lassen und sein Herz nicht an eine Ersatzreligion zu hängen. Alles andere ist dem nachgeordnet.

Ein letztes Element möchte ich hinzufügen.Die Sprache, in der uns die zehn Gebote ursprünglich überliefert sind, ist das Hebräische. Diese Sprache kennt den Ausdruck `Du sollstA gar nicht. Du wirst das tun B als Ausdruck deiner Freiheit, das ist die Sprache der Bibel. Du kannst das tun, als Dank für das Leben, das Gott dir schenkt.

Das ist der Atem der biblischen Sprache.Du kannst Vater und Mutter ehren, du darfst den Feiertag heiligen.

Wenn Du Gott achtest, der dich aus allen Abhängigkeiten befreit hat, wirst Du nicht töten, wirst Du nicht ehebrechen oder falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Wegweisung der Freiheit sind die zehn Gebote, nicht tötendes Gesetz.

Zum tötenden Gesetz werden sie erst, wo wir uns über die Freiheit hinwegsetzen, zu der uns Gott berufen hat.

Zum tötenden Gesetz werden die zehn Gebote, wenn wir uns anderen Göttern unterwerfen und die Freiheit verspielen, die uns anvertraut ist.

Pfarrer Paolo de Petris