Gebete von Johannes Calvin
Kapitel 1:
Vers 3
Allmächtiger Gott! Du hast deinem Volk, als es aus seinem Erbe vertrieben war,
die beständige Gnade deines Heiligen Geistes gewährt und ihm gar in der Hölle
selbst einen Propheten erweckt, damit er es wieder zum Leben zurückriefe, als
es schon schier verzweifelt war. So wollest du denn deiner Kirche, obgleich sie
heute durch deine Hand jämmerlich in Nöten steckt, dies schenken, daß sie
deines Trostes nicht entbehren muß. Zeige du es uns, daß wir auch mitten im
Tode noch von deiner Barmherzigkeit das Leben erwarten sollen, auf daß wir
solchermaßen alle deine Züchtigungen in Geduld ertragen, bis daß wir wieder
bei dir in Gnaden stehen und du dich als unseren Vater erzeigest und wir so am
Ende versammelt werden in jenes selige Reich, da wir völliges Genügen haben
sollen in Christus Jesus, unserm Herrn. Amen.
Vers 8
Allmächtiger Gott! Dieweil wir nach unserm groben Sinn dergestalt an der Erde
kleben, daß wir auch dann nicht zu dir dringen können, wenn du uns deine Hand
entgegenstreckst, so wollest du uns schenken, daß wir durch deinen Heiligen
Geist erweckt, unsere Sinne zu dir lernen erheben und wider unsere Trägheit
wacker anstreiten, bis daß du dich näher zu uns willst herbeilassen und uns
vertrauter dich zu erkennen gibst, daß wir endlich dahin gelangen, da wir volle
und unverkürzte Herrlichkeit genießen, die uns bewahrt ist im Himmel durch
Christus Jesus, unseren Herrn. Amen.
Vers 16
Allmächtiger Gott! Du hast es haben wollen, daß wir soviel Wechsel unterliegen,
damit wir nicht unbesorgten Herzens an der Erde kleben. So bitten wir dich denn,
da wir so vielartiges Los auf uns nehmen müssen, du wollest es uns schenken,
daß wir unsere Ruhe im Himmel suchen und allezeit danach verlangen, deine
Herrlichkeit zu schauen, damit uns daselbst erstrahle, was wir mit Augen nicht
sehen können. Du wollest uns solchermaßen auch zu erkennen geben, daß die
ganze Welt von deiner Hand und Kraft regiert wird, so daß wir uns auf deine
väterliche Fürsorge verlassen, bis daß wir dahin gelangen, daß wir jene
selige Ruhe genießen, die uns in dem Blute deines eingeborenen Sohnes zukommen
ist. Amen.
Vers 24
Allmächtiger Gott! Wir sind ferne von dir auf der Pilgerschaft; so wollest du
uns verleihen, daß wir dennoch, durch dein Wort unterwiesen, den rechten Weg
innehalten, auf dem wir zu dir kommen sollen. Gib du uns, daß wir im Glauben
das betrachten, was uns verborgen ist, damit wir an dir allein hangen und
solchermaßen allein auf deine Vorsehung uns verlassen, so daß wir fest daran
glauben, daß du für unser Leben und unser Heil sorgst und wir deshalb in
Sicherheit sind -- auf daß wir wenn uns allerlei Sturmwind umtreiben will,
dennoch in sicherer Ruhe bleiben, bis daß wir endlich jene selige, ewige Ruhe
genießen dürfen, die du uns bereitet hast im Himmel durch Christus, unsern
Herrn. Amen.
Vers 28
Allmächtiger Gott! Du hast uns in deiner unergründlichen Güte solcher Ehre
gewürdigt, daß du uns nachdem du in der Person deines eingeborenen Sohnes zur
Erde herabgestiegen bist, täglich nahe erscheinst in deinem Evangelium, in
welchem wir dein lebendiges Bild erschauen. So wollest du uns schenken, daß wir
solche große Wohltat nicht zu vorwitzigen Grübeleien mißbrauchen, sondern
wahrhaftig in deine Herrlichkeit umgestaltet werden und so mehr und mehr
fortschreiten in der Erneuerung unseres Sinnes und unseres ganzen Lebens, bis
daß wir endlich zu jener seligen, ewigen Herrlichkeit versammelt werden, die
uns durch deinen eingeborenen Sohn zuteil geworden ist, unsern Herrn. Amen.
Kapitel 2:
Vers 5
Allmächtiger Gott! Du hast uns heute des Vorrechts gewürdigt, daß deine
Predigt Tag für Tag an unsere Ohren klingt. So wollest du denn geben, daß
solche Predigt bei uns nicht steinerne Herzen und eherne Sinne finden möchte,
sondern daß wir uns dir in der schuldigen Gelehrigkeit unterwerfen, auf daß
wir, solange du fortfährst, mit uns zu reden, in Wahrheit des innewerden, daß
du unser Vater bist, und im Vertrauen auf unsere Kindschaft bestärkt werden,
bis daß wir einst nicht nur deine Stimme hören, sondern auch deine
Herrlichkeit schauen dürfen, in dem himmlischen Reiche, das uns dein
eingeborener Sohn mit seinem Blute hat erworben. Amen.
Vers 10
Allmächtiger Gott! Dieweil du dich heute herbeigelassen, uns mit dem Zeugnis
deiner väterlichen Huld zu dir einzuladen, so wollest du es uns verleihen, daß
wir nicht wilden Tieren gleich sind, sondern uns willig dir unterwerfen und dir
solchermaßen nachfolgen, wohin du uns rufst, auf daß wir in Wahrheit
innewerden, daß du unser Vater bist, und so unter dem Schutze deiner Hand
dahergeben, solange wir in dieser Welt als Pilger wandern, damit wir dereinst,
in dein himmlisches Reich versammelt, vollkömmlich dir anhangen und deinem
eingeborenen Sohn, der unsere Seligkeit und unser Ruhm ist. Amen.
Kapitel 3:
Vers 11
Allmächtiger Gott! Du willst, daß uns die Lehre deines Propheten, so viele
Jahre nach seinem Abscheiden, noch heute vorgehalten werde. So gib uns denn,
daß wir nicht verhärtet und widerspenstig sind, sondern uns dir mit der
schuldigen Folgsamkeit und Ehrerbietung unterwerfen, auf daß seine Arbeit, die
dem Alten Volke um seiner Herzenshärtigkeit willen zur Verdammnis ausgeschlagen,
heute uns zum Heile gereiche und wir solchermaßen befolgen, was du uns durch
ihn lehrst, daß wir uns nach dem Ziele ausstrecken, zu dem du uns rufst, und in
steter Beharrlichkeit unseren Lauf tun, bis daß wir endlich in dein himmlisches
Reich versammelt werden durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Vers 17
Allmächtiger Gott! Du hast dich heute herbeigelassen, für unsere Seligkeit zu
sorgen, du erweckst deine Knechte, die uns gleich Augen dienen sollen, auf daß
wir es erfahren, daß du auf der Wacht stehst, damit wir nicht verlorengehen. Du
wollest uns auch geben, daß wir uns von den heiligen Ermahnungen, die uns von
dir durch ihren Dienst und ihre Arbeit zukommen, dergestalt aufwecken lassen,
daß wir dereinst zum Genuß jener Ruhe gelangen, die uns durch das Blut deines
Sohnes zuteil geworden ist. Amen.
Vers 21
Allmächtiger Gott! Du hast uns die Männer, die du zu Dienern deiner Lehre
bestimmt hast, zu Wächtern gesetzt und ihnen den Auftrag gegeben, daß sie zu
unserm Heile über uns wachen. So laß uns denn aufmerksam sein, um sie zu
hören und nicht zwiefältig durch unsere Schuld verlorengehen, nämlich durch
Irrtum und Halsstarrigkeit. Nein, schenke uns, daß wir, wenn wir einmal in die
Irre gegangen sind, endlich ergriffen werden und Buße tun und dergestalt auf
den Weg zurückkommen, daß wir hernach niemals mehr von ihm weichen, sondern
ausharren bis ans Ende, auf daß wir dereinst die ewige Seligkeit genießen
mögen, die uns bewahrt wird im Himmel durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Kapitel 4:
Vers 3
Allmächtiger Gott! Du lädst uns so freundlich zu dir ein, und ob wir auch taub
sind, so hörst du doch nicht auf, immerfort die gleiche Gnade gegen uns walten
zu lassen. So gib uns denn, daß wir endlich willig werden zum Gehorsam und uns
von deinem Wort regieren lassen, nicht nur für einen Tag oder für eine kurze
Zeit, sondern daß wir uns beständig dir folgsam erweisen, bis daß wir
dereinst unsern Pilgerlauf vollbracht haben und zu deiner himmlischen Ruhe
versammelt werden, durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Vers 13
Allmächtiger Gott! Dieweil du uns bislang in deiner unergründlichen
Freundlichkeit getragen hast, so bitten wir dich, du wollest uns geben, daß wir
solche große Güte nicht mißbrauchen und mit unserer Widerspenstigkeit deine
Strafe wider uns reizen, sondern vielmehr deinem Gericht zuvorkommen und uns
dergestalt dir unterwerfen, daß du uns in deine Hut nimmst und wider alle
unsere Feinde beschirmest. Auch bitten wir dich, du wollest uns reichlich
schenken, was wir nötig haben, und uns, wenn du willst, daß wir ein
eingezogenes Leben führen nach Fleisch, dennoch geben, daß uns die geistliche
Speise nicht mangle, sondern wir immer neu damit gestärkt werden, bis wir jene
Fülle genießen, die uns verheißen, ja auch, die uns bewahrt ist im Himmel,
durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Kapitel 5:
Vers 4
Allmächtiger Gott! Du hast uns an dem Alten Volke ein solches Beispiel deiner
furchtbaren Strafe zu schauen gegeben, und nun wollest du uns schenken, daß wir
am Schaden anderer klug werden und uns dir in solchem Gehorsam unterwerfen, daß
du uns in Gnaden annehmen und dich solchergestalt an uns gnädig erzeigen
mögest, daß wir durch deine Vergebung aus dem Tode wieder ins Leben gebracht
werden, bis daß wir die ewige Seligkeit genießen dürfen, die uns dein
eingeborener Sohn erworben hat, unser Herr. Amen.
Vers 18
Allmächtiger Gott! Da wir so langsam und träge sind, so bitten wir dich, du
wollest uns geben, daß wir uns frühzeitig durch deine Drohungen aufwecken
lassen und uns deiner Macht unterwerfen, damit wir nicht an unserem eigenen
Verderben, wie furchtbar es ist, sondern vielmehr unter deinen Ruten gebessert
werden, wenn du uns väterlich züchtigst, und dergestalt umkehren, daß wir im
ganzen Lauf unseres Lebens immerfort mit ganzem Eifer nach wahrer Buße trachten,
alleVerkehrtheit, allen Schmutz unseres Fleisches von uns tun und zu wahrer
Reinheit gestaltet werden, bis wir endlich zum Teilhaben an der himmlischen
Herrlichkeit gelangen, die uns bewahrt ist in Christus Jesus, unserm Herrn.
Amen.
Kapitel 6:
Vers 9:
Allmächtiger Gott! Nach deinem Willen hat das Gedächtnis der furchtbaren
Strafen, die zu Vorzeiten an deinem Volke geübt, bewahrt bleiben sollen, damit
wir uns heute an deinen reinen Gottesdienst halten. Nun schenke es uns, daß wir
uns dir gelehrig erweisen und nicht versuchen, deinen Dienst mit unsern eigenen
Machwerken zu verderben. Du hast uns ja durch deinen eingeborenen Sohn deinen
Willen deutlich geoffenbart, so laß uns auch unter seinem Gehorsam verharren
und dich in seinem Namen als unsern Vater anrufen, solange wir in der Welt
unsere Pilgrimschaft haben -, bis daß wir dereinst zu dem seligen Erbe gelangen,
das uns bewahrt ist im Himmel durch denselben, unsern Herrn. Amen.
Vers 14
Allmächtiger Gott! Du stellst uns heute nicht nur die alten Beispiele deines
Zorns vor Augen, damit wir durch sie bei deinem reinen und unverdorbenen Dienste
erhalten bleiben sollen, sondern du hast dich durch deinen eingeborenen Sohn in
solcher Klarheit geoffenbart, daß wir nicht in die Irre gehen können, wofern
wir nicht schier von Sinnen geraten. So gib uns denn, daß wir uns gegen dich
nicht allein als gehorsam und willig erweisen, sondern auch aufmerksam sind für
die Lehre, welche in deinem Evangelium verfaßt ist, damit wir durch solch
vollkommenes Licht geleitet werden, bis wir endlich dahin gelangen, daß wir
voll und ganz teilhaben an dem Licht der Gerechtigkeit, das ist an Christus,
deinem Sohne. Amen.
Kapitel 7:
Vers 6
Allmächtiger Gott! Verleihe uns, daß wir uns durch solche schrecklichen
Erweisungen deines Zornes ermahnen lassen und es lernen, sorgfältig vor deinem
Angesicht zu wandeln und uns dergestalt unter den freiwilligen Gehorsam gegen
dich zwingen, daß in unserem Leben ein gewisses Zeugnis davon zutage trete,
daß du uns in Gnaden zu deinen Kindern angenommen hast, daß wir uns weiterhin
als deine Kinder erweisen, so daß wir dich in Wahrheit als unsern Vater anrufen
mögen, bis wir zu dem seligen Erbe gelangen, welches uns durch das Blut deines
eingeborenen Sohnes zuteil geworden ist. Amen.
Vers 19
Schenke es uns, allmächtiger Gott, daß wir, wenn du uns zu dir zurückrufst,
nicht in unserer Bosheit dahinschlafen und uns auch nicht verhärten gegen deine
Geißeln, sondern deinem Jüngsten Gericht beizeiten zuvorkommen und uns
solchermaßen demütigen unter deine gewaltige Hand, daß wir unsere Buße mit
Ernst bezeugen und mit der Tat beweisen und uns dir dergestalt zu eigen zu geben
trachten, daß wir mehr und mehr in der Neuheit des Lebens zunehmen, bis daß
wir einst alle Flecken unseres Fleisches von uns getan und zum Genuß der
seligen Ruhe gelangen, die uns dein eingeborener Sohn mit seinem Blute erworben
hat. Amen.
Vers 27
Allmächtiger Gott! Du hast uns bis hierher gnädiglich durch deine Kraft
geschützt und erhalten, hast soviel heftige Anläufe von unseren Häuptern
abgewandt, soviel verkehrter Ratschläge unserer Widersacher zunichte gemacht
und uns unzählige Male aus der Not gerissen. So wollest du deine Wohltaten
weiter über uns ausschütten und uns schenken, daß wir wiederum dir dankbar
seien und uns dergestalt dir zu eigen geben, daß dein heiliger Name in unserem
ganzen Leben verherrlicht werde in deinem eingeborenen Sohne, unserem Herrn.
Amen.
Kapitel 8:
Vers 6
Du bist, allmächtiger Gott, bis hierher in Gnaden und Vergebung mit uns
umgegangen, und ob wir dich gleich mit unseren vielen Missetaten zum Zorn
gereizt haben, so hast du dich dennoch als unseren gnädigen Vater erzeigt. Wir
bitten dich nun, du wollest uns geben, daß wir deine Langmut nicht länger
mißbrauchen, sondern beizeiten auf den Weg zurückkehren, uns dir unterwerfen
und in rechtem, bußfertigen Sinn also Mißfallen haben an uns selber in unseren
Sünden, daß wir uns dir von ganzem Herzen hingeben, auf daß wir dem Gang
deiner heiligen Berufung folgen, bis wir den Lauf dieses Lebens vollendet haben
und zu der seligen Ruhe gelangen, welche uns dein eingeborener Sohn mit seinem
Blute erworben. Amen.
Vers 14
Allmächtiger Gott! Dieweil du uns deine gewisse Richtschnur, dir zu dienen
gegeben hast, die uns nicht trügen kann, und dieweil dein Sohn unser
vollkommener Lehrer geworden zu aller Weisheit und rechter Gottseligkeit, so gib
uns, bitten wir dich, daß wir alles, was er uns gelehrt, in Gehorsam befolgen
und nicht davon weichen, weder zur Rechten noch zur Linken, sondern uns vielmehr
zufrieden geben mit der Einfalt, die wir aus seinem Evangelium gelernt haben,
und in dem Lauf seiner Berufung fortgehen, bis daß wir endlich diesen Weg
dringen und sie also genießen, daß wir in sie verwandelt werden, wie du es uns
verheißen hast durch denselben, Christus, unseren Herrn. Amen.
Kapitel 9:
Vers 4
Du hast dich, allmächtiger Gott, in Gnaden so nahe zu uns herbeigelassen, daß
wir auch wiederum begehren sollen, zu dir zu nahen und in solcher festen und
heiligen Gemeinschaft mit dir zu bleiben. So schenke uns denn auch, daß wir bei
dem rechtschaffenen Gottesdienst verharren, den du uns in deinem Worte
vorschreibst, und dabei auch deine Wohltaten an uns zunehmen, bis daß du uns zu
aller Fülle führest, da du uns versammelst in dein himmlisches Reich, durch
Christus, unseren Herrn. Amen.
Vers 10
Allmächtiger Gott! Da du vorzeiten dein Volk so hart gezüchtigt hast, so
wollest du uns verleihen, daß wir an solchem Beispiel recht lernen und also
behalten werden unter der Furcht deines Namens und dem Gehorsam gegen dein
Gesetz, daß du deinen Zorn nicht mögest ausgießen über uns. Gib uns auch,
wenn du uns einmal strafst, daß uns solches dennoch zum Heil ausschlage und wir
dadurch erfahren, daß wir von dir versiegelt und unter deine Kinder gerechnet
sind -- bis du uns endlich versammelst zu jenem seligen Erbe, das uns durch das
Blut deine eingeborenen Sohnes zukommen ist. Amen.
Kapitel 10:
bis Vers 18
Allmächtiger Gott! Deiner Hände Werk und Gebild sind wir und wissen wohl, daß
wir allein in dir weben und sind. So verleihe uns denn, daß wir uns dir
unterwerfen und daß wir nicht allein von deiner verborgenen Vorsehung regiert
werden, sondern offenbar werde, daß wir dir gerne nachfolgen und willig sind,
wie es Kinder sein sollen, auf daß wir deinen Namen auf Erden trachten zu
verherrlichen, bis wir dahin kommen, daß wir jenes selige Erbe genießen,
welches uns bewahrt wird im Himmel durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Kapitel 11:
Vers 1-3
Allmächtiger Gott! An dem Alten Volk erkennen wir, wie groß unsere
Herzenshärtigkeit ist, wofern wir nicht durch deinen Geist erweicht, ja, durch
und durch erneuert werden zum Gehorsam gegen deine Lehre. Du wollest uns geben,
daß wir allemal, wenn wir deine Drohungen vernehmen, mit Ernst erschreckt
werden, nicht allein für einen Augenblick, sondern vielmehr also, daß wir in
steter, herzlicher Buße danach trachten, uns dir aufs neue zu wahrem und
vollkömmlichem Gehorsam in die Hand zu geben, bis wir dermaleinst zu jener
seligen Ruhe versammelt werden, welche uns durch das Blut deines eingeborenen
Sohnes zuteil geworden ist. Amen.
Vers 4-13
Da wir, allmächtiger Gott, auch heute noch nicht aufhören, deinen Zorn wider
uns zu reizen, so bitten wir dich: Gib uns, daß wir uns von den Weissagungen,
welche das Alte Volk vorzeiten nicht ungestraft in den Wind geschlagen, endlich
mahnen lassen, von ganzem Herzen also Buße zu tun und uns dir zu unterwerfen,
daß wir uns gern demütigen und selber verleugnen. Desgleichen wollest du nicht
allein die Strafen lindern, welche uns sonst bedrohen, sondern dich auch
barmherzig und als gnädigen Vater gegen uns erzeigen, bis daß wir endlich die
Fülle deiner väterlichen Liebe genießen in deinem himmlischen Reich, durch
Christus, unsern Herrn. Amen.
Vers 20
Allmächtiger Gott! Dieweil wir in unseren Tagen von der traurigen Verstreuung
deiner Kirche, wie wir sie schauen müssen, nichts als ihr Verderben zu drohen
scheint, so laß uns doch lernen, daß wir unsere Augen darauf richten, wie es
mit deiner Alten Kirche bestellt war, und auf die Verheißungen sehen, welche
uns auch heute noch gemein sind. Laß uns unterdessen uns zufrieden geben mit
deiner Hilfe, ob sie auch nach unserem fleischlichen Sinn gar so gering sein mag
-- bis daß es endlich an den Tag kommt, daß unsere Geduld nicht umsonst
gewesen, wenn wir nämlich den Lohn unseres Glaubens und Harrens genießen in
deinem himmlischen Reich, durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Vers 25
Allmächtiger Gott! Wir sind in Adam, unserem Vater, schier ganz
verlorengegangen, auch bleibt an uns nichts, was nicht verderbt wäre, da wir
doch an Leib und Seele allein solches an uns tragen, das uns Zorn, Verdammnis
und Tod bringen muß. So wollest du uns denn geben, daß wir, durch deinen Geist
wiedergeboren, mehr und mehr unserem eigenen Willen und Geist absagen und uns
dir dergestalt untergeben, daß dein Geist wahrhaftig in uns regiere.
Desgleichen wollest du uns verleihen, daß wir nicht undankbar gegen dich sind,
sondern wohl bedenken, welche unaussprechliche Wohltat du an uns getan, und
unser ganzes Leben weihen und daransetzen zur Verherrlichung deines Namens, in
Christus Jesus, unserem Herrn. Amen.
Kapitel 12:
Vers 7
Allmächtiger Gott! Wir sollen nach deinem Willen also in dieser Welt unsere
Wohnstatt haben, daß wir Pilgrime sind, bis daß du uns zu deiner Ruhe
versammelst. So laß uns denn in Wahrheit jenes ewige Erbe bedenken und all
unser Trachten darauf richten. Laß uns in dieser Welt unsere Pilgrimschaft also
führen, daß wir doch nicht unstet daherwandern, auch nicht abirren vom Wege,
sondern vielmehr allezeit fest nach dem Ziele trachten, das du uns vor Augen
hältst, und so unseren Weg fortgehen, bis wir den Lauf vollendet haben und jene
Herrlichkeit genießen, die uns dein eingeborener Sohn mit seinem Blute
bereitet. Amen.
Vers 28
Allmächtiger Gott, der du unser noch in manchem Stück schonest und uns dennoch
mit unverborgenen Zeichen deines Zorns ermahnst, daß wir beizeiten umkehren,
gib uns, daß nicht unser Herz und Sinn von Trägheit besessen sei, die sich
auch das Gericht aus dem Gedächtnis schlagen möchte, sondern daß wir fleißig
aufmerken auf deine Predigt wie auch auf alle Beispiele, die du uns vorhältst,
auf daß wir deiner Strafe entgegenkommen und uns also mit dir trachten zu
versöhnen, daß wir fortan, durch deinen Geist wiedergeboren, auch deinen Namen
verherrlichen durch Christus Jesus, unsern Herrn. Amen.
Kapitel 13:
Vers 9
Allmächtiger Gott! Da wir dermaßen über unseren Verkehrtheiten schlafen, daß
wir Tag für Tag des Ansporns bedürfen, um uns aufzuwecken, so bitten wir dich
ernstlich, du wolltest uns geben, daß uns die, welche uns zu Hirten gesetzt
sind, getreulich zur Buße rufen, zum anderen, daß auch wir wiederum mit Fleiß
aufmerken auf ihre Ermahnungen und uns gerne verdammen lassen, und endlich, daß
wir unsere eigenen Richter seien, aber auch unter deiner strengen Züchtigung
dennoch nimmermehr aufhören, deine väterliche Güte zu schmecken, auf daß uns
alle Zeit der Zugang bereitet sei, die Versöhnung zu suchen in Christus Jesus,
unserm Herrn. Amen.
Vers 16 Dieweil wir, allmächtiger
Gott, niemals aufhören, deinen Zorn wider uns zu reizen durch unsere Sünden,
so gib daß wir endlich bedenken, wie elend es um uns gestellt ist, wenn du uns
nicht mit deinem Geiste regierest und dir zu wahrem Gehorsam unterwirfst - - und
daß wir also mit dir trachten versöhnt zu werden, daß wir nicht an uns selber
Gefallen haben, sondern, gänzlich gedemütigt und zunichte geworden, mit
wahrer, herzlicher Gottseligkeit unsere Zuflucht nehmen zu deiner
Barmherzigkeit, und es so befinden, sie uns bereitet ist in Christus Jesus,
unserm Herrn. Amen.
Vers 23
Allmächtiger Gott! Du hast uns gezeigt, daß dir unsere Seligkeit gar sehr am
Herzen liegt; so laß uns denn solches Zeugnis deiner Huld nicht in unserer
Undankbarkeit von uns weisen, sondern allen Fleiß tun, deine Predigt zu hören.
Rüste uns auch aus mit dem Geiste der Unterscheidung; laß uns nicht dem
Ränken der Menschen zur Beute, sondern vielmehr also durch das Licht deines
Wortes regiert werden, daß wir den rechten Weg behalten, bis wir dereinst
unseren Lauf vollendet haben und zu der seligen Ruhe eingehen, die uns
aufbehalten ist im Himmel, durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Kapitel 14:
Vers 5
Allmächtiger Gott! Wir sind zu jeglicher Verkehrtheit gar leicht geneigt; so
laß uns denn durch die Kraft deines Geistes zurückgehalten werden, laß uns
auf die Lehre, die uns fort und fort an die Ohren klingt, mit solchem Fleiß
merken, daß wir bei dem reinen Dienst deines Namens verharren, ja, gegen die
Ränke gottloser Menschen befestigt, als die Schwachen dennoch standhaft
erhalten bleiben, damit wir nicht zum Irrtum verführt werden -- bis daß wir
endlich unsren Lauf vollendet haben und zu dem Ziel hindurchdringen, das uns
vorgehalten wird in Christus Jesus, unserm Herrn. Amen.
Vers 9:
Allmächtiger Gott! Gib uns, da wir so leicht in Irrtum fallen, daß uns in der
Finsternis dieser Welt allezeit deine Wahrheit voranleuchte, wir aber auch mit
offenen Augen immerfort mit Eifer auf sie schauen und uns dir in wahrer
Gelehrigkeit unterwerfen, auf daß wir, von deinem Worte und von deinem Geist
regiert, unseren Lauf vollenden und endlich zu jener seligen Ruhe gelangen, die
uns dein eingeborener Sohn erworben. Amen.
Vers 14
Allmächtiger Gott! Dieweil du uns so klar mit der Lehre deines Evangeliums
erleuchtest, in welchem dein Sohn sich uns gar freundlich kundgemacht, so
wollest du uns schenken, daß wir nicht die Augen verschließen vor solchem
Licht, noch in verkehrtem Vorwitz hierhin und dorthin abweichen, sondern
vielmehr in einfältigem Gehorsam verharren, bis wir dereinst den Lauf unsres
Lebens vollendet haben und zu der Fülle des Lichts hingelangen, wenn du uns in
deine Herrlichkeit verwandelst durch Christus Jesus, deinen eingeborenen Sohn.
Amen.
Vers 22 Allmächtiger Gott! Da du
heutzutage allenthalben in der Welt deine Gerichte ergehen lässest und viel
Länder mit Pestilenz oder Kriegsnot heimgesucht sind, so bitten wir dich
erstlich, du wollest uns geben, daß wir, solange du unser schonest, an der
anderen Menschen Schaden und Niederbruch klug werden, zum anderen, daß wir,
wenn deine Geißeln einmal auch an uns kommen, dennoch nicht halsstarrig seien,
sondern uns deinem Gericht unterwerfen und in wahrer Demut, mit herzlichem
Trachten nach der Gottseligkeit um Vergebung bitten, auf daß wir es auch mit
der Tat so befinden und erfahren, daß du unser gnädiger Vater bist -- bis wir
dermaleinst deine Liebe genießen dürfen im Himmelreich durch Christus, unseren
Herrn. Amen.
Kapitel 15:
Vers 1-8
Allmächtiger Gott, der du uns in deiner Gnade nicht allein abgesondert von dem
großen Haufen, sondern auch dein Bild in uns erneuert hast und uns, indem deine
Wohltaten an uns zu erschauen sind, zugleich ermahnest, deinen Namen zu
verherrlichen -- wir bitten dich, laß uns solcher Berufung eingedenk sein und
danach trachten, daß wir uns dir ganz zu eigen geben und dich mit dem dir
gebührenden wahren und schuldigen Lobpreis also erheben, daß wir einst der
Herrlichkeit teilhaftig werden, zu der du uns einlädst, und die uns erworben
ist im Blute deines eingeborenen Sohnes. Amen.
Kapitel 16:
Vers 19
Schenke es uns, allmächtiger Gott, daß wir mit Fleiß uns bedenken, wie
vielfältig wir dir Dank und Dienst schuldig sind, und deshalb deine väterliche
Güte gegen uns nach Gebühr preisen, also, daß wir wiederum uns dir zu eigen
zu geben trachten. Desgleichen gib auch, wie du uns ja mit deiner Herrlichkeit
gezieret, daß wir jene Herrlichkeit genießen, die du uns bereitet hast im
Himmel durch unseren Herrn, Jesus Christus. Amen.
Vers 26
Allmächtiger Gott, der du dich herbeigelassen, uns nicht allein in deine Treue
und Hut zu nehmen, sondern auch zu deinen Kindern zu machen -- gib, daß wir dir
in heiliger Liebe dienen, dich mit unserem ganzen Leben als unseren Vater ehren
und uns dir also unterwerfen, daß wir deinen festen und heiligen Bund gegen uns
erfahren und es merken mögen, wie du die Menschen nimmermehr umsonst zu dir
rufst, wofern sie nur dir gehorchen und auf deine Verheißungen antworten -- bis
wir dann endlich jene Seligkeit besitzten dürfen, die uns behalten ist im
Himmel durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Vers 34
Da du uns, allmächtiger Gott, solcher hohen Ehre gewürdigt hast, daß wir in
deinem eingeborenen Sohne als durch das Band eines geistlichen Ehebundes mit dir
Gemeinschaft haben sollen, so wollest du uns geben, daß wir in der Treue
verharren, die wir dir zugesagt, wie wir ja auch wiederum dich als treu erfahren
haben an so vielen Beispielen -- bis daß wir den Lauf dieses gegenwärtigen
Lebens hinter uns gebracht haben und zum vollen Besitz jener Seligkeit gelangen,
die da ist die Frucht unserer keuschen Treue, in Christus Jesus, unserem Herrn.
Amen.
Allmächtiger Gott, der du uns
einmal in Gnaden deinem eingeborenen Sohne eingeleibt hast, gib uns, daß wir
erstlich eingedenk seien unseres Ursprungs, nämlich daß wir vom Mutterleibe an
verloren und verflucht waren; gib uns aber zum anderen auch dies, daß wir
deiner Gnade gedenken, deren du uns gewürdigt hast, dir dienen als unserem
Vater, dir unverbrüchliche Treue bewahren und also gehorchen, daß dein
Ebenbild mehr und mehr in uns erneuert werde in Gerechtigkeit und Heiligkeit,
bis daß dereinst deine Herrlichkeit vollkömmlich an uns leuchte in deinem
himmlischen Reich, durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Vers 63
Dieweil uns, allmächtiger Gott, dein eingeborener Sohn erschienen ist, um deine
Gnade vollkömmlich zu uns zu bringen, so gib, daß wir solch unermeßliches Gut
nicht in Undank verachten, sondern vielmehr in wahrem und aufrichtigem Glauben
annehmen, was du uns darbietest, nämlich die Barmherzigkeit, die wir allezeit
nötig haben, und alsdann den Geist der Wiedergeburt, auf daß wir uns mit
unserm ganzen Leben dir also zum Gehorsam begeben, daß wir endlich durchdringen
mögen zu jener Herrlichkeit, die uns heute noch leuchtet wie an einem dunklen
Ort -- bis wir einst im Himmel recht genießen dürfen durch Christus Jesus,
unseren Herrn. Amen.
Kapitel 17:
Vers 19
Allmächtiger Gott! Dieweil du uns zeigst, daß du deine Fürsorge übst für
die gegenseitige Treue unter uns Menschen, so bitten wir dich: gib, daß wir
miteinander solchergestalt umgehen, daß keiner seinen Bruder betrügt, sondern
wir einander in aufrichtigem Sinn beistehen. Desgleichen wollest du uns auch
schenken, daß wir dir in wahrer Eintracht die Treue erweisen, die du von uns
forderst und die zu halten wir gebunden sind, gleich wie du ja in deiner Gnade
nicht nur einen Bund aufgerichtet hast durch die Hand deines eingeborenen
Sohnes, sondern hast ihn auch mit seinem Blute versiegelt. Dies alles wollest du
uns geben -- bis daß wir dereinst jenes Erbe innehaben dürfen, welches uns
zuteil geworden ist durch das Opfer seines Todes. Amen.
Vers 24
Allmächtiger Gott, der du dich herbeigelassen, mit uns einen ewigen und
unverbrüchlichen Bund zu machen, den du auch besiegelt hast mit dem Blut deines
eingeborenen Sohnes, gib daß wir getreulich bei solchem Bunde verharren und dir
bis ans Ende in solchem Gehorsam anhangen, daß wir es erfahren mögen, daß du
unser gnädiger Vater bist -- bis wir dann endlich jenes ewige Erbe genießen,
das du uns bereitetet hast im Himmel durch denselben, Christus, unsern Herrn.
Amen.
Kapitel 18:
Vers 4
Dieweil du uns, allmächtiger Gott, nicht allein aus nichts erschaffen, sondern
aus Gnaden in deinem Sohne neu geschaffen, aus der Hölle selber uns
herausgerissen und zur Hoffnung auf dein himmlisches Reich erhoben hast, so gib,
daß wir nicht hoffärtig werden, noch in eitlem Rühmen uns vermessen, sondern
vielmehr solche Gnade mit der schuldigen Demut annehmen und uns dir in
Bescheidenheit unterwerfen, bis daß wir einst jener Herrlichkeit teilhaftig
werden, die uns dein eingeborener Sohn erworben. Amen.
Vers 8-9
Allmächtiger Gott! Du hast uns in deinem Gesetz dergestalt eine Richtschnur
gegeben, um ein gerechtes Leben zu führen, daß wir uns hinfort nicht mehr mit
Irrtum und Unwisenheit entschuldigen können. So gib denn, daß wir mit ganzem
Fleiß auf die merken, die du uns vorgeschrieben, und uns mit solchem Eifer in
ihr üben, daß ein jeder mit seinen Brüdern in Unschuld lebe. Desgleichen
wollest du uns auch schenken, daß wir in Einmütigkeit dir dienen und deinen
Namen verherrlichen, auf daß wir dereinst zu jenem seligen Erbe gelangen, das
du uns verheißen hast in deinem eingeborenen Sohne. Amen.
Vers 17
Allmächtiger Gott! Du hast uns gezeigt, welches da sei der wahre Weg zur
Seligkeit, und dieweil du gesehen, daß wir an diesem Stück allesamt zuschanden
werden und uns das Gesetz, welches uns das Leben bringen sollte, den Tod
bereitet, weil wir es allesamt übertreten, so hast du uns deinen Sohn
vorgestellt, in welchem wir die Versöhnung haben und die vollkommene
Gerechtigkeit erlangen sollen, die uns mangelt. So wollest du uns geben, daß
wir solche Gnade, die uns durch das Evangelium abgeboten wird, recht annehmen,
zugleich auch begehren, daß wir mehr und mehr zunehmen in Trachten nach der
Gottseligkeit und am Ende zu dem seligen Erbe gelangen, das uns derselbe, dein
eingeborener Sohn, erworben. Amen.
Vers 23
Allmächtiger Gott! Da wir in uns selber allesamt verloren sind, so gib uns,
daß wir das Leben dort zu gewinnen trachten, wo es für uns aufbehalten ist und
wo du es uns kundmachst, nämlich in deinem Sohne. Gib uns, daß wir die Gnade,
die uns erzeigt ist in dem Opfer seines Todes, annehmen, durch seinen Geist
wiedergeboren werden und, durch ihn zu neuem Leben erstanden, uns dir ganz zu
eigen geben, auch deinen Namen in dieser Welt also preisen, daß wir einst der
Herrlichkeit teilhaftig werden mögen, die uns dein eingeborener Sohn erworben
hat. Amen.
Vers 31
Allmächtiger Gott! Es ist kein Ding so gebrechlich als wir, und auch, wenn du
uns deine Hand gereicht, so haben wir noch mit soviel Schwachheit zu tun, daß
wir unzählige Male fort und fort neu hinfallen, wenn du uns nicht zu Hilfe
kommst. So wollest du uns denn geben, daß wir gestützt auf deine
unüberwindliche Kraft, den Lauf deiner heiligen Berufung fortgehen und wider
alle Anfechtung so wacker und beständig streiten, daß wir dermaleinst im
Himmel die Frucht unseres Sieges erlangen mögen, durch Christus Jesus, unseren
Herrn. Amen.
Vers 32
Allmächtiger Gott! Da wir von Natur allesamt dermaßen verderbt sind, daß wir
es nicht allein verdient haben, in der Löwen Rotte getan zu werden, sondern
vielmehr auch nicht wert sind, daß wir unter deine Geschöpfe zählen, so
bitten wir dich: reiche du uns die Hand dar und laß deine wundersame Gewalt
daran offenbar werden, daß wir von Tag zu Tag je mehr und mehr zunehmen in
wahrer Gottseligkeit und Gerechtigkeit, bis endlich alle Verkehrtheit unseres
Fleisches abgetan ist und wir teilhaftig werden jener ewigen Herrlichkeit, die
uns dein eingeborener Sohn erworben hat. Amen.
Kapitel 19:
Da du uns, allmächtiger Gott, in
deiner Gnade einmal in den Leib deines Sohnes eingefügt hast, also daß wir
Reben würden an dem Weinstock, den du in deine Pflege genommen, so laß uns
doch durch die Kraft deines Geistes dergestalt getränkt werden, daß uns solch
geistliche Stärke nimmermehr verlorengehe und wir solche Frucht bringen zur
Ehre deines Namens, daß wir endlich auch zu der Frucht unseres Glaubens
hinkommen, welche wir in der himmlischen Herrlichkeit erlangen sollen, zu
welcher du uns auch als Kinder angenommen hast in Christus Jesus, deinem
eingeborenen Sohne. Amen.
Kapitel 20:
Vers 8
Du hast uns, allmächtiger Gott, einmal die Hand dargereicht durch deinen
eingeborenen Sohn und dich nicht nur mit einem Eidschwur uns verbunden, sondern
deinen ewigen Bund auch versiegelt durch desselben, deines Sohnes Blut. So gib
denn, daß auch wir wiederum dir treu seien und verharren bei dem reinen Dienst
deines Namens, bis daß wir dereinst die Frucht unseres Glaubens davontragen in
deinem himmlischen Reich, durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Vers 12
Allmächtiger Gott! Dieweil du uns in deiner Gnade nicht allein eine Richschnur
zu rechtem Leben gegeben, sondern dich auch also in Christus als unseren Vater
kundgetan hast, daß du bereit bist, dein Gesetz uns ins Herz zu schreiben, so
gib, daß wir nicht in unserem Undank und trägen Sinn solch unschätzbares Gut
von uns werfen, sondern uns dir zum Opfer begeben, auch dergestalt deine
Vergebung empfangen, daß unsere Schwachheiten nicht mehr können im Wege
stehen, daß wir dich nicht dennoch allezeit als gnädig erfinden sollten, sooft
wir zu deiner Barmherzigkeit unsere Zuflucht nehmen in Christus, deinem
geliebten Sohn. Amen.
Vers 20
Da du uns, allmächtiger Gott, Tag für Tag die Lehre deines Evangeliums an die
Ohren klingen lässest, darin du uns in deiner unergründlichen Güte so
freundlich zu dir einlädst und uns die Hand zureichst in deinem eingeborenen
Sohn, so gib, daß wir gelehrigen und willigen Sinnes seien und uns dir in
Aufrichtigkeit hingeben. Desgleichen, da dein Gesetz so viele Beipiele deiner
furchtbaren Strafe enthält, so mache du, daß wir uns dadurch bewegen lassen
und mit Furcht und Vorsicht in dem Gehorsam gegen dein Wort also wandeln, daß
wir einst jenes Erbe voll besitzen mögen, das du uns verheißen hast in deinem
himmlischen Reich, durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Vers 44
Allmächtiger Gott! Dieweil du uns einmal erlöset hast durch den Tod deines
eingeborenen Sohnes, so gib, daß wir nicht in unserer Undankbarkeit und
Halsstarrigkeit den Lauf deiner Gnade abbrechen, sondern unter dem Gehorsam
gegen dein Evangelium also fortschreiten, daß wir endlich zur Vollkommenheit
der Gnade geführt werden mögen, die in uns angefangen ist, und von Tag zu Tag
je mehr und mehr zunehmen in wahrer Gottseligkeit, bis daß wir dereinst in dein
himmlisches Reich versammelt werden und das Erbe davontragen, das uns verheißen
und erworben ist durch Christus, unseren Herrn. Amen.