Der Widertöufferen vrsprung / fürgang / Secten / wäsen / fürnemme und gemeine jrer leer Artickel / ouch jre gründ / vnd warumb sy sich absünderind / vnnd jre eigne kirchen anrichtend / mit widerlegung vnd antwort vff alle vnd yede jre gründ vnd artickel / sampt Christenlichem bericht vnd vermanen daß sy jres irrthumbs vnd absünderens abstandind / vnd sich mit der kirchen Christi vereinigend / abgeteilt in VI. Büecher / vnd beschriben durch Heinrychen Bullingern / dienern der kirchen zuo Zürych.

 

Was in disen Büechern gehandlet sye / wirst hienach in einem kurtzen Register vff die Vorred finden. So ist zum end gethon der Töuffern büechli / mit dem sy vrsach anzeigend / warumb sy nit zur kirchen gon wöllind.

IESUS.

Das ist min lieber sun / in dem ich versüenet bin: jm sind gehörig.  Matth.17

Getruckt zuo Zürich by Christoffel Froschower / imm Jenner / Anno M.D.LXI


Vorred

Dem frommen / eerenuesten / fürsichtigen / eersamen vnnd wysen / herren Georgen Müllern / Burgermeistern der Statt Zürych / sinem gnädigen lieben herren / wünscht vil gnaden vnd heils von Gott dem Vatter / durch vnseren Herren Jesum Christum / Heinrych Bullinger.

Daß die Töuffer nit syend vß dem Euangelio entstanden.

Näbend der waren leer deß Euangelij sind von anfang vil Secten vfgewachsen.

Die Euangelichsche kirchen sind vnder jnen selbs nit allenklichen eins.

Der vralten Apostolischen waren kirchen spän vnd mißhäll.

Die spän der dieneren der Euangelischen kirchen / machend sy nit dz sy kein rechte kirchen mer sye.

Die Töuffisch trännung ist nit zuo dulden.

Sidtmal aber etliche hie vermeinend / dz man mit glycher wyß vnnd liebe / wie die alten jre mißhäll vnder jnen geduldet / also ouch die Töuffery vnd andere Secten dulden sölte vnd sy nit widerfächten oder durächten / söllend die selben / die also gesinnet sind / widerumb vff der alten kirchen thuon vnd lassen sähen / so werdend sy finden / daß ob sy glych wol vnder vnnd in jren gedachte mißhäll vnd spänn geduldet / doch die Secten nie geduldet hat / die namlich / die sich als fyend vnnd widerfächter der einigen kirchen vnnd gemeiner leer dargestelt / sich von der selben kirchen vnd leer abgetrennt / vnd ein besundere oder abgesünderete kirchen vnd leer angerichtet habend. Vnd diewyl dann die Töuffer diser zyten / grad sömliche Secter sind / hätte sy / wie ouch andere derglyche Secten / die alte kirch ouch nit geduldet: das ouch wir / so zuo diser zyt dienend der kirchen Christi / sömlicher offne rottung vnd töuffische absünderung / mit Gott vnd fuogen / keins wägs vnangefochten könnend lassen / die wir sunst in ander wäg mengklichem guotwillig alle lieb / fründtschafft vnd dienst zuo bewysen geneigt sind.

Vß wz vrsach dise 6. büecher geschriben worden.

Jch hab als man zalt 1530. jar vier büecher geschriben wider die Widertöuffer / vnd die selben büecher domalen gerichtet wider jr leer vnd wäsen / als wir domalen müglich was / vnd ich vermeint das die gelägenheit der sachen / zyten / des orts vnnd der personen erforderte. Jst deßhalb in dem selben allerley gehandlet / das den selben zyten kommlich / disen gegenwürtigen zyten aber vilicht nit so notwendig ist: darumb wir sy den selben zyten lassend. Mittler zyt aber hat sich die Töufery wyt vnd breit vßgestreckt / jre irrthummen vnd seltzamen meinungen habend nit wenig zuogenommen / deß habend sy sich selbs in vil vnd wunderbare Secten zerteilt vnd gespalten / vnd habend ouch hin vnd har in den landen / fräffne vnd vnerhörte zuo vnseren zyten / doch den alten zyten wol bekannte sachen / angericht vnnd getriben. ¦¦ Vilen einfalten lüten habend sy mit glychßnery / vnnd mit thürem geschwätz jre gmüete besässen / vnnd sy dermassen verworren vnnd in zwyfel gebracht / daß sy die waar kirchen verlassen / vnd sich in Töuffische abgesünderte kirchen oder rottung begäben habend / welche villicht dahin nie kummen wärind / wenn sy grundtlich aller handlung deß widertouffs berichtet gewäsen wärind. Darumb habend nun vil zyt har / fromme gottsförchtige / geleerte vnd vngeleerte lüth begärt / daß von dem gantzen handel deß Widertouffs vnd der Widertöufferen etwas wytlöuffiger geschriben wurde: vnd mit namen bin ich yetzund eben lang nit wenig darumb angestrengt / daß ich hie min müey / flyß vnd arbeit sölte anwenden / vnd hierinn der kirchen Christi dienen. Da ich doch bißhar vermeint / vnnd dargegen fürwandt / das vil wäre wider die Töuffer / von denen die von Gott mee gnaden vnd gaben gehebt hättind / dann ich es habe / nun gar flyssig / wol vnd witlöuffig geschriben. Dann es weißt ye mengklich / daß nun mee / sid vnd die Widertöuffery angangen ist / kein geleerter mann vnd trüwer diener Christiye gewäsen ist / der anders geschriben hat / der nit der Widertöufferen gedacht vnd jr leer vnd wyß verworffen habe. So hat insonders wider sy geschriben / säliger gedächtnuß Doctor Martin Luther / Huldrych Zwingli / D.Johann.Oecolampadius / Martinus Bucerus / Vrbanus Rhegius / Johann.Caluinus / Justus Menius / vnnd vil andere diener der kirchen vnd hochgeleerte lüt mer. Vber das alles ist von der frommen Christenlichen Oberkeit der loblichen Statt Bern im Vchtland / ein offne disputation zuo Zofingen gehalten worden / vnd offentlich im truck vßgangen / vnd derglychen anders mer: das billich einem yeden gnuog thuon mag / der sich anders wil berichten lassen / usw. Dargegen widerumb fürgewendt ward / sömliche büecher wärind merteils vergangen vnd nit mer gmeinlich vorhanden. Darzuo hettind die Töuffer sidhar etliche büechle gemacht / die selben vßgespreitet / vnd jre leer mit anderen vnd nüwen gründen wöllen beuestnen / ouch etliche ding herfür gebracht / die vormals nit syend vff der ban gewäsen: darumb nit nun guot / sunder ouch notwendig wäre / daß ein werck zuogerüstet / in welchem alle Töuffische handlung / alt vnd nüw / besundere vnd gemeine / so vil müglich / zamen gefasset vnd in truck gäben wurde. Da sölte ich hierinn / was ich vermöchte / zuo guotem der kirchen thuon: damit wurde ich ouch andere / die geschickter wärind / veranlassen / dz sy jres pfund ouch ¦¦ wurdind zuo göttlichem wuocher in den heiligen gwärb ynlegen / usw.

Wie / woruon / vnd in was wyß dise büecher syend geschriben worden.

Mit disen vnd anderen anzügen / bin ich durch ernstlichs anhalten dahin endtlich bewegt worden / daß ich mich diser arbeit vnderwunden hab / vnd hab also näbend andern minen schuldigen vnd pflichtigen kirchendiensten dises werck vff die gattung (so vil mir müglich) als bißhar gemäldet / mit der hilff Gottes innet 4. Monaten geschriben: welches zyt ich allein darumb mälden / daß der Christenlich läser gedult mit mir habe / ob er nit alles das / das er begärt / so vollkommen / als er verhofft / funde. Das gantz werck hab ich abgeteilt in 6. Büecher: vnd in den zwey ersten den vrsprung / fürgang / vnd vilerley Secten der Töuffern erzellt / ouch allerley jrer bösen articklen vnd falscher leeren widerleit vnnd verworffen. Jn dem 3. vnd 4. Buoch mälden ich die gemein leer der Widertöuffern / die sy habend wider vnsere kirchchen vnd deren diener / ouch wider etliche artickeln der Euangelischen leer. Das 5. Buoch ist allein von der Oberkeit / vnnd was zuo jrem ampt dienet / in allen denen stucken / welche die Töuffer streng widerfächtend / geschriben. Das 6. vnd letste buoch begryfft den handel deß Touffs / Kindertouffs / vnd Widertouffs / deß Nachtmals Christi / vnd die absünderung. Vnd in allen vnd yeden diser büechern hab ich mich geflissen / so ein heitere guote ordnung zuo halten / als mir dann immer / in einem so verworrenen handel / vnd mit so verwirrten lüten / zuo halten müglich gewesen ist. Jre leer vnd jr wäsen / hab ich genommen zum teil vß deren büechern / die von jnen vor mir geschriben habend / ja vß jren selbs (der Töuffern) büechern / zum teil vß dem verjähen oder bekennen jres eignen munds. Vnd hab jnen wüssentlich vnd vntrüwlich nüt aufgetrochen oder zuogeleit / das ich nit vß jnen selbs oder anderen gloubwirdiger zügnuß gehebt habe. Vnd ob dann yemants vnder den Töuffern wäre / wie ich aber die Töuffisch meinung hin vnd har angezogen hab / vnd darumb vermeinen wölte / ich hätte das von Töufferen fürgetragen / das aber nit also wäre: da so weißt mengklich / der mit jnen handlet / daß sy merteils anderer vnnd anderer meinung werdend / darzuo zwyspältig in vilen stucken / also daß nit vil funden worden sind / die sich in einerley meinung mit einandern ynschicken vnd betragen mögind. Es volget ouch nit / daß wenn diser oder yhener Töuffer / nit also gesinnet ist / das oder das thuot / oder nit thuot / daß darumb kein ¦¦ Töuffer nit also gesinnet sye / das oder yhens gethon oder nit gethon habe. Dann man billich vnder der Töuffery alle die vnd alles das begryfft / das vnder den Töuffern ye brüchig gewesen / geleert vnd beschähen ist: ob es glych wol yetzund by disem oder yhänem nit ist. Darzuo vnderscheidend wir / so vil vns müglich ist / vnder den Secten: damit sich keine billich zuo beklagen habind.

Jm ableinen aber jrer leeren vnd verantwortung jrer gegenwürffen / hab ich mich geflissen vß der göttlichen gschrifft zuo antworten / also ouch vnsere leer vß der selben göttlichen gschrifft zuo erlütern vnd zuo bewären oder befestnen. Etwan hab ich ouch yngefüert der alten leerern vnd dienern der kirchen sprüch / vßlegungen / vnd meinungen / nit daß ich ützid vff menschen / als vff menschen / wölle buwen / sonder daß sy jr meinung vß der geschrifft genommen / oder mit dem wort Gottes befestnet habend.

Worzuo vnd vff was end hin dise büecher syend geschriben worden.

Vnd mit disem allem das ich wider die Töuffer disputieren / sihe ich endtlich dahin / dz die warheit erlüteret vnd geschirmpt / vnsere kirchen vnd dienst / wider der Töuffern vilfaltig anklagen vnd schälten / gerettet vnd entschuldiget / sy ouch zur kirchen vnd der warheit / von jrer rottung vnnd irrthummen wider gebracht werdind / daß ouch frid vnd einigkeit in der kirchen blybe / trännung aber oder absünderung vermitten oder abgestellt werde / vnd wir alle in einer kirchen / vnnd in recht Gott wolgefelliger einigkeit Gott dienind. Vnd ob andere diener der kirchen / durch dise min arbeit erweckt / ouch von disem handel schribind / vnd nach jnen von Gott verlychnen gnaden / bessers vnd vollkommners härfür brächtind / sol von mengklichem das besser angenommen werden. Dann ich ouch min arbeit nieman anders vftrucken wil / dann daß ein yeder / nach den worten Pauli / alles bewäre / vnd das guot behalte. Vnd die Töuffer hassen ich darumb nit / dz ich sy in disen büechern etwan rüher anfaren / vnd scharpff beschelcken / oder sy widerwertig vnd derglychen schilten. Dann ich bitten den Herren vnsern Gott für sy / dz er sy vff sinen wäg bekeere / daß sy recht hie vff siner straaß wandlind / vnd endtlich sälig werdind.

Dedicatio.

 

Kurtzer vergriff oder innhalt der fürnemmen houptpuncten dieser VI. büechern.


 

 

Das Erste Buoch wider die Widertöuffer.

1          Von dem vrsprung deß Widertouffs / harlangend von Thomas Müntzern / vnd desse verkeerter vfrüerischer leer.   Cap.1.

1          Vff was gattung dises buoch geschriben sye.

Der Töuffery frucht.

1b        Vrsprung der Töuffery an der Sal.

M.Thoman Müntzer.

Müntzers etliche artickel.

Widertouff.

2          Müntzer in Thüringen ein schädlicher wolff.

Müntzer (?) gen Griessen in das Kläckgäuw.

2b        D.Luthers warnung vor deß Müntzers geist.

Müntzer kondt sich ynflicken vnd yntringen.

Schow welch ein frävler vfrüerer.

Der Purenkrieg.

 

3          Widerlegung der Müntzerischen leer / belangend die offenbarungen vnd tröum / die nüwen himmel vnd erden / in welchem die gerächtigkeit wonet / vnd von dem erschlahen der gottlosen / vnnd vfruoren wider die herren vnd oberen.   Cap.2.

Die grösten betrieger habend gerüempt die himmlischen gesichten.

3b        Von den Tröumen.

4          Von dem nüwen himmel / usw.

4b        Wie vnd was mit den tyrannischen Fürsten zehandlen?

Wenn die Fürsten vnd oberherren tyrannisch handlend / vnd die armen lüt beschwärend / söllend die prediger sy ernstlich vermanen / dass sy des volcks vätter / nit verderber sin wöllind. Dann wo sy das nit thüegind / sye jnen das gericht Gottes / das ist schwäre straff / bereitet. Vnd söllend sich die prediger ja annemmen gägen den herren deß armen vndergetruckten volcks: wie die exempla der propheten leerend in der heiligen gschrifft. Das sol aber beschähen mit der leer vnd ernstlichem anhalten / vnd nit dz man das schwärdt den vnderthonen gäbe über die köpff jrer oberherren. Es verbüttet doch die gschrifft der oberkeit zuo fluochen / ich gschwyg gar zetod zuo schlahen. Ja Paulus sagt / Welcher sich der oberkeit widersetzt / der widersetzt sich Gottes ordnung: welche sich aber widersetzend / werdend ein schwär vrteil empfahen. Sagend aber hie die vfrüerischen Müntzerischen propheten / sömlichs sye geredt von frommen Fürsten vnd herren / vnnd nit von den bösen / welche man sölle zuo tod / als wüetende hund / schlahen: so werffend wir jnen für die wort deß heiligen apostels Petri / welcher vßtruckenlich spricht: Thuond yederman eer an / habend lieb die bruoderschafft / förchtend Gott / eerend den künig. Sind gehorsam aller menschlichen ordnung / von Gotts wägen / es sye dann dem künig / als dem obristen / oder den vögten oder amptleüten / als denen die (vom Herren) gesandt werdend / zur raach oder straaff der schadhafften übelthätern / zuo lob aber denen die rechts vnd guots thuond. Dann das ist der willen Gottes / daß jr mit recht vnd guots thuon / verstopffind der torechten vnd vnwüssenden menschen mund: vnd daß jr üch haltind als die freyen / vnd nit als die so die fryheit haben zum fürwort der buobery / sunder als Gottes diener. Die knecht syend vnderthon mit forcht jren herren / nit allein den guoten bescheidnen vnd früntlichen / sunder ouch den bösen harwen vnnd ruhen.

5          Vermanung an die herren.

5b       Widerlegung der Müntzerischen leer / belangend die gmeinsame der güetern / die volkommne gnuogthüeung vnsers Herren Christi / das vsser vnd war wort Gottes / oder die mundtlich Predig / vnd die Ee der vnglöubigen / ob es ein rechte Ee sye?   Cap.3.

Gmeinsame der güetern.

Wider die gottslesterig leer / das Christus nit vnsere gnuogthüeung sye.

6          Christus vnser Sündenbock.

Das Lamb Gottes ist Christus.

6b        Von dem waren wort Gottes.

Die gschrifft ist das wort Gottes.

7          Warumb das vsser wort verkleineret?

Gott bekeert durch das mittel sines worts ordenlich.

7b        Die Ee der vnglöubigen ist ein rechte eerliche Ee.

8                   Von dem fürgang vnnd zuonemmen deß angehebten Widertouffs / vnd insonders / wie etliche Töuffer zuo Zürych die absünderung vnnd den Widertouff angefangen / vnnd mit grosser vnruow vnder etliche gebracht habend.   Cap.4.

8b        Vfgang deß Widertouffs. zuo Zürich.

9          Der eigenrichtig nydig geist.

Absünderung vnd trennung gsuocht.

Die absünderung abgeschlagen.

9b        Verwerffung deß Kindertouffs vnd leer deß Widertouffs.

Zwyspalt vnd trennung.

Gespräch.

Widertouffen.

10        Vßschryen / Thuond buoß.

Erlich in gefängnuß gelegt.

10b     Wie ein offen fry Gespräch Zürych mit den Töufferen gehalten / vnd was daruff von einer eersamen oberkeit der Widertöuffer halb erkennt ward.   Cap.5.

Das vßschryben deß Gesprächs mit den Töufferen.

Artickel der disputation.

Presidenten deß Gesprächs.

11        Dz Gespräch.

Das gespräch gehalten vff dem Rathuß vnd in der kirchen.

Der Zwingli von einem Töuffer beschworen.

11b      Was nach gehaltner Disputation mit den Töuffern gehandlet.

Der Oberkeit zügnuß von gehaltner Disputation / vnd Mandat wider die Töuffer.

12        6.November 1525.

Der Widertöuffern vrhab vnd endtliches fürnemmen.

12b      Verbott deß Widertouffs.

12b     Was mit doctor Baltassarn / einem fürnemmen Widertöuffer / Zürych gehandelt worden / vnd wie die straaf der Widertöuffern geschöpfft sy.   Cap.6.

Doctor Baltassar zuo Waltzhuot.

D.Balthassar gefangen vnd fürgestelt.

13        Ob Zwingli in sinen gschrifften den Kindertouff verworffen habe?

D.Balthassars falscher widerruoff.

13b      D.Baltassar widerruofft recht.

Von der straff der Widertöufferen.

14        Verbott deß Widertouffs by lyb vnd läbens straaff.

14       Was zuo Basel vnnd zuo Bern mit vnnd wider die Töuffer sye gehandlet worden.   Cap.7.

14b      Was zuo Basel wider die Töuffer gehandlet sye.

Zuo Worms erhebt sich ouch der Widertouff.

15        Was zuo Bern sye gehandlet mit den Widertöufferen.

Die disputation mit Pfistermeyer.

Die disputation zuo Zofingen.

15b     Von der gemeinen leer / ouch von dem wäsen vnd vilfaltiger Zertrennung der Widertöuffern.   Cap.8.

Fürhin wil ich aber vff dz aller kürtzest / vnd mir müglich ist / anzeigen / in was leer gmeinlich ... vnd sunders / das ist / in was wunderbarer vnd vilfaltiger zertrennung vnd rottung die Widertöuffer mit der zyt geradten sind.

Der ersten Töuffern wäsen.

Von dem ersten anfang was es nun allermeist vmb die absünderung zethuon / damit sy ein abgeteilte kirchen hettind. Darumb welche sich in die absünderung begabend / dz sy wöltind abträtten von der Bäpstischen vnd Euangelischen / vnd überal von allen andern kirchen / vnd läben in dem nüwen Töuffer orden / welchen sy nanntend / die war Gott wolgefellig Christlich Kirch / die empfiengend die vorstender der Widertöuffern / durch vnd mit dem Widertouff in jre gmeind / zum zeichen der absünderung / zur buoß vnd besserung deß läbens. Vnd sömliche fuortend dannethin jr läben vnder einem schyn eines gar geistlichen wandels / ¦16¦ schultend übel den gyt / die hochfart / das schweeren / das wüest reden vnd vnzuchten der wält / das zuotrinken vnd frässen: vnd sagtend vil von dem töden deß alten menschens / usw. In summa / die glychßnery was groß vnd mannigfalt.

Widerwertigkeit der Töufferen.

Hernach ward von tag zuo tag durch die meerung (als sy sagtend) deß geists / von den brüedern / vil nüwerung vnd enderung vom himmel herabgesandt / angenommen. Dargegen sich doch andere erhuobend / die sömlichs / durch eroffnung jres geists / schultend / vnnd doch ouch etwas anders herfür brachtend / das den andern nit wol gefiel / vnnd von selben ouch verworffen ward. Dann es erging hie in allwäg den Widertöuffern / wie es pfligt denen ergon die ein mal ab der rechten straassen kommend / welche ye wyter sy kommen / vnd ye mer sy gond / ye wyter vnd mee sy verirrend. Als sy sich ouch vilfaltig vnd wyt von einandern getrennt / habend sy ouch einandern angehebt zuo bannen vnd verdammen / usw. Doch hat sich vß all den Töuffern ein völckli zuosamen gethon / die man mag General oder gemeine Töuffer nennen / darumb daß sy der gemeinen leer / welche die Töuffer gemeinsam gehebt / angehangt / vnnd noch merteils anhangend. Diser leer wäsen stadt in disen fürnemmen puncten.

16        Der gemeinen Töuffern leer oder artickel.

1.      Sy haltend sich selbs für die einig recht Gott wolgefellige Kirch vnd gmein Christi / vnd leerend / das die durch den Widertouff in dise jre gmeind vfgenommen sind / gar kein gmeinsamme haben söllind / weder mit den Euangelischen vnsern Christlichen / noch keinen andern

2. Dann vnsere Kirchen syend nit rechte Kirchen Christi / als wenig als der Bäpstleren vnnd anderer. Das wöllend sy dannethin der gstalt erwysen vnd war machen.

3. Jn jrer Kirch sye schynbare besserung / in den Euangelisch genannten Kirchen werde wol etwas deß Euangelij geprediget / aber da besser sich nieman / vnd sye alles volck vnbuoßfertig / verhafft in sünden vnd lastern. Da sich ye nit gebüre mit einem sömlichen vngelüterten volck gmeinsame zehaben.

4. Demnach sye mangel nit nun an dem gmeinen volck / sunder ouch an den Kirchendienern: als an jren personen / vnnd darzuo an jrem dienst.

5. An jren personen aber / daß sy die ding die Paulus von einem vorstender erforderet 1.Timoth.3. nit habend:

6. Daß sy das nit selbs thüeyend das sy ander leerend:

7. Daß sy ouch besoldung von pfrüenden empfahend / vnd nit arbeitend: ¦16b¦ vnnd deßhalben buchprediger syend.

8. Jtem es mangle seer vil an jrem dienst / der leer halben / vnd deß zuodienens der Sacramenten. Vnd namlich der leer halben / sye die angebunden an eines predig / da aber Paulus wölle / so dem sitzenden ein offnung beschähe / sölle der erst schwygen / vnd den sitzenden predigen lassen.

9. Die Prediger blybind nit allein by dem wort / sunder legind die gschrifft vß. Da aber die gschrifft nit sölle nach eines yeden besondern vßlegung vßgelegt werden.

10. Die Predigen der Predicanten syend ouch vil zuo ringferig: dann sy leerind / Christus habe für die sünd gnuog gethon: vnd der mensch werde fromb vor Gott durch den glouben / vnd nit durch die werck. Da man aber by diser bösen wält vil mee tryben sölte die guoten werck.

11. So lerind die Prediger / es sye dem menschen nit müglich das gsatzt zuo halten: da aber alle gschrifft heisse das gsatzt halten.

12. Die liebe / vß deren man alle güeter sölte gmein haben / werde nit recht von Predicanten geleert / als die fürgäbind / Der Christ möge wol eigen guot haben / vnnd rych syn: so doch die liebe vil mee alle ding mit den brüedern gemein habe.

13. Jtem / die Predicanten vermischlind Alt vnnd Nüw Testament vnder einandern / so doch das Alt Testament abgethon sye / vnnd by den Christen nüt mee gälte: darzuo die im Alten Testament die im Nüwen nüt mee angangind.

14. Es sye nit gwüß das die Predicanten sagind / die seelen farind richtig von dem lyblichen tod inn himmel: dann sy schlaafind biß an den Jüngsten tag.

15. Die Predicanten gäbind vil zuo der Oberkeit / deren doch die Christen nüt bedörffind / als die sich allein lydens versähind.

16. Es möge kein Christ ein Oberer syn.

17. Die Oberkeit sölle vnnd möge sich der Religion oder Gloubens sachen nüt annemmen.

18. Die Christen widerstandind keinem gwalt / darumb dörffind sy keiner Gerichten / vnd gebruche kein Christ die Grichte.

19. Die Christen tödind nit: jr straaff sye nit mit dem thurn vnd schwärdt / sunder allein mit dem vßschliessen.

20. Man sölle nieman zum glouben nöten mit einichem trang oder zwang / noch yemants von wägen deß Gloubens töden.

21. Christen weerind sich nit / darumb kriegind sy nit / gehorsammind ouch darin der Oberkeit nit.

17        22. Der Christen red sye ja ja / vnd nein nein / schweerind gar nit / darumb schweerind sy ouch keinen Eyd. Vnnd Eyd schweeren sye sünd vnd vnrecht.

23. Wyter mangle ouch den Predicanten an jrem dienst der Sacramenten: dann sy touffind die kinder. Da aber der Kindertouff vom Bapst vß dem Tüfel sye.

24. Der Widertouff aber sye der war Christlich Touff / als der zur buoß den bekennenden gäben werde / vnd denen die geleert vnd verstendig syend.

25. Die Predicanten machind kein sünderung / vnd trybind die sünder nit von dem Nachtmal / vnd gebruchind keinen Bann.

Vß all disen vnnd anderen der glychen vrsachen / müessind sich die Töuffer absünderen (als sy sprechend) von vns / vnnd könnind nit by vns blyben / sy wöltind dann mit vns befleckt vnd aller straaffen teilhafft werden. Deßhalben tringe sy jr eigne säligkeit / vnnd vermydung Göttlichs zorns / die höchste notturfft / eigne vnd abgesünderte Kirchen anzerichten / vnd darob / was jnen Gott zuo lyden gibt / lyden.

Ordnung dises Buochs.

Vnd hie wäre es yetz an dem / dz ich alle vnd yede dise stuck mit heiliger gschrifft vnd guoten gründen der warheit erlüterte / widerleite vnd umbkarte / wo ich nit vor in minem fürnemmen lieber wölte fürfaren / vnd die vorangezognen Secten vnd Special oder besonder Töuffereyen einandren nach erzellen / vnd etlicher maß wo es am notwendigisten ist / widerlegen / vnnd demnach erst widerumb an die gemeinen Töuffer kommen: vnnd jnen von Artickel zuo Artickel / wie die selben grad yetz erzelt sind / antworten / vnnd darby ouch jre gründ / doch nit alle / sunder nun die besten verhören / vnd wie vest sy syend / ergründen.

17       Von den Apostolischen Töufferen / jrem irrthumb / vnnd widerlegung oder verwerffung deß selben / Cap.9.

Die Secten der Widertöufferen manigfalt.

Vnd hie vermeinend etliche / daß es nit müglich sye dz man ordenlich alle der Widertöufferen vnderscheid / widerwertig meinungen / vnd schädliche greüwliche Secten oder rottungen erzellen möge: wie es dann an jm selbs war ist / daß jren wenig funden werdend die miteinanderern einhellig syend / vnd nit ein yeder sin besondere geheimnuß / das ist fantasy / habe. Darumb will ich mich ouch hie nit vnderston alle jre Secten vnnd yetliches lätzkopffs ¦17b¦ spintisy eigentlich nach der lenge abzemalen: dann es mir nit nun vnmüglich / sonder dem Läser vil zuo beschwärlich wäre. Da so wil ich nun etliche fürnemme vnnd bekannte rotten / wie die ouch von anderen etlicher maß in gschrifft gefasset sind / vnd nachmalen mundtlich vnnd warlich angäben vnnd verkundtschafftet werdend / darzuo heyter am tag ligend / herfür stellen.

Apostolische Töuffer.

Vnd zum vorderisten stellend wir nach den gemeinen / vnder den besondern Töufferen / die sich nannten Apostolische / frylich von Apostlen vnd der Apostolischen kirchen har / deren sy sich glych machen woltend.

1. Dise sahend vff den blossen buochstaben der geschrifft. Darumb zugend sy in den landen herumb / one stab / schuoch / täschen vnnd gält / ruomptend hoch jren himmelischen beruoff zum predigtamt.

2. Vnd diewyl der Herr gesagt hat / Was üch in das or gerunet ist / das kündend vß vff den tächern: stigend sy vff die tächer / vnd predigetend von den tächern härab.

3. Sy wuoschend ouch einandren die füeß /

4. sagtend / mit den kindern müeßte man zuo kinderen werden / vnd staltend sich deßhalben kindtlich / das ist närrisch genuog.

5. Jtem diewyl der Herr sagt / Welcher nit verlasse huß vnd heim / vnd was er habe / der möge nit sin jünger syn: so verliessend sy wyb vnd kind / huß vnd gwärb / strichend im land härumb / lagend vff den brüedern / vnd frassend sy vß. Welche sy dann ouch selbs / als beschwärlich bygenthrän / verbannetend.

6. So tribend sy ernstlich die leer / daß niemants nüt eigens haben möge / vnd sölle alle hab vnd guot gemein syn / dann keiner möge ein Christ vnd rych syn. Vnd hie habend sy in der gmeinsame nit glyche meinungen gehebt. Dann etliche warend nüwe Barfoter / das ist Franziscaner münchen gelych / welche es für sünd hieltend / mit gält vmbgon / oder eigens haben. Die andern achtetend es nit für sünd / doch daß der eigen guot hat / jm selbs allein sömlichs nit behalte / sunder es vßteile / vnd nieman der brüedern / so ferr es gelangen mag / mangel haben lassen. An etlichen orten als in Merhern / habend sy (als man sagt) schaffner gehebt / vnnd einen gemeinen bruchseckel. Sind aber ouch nit lang mit einandern eins bliben. Sy all sind bereit vnd gerüst schnäll einanderen dem Tüfel zuo schencken oder zuo verbannen / usw.

Widerwysung der Apostolischen Töufferen.

18        Wie den Apostlen verbotten täschen / schuoch vnd stab / usw.

Vff den tächeren predigen. 2

18b      Fuoßwäschen. 3

Den Kindern glych werden. 4

Verlassen huß vnd heim / wyb vnd kind. 5

19b      Rych syn vnd eigens haben.

Die rychthumb hat jr gfaar. Matth.13.vnd 19.

20       Von den abgescheidnen von der wält vnd gar geistlichen Töuffern / jrem irrthumb / vnnd widerlegung oder verwerffung deß selben.   Cap.10.

Abgescheidne geistliche Töuffer.

Demnach sind etliche Töuffer gewesen / welche man nennen mag die abgescheidnen von der wält / vnnd gar geistliche Töuffer / mit welchen die gemeine Töuffer noch vil glychs vnnd gemeins habend. Dise wöllend nüt gmeins noch glychs haben mit der wält.

1. Darumb daß geschriben stadt (Rom.12) / Jr söllend nit glychförmig werden der wält.

2. Deß machend sy (glych als ein nüwer Münchsorden) Reglen von kleydern / woruß / welcher form vnnd gestalt / vnnd wie lang / wyt oder groß sy syn söllind. Hiemit verwerffend sy alle kostliche kleidung vnnd zierd: nennend alle die Heyden / die sich diser wältlichen dingen gebruchend.

3. Sy gäbend ouch Reglen von ässen / trincken / schlaaffen oder ruowen / stond vnnd gon.

4. Wo sy dann yemants sähend lachen oder frölich syn / schryend sy vß dem Euangelio / Wee üch die jr yetz lachend / dann jr werdend bald weynen vnnd hülen. Da sünfftzend sy düff / vnd sind trurig / vnnd nun gar trümpig.

5. Also schühend sy alle hochzyt / zamenkummnussen / fröudenmal / gesang vnnd seytenspil.

6. Darzuo verwerffend sy pündtnussen / vnnd daß man geweer oder waaffen an etlichen orten treit.

Was da sye sich nit glychförmig der wält machen. 1

20b      Von dem fryen bruch der kleidung. 2

21        Yemants ein Heyden schälten.

Von dem fryen bruch der spyß vnd deß trancks. 3

21b      Ruowen.

Von den fröuden vnd lachen. 4

22        Von den hochzyten / fröudenmalen vnd seitenspyl. 5

22b      Die zyt zuo truren.

Fröuden vnd gastmal / schenkinen.

Von pündtnussen.

23                Tägen tragen.

Man sagt / vnd ist ouch vil vnnd dick waar / Ein schwärdt behalt  das ander in der scheid.

23       Von den heiligen reinen vnsündigen Touffbrüedern / jrem irrthumb / vnd widerlegung oder verwerffung deß selben.   Cap.11.

23b      Heilige vnsündige Töuffer.

Die vierdte der Töufferen Sect ist der heiligen / reinen vnsündigen Touffbrüedern / mit welchen ouch etlicher maß die gmeinen Töuffer leichend.

1. Diser leer vnd meinung ist / diewyl der heilig Johannes heyter vnd klar geschriben habe / Ein yeder der in jm blybt der sündet nit. Wär sünd thuot ist vß dem Tüfel / 1.Joan.3.

2. So dann ouch Paulus sage / Christus hat jm ein Kirchen zuogestelt / die weder fläcken noch runtzlen / oder etwas derglychen habe / sonder die heilig vnd vnsträflich sye / usw. Vnd aber sy die Touffbrüeder glider sömlicher Kirchen syend / die in Christo blybind / so sygind sy ouch one sünd vnd gar rein.

3. Darumb sind etliche diser Sect funden worden / welche das stuck in dem Vatter vnser / Vnd vergib vns vnsere schulden / wie wir vergäbend vnsern schuldneren / vßliessend / vnd nit mer bättetend / als die reinen / die keines vergäbens oder verzyhend der schulden oder sünden mer bedörfftind.

4. Vß dem selben grund vermeintend sy jnen weder nütz noch notwendig syn / daß die glöubigen mer für sy bättind.

5. Dise hieltend ouch nüt von der Erbsünd / vermeintend die kinder wärend one sünd / rein / vnd bedörfftend deßhalb keines touffens. /  usw.

Alte böse secten ernüweret.

Wie Johannes sage / daß der glöubig nit sünde. 1

24        Wie die vnglöubigen oder glöubigen sündind.

24b      Zum tod vnd nit zum tod sünden.

Wie by Paulo die kirch one fläcken seye. 2

25        Wie wir rein vnd dennocht sünder syend. Joan.13

Die heiligen habend sich nie gerüempt / daß sy one sünd syend.

25b      Das Vatter vnser nit mer bätten. 3

26        Die fürbitt der glöubigen verachten. 4

Dz die Erbsünd in den kinden sye / vnd sünd sye. 5

26b      Zwingli verlougnet nit die Erbsünd.

1529.

1530.

27        Die kinder touffen.

27       Von den Stillschwygenden Brüedern / vnd Bättenden Gottgelaßnen Töuffern / jrem irrthumb / vnd widerlegung oder verwerffung deß selben.   Cap.12.

Stillschwygende brüeder.

Die Stillschwygenden Brüeder wöllend wir in das fünffte glid der Töuffer ordnung stellen.

1. Die hieltend styff / es bedörffte keines predigens mer. Dann die thür sye beschlossen / vnd sye yetz die arge zyt von deren Paulus sagt / in deren man schwygen sölle.

2. Es sye ouch die wält nit wärt daß sy höre das heilig Göttlich wort /

3. vnnd das warhafft Euangelium Christi.

4. So man sy etwas fraget / ouch von der Religion wägen / schwygend sy still / vnnd gäbend keinen bescheid.

Fantästisch stillschwygen.

Das Euangelium soll zuo allen zyten gepredigt werden.

27b      Diewyl böse zyten sind / sol man fürsichtig syn. 2

Die wält ist der warheit nit wärt / aber wol notwendig. 3

28        Christen söllend antworten / vnd besonders vmb jren glouben rächnung gäben. 4

28        Die Bättenden Töuffer.

Disen Stillschwygenden brüederen wil ich yetz zuostellen die 6. rott der Widertöufferen / die Bättenden Gottgelaßnen Töuffer / welche schier nüt anders thattend dann bätten.

1. Dann sy hieltend es darfür / daß sy Gott angenäm werend von jres wercks / das ist von des gebätts wägen.

2. Sy vermeintend allem bösen mit dem gebätt zuo entrünnen: lartend deßhalben allem bösem || mit vnd durch das gebätt widerston:

28b      3. ja namend ouch hin vnnd wäg die mittel / damit die jren an Gott / als sy redtend / gelassen ston blybind.

4. Vnd von disem Gottgelassen ston tandtend sy vil / das sy selbs zuo letsten nit wol wüssend / was sy gesagt habend / oder woran sy sind / vnd was das Gottgelassen ston sye / usw.

Die Bätter ein alte sect. 1

Wie man one vfhören bätte. Luc.18.

Ob man allem bösen mit dem gebätt weeren möge. 2

29                Die mittel von Gott geordnet sol man nit vnderlassen. 3

30                Phrasis Anabaptistica.

An Gott gelassen ston. 4

30        Rachab gebrucht die mittel.

Das ander Buoch wider die Widertöuffer

30       Von den verzuckten Brüedern / irem irrthumb / vnd widerlegung oder verwerffung deß selben.   Cap.1.

Verzuckte Brüeder / Enthusiastae.

Die sibend Sect der Widertöuffern / ist die Sect der Stünigen vnnd verzuckten Brüedern / welche sunst ouch genennt werdend Enthusiastae vnd Extatici: deren was in dem anfang der Töuffery nit wenig.

1.   Sy ruomtend sich hoch deß geists / der so krefftig in jnen wurckte / dz sy von jnen selbs kämind / verzuckt wurdind / vnd fürträffenliche himmelische offnungen vnd geheimnussen sähind. Wenn dann die zyt der würckung deß geists vorhanden was / entsatzten sy sich in jrem angesicht / namend an sich schützliche gebärden / fielend darnider zuo der erden / lagend da den todten glych: vnd das ein guote zyt lang: etwan erzitteret jr gantzer lyb schützlich / etwan lagend sy geraget wie die blöcher. Wenn sy dann erwachetend von jrem verzuckten schlaaff vnd troum / huobend sy an zellen wunderbare gesichten / was jnen der geyst hette geoffenbaret / vnnd was sy gesähen hettind in yener wält. Da warend sy denn bericht / daß der Widertouff grecht vnd vß Gott / der Kindertouff aber vß dem Tüfel vnd vnrecht was. Der hatt den Zwingli in der hell gesähen. Der ander hatt gehört / wie alle die von Gott verstossen wärind / die den Widertouff widerfächtend.

Es ist deß vatters will.

Jr aller gemeine red was / Es ist deß vatters will / Der vatter hats geheissen / oder geredt / usw. Die gemein eroffnung aber jrer aller / oder merteils / was die / daß der tag deß Herren vorhanden wäre.

Der tag deß Herren kumpt.

Etliche warend so fräfen daß sy fry zyt vnd tag bestimmtend wenn der tag des Herrn käme. Die lüffend dann / den touben lüten glych / herumb / vnd schrüwend vff den gassen / Der tag deß Herren / Der tag deß Herren / Wir verkündend üch den tag deß Herren / usw.

Das verzucken viler schwärer irrthummen stiffterin.

Sölichs alles ist mer ein stünige touber schülen / vnd ein wüetery gar nach besäßner / dann vernünfftiger nüchterner vnd bescheidner rechtsinniger lüten. Gott vnser Herr hat vns sin heilig ¦30b¦ geschriben wort gäben / vß welchem wir alle ding richten / vnd alles was vns zuo dem heyl zuo wüssen notwendig ist / lernen söllend / vnd hat vns überal nienan zuo sömlichen verzuckungen / sömlicher grüwlicher vnd schützlicher lüten gewisen / daß wir von jnen lernen vnd jren melancholischen gesichten / oder selbs erdachten tröumen vnd fantasien / oder angenommner schalckheit glouben söllind.

30b      Machomet der Araber.

Wenn der tag deß Herren komme. 2

Andreas Osiander.

31        Ein wunderbare geschicht zuo Amsterdamm beschähen.

31b      Der mensch sol sich bedecken.

Ein grusamme geschicht zuo St.Gallen fürgangen.

32        D.Joachimus Vadianus.

32b     Von den Fryen brüederen / jrem schwären irrthumb / vnd widerlegung oder verwerffung deß selben.   Cap.2.

Die Fryen Töuffer die groben brüeder.

Die Fryen brüeder / welche fast von den anderen Töufferen allen / die groben wüesten brüeder genennt vnd darzuo verbannet vnd verworffen werdend / machend hie die achtend Sect in dem Töufferorden: deren wurdend ouch von anfang der Töuffery / nit wenig hin vnnd har / besonders in dem Oberland / funden.

1. Dise Töuffer verstuondend die Christenlich fryheit fleischlich.

2. Dann sy woltend von allen gsatzten fry sy: diewyl doch Christus sy ledig vnd fry gemacht hette.

3. Darumb vermeintend sy ouch / sy wärind von rächts wägen / weder zins noch zähenden / ouch die pflicht oder schulden der knächtschafft oder lybeigenschafft fürhin zuo bezalen vnd zleisten nit schuldig. Etliche aber die etwas bescheidner syn woltend / lartend / ob man glych die die ding von rächts wägen nit schuldig wäre / sölte man es dennocht den Heyden bezalen / daß sy kein klag hettind / vnd die leer nit lestertind. Doch sölte kein lybeigenschafft vnder den Christen mer syn.

4. Ettliche diser Fryen brüederen / das ist der verzwyfleten öden buoben / beredtend lychtferige wyber / daß es jnen nit müglich wäre sälig zuo werden / sy schluogind jr eer dann in ein schantz.

5. Vnd mißbruchtend hierzuo / nit one gotteslesterung / deß Herren wort / So yemants nit verschatzte vnd verlure alles daß / das er lieb hette / möchte er nit sälig werden.

6. Jtem / Man müesse vmb Christi willen allerley schmach vnd schand lyden.

7. Diewyl dann ouch Christus geredt habe / die publicanen vnd huoren werdind im himmelrych den grächtlern vorgon / so söllend die wyber zuo huoren werden / vnnd jr eer verschetzen / so werdind sy im himmelrych grösser syn dann die frommen wyber / usw.

8. Andere machten es etwas subtyler. Dann wie sy larten alle ding gmein haben / also ouch die wyber.

9. So sprachend etliche / Nach dem sy widertoufft wärind / wärind sy widergeboren / vnd köntind nit sünden / das fleisch köndte vnd möchte allein sünden. Vnd beschach vnder sömlichem falschen schyn vnd erlognem fürgäben / deß öden gedichts / groß schand vnd üppigkeit.

10. Da sy erst über das alles sagen gedorfftend / Es were also des vatters will.

11. Vnd hie sind vnder vilen üppigen buoben ent ¦32b¦ standen die geistlichen Een. Dann die wyber beredt wurdend / sy sündetind schwärlich mit jren eemannen / die noch Heyden / diewyl sy nit widertoufft wärind: mit jnen aber den Töufferen / sündeten sy nit / diewyl zwüschend jnen ein geistliche Ee wäre / usw.

33        Grewel dises wüesten irrthumbs.

Von der Christenlichen fryheit einfalter bericht. 1

Vnd also sind wir der sünd ledig vnd fry worden: nit daß sy nit || mer in vns sye / sonder / wie erst gemäldet ist / dz sy vns nit zum tod verrächnet werde.

33b      Nit der sünd / sonder Gott dienen.

Wie wir von dem gsatzt fry vnd ledig sygind. 2

34        Wie man fry sye von satzungen.

Von rechter schuld der zinsen vnd zähenden. 3

35        Von der lybeigenschafft. 4

35b      Nach der fryheit stellen.

35b     Wytere antwort vff der Fryen Töufferen schandtliche vnd grewliche irrthumb vnd verfüerung.   Cap.3.

Sin wyb vnd kind vnd alles hassen. 5

Vmb Christi willen schmach vnd schand lyden. 6

36        Wie die huoren den grächtleren vorgangind im himmelrych. 7

Die wyber nit gemein. 8

36b      Nach empfangnem Widertouff nit mer sünden. 9

Es ist des vatters will. 10

37        Von den geistlichen Een der Töufferen. 11

37b     Von einem anderen geschlächt der fryen Töuffern / vnd jrem irrthumb / vnd widerlegung oder verwerffung deß selben.   Cap.4.

Andere frye Töuffer.

Es sind noch andere frye Brüeder / welche vns das nündte glid in diser Töuffischen ordnung stellend / die selben sind aber nit so grob wie die vorigen / aber doch grosse glychßner / zärtling / vnd in der gantzen Religion lychtferig vnd vnbeständig: werden deßhalben von anderen Töufferen in merteil jrer leer verbannet vnd verschupfft.

1. Dann sy hieltend der Kindertouff / die Oberkeit vnd der Eyd wärind frye mittel ding / als deren sich der glöubig gebruchen möchte / oder nit / weders er wölte.

2. Die predig deß Göttlichen worts liessend sy vnder jnen abgon: dann die offen predig sampt dem kilchgang achtetend sy nüt / oder niener für. Sagtend / es stüende geschriben / wir müeßtind alle von Gott geleert werden / vnd dörfftind nit dz vns yemants mer larte.

3. Also achtetend sy ouch die Sacramenta den glöubigen überflüssig / oder ioch gar weder nütz noch notwendig syn. Dann so der glöubig den geist vnd das habe das mit den vsseren zeichen bezüget vnd angebildet wirt / mögind jm die vsseren zeichen nüt mer gäben / dann er vor habe / vnd bedörfe also der Sacramenten nüt.

4. Sy hieltend ouch es wäre fry den glouben bekennen oder nit bekennen / ye nach gelägenheit der sachen. Dann so grosse gfaar vor handen sye / möge der glöubig sich wol ducken vnd schwygen.

5. Vnd so einer die warheit im hertzen habe / sye es gnuog vor Gott / ob er glych wol vsserlich vor den menschen das widerspyl thüeye.

6. Dann der mensch sölle vnd müesse sich nit in marter vnd todts not begäben von deß gloubens wägen.

7. Diewyl Gott nüt grösser werde durch vnser lyden /

8. noch vnsers todts begäre /

9. oder wölle dz wir wyb vnd kind verlassind.

37b/38             10. Darumb möge ein yetlicher vmb friden / ruow vnd wolstandts willen sich ye nach gstalt der sachen vnd zyten / denen ¦38¦ lüten in der vsseren Religion / glychförmig machen / zuo denen er ye kumpt / vnd vnter denen er läbt oder wonet. Welcher meinung ouch gewesen ist der groß gottslesterer Dauid Görg / usw.

Vil lüten dieser zyten sind in dieser Sect.

Keinen glouben haben ist yetz gemein.

Dann alle frye Töuffer / vnd alle die jnen in gedachten articklen gehällend / habend zwaren gar keinen glouben / sind weder Christen noch Papisten / noch einiches andern gloubens gnoß / sonder sy sind glychßner vnd lugner / lychtferige vnd öde lüt / als die / nach dem sy ye by lüten sind / deß gloubens sich syn glychßnend / desse die sind by denen sy sind.

Der Kindertouff / Oberkeit / vnd Eyd nit also fry dz mans vnderlassen möge.

Der Kindertouff / die Oberkeit sampt dem Eyd / sind nit also mittel vnd frye ding / dz sy in vnserem gwalt standind sy zuo thuon oder zuo lassen. ...

38b      Wie die glöubigen keiner leer mer bedörffind.

Die vsser leer sol vmb der inneren willen nit abgethon werden.

Von dem kilchgang der glöubigen.

Mit dem kilchgang bezügend vnnd bekennend wir vnsern glouben / wir bewysend Gott damit sin eer / vnnd dienend jm mit denen dingen / die er bezüget hat jm gefellig syn. Dann in dem kilchgang wirt nit nun gehört die predig göttlichs wort / ¦39¦ sonder da bättet man ouch an / da bekennt vnd bychtet man Gott die Sünd / da bekennt vnnd verjycht man offentlich den waren glouben / da rüefft man Gott an vmb alles anligen / bittet für yederman / vnd dancket Gott vmb sine guotthaten / da stürt man ouch den armen dürfftigen / da gebrucht man die heiligen Gottes Sacrament. Jn summa da üebt / pflantzt vnd nert man den waren glouben / vnnd stellend sich die glöubigen offentlich für mengklichen / vnd zügend mit dem kilchgang jren glouben.

39        Den kilchgang verlassen vnd verachten.

Die kilchgäng alt / vnd von allen Gottes dienern gebrucht.

39b     Wytere antwort vff der Fryen vnd anderer Töufferen irrthumb / belangend die heiligen Sacrament / vnd das glychßnen oder verschwygen / das bekennen oder verjähen des gloubens.   Cap.5.

Die Sacrament sind nit überflüssig vnd vnnütz. 3

Die den glouben vnd geist gehebt / habend nüt destminder die Sacrament gebrucht.

40        Messalianer.

Die Sacrament vernütet vnd abgethon.

40b      Das brot deß Herren Nachtmals ist nit nun schlächt brot.

Das lyblich ässen deß lybs Christi.

41        Das geistlich ässen vnd trincken deß lybs vnd bluots Christi.

Christus spyßt vns geistlich.

Wir ässend die spyß mit dem glouben.

41b      Wie wir im Nachtmal Christi ässind.

Das bekennen deß gloubens gebotten vnd nit fry. 4

Es ist nit gnuog den glouben im hertzen behalten on die bekanntnuß. 5

42        Helchesaiter.

Der glöubig sol sich in gefaar vnd tod begäben. 6

Gott wirt geprisen mit dem lyden siner glöubigen. 7

Gott will nit deß menschen tod / wie? 8

42b      Wyb vnd kind verlassen.

Wider das schandtlich lügen vnd glychßnen. 10

42b     Von den Huotischen brüederen / irem irrthumb / vnd widerlegung oder verwerffung deß selben.   Cap.6.

Die Huotischen brüeder.

Die zähend Widertöuffisch rott / ist der Huotischen brüederen: die also sind genennt worden / von einem / der Johans Huot hieß / vnd in sinem kyb vnd irrthumb / in der gefängknuß abgestorben ist.

1. Diser Johans Huot hielt / daß sine jm anhangende Widertöuffer / das lyblich ¦43¦ Jsrael wärind / vnd müeßtind mit dem schwärdt alle gottlosen Chananiter vßrüten. Der Herr aber wurde jnen die zyt / in deren sy söllichs thuon sölltind / offnen /

2. Dise Huotischen giengend ouch gern mit gesichten vnnd tröumen vmb: alle jre gesichten warend hewsch vnd grüsenlich. Dann sy sagtend nun von grewlichen sachen / die sy gesähen hettind / welche Gott mit der wält handlen wölte.

3. So gwüß aber was es by jnen / daß yetzund der letste tag / als gägenwirtig wär / daß etlich jren / jr haab vnd guot verthatend / der achtung / sy wurdind nit wol mögen mit jrem güettle grächt werden / wurdind ja das kurtz zytle guots gnuog haben.

4.   Etlich jren sind mit der zyt den willig armen / garnach / glych worden. Doch habend sy nit jnen selber / sonder den brüederen (als sy sagtend) vnd schwösteren gesamlet / doch jren selbs in dem vßteilen nit vergässen / usw.

43        Wir sind das geistlich Jsrael der lyblich ist abgethon. 1

44        Grüsenliche gesichten vnd offnungen der Töufferen. 2

Vff den Jüngsten tag vfrumen das nüt überblybe. 3

Wider die willig oder glychßnere armuot. 4

44       Von den Augustiner Brüedern / jren vnd jres gelychen irrthumb / vnd widerlegung oder verwerffung deß selben.   Cap.7.

Augustiner Touffbrüeder.

An die einlifte statt der Widertöuffischen Secten oder rotten / setzen ich yetzund die Augustiner Touffbrüeder / welche also sind genannt worden von einem Töuffer der Augustin hieß / vnd vß Behem was. Der was dem Huoten nit vnglych mit tröumen vnd mit gesichten / wie dann dise lüt in dem gantzen Orden gar gern mit nüt vnd ytelen fantasyen vmbgond / vnd vil lieber den tröumen dann ¦44b¦ dem geschribnen wort Gottes losend: darumb jnen ouch recht beschicht / daß sy in jren tröumen versinckend vnnd erstickend.

1. Doch hattend dise Augustiner jr besonderbare opinion oder meinung / das den menschen noch malen der himmel verschlossen / vnnd noch nit vfgethon wäre / sonder biß an den Jüngsten tag beschlossen blybe.

2. Denen nit vnglych die sind / die da gehalten habend / da sye noch kein heilig im himmel / vnd kein gottloser in der hell / sonder ein yeder werde verwaret an sinem gewüssen bestimpten ort / da man nochmalen nit wüssen möge wo.

3. Etliche sprechend es denn vß / vnd benamsend das ort / da sy mittler zyt biß an den Jüngsten tag syend / die glöubigen in Gott / die vnglöubigen aber in dem Tüfel: an dem Jüngsten tag aber werdind die glöubigen erst in himmel kommen / vnd die vnglöubigen in die hell.

Sich hier zuo frommer glöubiger / wie doch gedachte Töuffer mit jren fantasyen so wyt hinder kommend / daß sy also gestäckend in so gar grüwlichem vnglouben / vnd nit mer wüsend / ob sy sälig oder verloren werdind / wo doch himmel vnd hell sye / oder ob die heiligen im himmel syend / oder die vnglöubigen in der hell. Es gadt aber gern also all denen die sich von dem klaren wort Gottes lassend / vnd den gesichten vnd tröumen losend.

44b      Wie die alten vätter die verheissung nit empfangen habind.

45        Dz der himmel den glöubigen vfgeschlossen sye. 1

45b      Die heiligen sind im himmel / die gottlosen in der hell. 2

46        3

46       Von den Münsterischen vnd Niderlendischen harrschlichen oder herrlichen Widertöufferen / vnd jren grewlichen vfruoren.   Cap.8.

Münsterische vnd herrliche Töuffer.

Die zwölffte Sect deß Widertöuffischen ordens / machend vns hie die Münsterischen vnd Niderländische Töuffer / welche wir wol nennen mögend die harrschlichen oder herrlichen Widertöuffer. Dann bißhar habend sich merteils alle Töuffer / vnd die zuo Münster anfangs selbs / gedemüetiget / sind nit harrschlich oder herrlich / sonder gar niderträchtig vnd schlächter dingen gewesen / ja sy habend geschruwen vnd gestritten wider alle hochheit / pracht vnd herrligkeit / wider den gwalt / wider das schwärdt vnd Oberkeit: das zytlich guot vnd zytlicher eer (also thatend sy der glychen) stanck sy an: da hort man nüt / dann von töden / deß alten menschens / vnd von ernüwerung deß geists / ouch von einem abgesündereten vnd Gottgelaßnem läben: die wält / vnd alles was in der wält ist / was jnen gnodt vnd gar erleidet: was aber jnen mithinzuo im hertzen verborgen gestäckt / das weißt der allein / der die hertzen ergründet: es ist aber warlich fast übel zuo ¦46b¦ besorgen / es sye inen merteils / ouch in den allergeistlichisten Töufferen gestäckt / das hernach vnd yetz in den Münsterischen vnd Niderländischen Töufferen gar wüest vßgebrochen ist / vnd dz sy merteils vnder dem schyn vnd fürwelben der ernüwerung deß geists / ein nüw herrlich rych / darinn sy nach jrem wunsch vnd gefallen herr vnd meister syend / gesuocht habind.

46b      Worzuo die Münsterische history diene.

Vnnd hat vngezwyflet der trüw güetig Gott / durch disen Münsterischen handel / aller wält / vnnd insonders sinen vßerwelten / wöllen entdecken den grossen betruglichen falsch / vnd was doch hinder dem Widertouff heimlich verborgen stäcke: ja Gott hat wöllen die ougen vfthuon allen dieneren deß worts / deßglych allen Fürsten vnd Oberkeiten / daß sy geflißner wachind wider dise zuckende heimliche arglistige wölff / vnd by zyten / mit rächter vorbetrachtung / den bösen sachen fürkommind / damit nit hernach / wenn die Widertöuffer gnuogsam gefasset vnnd gerüst / sy jrer vntrüw vnd falschen geistligkeit / die in der warheit (als man in diser Münsterischen history erfaren wirt) ist ein grosse grusamkeit / innen werden müessind / gar nach mit vnwiderbringklichem schaden / an seel / eer / lyb vnd guot. Da so wil ich yetz vffs kürtzist erzellen / was sich mit den Widertöufferen zuo Münster vnd in dem Niderland zuotragen vnd erloffen hat. .....

Das Euangelium zuo Münster geprediget / vnd angenommen.

47        Widertöuffer kommend gen Münster.

Johann von Leyden.

Vor disem hat Heinrich Roll die ersten gründ des Widertouffs gelegt.

47b      Vnruow zuo Münster von des Touffs wägen.

Gespräch mit den Töufferen.

48        Die Widertöuffer findend das schwärdt.

Die Widertöuffer sterckend sich.

Der Widertöuffer frävler gewalt.

48b      Die Widertöuffer jagend die von Münster zuor Statt vß.

Münster belägeret.

Erlüterung vnd rechter bruch dieser histori.

49        Nit alle Töuffer den Münsterischen glych.

49       Es werffend sich etliche falsche propheten vf in Münster / handlend grusam / schendend die Ee / machend ein Schnyder zum künig / der trybt mer dann künigklichen pracht.   Cap.9.

Die Müntzerischen propheten thuond sich zuo Münster herfür.

Grusamme.

49b      Johan von Leyden thuot sich herfür.

Liß hieuor im 2.Buoch das 1.cap.

12. alte regenten gesetzt.

Die Ee geschendt / vnd vil wyber einem mann erloubt.

Grusamme.

50        Die heiligen Patriarchen habend vil wyber gehebt / wie?

Der prophet macht Johan von Leyden zum künig.

50b      Beschrybung deß künigklichen prachts Johan von Leyden.

51        Erlüterung des künigklichen prachts.

Das buoch der restitution.

51       Wie der künig vß Münster 28. Predicanten vßsendt / etliche ouch in Frießland vnd Holland schickt / durch die grosse vflöuff erweckt werdend.   Cap.10.

Der künig haltet mit der gemeind ein mal.

51b      Predicanten werdend vßgesandt von Münster.

Was die Prediger in den stetten geprediget habind.

52        Etlich verstond das von einem andern Dauid. Doch hat jm David Görg grössers zuogemässen / daruon hernach im 14.capitel.

Betrug vnd falsch der Widertöuffer.

Nüwe anläß zuo grossen schädlichen vfrüeren.

Vfruor in Frießland.

52b      Ein grosse vfruor zuo Amsterdamm in Holland.

53        Vfruor vnd künig über das Rych Jsraels.

Wie gar schädlich die Töufferey.

53       Wie der Töuffer künig sine Widertöuffer wunderbarlich betrogen / vnnd in grosses leyd yngefüert habe / die Statt Münster yngenommen / das volck erschlagen / er gefangen vnnd ouch getödt worden sye.   Cap.11.

Grosser hunger in Münster.

Der künig erwelt jm 12. Hertzogen.

Der künig ertödt eine siner wyberen.

54        Grosser betrug deß künigs.

Die Statt Münster yngenommen / vnd der künig gefangen vnd getödt.

54b      Christus will nit daß wir vff erden suochind ein lyblich rych Christi.

55        Dz rych Christi ist syn kirch.

55       Von den grüwenlichen Töuffern / jren gottslesterischen irrthummen / vnd widerlegung oder verwerffung deß selben.   Cap.12.

55b      Grüwenliche Töuffer.

An die 13. vnd letste statt der Widertöufferischen rottung wil ich fürhin ein andern nach setzen / etliche der grüwenlichen Töuffern. Die fryen vnd Münsterische Töuffer möchte yemants ouch wol also nennen: die nachuolgenden aber nennen ich füruß grüwenlich / darumb daß sy mit grüwenlicher gottslesterung ouch die fürnemmen artickel vnsers heiligen / waren / vngezwyfleten Christenlichen gloubens angriffen mit schryben vnd predigen / vnd die selben grüsenlich habend gedören lestern vnd schenden.

Michel Serueto Hispanier.

Den ersten vnd vorderisten platz behalt billich inn Michael Seruet / ein Hispanier vß Arragonia / welchen ein Eersamer Radt zuo Genff / nach erfarung vnd forderung der vrteilen viler Christlichen stetten vnd Kirchen / vmb sin vnerhört / grüwenlich vnd beharrlich gottslesterung mit dem fhür gericht hat. Diser Seruet hat vil jar sin Gottslesterung vßgegossen in allen landen / mit schryben / predigen vnd trucken / vnd zuo letst mit einem lasterlichen Buoch Restitutio Christianismi (hiesse billicher Abolitio Christianismi) genennt. Darinn hat er grüwenliche irrthumb vnnd lesterungen wider merteils artickel deß heiligen Christenlichen gloubens vßgossen /

1. vnd insonders die heiligen vnerforschlichen Dryfaltigkeit gelesteret /

2.   vnd die waren Gottheit deß Herren Jesu Christi verlöugnet; vnd vil vnerhört artickel vff die ban gebracht / vnnd in vngottsförchtig zwyfelhafft vnglöubig lüt gepflantzet: vnnd das alles one grund der warheit / vnnd mit vnuerschamptem fräfel / ouch mit wunderbarer schandtlicher verkeerung der heiligen Göttlichen gschrifft. Vnd in disem grüwenlichen irrthumb vnd lesterung wider die heiligen Dryfaltigkeit vnd ware Gottheit vnsers Herren Christi / hat er mitstimmer / die alten verdampten Kätzer / Praxeam / Samosatenum / Arium / vnnd andere mer / darzuo alle Juden vnnd Türcken / ouch zuo vnseren zyten etliche fürnemme geleerten vnd füerer der Widertöuffern / usw. 

Gar nüt annemmen wider die artickel deß Christlichen gloubens. 1

56        Gott einig in sinem wäsen.

Gott dryfalt in personen.

Nun ein einiger Gott / vnd nit dry götter.

56b      Vnser Herr Christus wirt nit nun genennt / sonder ist ouch wäsenlich der Sun Gottes.

Christus ist warhaffter ewiger Gott.

57b      Seruetus verwirfft den Kindertouff.

57b     Wider Melchior Hofmans grüwenliche irrthumb.   Cap.13.

Melchior Hofman.

Den anderen platz der grüwenlichen Töufferen nimpt yetz billich yn Melchior Hofman. Diser ward von sinen jüngeren vßgerüefft vnd gehalten für den grossen propheten vnd apostel / der sich vor dem grossen tag des Herren in den Niderlanden eroffnen / vnd erst ¦58¦ das rächt Euangelium in die land bringen wurde. Er was ein grosse stützen deß hernach volgenden Münsterischen rychs: vnd thett sich ouch wunder grosser dingen vß / kam gen Straßburg in die Statt / begärt da mit den dieneren zuo disputieren. Deß ward ein Synodus besamlet deß 11.Junij / im 1532. jar / vnnd vil vnd gnuog mit jm durch heilige geschrifft gehandlet / vnd siner irrthumb widerwisen krefftenklich. Als er aber sich nit wolt wysen noch überwinden lassen / hat man jn yngeschlossen in gefängknuß / in deren er sich wunderbarer gesichten / prophecyen vnd tröumen angenommen vnd gerüempt hat / doch zuo letsten alles als ein blauwer dunst / vnd er in der gefängknuß abgestorben ist.

58        Melchior Hofmanns artickel.

Sine artickel / deren er in dem Gespräch bericht vnnd überwunden ward / warend dise /

1. Der Kindertouff sye vß dem Tüfel / vnd von keinem Christen zuo lyden.

2. Das ewig wort Gottes habe vnser fleisch nit angenommen von Maria der junckfrouwen / sonder sye selbs zuo fleisch worden. Vnd kam hie dahin / dz er fry häruß sagt / Verflüecht sye das fleisch Marie.

3. Er hielt dz vnsere säligkeit in vnsers yedes vermögen stüende.

4.   Vnnd so yemants ein mal der gnaden teilhafft wurde / vnd darüber wüssentlich sündete / der käme nimmermer zuo gnaden. Welches alles zwaren grüwenlich leeren sind / die er aber mit der gschrifft zuo schönen vnd zuo bewysen vnderstuond / doch von dieneren der kirchen zuo Straßburg (als ouch grad erst gemäldet worden) siner irrthummen überzüget vnd überwunden ward: wie dann noch die Acta oder handlungen dises Gsprächs / die durch den Truck in vorermältem jar vßgangen sind / bezügend. 1 Von dem Touff wirt volgen an sinem ort.

Das fleisch Christi ist genommen vß der jungkfrouwen Maria. 2

58b      Gebenedeyet über alle wyber ist Maria / vnd nit verflüecht.

59        Das heil stadt nit in vnserm vermögen. 3

Die sünd werdend dem menschen zuo allen zyten verzygen.

59b      Vnser Herr Christus hat zwo / nit nun ein natur / ist war Gott vnd mensch.

60        Nach der verklärung blybt Christus ein mensch / vnd behalt sinen waren lyb.

60b     Wider Dauid Georgen / vnd wider die Libertiner / vnd jre grüwenliche irrthumb.   Cap.14.

Dauid Georgen grüwenliche gottslesterung.

Noch übertrifft dise grüwenliche lüt alle / der groß gottslesterer Dauid Georg / den ich an die dritten statt diser grüwenlichen sect stellen. Dann sin vrsprung kumpt har vß dem vnsäligen Widertouff: wie wir ouch zum teil daoben in der Münsterischen history vermerckt / da die Münsterischen Töuffer disen Dauid Georgen näbend jrem Johan von Leyden für den anderen warhafften vnnd grossen propheten gerüempt vnnd vßgeschrüwen habend. Hörend aber zuo wie ein heiliger prophet / diser Widertöuffer prophet / Dauid Georg / gewäsen sye. So gar vnd gantz ist er verirrt vnd von dem Tüfel verfüert vnnd besässen / daß er sich nit geschämpt hat offentlich zuo schryben vnnd zuo sagen / alle leer die bißhar von Gott / durch Mosen vnnd Christum / durch die propheten vnd apostlen angäben vnd geoffnet / sye vnuolkommen vnd vnnütz zum waren heil zuo erlangen / sine / Dauids / ler aber / sye volkommen zuo der rächten säligkeit. Er / der Dauid Georg / sye der war Christ / vnnd Messias / der geliebt sun deß vatters / erboren nit vß dem fleisch / sonder vß dem geist / vnd der gantz geist sye in jn vßgossen. Vnd er werde das huß Jsraels / vnd die rächten sün Leui / sampt dem waren Tabernackel / wider ¦61¦ vfrichten. So sye er der / der die sünd verzyhe / vnd behalte / vnd an dem letsten tag richten werde / usw. Pfuy dich Tüfel / wie darffst dich doch so gar vnflätig schwartz herfür in disen letsten zyten lassen? Gott stürtze dich bald. Vnd was habend aber söliche lüt die so grüwenlichen luginen vnd gottslesterungen glouben gäbend / dem Simoni mago / der sich ouch für ein Gott vß gab / oder den Saracenen vnd Türgken mit jrem Machomet zuo verwyssen? Vnnd hie sicht man was die vnsäligen Töuffer zuo Münster für nütsöllend jämerlich lüt gewesen sind / die ein sömlichen grusammen gottslesterer habend mögen dargäben / vnd rüemen für den fürnemmen der letsten zyten propheten / der aber in warheit ein lybhafftiger Tüfel gewesen. Hie sicht man ouch die schön frucht deß Widertouffs / die laßt vns alle Gott sähen / ob wir doch noch wöllind witzig werden / vnd die Töuffery als ein brunnen alles bösen fliehen. Die history von Dauid Georgen / siner leer / sinem wäsen vnd end / ist diß jars zuo Basel im Truck vßgangen / vnd yederman yetz bekannt / dz es nit notwendig ist wyter daruon zuo schryben.

Die Libertiner.

Nach disen wöllend wir yetzund an die vierdten statt stellen die Libertiner genannt / wider welche ouch h. Johan Caluin / diener der kirchen zuo Genf / geschriben / vnd jre irrthumb mit der gschrifft verworffen hat. Die selben legend Gott die sünd zuo / welche sy den menschen zuogäben söltind / vnd sagend Gott habe gewürckt vnd gethon die sünd Cains / Sauls / Jude vnd anderer gottlosen /

1. darumb daß geschriben stadt / Gott würcke alles in allen /

2. vnd daß er Pharaonem verhertet / die Juden verblendt / die Heyden aber in einen verkeerten sinn gäben /

3. vnd den falschen Christen vnder dem Endtchristen ein krefftige irrthumb gesändt habe.

4. Die selben habend ouch die vrstände deß fleischs verlöugnet /

5.   wie etliche Töuffer sy zuo vil geistlich gemacht / etliche dargägen jren phantasyen geuolget / vnnd zuo vil fleischlich von der vrstende geredt / als ob der kriegsmann in sinem harnisch mit sinem spieß / der trincker mit einer fläschen oder stotzen mit wyn / der frässer mit einer bratwurst oder mit einem gebrattnen huon / dahar kommen werde. Sömlichs alles sind alte irrthummen vor vil hundert jaren / durch die diener der kirchen / mit heiliger geschrifft überwunden vnnd hingelegt / welche doch yetzund dise vnrüwige lüt widerumb vff die ban bringend / die glöubigen zuo verwirren.

61b      Gott regiert alle ding / vnd hat sy in siner verwaltung. 1

Jm buoch der Richteren vnd Künigen.

62        Wie Gott in allen dingen regiere.

Die sünd ist deß menschen / nit Gottes.

62b      Zügnussen von dem vrsprung deß bösen.

63        Wie Gott den Pharao verhertet habe. 2

Wie Gott verblende / usw. 3

63b      Gott verhengt das böß.

Der Herr keert das böß zuo guotem.

64b      Von der vrstände deß fleischs. 4

Die vrstände wirt in einem ougenblick beschähen. 5

64b     Wider die grüwenliche irrthumb deren / die da hieltend der Tüfel vnnd alle gottlosen wurdind zuoletst ouch sälig / vnnd das alt Testament verwerffend.   Cap.15.

Der Tüfel vnd die bösen werdend ouch sälig.

Noch sind vnder diser grüwenlichen Töufferen zal überig / die da hieltend daß sich Gott endtlich / vnd nach geschächnem gericht / aller wurde erbarmen.

1. Dann Gott könne vnd möge nit ewig zürnen. So heisse ewig nit immerwärend / sonder lang.

2. Darumb werdind endtlich alle gottlosen sampt den Tüflen ouch sälig.

Sömliche vnbegrünte vnd grüwenliche irrthumb / dienet niener zuo anders / ist ¦65¦ ouch nienerumb anders vnder die menschen yngefüert / dann ein vngottsförchtig / schandtlich / vnd verruocht läben zuo pflantzen. Vnd wie köndte der Tüfel vnser gewüsser syn / daß wir jm nit entgiengind / dann wenn wir dahin kämind / daß wir die ewige verdamnuß nit mer zeförchten bedörfftind? Dise leer ist wol ouch (wie jm der Tüfel selbs alle zyt glych ist) vnder den alten gewesen / aber mit dem wort Gottes abtriben. Johan Denck aber / sunst ein geleerter mann / vnd ein fürnemme sul deß Widertouffs / vnd der Widertöufferen füerer / hat sy widerumb in sinem Widertouff / als ein fine frucht / vff die ban gebracht. Doch hat sich gedachter Denck / vor sinem end / widerumb bekeert / disen vnd alle sine irrthumb / sampt dem Widertouff / verworffen vnd verlassen. Dann als er gen Basel kam / handlet vnnd disputiert er vil vnd lang mit h. Doctorn Johanne Oecolampadio / der zyt pfarreren zuo Basel / der selb bekart jn / mit der gnad Gottes / dann nach vil gehebter müey vnd arbeit / bracht er die sach dahin / daß Denck widerruofft ein buoßfertig läben fuort / vnd nit vnlang hernach säligklich im waren glouben abstarb.

Wie Gott nit ewig zürne / vnd gnädig sye? 1

65b      Ewig heisst hie nit lang / sonder immerwärend. 2

66        Die gschrifft deß Alten Testaments verworffen.

An das sechßt vnd letste ort der grüwenlichen Töuffern / stellen ich yetzund die das Alt Testament verwerffend / also / das so man daruß zügnussen herfür bringt / die Christenlich leeren zuo erklären oder zebefestnen / oder vnrechte leeren damit zuo verwerffen oder vmbzekeeren / nemmend sy deren keine an / vnd sagend /

1. das Alt Testament sye abgethon / nach lut vnd sag des heiligen Pauli Hebr.8.

2. Vnd Moses selbs habe ein decke für sin angesicht gehenckt / usw. Vnd ist dise grosse schädliche irrthumb ouch in den alten Sectern gestäckt: wie man sicht in Tertulliano. Vnd ermässend aber die ellenden lüt nit / daß mit dem sy das Alt Testament verwerffend / deß Nüwen Testaments nüt behaltend / vnnd es ja in dem Alten ouch verwerffend.

Das Nüw Testament in dem Alten gegründet.

Dann was das Nüw Testament fürträgt / bewärt es mit der zügnuß deß Alten. Darumb gilt deß Alten Testaments leer nüt mer / so muoß ¦66b¦ ouch das Nüw vernütet syn / als das mit vnkrefftiger abbekennter zügnuß befestnet wirt. Es wirt ouch niemants das Nüw Testament one die gschrifften deß Alten Testaments verston. Besähe man nun das erst capitel Matthei / ich geschwyg anderer capitlen / wie es doch so gar vß dem Alten Testament genommen sye. So lege man nun das Alt Testament als vnnütz hin / vnd luoge dann wie man ioch nun das einig capitel grundtlich verston möge.

66b      Die gschrifften deß Alten Testaments sind nit abgethon. 1

Der Herr wyset vns vff Mosen vnd die propheten.

67        Die Apostlen habend prediget vß den alten gschrifften / vnd vns daruf gewisen.

67b      Wie vnd warumb Mosi sin angesicht bedeckt. 1

68        Das nüw Testament des alten vßlegung.

Die heilig geschrifft blybt in der kirchen.

Das dritte Buoch wider die Widertöuffer.

68b     Ob der Töufferen kirch die rächt Gott wolgefellig / als sy vßgäbend / kirch / oder was sy für ein kirch sye.   Cap.1.

Der gemeinen Töufferen artickel werdend yetzt gehandlet werden.

Der erst artickel von der Töufferischen kirchen. 1

Jr erster artickel ist / daß sy sich selbs für die einig rächt Gott wolgefellig kirch vnd gmeind Christi darstellend oder haltend / vnd leerend / daß die / die durch den Widertouff in dise jre gemeind vfgenommen sind / gar kein gemeinsamme haben söllend / wäder mit den Euangelischen noch keinen anderen kirchen. Diser artickel hat zwen teil / doch die vnzertrennt aneinandren hafftend. Der ein ist / die Töufferischen kirchen syend allein die rächten Gott wolgefelligen kirchen. Der ander / darumb söllind die Widertoufften sich diser jr kirchen allein halten / vnnd kein gmeinsamme haben mit keinen kirchen überal / ouch mit den Euangelischen nit. Vnd wiewol diser artickel wirt erlüteret vnd grundtlich verworffen / durch vnd mit erlüterung vnd ableinung der nachuolgenden articklen / wil ich doch zuo guotem der sach hie allein das anzeigen.

68b      Der Töufferen einigs fürnemmen ist zertrennen

Die Töuffer richtend all jre reden / wie man joch in disem jrem ersten artickel klarlich sicht / all jre radtschleg / all jr thuon vnd lassen allein vff die absünderung vnnd zertrennung / namlich daß sy die lüt abryssind oder dückisch abfuorind von jren ordenlichen pfarren vnd pfarreren / daß sy in die pfarren oder gemeinden ¦69¦ nit mer gangind / die predginen deß göttlichen worts von jren pfarreren nit mer hörind / in jren rächten ordenlichen pfarren nit mer weder anbättind / noch sunst jre gebätt Gott / durch vnseren Herren Jesum Christum / vfopfferind / weder die heiligen Sacrament mer in der pfarr von pfarreren empfahind / noch jr allmuosen den armen der kirchen reichind / ouch sunst zuo keiner eerlichen gmeinsame nienen gangind. Vnd damit sy das dester ee erwärbind / redend sy thür / schmähend die pfarren vnd die pfarrer grüwenlich / verleydend sy beide vffs aller häfftigest. Dann was kan man grüwenlichers vnd vnlydigers von vns sagen / dann daß wir kein kirchen Gottes vnnd Christi sygind? Vnd wöllend hie die blinden verstockten lüt nit sähen / daß sy hiemit Gott vnd sin ordnung schmähend / ouch ein schwären Gottes zorn vff sich ladend / dass sy die pfarren zerryssend / vnd die kilchgäng zerströuwend. Da sy dem Hieroboam glych thuond (3.Reg.12.13) / welcher ouch das volck von rächtem kirchgang abschrantzt / vnd dardurch Gott der massen erzürnt / daß er fürhin durch all sin läben kein fal noch heil mer hat / darzuo ouch alle die sinen verdarbt.

69        Die Töuffer richtend one not vnd wider Gott nüwe kirchen vnd dienst an.

Dann wär kan doch / mit Gott vnnd warheit / anders von vnser kirchen reden / dann daß in vnseren pfarren / welche sind pfärrich oder schaaffställ der schäfflinen Christi / kein frömbder Gott angebättet / noch einiche frömbde dem wort Gottes widerige Gotts dienst angericht funden werdind? Wir hörend allein das wort Gottes / von der besserung deß läbens / vnd verzyhung der sünden im nammen Christi: wir rüeffend allein Gott den vatter an / durch vnseren Herren Christum: wir gebruchend die Sacrament nit anders / dann wie sy vns vom Herren gäben sind: wir mitteilend vß erbermd den armen in dem nammen Christi. Vnd das alles thuond wir offentlich / vor Gott / vnd in keinen wincklen: wir verjähend vnd prysend Gott vor yederman. Wie das alles im nächstuolgenden capitel klärer wirt erwisen werden. Was ist nun in disem allem zuo schühen. Oder sind das nit Christliche pfarrer? So söltend jr die Töuffer üch ouch deß alles billich vernüegen lassen / vnd kein nüwe Kirchen vnnd diener der Kirchen anrichten / vnd damit zwytracht ynfüeren / vnd grosse verwirrung pflantzen. Dann wo kein abgöttery ist / sonder gsunde vnd gschrifftmässige leer / das recht anrüffen Gottesm vnnd rechter bruch der Sacramenten / da ists grosse sünd vnd schand / sich abtrännen / vnd andere ouch in die ¦69b¦ trennung verwickeln / vnnd der verwirrung vnnd deß abfals teilhafft machen.

Daß der Töuffer kirchen nit rechte ware kirchen syend.

Doch diewyl jr üwere kirchen so häfftig über alle kirchen rüemend / muoß ich dennocht in einem fürgon anzeigen / wie sy an vnd in jro selbs im grund der warheit sye / damit ouch alle die so von vns zuo jnen fallend / vor ougen sähind wie wol sy jre sachen besserind vnd wie recht sy mit jrem abfal thüegind.

Die Leer.

Die leer in der töufferischen kirchen ist gar nit rein / grundtlich nach dem heiligen Euangelio / vnnd nach der leer der Apostlen gericht. Dann wie die Euangelisch vnd Apostolisch leer deß menschen krefft vnnd vermögen nidertruckt / vnnd anzeigt wie wir von art vnd natur sünder vnd verlorne sind: dargegen die luter gnad vnd barmhertzigkeit Gottes fürträffenlich pryßt / vnd anzeigt wie wir allein durch Jesum Christum im glouben fromm oder grecht vnd sälig werdind / vnnd nit durch das gsatz / noch durch vnsere werck vnnd verdienst: also predigend die Töuffischen vorstender merteils wenig / oder gar nüt / von disem fürträffenlichen houpthandel vnnd grund alles guoten / sonder sy trybend nun die werck deß menschen / dermassen daß merteils nit anders went / dann durch jre buoß vnnd werck werdind sy grecht oder fromm vnd sälig. Da aber mengklich wol weißt was Paulus halt von sömlicher leer / vnd wie er sy sträng widerficht.

Die Gebätt.

Diewyl dann ouch sy in der trennung sind vnd verharrend / vnd nit in der allgemeinen kirchen Gott anrüeffend / ist frylich jr gebätt nit wie es syn solt.

Die Sacrament.

Den heiligen Touff / den der Herr gäben hat zuo anheblichen pundtszeichen aller deren die in sinem pundt sind / machend sy zuo einem zeichen jrer abgesündereten rott / vnd selbs erfundenen heiligkeit. Deß Herren Nachtmal / das ein allgemeine widergedächtnuß ist deß todts Christi / vnd ein gemeine dancksagung / ziehend sy yn / vnd lassend es nieman werden / dann nun jrer Sectgenossen heiligen brüedern. Da verwerffend sy arme sünder / ob die selben glych wol an jr hertz schlahend / vnd mit dem Publicanen im Euangelio schryend / O Gott biß mir armen sünder gnädig.

Die guoten werck.

Hiergägen rüemend sy hoch jre buoßfertigkeit vnd guote werck. Vnnd manglet jnen aber hieran nit wenig. Dann jr besserung ist nienan / wie sy rüemend. Die säligen Apostlen leerend recht guote werck in jren gschrifften / vnd das ich vil anderer gschwyg / leerend sy mit nammen die hußhaltung in eeren vnd liebe füeren / vnnd mit gebürlicher gehorsamme den Oberkeiten gehorsam / gewärtig vnd vnderthänig syn. Jn ¦70¦ disen stucken aber vergryffend sich die Töuffer gröblich wider die rechtgeschaffen oeconomiam vnd politiam.

70        Der Töuffern grüwenliche wirrung.

... Darzuo gäbend sy fräfenlich yederman dem Tüfel: vnnd wöllend den menschen conscientzen ¦70b¦ machen / deren dingen die nit notwendig / sonder vil mer schädlich sind.

70b     Daß die Euangelischen Kirchen rechte ware Kirchen syend / ob jnen glych wol mangle an der besserung deß läbens.   Cap.2.

Der ander artickel von der Euangelischen Kirchen.

Dargägen wil ich yetzund bewären mit guoten gründen der warheit / dz vnsere Kirch / welche die Töuffer als ein falsche / Gott widerige Kirchen verrüeffend vnd verwerffend / die einig recht Gott wolgefellig Kirch vnd gemeind Christi sye. Die Kirch Christi / die da ist ein gemeind der glöubigen vff erden (dann wir yetz allein von der selben redend / vnd wüssend aber mithinzuo wol wie ein innere vnd vssere Kirch ist / vnnd daß wir ein lyb sind mit denen ouch die in dem himmel sind) hat in dem warhafften Gottes wort jre eignen zeichen vnnd gemerck / an denen man sy hie in der wält erkennen vnd von allen anderen gmeinden scheiden kan.

Zeichen der rechten Kirchen.

Dann der heilig Lucas (Acto.2.) schrybt von der heiligen Apostolischen Kirchen / sy sye verharret in der Apostolischen leer / in der gmeinsamme / im brotbrächen / vnd in dem bätten: vnd züget damit / daß die waren rechten zeichen der Kirchen Christi vff erden syend / Rechtgeschaffne Göttliche Apostolische leer / das Gebätt vnd anrüeffen Gottes / der recht bruch der Sacramenten / vnd gmeinsamme oder Christenliche liebe.

Von der rechten Apostolischen leer.

71        Allein Gottes wort gilt.

... sol mengklich wüssen / daß wir kein leer vssert vnd one die zügnuß deß alten vnd nüwen Testaments annemmend. Vnnd gilt gar nit / wirt ouch nit zuogelassen in vnseren kirchen / so yemants vnderstünde / vß sinem kopff / one Gottes wort / zuopredigen. Die heilig göttlich geschrifft nüws vnd alts Testaments / das warhafft wort Gottes / ist vnser kirchen liecht / regel / vnnd wägleitung / richter / goldstein / vnser grund / vff die wir den glouben / dz bätten / die Sacrament vnd liebe / ja alles thuon vnd lassen der kirchen vfbuwend / vff daß wir aller dinge gwüß vnd sicher syend.

Die anfäng Christenlicher leer.

Wyß vnd maß der volkomnern leer.

71b      Von dem rächten Christenlichen gebätt.

72                Von den heiligen Sacramenten.

72b      Von der liebe der gläubigen.

Am vierdten ort kommend wir an die gmeinsamme oder liebe / von welcher der Herr im Euangelio gesagt hat / by jren werde man sähen / daß wir sine rächte jünger sygind. Da so liebend die glöubigen nit nun mit worten / sonder ouch mit der that / in der warheit (Joan.13.). Vnd wirt die ouch funden in vnser kirchen. Dann ob glych wol sy in vilen ist erlöschen / brünt sy doch ouch in vilen / welche jren fyenden verzyhend / mit jren widerwertigen sich versüenend vnd zuo friden werdend / vnnd mengklichem / nach jrem vermögen guots thuond. Vnd hie findt man ouch in vnser kirchen erbärmbd im allmuosen gägen den armen / in hilff / trost vnd allerley früntligkeit gägen den dürfftigen / im heimsuochen der krancken / in vilfaltigem trösten der bekümmerten. So hat man die Spittäl vnd die Siechenhüser in guoten eeren / daß ouch an dem vierdten zeychen der rächt waren kirchen in vnserer kirchen kein sömlicher bärlicher mangel funden wirdt / daß sy darumb keine rächte kirchen syn söllind.

Versuochung vnd gedult im lyden.

73        Ob die kirch Christi vfhöre ein kirch syn von wägen viler menglen vnd prästen.

...Wyter sagend die Töuffer / es stande geschriben / Das Rych Gottes stadt nit in worten / sonder in der krafft: darumb so ferr die kirch abgesünderet sye von der wält / vnd man nach dem wort läbe mit der thaat / so sye die kirch darinn sömlichs beschicht ein rechte kirch: sye sy aber nit abgesünderet / vnnd werdind in jren funden die vnbuoßfertigen / die nach dem wort nit läbind / also / dz an jrem glouben vnd liebe mangel sye / so sye es nüt ein rechte / sonder ein falsche kirch / von deren sich die kinder Gottes absünderen söllind. Daruf antwortend wir / daß wir gern nachlassend den spruch Pauli 1.Corinth.4. in dem verstand / wie er jn geschriben hat / frylich vil anderer meinung dann die Töuffer fürgäbend. Dann das vß den worten Pauli volge / wo vnbuoßfertig lüt sind / oder mangel am glouben vnd liebe funden wirt / in denen die in der kirchen sind / dz darumb die kirch nit mer ein ware kirch Christi sye / das volget keins wägs nimmer mer. Dann Judas was in der kirchen oder gemeind der Apostlen / vnnd was ein dieb vnd grosser übelthäter / nütdestminder was die Apostolisch kirch ein rechte kirch. Sagt nit vnser Herr Christus selbs / daß das vnkrut vnder dem guoten samen syn werde in der kirchen biß zuo end der wält? Oder nennt nit Paulus die Galaten (Galat.3.) ein kirch Jesu / vnnd spricht doch mithinzuo zuo jnen / O jr vnuerstendigen Galaten / wär hat üch verzouberet / daß jr der warheit nit gloubend? Was dann der warheit nit glouben / nit ein grosser fäler? So volget ye daß der kirchen der namm nit abgestrickt werde / noch daß sy darumb nit mer ein ware kirch sye / daß in jren böse glider funden / ouch mangel am glouben vnnd liebe gesähen wirt.

Die kirch zuo Corinthen hat vil mangels gehebt / vnd was dennocht ein rechte kirch.

73b     Ob doch gar kein besserung in der Euangelischen kirchen sye / vnd so die nit wäre / ob sy darumb kein rechte kirch mer sye. Vnd daß sich die Töuffer vnbillich von der Euangelischen kirchen absünderind / usw.   Cap.3.

74        Kein besserung in den Euangelischen kirchen. 3

Die vorderist vrsach / welche die Töuffer dargäbend vnnd bewären wöllend / dz vnsere kirchen nit rechte kirchen syend / vnd dz sy sich darumb von jren absünderen söllind / ist die / daß in jren / das ist / in den Töufferischen kirchen / schynbare besserung / in den Euangelischen genannten kirchen / da glych wol etwas deß Euangelij geprediget / kein besserung funden werde / als da alles volck vnbuoßfertig / verhafft in sünden vnd lasteren sye. Vnd wiewol diser artickel in den zweyen vorgenden capitlen gnuog vfgelößt vnd verworffen / ouch von der Töufferischen besserung geredt worden ist / sagend wir doch über das alles / daß wir von den Töuffern ein klars vßtruckenlichs wüssen haben wöllend / Ob sy doch bekennind / daß wir in vnseren kirchen das war Euangelium Christi recht predigind oder nit? Predigend wirs nit recht / so zeigind vns den mangel. Das vermögend sy aber nit / als im anderen capitel dises Buochs ouch gesagt / vnnd in einer kurtzen summ erwisen ist. Darumb so volget / daß wir in vnseren kirchen das war Euangelium recht predigend. Vnd diewyl dem also ist / so habend wir ye das fürnem zeichen der waren kirchen: vnnd macht vnsere kirchen das nit zunüte / ob glych mangel vnd prästen an dem läben / oder an der besserung der glöubigen funden wirdt. Denn aber wäre vnsere kirch kein ware kirch mer / wenn wir weder die war recht leer hören / wie jr Töuffer thuond / noch die Sacramenten empfahen wöltind / sonder die selben fluhind vnnd schultind: darzuo vnser sünd vnnd vnrecht nit füt vnrecht hettind / sondern erst schirmptind / vnnd nit dulden wölltind daß mans straaffte.

In der waren kirchen ist ouch mangel.

Vnser Herr Christus hat selbs geprediget / vnnd ein kirchen gesamlet / vnd trüwlich in drü gantze jar gearbeitet. Hie sagend vns aber / lieben Töuffer / wie vil sich doch deß volcks ab der predig Christi gebesseret habe: oder ob doch nit bärliche mängel vnder der Apostolischen kirchen funden werdind? Wöllend jr hie sagen / wie jm ist / so müessend jr bekennen / daß nit allein vnder dem volck wenig besserung / sonder vnder den Apostlen vil mangels gewesen / vnd daß sy der Herr darumb vil vnd dick häfftig beschulten hat. ... ¦74b¦ vnd sagen das / daß jr vnseren Herren vnd Gott mit üwerem richten in sin gricht gryffend / vnnd richtend jm sine glöubigen mit vnlydenlichem fräfel / mit grosser verachtung vnnd verschupffung der sinen. Wüssend jr nit / dz vns der Herr selbs befolhen hat / daß wir das garn in den See vßwerffen / vnnd was für fisch daryn kommend / guot vnd böß / ziehen söllind: er aber wölle die sünderung thuon (Matth.13.)? item wir söllind hinuß gon vff alle strassen / vnnd was wir findind / hinyn über das hochzytmal füeren: da werde er den wol finden / vnnd hinuß tryben / der kein hochzytlich kleyd an hatt (Matth.22.)? Nit daß man in der kirchen nieman straaffen sölle / sonder daß wir nit das gericht dem Herren zuogehörig / vns eignen vnnd nemmen söllind / vnnd jm sin kirchen änger ynbrysen / dann er selbs gethon oder geheissen habe.

74b      Die rechten frücht sind nit allwäg dem menschen offenbar.

Die rächten heiligen Gott wolgefelligen frücht deß waren gloubens in den glöubigen / als ein guote gwüßne / die vssert dem Euangelio nit funden wirt / trostliche hoffnung / ynbrünstigs anrüeffen / dancken vnd gebätt zuo Gott / andächtige gedancken / hertzlichs truren von wägen der sünden / innerlicher stryt deß geists wider das fleisch / demuot vnd niderträchtige vor Gott / frid deß gemüets / gedult vnd prysen Gottes / vnnd geistliche fröud / vnd was derglychen ist / sind allein Gott bekannt: die vsseren frücht aber / die ouch vnder das vrteil der menschen kommend / habend die glychßner vnd bösen menschen gemein mit den guoten oder glöubigen: ja die glychßner sind etwan rycher an vsseren früchten vnd schynend heyliger / dann die vßerwelten Gottes fründ / ...

Fräfenlich richten vnd die kirchen verdammen vnd verwerffen ist vnchristlich. 3.Reg.19.

Es ist ouch üwer gericht / das alles volck in vnseren kirchen vnbuoßfertig in sünden vnd lasteren verstrickt sye / wider Christliche bescheidenheit vnd liebe. Oder vermeinend jr doch dz niemant mer vff erdterich fromm sye / dann jr Töuffer allein? Helias ¦75¦ der heilig prophet kam ouch vff ein zyt in ein sömlichen schwären gedancken vnd irrthumb / daß er wond es wäre der dieneren Gottes keiner mer überig / onet er allein. Der Herr aber beschalckt jn / vnd sprach / er hette jm noch wol 7000. redlicher mannen behalten / die sich nit hettind in Baals dienst begäben. Könnend jr dann nit ouch die rächnung machen / daß Gott ouch yetzund sine vßerwälten in mitten der argen bösen wält habe? ...

75        Was besserung in vnseren kirchen funden werde.

So wir es dann ouch thuon wöllend / als jr vns zuo sömlichem nötend / da wir lieber nüt sagen wöltind / der dingen die man vns / als ein rüemen verrächnen möchte / mögend wir mit vil besseren fuogen vnd gründen die schynbaren besserung vnser kirchen fürziehen oder erzellen / dann die Töuffer die jren. Vor zyten hat man vnzalbar abergloubens gehebt: vnd sind vil erschynungen vnd zeichen beschähen: welche yetzund alle mit der predig deß Euangeliums in vnser kirchen abgangen sind / vnd nienen mer funden werdend. Es sind ouch träffenlich vil mißbrüchen gewäsen / dardurch die frommen Christen übel beladen warend. Da was in vil frommen lüten grosse nodt oder marter jrer conscientzen / träffenliche pyn vnd forcht. Da yetzund durch das göttlich wort die conscientzen getröst vnd gesterckt / Gott wol mit rächtem glouben vertruwend / jn liebend / preysend / eerend / rächt fürchtend / vnd mit jm wol zuo friden sind. So mag man nit lougnen / dann daß vil schand vnd laster abgestelt / seer guote satzungen wider alle vnmassen vßgangen sind. Wenn man dann glych wol sömliche nit aller dingen handthabet / wie man solt / so ist doch das guot / als guot / mengklichem fürgäben / vnnd das böß / als das böß / geschulten vnd abgestelt / daß sich mengklich doch etwas muoß entsitzen. Da sind yetzt vil frommer biderber lüten / die sich mit ässen / trincken vnd kleideren gebührlich haltend / ob wol darnäbend ouch vnordenliche lüt funden werdend. Die selben wurdend aber ouch vor zyten (als daoben erzellt) in den Apostolischen kirchen funden. Vil die vor zyten übel ¦75b¦ geschworen / vnd üppig schandtlich geredt / gält genommen / vnd wider die krieget haben / die jnen nie leyds gethon / sind von sömlichem ellenden handel gar abgestanden / vnd läbend züchtig vnd fridlich eerlich / vor Gott vnd der wält. Das wüssen Gottes vnnd der verstand göttlichs willens ist der massen gmein worden / daß ouch vil der jungen / in vnser kirchen gefragt / von dem glouben / von den gebotten Gottes / von dem Christlichen gebätt vnd Sacramenten / vnd der glychen / so guoten bescheid gäbend / daß man sich sömlichs etwan an gelerten lüten vernüegt oder verwunderet hette. Sind näbend disen vil die übel schwerend / vnd wenig bättend / ja nit bätten könnend / werdend sömlich doch von vnd by der erbarkeit verschmächlich gehalten / vnd zuo den rächten vermanet vnd getrungen. Vil sind eerlicher Christlicher Een vnd hußhaltungen in vnser kirchen / da man die huß gsind für kirchen haben möchte. Dann da läsend sy vil vnd geflissen / ja etwas geflissner dann etwan beschähen sye in Klösteren / das heilig wort Gottes / bättend ernstlich über vnd ab tisch / am morgen vnd am abend / so sy vffstond vnnd nider gond / redend züchtig / vnd läbend Christenlich / zühend jr kind vnd volck wol / arbeitend trüwlich / haltend mit eeren huß / vnnd teilend jr brot dem armen. Das alles mögend jr nit lougnen: Wie dörffend jr dann sagen / es sye vnder vns kein besserung? Warumb trännend jr üch von der bösen wägen von den guoten? Warumb sagend jr / jr wüssind kein gmeinsamme zuo haben mit einem so vngelüterten volck? Sagend jr aber man sölle üch die guoten zeigen / wär vnd wo die all syend? Was bedarffs aber deß? Jsts nit gnuog daß sy in der kirchen sind? so habend nun mit der selben gmeinsamme / blybend in der kirchen / vnd gond / wie sich gebürt / zur leer vnd zuo den Sacramenten: louffend schon vil vnreiner offner sünder / vnd als jr sagend / vngelüterter / mit / so werdend doch jr durch sy nit befleckt / als wenig die Apostel von Juden befleckt werdend. Luogend nun dz jr nit vil mer durch üch selbs befleckt werdind / darumb daß jr so vil vff üch selbs haltend / yederman richtend / vnd so wol für guot von üch selbs / vnd deßhalb der geistlichen hochfart vnd verachtung nun zuo vil im buosen stäcken habend.

Die Töuffer sind nüwe Donatisten

76        Wider die trennung vnd absünderung der Töufferen.

... Der knächt kan nit grösser syn dann sin herr. So sol jm niemants das eignen / das der vatter allein dem sun gäben hat / daß er yetzdan vnderston wölle das tenn zuo süberen / oder die sprüwer vom kernen zuo thuon / oder daß er mit menschlichem ¦76b¦ gericht oder vrteil den ratten vom korn absünderen wölle. Sömlichs ist ein hochfertige stoltze eigenrichtigkeit / vnd ein Gottsröubige vermässenheit / welcher sich das böß grimmig wüeten gebrucht. ...

76b      Wie übel gesündiget werde mit der absünderung

Vnd über das alles schräntzend sich alle die von dem waren räbstock / welche sich von der kirchen Christi absünderend / vnd werdend der vnfruchtbaren schossen die zum fhür gehörend / diewyl sy abgeschrentzt oder abgesünderet sind vom räbstock: die schossz aber die im räbstock blybend vnd frucht tragend / müessend nütdestminder von dem vatter geradtsamet oder gesüberet werden / daß sy mer frucht tragind. ...

Der abfal von der Römischen kirch / ist nit ein absünderung von der heiligen Christenlichen kirch.

Vnd ob hie wöltind die schirmer der Römischen kirchen ynziehen / glycher gstalt wie die Töuffische kirchen / mögind ouch die Euangelischen kirchen geschulten vnd verworffen werden: diewyl ouch vnsere kirchen von der Römischen abträtten syend / fürnemlich darumb / daß die Römischen fürgesetzten ein so gar ergerlich läben fuorind / usw. gäbend wir die antwort / Dz vns anders an der Römischen kirchen / dann nun das läben / oder die besserung deß läbens mangle. ...

77       Daß die diener der Euangelischen kirchen recht / die Widertöuffer aber nit recht / zuo dienst der kirchen berüefft syend. Vnd von der berüeffung vnd sendung.   Cap.4.

77b      Ob die predicanten nit ordentlich zuo jrem dienst bestellt berüefft syend?

78        Die Töuffer von jren kirchen berüefft.

Man bedarff in der kirchen Christi keiner Töuffischen predigeren.

78b      Wo die Töuffer gern predigend.

Wie vnbillich sich die Töuffischen vorständer in die kirchen ynryssind.

79        Gott gibt diener der kirchen.

Das Apostelampt.

Die hirten vnd leerer.

79b      Die berüeffung vnd sendung ist notwendig.

Händ.vflegung

Vnnd welche ye an den dienst der kirchen erwelt wurdend / die sandt man den kirchen zuo predigen vnd zuo dienen: es ward ouch jrer beruoff etwan mit dem händ vflegen der elteren geoffnet / vnd also der diener fürgestelt.

Viererley geschlächt der berüeffung.

Vnd hie erzelt man viererley geschlächt der berüeffung zum dienst / zwey gebürliche / vnnd zwey vngebürliche vngerächte.

80        Wär den gwalt habe kirchendiener zuo setzen.

... Daruß dann volget / daß die kirch den gwalt vnd befelch hat diener zuo ordnen. Sömlichs mag nun thuon ein gantze gmeind / oder ouch vßgeschoßne vnnd vertruwte personen von der gmeind:

80b     Von den Kirchendieneren / wie sy doch syn söllind / vnnd ob jnen daran etwas abgienge / ob sy dann nit ouch rechte diener der kirchen syn möchtind / sampt einer vermanung an die diener vnd an die Töuffer.   Cap.5.

Die diener der kirchen habend nit die stuck an jnen / 1.Tim.3. darumb sind sy weder recht gesandte noch diener Christi. 1

81        Das ort Pauli 1.Tim.3. erklärt / von dem ampt deß Pfarrers.

82b      Vermanung an die predicanten der Euangelischen kirchen.

83        ... Dann eintwäders sind die widersächer einfaltige lüt / die von gschwinden schwätzigen Töufferen / verfüert / mer vß yfer / dann boßheit irrend. Da gedänckend yetz jr prediger / die in üwerm ampt hinlässiger sind / dann rächt vnd guot sye / Dise verirrte lüt habend wenig grundtlichs vß dinem vnwäsenlichen leeren lernen können / so sind sy darzuo ouch durch dinen vngebürlichen wandel geergeret / vnd habend ein vnwillen wider dich gefasset. Dem allem wirst du nit anders gehälffen mögen (so anders dine widersächer mer einfalt dann glychßnerisch sind) dann allein wenn dich änderist vnd besserist / also daß du geflißner leerst / vnnd erbarer läbst / vnd über das / guetlich / grundtlich / vnd vnuerdrossen die verirreten wider an den rächten wäg füerst. Oder aber die üch widersprächend sind gschwinde glychßner / nydige vnrüewige betrüeber / wolbeschwätzte klapperer vnd hartnäckige zangger vnd haderer / welche üch üweren vnflyß im leeren / vnd die mängel im wandel / trüwlich vnnd vß der massen kunstlich vßstrychen vnd vßrüeffen könnend / vnnd damit vor mengklichem verleiden. Da jr aber mit schwygen / oder bochen nüt werdend schaffen / sonder allein mit ernst / dapfferkeit vnd wolgegründter gägenwer: wie dann Paulus spricht / Es sind vil vngehorsammer vnd vnnützer schwätzer vnd verfüerer der gmüeten / denen man das mul verstopffen muoß / die da gantze gesind verfüerend / vnd lerend das nit gebürlich ist / usw. Vnd hie flyssend üch deß ernsts / daß jr doch kein schand der kirchen ynlegind / deren diener jr sind / vnd jr von den Secteren üch also müessind / von üwers vnflysses wägen / hanffen vnd jämerlich schmähen lassen. Jn summa / mit flyß / trüw / geschickligkeit / ernst / dapfferkeit vnnd erbarkeit wirt man allen Secten am häfftigsten können begägnen vnd erweren. Da muoß man bedacht vnd arbeitsam syn / vnd gägen den einfaltigen einfalt und früntlich / sy berichten vnnd mit jnen ¦83b¦ gespräch halten. Gägen hartnäckigen zanggeren muoß man dapffer syn / vnd jnen ernstlich mit gsunder leer widerheben. Wo dann sömlichs an den häderigen wenig verfahen wil / wirt doch alle erbarkeit bald ein mißfal haben an dem fräflen kyb. So wirt ouch ein ersamme Oberkeit wol wüssen / was sy handlen sol / mit so vnheilsamen lüten / die sich nun mer allein zuo verfüeren vnnd mit gwalt einfalte lüt zuo schädigen / begäben habend / usw.

83b     Kurtze verantwortung etlicher puncten / welche die Töuffer fürwendend wider die Predicanten / vnnd damit anzeigend warumb sy zuo jrer predig nit gon mögind.   Cap.6.

84        Die Predicanten von jrer voriger guoter leer abgefallen.

Man sol in gloubens sachen kein zwang gebruchen.

Da ligt es denen lüten.

84b      Dem bösen widerston.

Demnach wöllend die Töuffer vns prediger vnsers abfals damit bezügen / daß sy sagend / wir habind anfangs geleert / der Christ sölle dem bösen nit widerston / vnd weder sich selbs noch sinen glouben mit wältlichem / fleischlichem schwärdt / sonder allein mit dem schwärdt deß geists / mit dem wort Gottes / beschirmen: ja die Christen söllind das Mosaisch schwärdt nit vnder jnen haben. Dann Zwingli habe gesprochen im 36.artickel siner Schlußreden / So lang du nach ysinen waaffen schryest / werdend wir sähen daß du nit ein nachuolger Christi vnnd Petri / sonder deß tüfels bist / usw. Vnd Luther über den Psalter / Die falsch / nit die war kirchen wirt mit waffen beschirmpt / usw. Yetzdan aber leerend sy jre Oberen das schwärdt zuo schutz vnd schirm jren vnnd jres gloubens zuo gebruchen syn / usw. Daruf vnser antwort / Alles das wir von anfang geleert vnd geprediget habend / das leerend vnd predigen wir noch hüt by tag / vnd sind daruon nit abgefallen / wie die Töuffer falschlich von vns vßgiessend: namlich so leerend wir noch / dz ein Christ guots vmb böß gäbe / vnd dem bösen nit widerston sölle. Dann also hat vns ouch Christus geleert Matthei 5. vnd Paulus Rom.12. Hie vnderscheidend wir aber billich zwüschend einem der in keinem ampt sitzt / vnd zwüschend einem der von Gott an ein ampt gesetzt ist. Welche nun kein befelch von Gott habend / söllend eingens gwalts das schwärdt nit zucken / als wenig als Petrus / den es der Herr widerumb hieß ynstecken / vnd dem lyden statt gäben. Diewyl aber die Oberkeit von Gott selbs gesetzt ist / der jren das schwärdt in die hand geben / vnd geheissen hat / daß sy witwen / weisen / getrengte vnnd begwaltigete schirmen sölle / sündet sy zwaren nit wenn sy dem argen ¦85¦ widerstadt: sonder wenn sy dem argen nit widerstadt / vnd getrengte lüt nit schirmpt. Vnd sömlicher gstalt ist die heilig gschrifft die an einem ort verbüt dem argen zuo widerston / am andern ort gebüt dz man dem argen widerstande / nit wider sich selbs: wie jren aber falschlich die vralten Secter Porphyrius / vnd sines glychen lesterer der gschrifft / vfzeträchen vnderstuondend. Dann man ye vnderscheiden sol vnd muoß / was / vnd wenn / vnd vß was vrsach gebotten werde. ... Matth.5. Jr söllend dem bösen nit widerston / ... Vnd zeigend die Töuffer mit disem anzug wol an / wie wenig sy sich schämind eintweders vnwüssenheit nit zuo verbergen / oder jr boßheit fräfenlich wöllen fürtrucken. ...

85b      ... Lieber richtend nit ee zyt / vnd beroubend vns doch nit so gar deß geists Gottes / deß gloubens vnnd der liebe. ...

Jr habend aber sunst wüester irrthummen gnuog / wenn jr schon der gröbisten vnd grüwenlichsten Töufferen nit sind: vnnd thuot man üch deßhalben kein vnrächt / sündet ouch wider die liebe nit / wenn man üch ernstlich tringt / ob man üch nochmals gewünnen möchte.

Aber mit disem allem / das hie in disem Capitel gehandlet ist / hoffend wir einem yeden gnuog beschähen syn / vmb die gägenwürff / die vns die Töuffer gethon / vnnd damit erhalten wöllen / daß sy rächtmässig vrsachen jres absünderens habind / vnnd daß sy nit hören wöllind der predigeren predigen. Da sich mit der warheit erfunden hat / dz jre vrsachen vnbegründt sind: vnnd sy deßhalb billich / jre fulen ynzüg hindan gesetzt / rächte gehorsamme leisten söllind.

86       Ob die prediger darumb falsche leerer syend / daß sy selbs nit alles das thuond / das sy andere leerend? Vnd daß die krafftt deß worts vnd Sacramenten vff Gott vnd nit vff die menschen oder diener gegründet sye.   Cap.7.

Die prediger thuond das nit / daß sy leerend. 6

Falsche lüt werdend der raach Gottes nit entrünnen.

... [Ps.50] Da man aber vnderscheiden müesse zwüschend dem gottlosen / vnd einem prästhafften sünder / der mer vß blödigkeit / dann vß fräfenheit sünde.

Woruß die leer probiert werde.

86b      ... Noch dennocht volgt vß disem allem nit / daß die diener / darumb sy sünder sind / vnd das alles nit thuond / das sy ander leerend / nit mer rächte leerer syend / oder die warheit nit sagen könnind / oder da jr leer nit mer ein rächte leer sye. Dann die leer deß dieners nit vß sinem läben oder wandel / sonder vß den wort Gottes sol bewärt werden / ob sy grächt oder vngrächt sye. Es füerend vil ein heiligs läben / vnd sind fromm vor der wält / als die sich ein zyt enthalten könnend / daß man nit bald args von jnen sagen kan: nütdestminder ist jr leer falsch vnnd wider das wort Gottes. Dargegen findet man diener die ein bösen wandel füerend / jre leer aber vß Gottes wort rein fürtragend: die selbigen sündigen sind bessere diener dann die obgemälten heiligen.

Wie man die falschen propheten vß jren früchten / wie ein boum vß sinen früchten erkenne.

Es spricht zwaren der Herr im heiligen Euangelio / wir söllind die falschen propheten von jren früchten erkennen / glych wie wir ein guoten boum von siner guoten frucht erkennind / ein bösen boum aber von der bösen frucht. Vnd hieruß schlüssend die Töuffer / vnd diewyl dann der predicanten frücht böß syend / so volge vnwidersprächlich / daß sy falsche propheten syend / vor denen man sich hüeten sölle / usw. Aber darzuo sagend wir hie / daß nit einerley guoter früchten syen / deren die heilig geschrifft gedenckt. Dann es ist ein allgemeine guote frucht der guoten wercken / die von allen glöubigen menschen fürgebracht sol werden / by denen man kenne welche guot oder böß syend. Vnnd hie sind das guote böum / die guote werck thuond: böse böum / die böse werck thuond. Vnd von disen früchten redt der Herr hie in angezognen worten nit fürnemlich. Dann hienäbend den allgemeinen früchten sind ouch besondere vnd vnderscheidne frücht. Es tragend wol alle fruchtbare böum frücht: die frücht aber ¦87¦ sind nit einerley / sonder vnderscheiden nach der art vnnd eigenschafft der böumen / also daß man den öpffel boum by den öpfflen / den birboum by den biren erkennt: vnd treit der öpffelboum nit biren / noch der birboum öpffel: oder wie der Herr selbs spricht / Samlet man ouch truben von den dörnen? oder fygen von den distlen? Diewyl dann hie der Herr von propheten redt / so muoß man ye durch die frücht nit allerley / sonder die prophetischen frücht verston. Der prophet ist wol ein mensch / der mit anderen menschen allen / die frücht guoter wercken tragen sol: aber besonders ist er yetz zum propheten oder zum prediger gesetzt. Was ist yetz hie sin besondere frucht / by deren man erkennen sol / ob er ein guoter oder ein böser boum sye? Die leer ist dise besonderbare frucht. Vnd ist hie ein guote vnd ein böse frucht oder leer. Die ist guot / die vß den wort Gottes genommen / vnd glychförmig ist der Apostolischen leer: die aber ist böß / die nit also ist. Darumb by der leer sol man den propheten / ob er guot oder böß sye / erkennen. Daruf sagend wir yetz / daß der prediger wol mag mit anderen menschen prästhafft syn / vnnd nit haben alle frücht der guoten wercken / vß dem selben aber sol er yetzt in sinem ampt nit gerichtet werden / daß er ein böser boum sye / sonder vß den früchten der prophecy sol er gerichtet werden / also daß man jn für ein guoten boum erkennen sol / wenn sin leer grächt vnd guot ist. ...

87        Die Töuffer setzend jre sachen vff jre eigne werck.

87b      Der handel deß diensts / deß worts vnd der heiligen / Sacramenten stadt vff Gott vnd siner krafft / nit vff den menschen.

88        ... Dann Gottes allein ist alle eer / krafft / gwalt / gnad vnnd heil: deß dieners aber ist der vsser dienst nach dem wort. Dannenhar werdend die diener genennt Gottes schaffner / vnnd vßteiler der geheimnussen Gottes 2.Corinth.4. ...

... Oder was wirt die gaab grösser oder minder durch deß botten gelägenheit? Das ist wol war / daß sy vns lustiger ist zuo empfahen von einem gesunden dann von einem krancken botten: nütdestminder ist die gaab an jren selbs allwäg vnuerenderet. Also / ob wir schon ouch mer lusts habend an Göttlichen gaaben / wenn sy vns von guoten oder gsunden / vnd nit von bösen oder krancken zuogedienet werdend / blybend sy doch an jnen selbs vnuerenderet der ¦88b¦ dieneren halben. Die alten habend hie das byspil von dem wachs ouch gäben / welches die form deß sigels empfacht / nit minder von einem blyginen / dann guldinen sigel: vnd daß das wasser einerley wassers ist vnd blybt / es rünne glych durch ein höltzine oder erhine oder silberine rören. Vnnd ob glych wol das wasser etwan von geschirren ein gschmack empfacht / mögend doch die gnaden Gottes durch vnsere prästen nienan verdärben oder stinckend werden.

88b     Daß ein leerer der recht leert / ob jm schon am läben manglet / nütdestminder ein guoter rechter leerer sye.   Cap.8.

Doch ich wil nit nun mit glychnussen / sonder ouch mit dem grund Göttlichs wort anzeigen / daß ...

Vff Moses stuol sitzen.

89        Judas wz ein Tüfel / vnd dennocht ein Apostel.

Ob doch so ein grüwlicher mangel sye am läben der predicanten.

89b      Wir bekennend gern / vnnd mit demuot vor Gott / daß wir arme sünder sind: wir gestond üch aber deß nit dz jr vns all so grüwenlich verschreyend. ...

Die sünd der predicanten sol man nit schirmen / sonder straaffen.

Vnd hieby bezüg ich offenlich vor mengklichem / dz ich das alles nit darumb schryb / daß ich die sünd vnd ergernuß des predicanten schirmen wölle. Jch schry vnd leer mithinzuo ouch / dz die diener der kirchen söllind vnsträfflich oder vnklagbar syn. Jch sag ouch daß man billich mit denen / die ergerlich läbend / übel zufriden ist. Jn summa / Welcher sündet wider Gott vnd sin wort / er sye wär er wölle / insonders aber der predicant oder diener der kirchen / der sol buoß thuon vnd sin übel bekennen vnd berüwen / oder Gott wirt jn straffen. Jch sag ouch noch wyter / daß man mit ernst warnen vnnd straffen sölle die predicanten / die nit erbarlich läbend / ja daß man sy absetzen sölle / wenn kein besserung nit hernach volgt / vnnd sy in jrem ergerlichen läben fürfarend: wie dann ouch Paulus gebotten hat die elteren mit ernst zuo straffen. 1.Tim.5. Min disputation aber in diser sach dient allein dahin / daß man den dienst der kirchen vnd guote leer nit verdamme von etwas mänglen wägen der dieneren: vnnd daß jnen die menschen nit zeuil heiligkeit zuolegind / vnd vß jnen selbs machind / das sy aber nit sind. Da far ich yetzt in miner bewysung für.

Paulus fröuwet sich daß etliche das Euangelium predigetend / wiewol vß bösem grund.

90        Die Apostlen selbs habend nit alles gethon das sy andere geleert habend.

90b      Die heiligen sind demüetig.

90b     Daß die diener der Euangelischen kirchen nit darumb nit rächte leerer syend / vnd die warheit nit sagen könnind / daß sy pfründen besitzend: diewyl doch Christus selbs sampt sinen Apostlen besoldung vom predigen genommen / vnd den predigeren die zuo nemmen geordnet vnd erloubt hat.   Cap.9.

Die Predicanten nemmend lon von jrem predigen: darumb sind sy nit rechte leerer vnd diener Gottes. 7

91        Der Widertöuffern grund vmbkeert.

...der Töufferen grund vnd Schlußred / daß der / der von dem predigampt sin besoldung empfacht / nit mer die warheit predigen könne / ouch kein rechter Gottsdiener vnd leerer sye / ...

Welches buchprediger syend.

Buchprediger sind / eigentlich zuo reden / alle die vnberüefft / von deß buchs / nit von Gottes vnd schulden oder pflichten wägen / predigend / vnd das predigend das nit Gott / sonder den menschen / von denen sy gespyßt werdend / gefellig vnd anmuotig ist. ...

91b      Ob die prediger syend müessiggänger / vnd jr dienst ein müessiggang?

92        Die heilig geschrifft nennt den dienst der dienern der kirchen ein arbeit.

92b      Von den Pfrüenden.

Vnd hie irrt die Töuffer insonders übel das wörtli / Pfruond / schryend / Die diener der kirchen söllind keine Pfrüenden haben. Frylich wüssend sy nit was das alt Tütsch wörtli / Pfruond / heißt: wie sy dann ouch vilen anderen dingen / vß luterer vnwüssenheit / widersprechend. Jr söltind dennocht wüssen was frümben wäre / namlich mit eigentlichen andingen bestellen. Also habend die alten geredt / Sy habind by den werckmeister das oder das zuo machen gefrümbt. Dahar kumpt das wörtli / Pfruond (das mithinzuo ouch etwas glychnuß hat mit dem wörtli Praebenda) ist als vil / als ein bestallung vnd bestimmung / ja besoldung / welche man dem / den man an ein ampt bestelt / zuo gäben geschöpfft oder bestimmt hat. ...

93        Groß pfrüenden besitzen.

Aber von der kleine oder grösse der pfrüenden / daruon die Töuffer gar nydigklich vnd verbünstig redend / gäbend wir hie keinen anderen bescheid / dann daß weder die grösse noch kleine stande in vnserem willen /gefallen oder gewalt. Die Christenlichen Oberen oder verordnete der kirchen / Schaffner vnd anwält / bestimmend hie die besoldung oder pfrüenden / nach gelägenheit der zyten / orten / personen / ja nach dem man vermag vnnd die notturft erforderet. ...¦93b¦ ... Trybt aber neißwar der dieneren vß rychtagen ein pracht / vnd fart hoch dahar / der thuot vnrecht / vnd sol gestrafft vnd abgestellt werden: man findt aber gemeinlich by den gemeinen dieneren mer zimlicher armuot dann zimlicher rychtag. ...

93b      Vergäbens habend jrs empfangen / vergäbens gäbends.

... er redt aber von der gnad vnnd krafft deß gesund machens / vnd nit von dem dienst der kirchen. ... Hie bekenn ich aber fry / daß es mir gar nicht gefalt / wenn die predicanten mit kostlicher waat hochfart trybend / oder mit vngewonlicher kleidung sich üppigklich vnd ergerlich stellend: also ouch wenn sy zuo vil schlurtzächtig vnd schmusantisch / oder wie die karrer vnd fryheitzen dahar ziehend. Denen wil ich gar nüt gefürmündet haben. ...

94        Paulus hat mit sinen eignen händen gearbeitet.

Die prediger Christi sind nit wölff.

94b      Die belonung der predigeren ist jr recht eigenthumb.

Der zwäck dieser disputation.

95        Christus vnd sine Apostlen habend besoldung oder lon von jrem dienst oder predigen genommen.

96       Daß die ordnung der prophecy von Paulo beschriben 1.Corinth.14. den Töuffern zuo jrem fürnemmen / die Euangelischen predginen zuo verhinderen vnd zuo verwirren / gar nüt diene / vnnd was es für ein ordnung gewesen sye.   Cap.10.

Von den articklen der leer.

Die leer in den Euangelischen kirchen nit fry / sonder angebunden. 8

96b      Von dem verstand der ordnung Pauli 1.Cor.14. von den propheten.

97        ... Dz aber sömlichs der rächt anlaß sye diser disputation vnd ordnung Pauli / züget gnuogsam der gantz Text / so man jn eigentlich besicht. Dann ich hie der vralten der heiligen geschrifft vßlegeren nit gedäncken wil / dz die Töuffer nit schryen mögind / wir buwind vff vätter vnd menschen leer: wiewol ich dennocht lieber vff sy / dann vff die Töuffer buwen wölte. Besähe man aber grad die wort Pauli / die sy selbs hie ynzogen habend. ...

97        Das end vnd der zwäck der gaaben Gottes.

Von dem rächten bruch der spraachen in der kirchen.

97b      Von dem rächten bruch der prophecy.

... Vnder denselben / spricht Paulus / sölle ouch ein ordnung syn / daß nit ein yeder oder vil mit einanderen redind / sonder daß nun zwen oder dry einanderen nach (so es not wäre) reden / die anderen aber all still schwygen vnd zuolosen söllind. Er nennts stillschwygen / richten oder vrteilen / das ist geflissen hören / wol bedenken vnd ermässen / ob das gesagt wirt / der regel deß gloubens vnd göttlichen worts gemäß sye. Vnd heißt das gesagt wirt / nit boßlich vnd one not verwerffen / vexieren / mit zangk anfächten /vnnd in ein verwirrung ziehen / usw. Damit aber ouch hierinn von zweyen oder dryen kein böse gefaar gebrucht wurde / setzt Paulus hinzuo / So aber ein offenbarung beschicht einem anderen / der da sitzt / so schwyge der erst. Da er frylich nit redt von einer falschen offenbarung / die nit vß dem geist Gottes / sonder vß böser anfächtung deß menschen entspringt / sonder die gwüß / warhafftig / nütz / notwendig vnd der regel deß gloubens vnnd göttlichen worts gemäß ist.

Das ort 1.Corinth.14. dienet den Töufferen nit.

... für üch vnd für üwer vnordenlichs ja bößlichs ynbrächen in die kirchen ...

98        ... Jr sind hie in disem üwerem handel nit vnglych denen die sich nit abwysen lassend / vnd ouch ymmerdar mit dem öl by den krancken vmbgond / darumb daß es in der alten Apostolischen kirchen gebrucht worden ist / by vnnd zuo der gnad deß gsundmachens der krancken vnnd kranckheiten / als wir dann läsend im Euangelio Marci / Vnd sy salbetend vil krancker mit öl (Marci 6.) / vnd heyleten sy: derglychen ouch geschrieben stadt Jacobi 5.cap. Aber sintmalen die gnad vnd gaab deß gsundmachens in der kirchen abgangen ist / behalt man one frucht die ordnung deß salbens.

Etliche gaaben in der kirchen abgangen

Es sind zwaren in anfang der kirchen etliche brüch vnd vil wunder vnd zeichen in der kirchen gewesen / die aber nit mer im bruch / sonder abgangen sind / als insonders die gaab der spraachen / wie sy domalen gäben ward. Dann nach dem der Christen gloub gnuogsam durch die Apostel angericht / vnd mit vilen zeichen vnd wunderen befestnet was / hortend die zeichen vf. Vnd könnend wir vns dises abgangs hüt gar nüt beklagen. Vnd so nun jr die frömbden spraachen weder könnend / noch vßlegen mögend / lieber mit was frucht prophetend jr dann? oder was ist doch üwers propheten?

98        1. Jr mögend all propheten.

98b      Wenn dem sitzenden ein offnung beschicht / schwyge der erst.

99        ... Wöllend jr nun alle vff ein predig üwere kunst vnnd wyßheit vßstossen / wenn wirtt dann die gmeind enden? besonders wenn ein yeder geist mit siner offenbarung wil war (wie es dann vnder üch zuogedt) vnd recht haben?

Mit den Töuffischen prophecyen wirt die recht ordenlich predig abgethon.

Wär kann hie nit sähen wohin dises spyl vnnd propheten zuo letst geradten wirdt / frylich zuo keiner vfbuwung oder verbesserung / sonder zur zerstörung. Dann die recht ordenlich predig wirt yngezogen / verhinderet vnd zerstört / die einfalt leer mit zancken vnd zwyfelhafftigem fragen vnd verwornem gfretz verwicklet vnd verbitteret / vnd hiemit der gantz kirchgang zerströuwt vnd zuo nüte gemacht. ...

99b      Das pfund nit in gwerb legen. Matth.25.

Dann jr wöllend ymmerdar propheten syn / vnd könnend aber nüt / vnd habend die gaaben der propheten nit. ...

3. Die gmeind ist nit an prediger gebunden.

... Man hört vnd erfart sunst vil vnd gnuog / daß jr nit gern mit guoten ordnungen gebunden sind / vnd üwern pfarreren zuogethon sind / wie guote schäfly jren hirten. Aber da wirt in vnseren kirchen niemants gebunden an einiches predigers leer / wenn er die vnwarheit prediget / vnd darff man jn von wägen der gepredigeten vnwarheit wol ansprächen / zuo red stellen vnd straaffen. Daß jr aber sömlichs ymmerdar thuon wöllend offentlich / mit bitterem widersprächen in der gmeind / zickt ymmerdar vff üwere vnruowige art / vnnd vff üwere sucht / ergernuß / vnordnung / vnd zwytracht anzerichten. Vmb guoter ordnung vnd minder anlasses willen / gezänck vnd vnradt in der kirchen anzerichten / ist es nicht gewon in vnserer kirchen / dz ein yeder dem prediger in die predig falle / vnd sin anfechtung da vßstosse. Vnnd sömlicher gewonheit schämend wir vns gar nit / diewyl sy im wort Gottes wol gegründet ist. ...

100      Verstopfen die flüß deß läbenden wassers.

Jn der kirch wirt verbotten zuo reden onet dem prediger.

100b    Die Töuffischen kirchen / nach jrem eignen vrteil sind nit rächte kirchen.

... (1.Kor.14) ... Dann wir ye die predig deß reinen göttlichen worts mit rächter ordnung / mit zierlicher zucht / vnd guotem friden / vnnd darzuo ouch vnd mit besserung habend: ...

101     Daß man die heilig göttlich gschrifft vßlegen sölle / vnd müesse / vnnd wie man sy rächt vnd Christenlich vßlegen möge/   Cap.11.

Von der vßlegung der geschrifft.  9

... / daß der predicanten ampt ist nit nun den Text göttlicher geschrifft vorzuoläsen / vnd by dem buochstaben blyben / sonder ouch den selben nach gelägenheit der orten / zyten vnd personen / ja nach Christlichem verstand / zur leer / zur vermanung / zur straaff / zum trost vnd zur besserung oder vfbuwung zuo richten. ... / die leer oder die wort vnnd buochstaben der geschrifft / mit Christlichem verstand rächt vnd zur besserung fürtragen / dz mit jren der zuohörer geistlich gespyset vnd vfbuwen werde im glouben vnd der liebe?

Die predigen sol man als das wort Gottes hören.

Vnnd wenn die predicanten nüt anders fürtragend / dann äben das im wort Gottes / dem sinn vnd verstand nach / begriffen ist / ob das glych wol mit anderen vnnd vil mer worten fürgetragen wirt / sol es doch darumb nit als deß menschen wort / vnd ytels gedicht verachtet vnd verschetzt werden. ... so verr es dennocht ouch von sinem rächten sinn vnd verstand nit veränderet vnd abgeschrentzt wirt.

101b    Die gschrifft sol nit vßgelegt werden nach eines yeden verstand. 2.Pet.1.

Daß man sölle vnd müesse die gschrifft vßlegen.

Zum ersten / daß man sölle vnd müesse die gschrifft vßlegen / leert vns die selbs erfarung in heiliger Göttlicher geschrifft / welche vil / ja vnzalbar / sprüch hat / die man keins wägs nach dem buochstaben / oder den blossen worten nach verston kan noch sol: als das geschriben stadt (Johan.1.) / Das wort ist fleisch worden. Dann Gott ist nit mensch worden / vff die wyß deß werdens / wie wasser zuo wyn ward zuo Cana: dann das wasser was nit mer wasser / sonder was zuo wyn worden / vnd was da nüt dann nun allein wyn. Gott aber ist vnwandelbar vnd ewig / hört nit vf / vnd kan ouch nit in ein ander ding gewendt vnd keert werden. Darumb ist das wort nit also fleisch worden / daß das wort verwandlet / vnd yetz nüt dann fleisch sye: sonder das wort / das ist Gott / ist an sinem wäsen bliben / hat aber in dem lyb der Jungkfrouwen Marie das fleisch angenommen / daß vnser Herr Christus yetz miteinanderen ist warer Gott vnd mensch. Vnd disen verstand gibt vns in die hand Paulus / der zuo den Hebreeren spricht (Hebr.2.) / Christus habe den Abrahe angenommen. Merck daß er spricht Angenommen. Da ye eins syn muoß das annimpt / das ander das angenommen wirt. ..  ¦102¦ Aber die beide werdend nun ein person. ...

102      Von der Jungkfrouwschafft Marie / vnd den brüederen Christi.

Vor jaren kam hie von der Töuffery wägen in gefängknuß ein verwirrter mensch / welcher durch den buochstaben der gschrifft dahin kommen wz / dz er fry sagen gedorfft / Maria die ewig rein Jungkfrouw / hette nach vnserm Herren Christo by Josephen noch mer sünen gehebt. Vnd als ich jm fürhielt / das wärind der gschrifft vngemässe / dem Herren Christo / siner reinen muoter / vnd dem heiligen Josephen vnwirdige abschüchliche gedancken / die vor zyten der vnrein Secter Heluidius gehebt hette / vnd gebürte keinem Christen sömliche ergerliche meinung zuo halten oder leeren. Antwortet er / Deren miner meinung hab ich heytere gschrifften. Deß ich begärt / daß er mir sömliche zeigen wölte: zeigt er mit vß Mattheo dise wort / Vnd er (Joseph) hat sy (Mariam) nit erkennt / biß sy jren ersten sun geboren hat: vnd dz Jacobus heyter genennt wurde ein bruoder deß Herren / usw. Vnd da stüende der buochstaben klar / vermeint ouch man sölte jm den nit anders vßlegen dann eben wie er lute / usw. Daruf ich jm vilfaltig anzeigt / daß man die gschrifft vßlegen müeßte / vnd grad die ort die er anzogen hette: doch ouch nit nach vnserm guotduncken / sonder nach vnd mit der gschrifft / vnd mit dem glouben selbs. Da gäbe aber der gloub / vnd bekenne heyter / daß Maria sye ein Jungkfrouw / frylich vor / inn / vnd nach der geburt Christi / als ouch Jsaias (7) vnd Ezechiel (44) bezüget habend. Darumb sye die zügnuß Matth.1. Er hat sy nit erkennt / biß sy jren ersten sun gebar Jesum / ein besundere art vnd gattung zuo reden: glych wie man lißt von der Michal Dauids hußfrouwen / Vnd Michal Sauls tochter hatt kein kind / biß an den tag jrs todts. Dann wie vß diser red nit volget / daß Michal in vnd nach jrem tod kinder gehebt habe: also volge ouch nit / daß nach der geburt Christi / Joseph Mariam erkannt habe. Das dann Jacobus der minder ¦102b¦ im Euangelio ein bruoder deß Herren genennt werde / beschähe aber nach art der gschrifft / welche bruoders vnd schwester kind / brüedern nenne. Dann Abraham nennt Loth sinen bruoder (Gen.12. vnd 13.): vnnd was aber Loth nit Abrahams bruoder / sonder Abrahams bruoders sun / namlich Arans. Vnd als er daran nit kommen wolt / zeigt ich jm daß Jacobus der deß Herren bruoder genennt wirt Marci 6 weder Josephen zum vatter / noch Mariam die muoter Christi / zur muoter gehebt habe. Dann Jacobus sye gewesen Alphei sun vnd Marie / Marie aber nit der Jungkfrouwen / sonder Alphei wyb / welche was Marie der Jungkfrouwen schwester. Dann Johannis 19. wirdt sy ein schwester Marie / vnd von jrem vatter Maria Cleophe genennt. Das zeigt ich jm wyter vß dem 10.Matth. cap.6. vnnd 15.Marci / usw. daß er bekennen muoßt / er hette geirrt / vnd die gschrifft nit ermässen / vnd darumb ouch nit verstanden / welche rechter vßlegung wol bedörffte / usw. ...

102b    Wie man die heiligen gschrifft vßlegen möge.

Nach dem wir nun gwüß habend / daß man die heiligen geschrifft vßlegen sol / so wöllend wir für das ander besähen wie man sy vßlegen sölle. Dann der glöubig sol ye nit annemmen eines yetlichen yetliche vßlegung. Der heilig Johannes heißt vns die geist bewären / ob sy vß Gott syend oder nit. Vnnd hie müessend etliche gemerck syn / by denen man deß rechten oder vnrechten verstandts geware / ja es müessend gemein reglen vß dem waren wort Gottes genommen / in den vßlegenden vnnd zuohörenden syn / durch welche man zuo rechtem Christlichen verstand yngefüert / vnd vor vnrechtem vnchristlichem verstand verhüetet ¦103¦ werde: (1) als daß jm ein yetlicher ynbilden sol / das wie die heilig geschrifft nit von vnd vß dem menschen entsprungen oder härkommen ist / sonder von Gott selbs angäben / vnnd durch sinen geist yngeistet: also sölle man den rechten verstand der gschrifft von keinem fleisch / sonder von dem geist / durch welchen sy yngeistet ist / begären vnd empfahen. Vnd hie merckt ein yetlicher wol daß hierzuo vil bättens vnd glöubigs anrüeffen hören wil / daß ouch ein yetlicher sich mit allem ernst flysse der demuot / niderträchtige / einfalte / heiligkeit / vnd reinigkeit / frid vnd einigkeit. Dann der heilig geist liebet dise tugenden / hasset aber vnd flücht hochfart / hochmuot / boßhaffte / vngeistliche rouwe hertzen vnmd alle vnreinigkeit / vnfriden / zanck / nyd / hassz vnd zwytracht / oder vneinigkeit. (Jacobi 3.)

(2) Demnach sol vnd muoß die recht vßlegung der gschrifft keins wägs zuo wider syn (wie ouch daoben in disem werck gemäldet ist) den articklen vnseres heiligen / waren / vngezwyfleten Christlichen gloubens / vnd Christlicher liebe / Gottes vnnd deß menschen. Dann Paulus spricht zuo den Römeren (Rom.12.) / Jch sag durch die gnad / die mir gäben ist / einem yeden under üch / daß keiner sich vermässen sölle / mer zuo wüssen dann man wüssen sol / sonder ein yeder wüsse zuo der maaß vnd rechten wüssen: nach dem vnnd Gott einem yeden die maß deß gloubens vßgeteilt hat. Vnd widerumb vergryfft der selb Apostel alle geschrifft in ein kurtze summ / vnd spricht (1.Timoth.1.) / Die houptsumm deß gebotts ist die liebe / von reinem hertzen / von guotem gewüssen / vnnd von vnglychßnetem glouben. Dann ouch vnser Herr Christus zuo vor geleert / vnnd gesprochen hat (Matt.7.22.) / Was jr wöllend das üch die lüt thüegind / das thuond ouch jr jnen. Dann das ist das gsatz / vnnd die propheten. Vnnd widerumb / Das fürnemmist gebott im gsatzt ist das / Du solt den Herren dinen Gott lieben / von gantzem dinem hertzen / vnd von gantzer diner seel / vnnd von gantzem dinem gemüet. Vnd das ist das fürnemmist vnd grössest gebott: das ander aber ist dem glych / Du solt dinen nächsten lieben als dich selbs. Jn disen zweyen gebotten hanget das gantz gsatz / sampt den propheten. Darumb vnwidersprächlich vß diser Göttlichen warheit volget / daß alle vßlegung der gschrifft / die mit dem glouben vnd der liebe Gottes vnnd des nächsten nit mitstimpt / vnrecht vnd zuo fliehen ist: welche aber vff dise vil ernennten stuck / vff den glouben namlich / vnnd vff die liebe gadt / ob jren glych etwas in ander wäg manglet oder ¦103b¦ abgadt / ist ein rechte vßlegung / vnd keins wägs zuo verwerffen.

(3) Wyter sol hiemit die recht vßlegung vor allen dingen dienen zuo der eer Gottes / nit zuo der eer der creaturen oder deß menschen / vnd daß man thüeye den willen Gottes. Dann vnser Herr Christus spricht heiter im Euangelio (Johan.5.) / Wie mögend jr glouben die jr von einanderen eer nämmend / vnd suochend die eer nit die von Gott allein har kumpt? Vnnd widerumb (Johan.7.) / Min leer ist nit min / sonder desse der mich gesandt hat. So yemants wil deß selben willen thuon / der wirt diser leer halben verston / ob sy vß Gott sye / oder ob ich vß mir selber rede. Wär vß jm selbs redt / der suocht sin eigne eer: wär aber des eer suocht der jn gesendt hat / der ist warhafftig / vnd in dem selben ist kein vngerächtigkeit.

(4) So dann sind noch andere gmeine reglen / nach welchen man sol und muoß die geschrifft vßlegen / als das man einem ort das etwz zwyfelhafft oder dunckel ist / andere ort die klärer sind entgägen setzen / vnd es also erlüteren sol. Dann nach der vile vnd heitere der sprüchen der gschrifft / söllend die minderen vnd dünckleren erklärt werden. Wie ouch Petrus der heilig Apostel lert 2.Pet.1. vnd vnser Herr Christus mit sinem byspil (Matth.4.) / da er dem Tüfel / der gschrifft ynfuort / ein ander ort der geschrifft entgägen satzt.

(5) Also dienet ouch vil zuo erklärung der gschrifft / wenn mann die vmbständ / als zyt / ort / person / anlaß / vrsachen / vnd der glychen / eigentlich besicht vnd ermißt: als Paulus gethon da er fraget / wenn Abraham der glouben sye verrächnet zur gerächtigkeit / vor oder nach der beschnydung? Derglychen exemplen vil mer möchtind anzeigt werden. Hiemit wöllend wir vns aber vernüegen lassen / vnd anzeigt haben / daß vnsere leer / vnser kirchen / von der vßlegung der gschrifft / nüt vnrächts noch vnchristenlichs haltet / vnd vns deßhalb die Töuffer mit keinen fuogen oder einicher billigkeit ützid anzuoklagen / oder so sy anders wöltind thuon das fridliebenden lüten gebürt / kein rächtmessige vrsach von vnsern kirchen abzuoträtten vnd absünderung anzuorichten habind. Vnnd hiemit wil ich ouch yetz / mit dancksagung Gott vmb sine gnaden / dises dritte Buoch wider die Töuffer enden.

Das vierdte Buoch wider die Widertöuffer.

104     Daß vnser heil allein stande in Christo Jesu vnd siner erlösung: von vns aber angenommen werde durch den glouben / vnd nit durch die werck: vnnd daß dise leer die war Prophetisch / Euangelisch vnd Apostolisch leer / vnd nit ein zeuil ringferige leer der predicanten sye.   Cap.1.

Der predicanten leer vil zuo ringferig für diese wält. 10

... Dann die wält / wenn sy höre / das alles heil in der gnuogthüeyung Christi stande / vnd wir durch den glouben / vnnd nit durch die werck / fromb werdind / bringe sömlichs nüt dann liederliche in lüten. ...

104b    Ordnung der handlung dises 10.artickels

Von der volkomnen gnuogthüeyung vnsers Herren Christi für vns armen sünder.

105      Allein in Christo Jesu stadt vnser heil.

105b    Sünd heißt hie sündenopffer / oder gnuogsamme bezalung der sünden / angebildet in dem sündenbock / Leuit.16.

Durch den glouben in Christum wirt Christus vnd sin heil von vnd angenommen.

106      Vnderscheid oder geschlächt der wercken.

106b    Allein durch den glouben / nit durch die werck werdend wir fromm.

Erwysung dieser leer.

107      Vnsere leer ist nit ringferig.

... Vil mer wirt das zuogedäncken syn / daß die Töuffer zuo vil ringferig sind mit jren vrteilen. Vnd verman ich hie alle Christen daß sy sich hüetind vor allen denen Töufferen die vnsere gsunde leer vonn der rächtfertigung oder von dem heyl der menschen / ein zeuil ringferige leer syn schetzend. Dann diewyl es jnen fält an disem rächten vnd fürnämpsten houptpuncten / so mag vnd kan nüt grundtlichs mer / wäder grächts noch heilsams by jnen syn.

107b    Die Euangelisch leer von alter har gezigen der lychtferigkeit. Roma.5.

107b   Was die Euangelisch vnd Apostolisch ler von den guoten wercken leere: vnd daß man nütdestminder die leer von dem allein grächt vnd heilmachenden glouben in der kirchen Christi / vnuerfelscht vnd rein behalten vnd predigen sölle vnd müesse.   Cap.2.

107b    Vß dem glouben folgend guote werck.

... Vnnd bekennend eigentlich war syn / daß wie vß einem guoten baum wachßt guote frucht / also thüeye ouch der glöubig vß warem glouben guote oder grächte werck. Welche aber den glouben rüemend vnd keine zeychen oder frücht des waren gloubens habend / zeigend damit an / daß sy mer sind glychßnete / dann ware Christen. ...-

108      Wir werend nit die guoten werck / sonder die irrthumb die sich anhänckend den guoten wercken.

... als da sind nachuolgende mängel / daß ein yeder jm selbs erdenckt guote werck / nach sinem gefallen / welche wäder vß dem glouben / noch vß dem geist Gottes / noch ouch nach den gebotten Gottes sind vnnd beschähend / ja wenn sy nit ouch wider das wort Gottes beschähend: item / das man die guoten werck darfür hat / sy verdienind vns das eewig läben / vnnd das vß sömlicher vrsach die menschen vff sy buwend vnd vertruwend / vnd sich darzuo jren berüemend / vnd sagend sy habind das gsatzt erfüllt vnd für jre sünd gnuog gethon / vnd den himmel verdient: item / daß ¦108b¦ man sagt die guoten werck syend so nodtwendig das eewig läben zuo erlangen / daß one sy niemants sälig werden möge / noch niemants ye one sy sälig worden sye: vnnd was derglychen irrthumen me sind / denen ja werend wir mit dem göttlichen wort / damit das heil dem allein zuogäben werde / dem es allein hört.

108b    Wie vnsere werck syend die gerächtigkeit.

Vnnd darumb wenn vnsere werck / die wir vß dem glouben thuond / gerächtigkeit genennt werdend / gäbend wir den bescheyd / daß sy nit von vnser selbs wägen also heissend / sonder von wägen der gerächtigkeit Christi / die durch den glouben vnser worden / vß der selben erwachsen / vnnd Gott deßhalb gefellig ist / deren er ouch belonung verheißt vnd gibt.

Was in disen letsten zyten sölle geprediget werden.

Vrsachen warumb man die leer von dem allein grächtmachenden glouben in der kirchen vnuerfelscht vnd rein behalten vnd predigen müsse.

109      Alle eer ghört Gott allein.

... Ja wenn diser houptpuncten Christenlicher leer nit bestadt / wenn er nit rein vnd vnuerseert blybt / so wirt nit allein die gnad Gottes verschupfft / sonder die verheissungen habend kein platz mer / vnd über das alles wirt vnser heil den menschen gantz zwyfelhafft vnd vnnütz / vnd hiemit ouch den gwüßninen jre versicherung vnd trost benommen.

Die gnad verlougnet.

109b    Die verheissung Gottes abgethon.

Das heil zwyfelhaft vnd vngewüß gemacht.

... Wo dann warer gloub ist / da ist ouch allerley frucht guoter wercken. Wo aber der gloub nit ist / da sind keine guote werck / sonder ytel sünd / als Paulus heyter züget Rom.14 vnd Hebr.11. Darumb söllend die lüt guote werck thuon / so müessend sy vorhin glouben. One die vorgänd leer deß gloubens arbeitet man vergäbens mit der leer der guoten wercken.

Vnsere leer von dem glouben vnd den wercken ist Christlich.

110      ... (da wir doch die werck nit verwerffend / sonder an jr ort eerlich stellend / da ouch schirmend vnd rettend) ...

110     Von dem rechten end vnd bruch deß gsatzt Gottes / oder warumb / oder worzuo vns Gott sin gsatzt geben habe: vnnd ob es von vns möge erfüllt werden / oder wie es erfüllt werde?   Cap.3.

110      Das gsatz halten.

... wider die Töuffisch vnwüssenheit / welche aber ¦110b¦ nütdestminder ein fürpündige hocherlüchtete wüssenheit syn wil / ... [folgt eine Darstellung „von deß gsatztes end vnd bruch“]

110b    Das gsatz Gottes ist gäben die sünd dem menschen anzezeigen.

111      Das gsatzt vnd Euangelium gägen anderen gesetzt.

Moses banet zuo Christo.

111b    Wie das alte volck ein fleischlich volck.

Wie Christus vßlege das Gsatzt. Matth.5.

Besich hernach das 5.capitel.

112      Das gsatz ist ein regel vnsers läbens / vnd ein register der tugenden vnd lasteren.

Das gsatzt Gottes züchtiget vnd strafft.

Von dem erfüllen des gsatztes.

112b    Der mensch erfüllt das gsatzt nit vß sinen krefften.

113      Vnsere rechte erfüllung deß gsatzes ist Christus.

Wilt du zum läben yngon / so halt die gebott.

... Dann der halt die gebott eigenlich / der das thuot / darumb fürnemlich die gebott gäben sind: sy sind aber fürnemlich gäben / dz der mensch durch sy in sich selbs gange / sin blödigkeit erkenne / vff sich selbs nit buwe / sonder vff Christum vertruwe: darumb wär in Christum gloubt / der wirt in himmel yngon. Dann er hat die vollkommen gerechtigkeit Christi / welcher dem gsatzt hat gnuog thon. Darzuo wirt er sich ouch durch den glouben vß dem geist Gottes der gebotten flyssen nach jnen zuo läben / vnd im geist / nit im fleisch / zuo wandeln. Dann für das dritt ¦113b¦ ist zuo wüssen / dz in allen denen / die vß gnaden in Christo durch den glouben fromm vnd grächt gemachet sind / vnd denen die gehorsame vnd gerechtigkeit Christi vfgerechnet wirt / ein träffenlicher flyß vnd ernst ist nach dem gsatz oder nach den gebotten zuo läben / vnd die zuo erfüllen.Vnd wiewol von angeborner blödigkeit kein mensch zuo der vollkommenheit kumpt / daß er das gsatz gantz erfülle / nütdestminder gefalt dem Herren der glöubigen flyß vnd anhalten / insonders von deß wägen / daß sy Christo yngelybet sind / vnd deß vollkommenheit habend / daß man also von den glöubigen sagen mag / sy erfüllind das gsatz / ja der gstalt wie yetzund erlüteret ist / aber nit vß jren krefften vnd allenklich.

Warumb vnmüglichs gebotten.

113b   Ob von der leer wägen die Paulus leert von dem veralten deß Alten Testaments / vnd dz wir vnder der gnad / nit mer vnder dem gsatzt sind / daß gsatz Gottes keinen platz mer habe / vnnd nüt gälte vnder den Christen.   Cap.4.

114      Die Predicanten vermischlend Alt vnd Nüw Testament vndereinanderen. 13

114      Deß Töufferischen irrthumbs wurtzen vnd grund.

Vnd zum ersten wöllend wir anzeigen / daß sömliche der Töufferen irrige meinung von dem Alten Testament vnd Vättern / vnder jnen vfkommen vnd genommen oder entsprungen ist / vß vngrundtlichem verstand / ja vß einem schädlichen missuerstand der leer deß heiligen Apostels Pauli.  [die Täufer erkennen die Differenzierung des Paulus nicht: nicht alle, nur die Gesetzgerechten der Alten sind gemeint]

Merck hie vom span Pauli vnd siner widerwertigen.

114b    Von dem abthuon oder abgang deß gesatztes.

115      Christus lößt nit vff vnd vernütet dz gsatzt.

Wie das gsatzt sye abgethon.

115b    Die zähen gebott nit abgethon.

... Das ist wol war / daß in dem nüwen Testament / alles kürtzer in den glouben vnd liebe zogen vnnd gesammlet ist: noch dennocht blybt an jm selbs vnuersehrt das gsatz Gottes. ...

Wie eigentlich / vnd woran das gsatzt abgethon sye.

116      ... Dann diewyl das rächt wäsen da was / bedorfft man nüt mer der figuren / schatten oder anbildungen / die da zügetind er wurde noch kommen / der aber schon kommen was.

Wie die brüch eewig.

... Dann der Herr mer vff das gesähen hat das die ceremonien anbildet / dann vff den vssern bruch.

Christus ists alles in sinen glöubigen.

... Dann Christus ist vnsere pundtsladen. Christus ist vnser röuch vnd brandaltar. Christus ist vnser ewig opfer. Christus ist vnser einiger ewiger priester. Christus ist vnser lüchter / vnser tisch mit den schouwbrotten. Christus ist vnsere beschnydung vnd vnser Osterlamb. Christus ist vnser einiger ewiger heiland / vnd in jm sind wir veruolkommnet...

Die grichtsordnungen welcherley abgethon.

... Vnd diewyl wir aber nit wonend in dem land Chanaan / da aber vil der satzungen vff deß selben gelägenheiten gestelt sind ...

116b   Daß die alten Vätter in dem Alten Testament ein volck Gottes oder kirch mit vns Christen syend / einerley leer / gloubens vnd geists mit vns gehebt habind.   Cap.5.

Die alten vnd wir sind ein volck vnd kirch. 2

117      Ein einige allgemeine Christenliche kirchen / gemeinschafft der heiligen.

Der alten vnd vnsere leer ist ein leer.

Daß aber die alten vnnd wir einerley leer habind / kan man vß der art vnd eigenschafft der leer abnemmen. Dann wir habend die Euangelisch leer: die Euangelisch leer aber begryfft die leer von der besserung deß läbens / vnd von der verzyhung der sünden im Nammen Christi oder Messie. ... Yetzdann zügend das Gsatz vnd die Propheten / dz die alten kein andere leer gehebt habind dann die leer von der besserung deß läbens: deß alle Propheten voll sind. ... Vnnd zwaren wenn wir besähend die Propheten / insonders die Psalmen Dauids / die Prophecy Jsaie / Danielis / Zacharie / vnd anderer / sähend vnd befindend wir alle händel vnsers Herren Christi gantz vollkommen. ...

117b    Wie Christus vßlege das gsatz / Matt.5.

Vnd laße sich hie nieman irren / dz in dem heiligen Euangelio geschriben stadt / dz den alten gesagt ist / ich aber sag üch / etc. Dann er hiemit den vralten verstand deß gsatztes / der in sinem ersten ynsatz gewesen / vnd den die alten propheten und rechten Gottes diener gehebt habend / nit als vnrecht widerfächten oder abthuon oder verwerffen / vnd er ein gantz anderen vnd nüwen verstand / ja ein nüwe bißhär vnerhörte leer vff die ban bringen will / sonder den verstand / ja mißuerstand / wie ich grad hieuor ouch anzogen hab / will er verwerffen / den die Phariseer vnd gschrifftglerten oder Deuteroten wider den rechten alten verstand deß gesatztes / yngefüert oder vnder das volck Gottes gebracht hattend. Dann ye so ist das gesatz Gottes an jm selbs guot / heilig / gerecht / vnd vollkommen / ...

Der alten vnd vnser gloub ein gloub.

Welche nun einerley leer habend / wie könnend die selben zweyerley glouben haben?

118            Diewyl ich aber wol weiß daß es den Töufferen gar seltzam ist / wenn wir sagend die vralten lieben Gottes heiligen / ...

Abrahams gloub vnd vnser gloub.

Abraham hat den tag Christi gesähen. Johan.6.

Abrahams kinder heissend rächte glöubige.

Was S.Peter vom glouben der alten geleert.

Der heilig Petrus spricht in dem fürträffenlichen Concilio zuo Hierusalem / vnder allen glöubigen / wider die / die dem gsatzt die säligkeit zuogabend / als one das der gloub in Christum nit hälffen möchte / Was versuochend jr nun Gott / daß jr wöllend ein joch (das gsatzt) vff der jüngeren (Christen) hälß legend / welches weder vnsere vätter noch wir habend mögen tragen? ...

119      Was S.Paulus vom glouben der alten gelert.

Die vralten leerer zügend ouch / daß die alten vätter habind gloubt in Christum.

119b    Die alten vnd wir habend einerley geist.

... Derhalben ob glych wol Paulus gedenckt eines knechtlichen geists / hörend wir doch ¦120¦ wol / daß die alten ouch gehebt ein fryen geist / vnnd daß sy frye vnd erlöste gewesen sind. Es beschach wol die erlösung (deren anbildungen sy in den sünd vnd brandopffern / ouch in dem Osterlämbli hattend) hernach erst durch Christum / sy was aber den alten ouch krefftig / glych wie sy yetz ouch vns krefftig ist / die vor vil hundert jaren beschähen ist.

120      Johan.7[39] ...daß die wort Johannis / also lutend. (Dises aber hat der Herr von dem geist gesagt / den die empfahen soltend / die in jn gloubtend. Dann der heilig geist war noch nit / diewyl Jesus noch nit verklärt was) söllind verstanden werden (wie wir hernach im 7.cap. hören werdend) von der besonderen herrlichen rychen gaab deß heiligen geists / die den Jüngern vff den Pfingsttag / vnd hernach den glöubigen gäben ward: vnd nit daruon daß der heilig geist vor der verklärung Christi / weder in sinem wäsen gewesen / noch yemants daruor sye gäben worden. Vnd füerend deßhalb die Töuffer ermält ort Johannis vergäbens yn: dann sy damit nüt bewärend wider die alten glöubigen vätter / als ob sy gewesen syend one den heiligen geist.

120   Daß die alten Vätter mit vns Christen einerley erb vnd hoffnung / einerley anrüeffens / vnd glyche Sacrament gehebt / daß ouch Christus selbs vnnd sine Apostlen jr leer vnd thaaten mit den Altuättern leer vnd thaaten bewärt habind.   Cap.6.

120      Einerley erb vnd hoffnung der alten vnd vnser.

120b    Dauid von dem erb der säligkeit.

121      Alle heiligen deß Alten Testaments sind allein durch Christum zuor Säligkeit kommen.

Die heiligen vätter in der hell.

Das ort der abgescheidnen Altuätteren ist die schooß Abrahe / Luc.16.

121b    ... Sömlichs alles hat der Herr geredt vor siner vferstentnuß vnd himmelfart / vnd gnuogsam bezüget / daß das ort der lieben altuätteren abgescheidnen seelen / ein ort der ruowen vnd ergetzligkeit sye / usw. Hierüber bedarff es keines wyteren grüblens vnd der heimligkeiten Gottes ergründens.

Einerley anruoffung der alten vnd vnser.

122      ... Dann wenn sy in jrem gebätt gesprochen habend / Biß yngedenck Abrahams / Jsaacs vnd Jacobs / habend sy nit gesähen vff die seelen dieser herrlichen dieneren Gottes / vnnd vermeint daß sy Gott sölte von wägen der selben fürbitt erhören / sonder vil mer habend sy gesähen vff den pundt den Gott mit jnen gemachet / ja vff die verheissung Messiae deß gebenedeiten somens. ...

Johan.16.

Darumb daß in dem heiligen Euangelio vnser Herr zuo sinen jüngeren geredt hat / Was jr werdend den vatter bitten in minem nammen / das wirt er üch gäben. Bißhar habend jr nüt begärt in minem nammen: dienet nit dahin / daß niemant überal der alten vmb Messiae willen begärt habe erhört zuo werden / sonder daß die jünger / diewyl sy den Herren lyblich by jnen gehebt habend / welcher all jr sachen geschafft / vnd sy in allen dingen versorgt vnd versähen hat / sy domalen den nammen Christi nit der gestalt dem vatter fürgewendt vnd angerüefft habend / als sy aber nach siner himmelfart gethon / vnd vns alle gelert thuon / vnd im nüwen Testament gemeiner geworden vnd trüwlicher beschähen ist.

Jm alten Testament was allein das gebätt Gott angnäm das durch Christum vfgeopferet ward.

122b    Hiehar dienet ouch das vorbild deß priesters / welchen die gschrifft ein mittler nennt / nit daß er der rächt priester vnd mittler wäre / sonder daß er den rächten / einigen / ewigen priester vnd mittler anbildet. Darumb ouch die alten / nit vff das / das sy vor jnen sichtbarlich hattend / sahend / vnd vertruwtend / sonder vff das noch vnsichtbar was / vff den künfftigen gebenedeiten somen.So hat Daniel der prophet gebättet vnd gesprochen / Ach Herr / erlücht din angesicht über din verwüestet heiligthumb / von dines Herren wägen. Das wol etliche verdolmetschend / von dines selbs wägen: dem buochstaben nach aber heißt es / von deß Herren wägen. Dann frylich Daniel im grossen verlangen Christi deß Herren / vnd im styffen glouben vff den künfftigen Messiam / dises ernstlich gebätt Gott dem Herren vfgeopffert hat: ...

122b    Die Sacramenta der alten vnd vnsere sind glych.

Die Sacramenta aber der alten / als die Beschnydung vnd das Osterlamb / vnder welche wir ouch die opffer begryffend / sind by jnen nach gelägenheit der zyten / äben domals Sacramenta gewesen / wie yetzdan die vnseren zuo vnseren zyten sind: namlich zügnussen Göttlicher gnaden / anbildungen der künfftigen erlösung durch Christum / offentliche bekanntnussen deß waren gloubens / vnd pflichtungen zuo der vnschuld vnd liebe. ... Vnnd sol man hie insonders wüssen / daß es nit war ist / daß die vralten in jren Sacramenta nüt gehebt habind / dann nun den buochstaben / one den geist. ... Vnnd habend die alten glöubigen nie vermeint / daß sy vmb jres wercks willen / dz sy namlich das Sacrament gebruchtend / Gott wolgefielind: sonder sy gloubtend / dass sy von Christi wägen / welcher in Sacramenten angebildet ward / Gott lieb vnd angenäm wärind. Vnd beziehend also vnsere vnd der alten Sacramenta einanderen wol / onet dz vnsere von den vergangnen vnd erfüllten dingen zügend / minder kostlich vnd arbeitsam / aber doch klärer vnd fürträfflicher sind.

123      Daß man in händlen deß nüwen Testaments wol möge anziehen die alten vätter vnd jre händel. 3

... der Töufferen bester grund / daruf sy falschlich merteils jrer sachen buwend / vnd sprächend / daß man in den händlen deß nüwen Testaments die alten vätter vnd jre händel / als die abgethon vnd vns nüt angangind / nienen anziehen / oder ützid damit zuo bewären vnderston sölle. ... warumb söltind wir dann nit jre leren vnd thaten oder byspil anziehen / ynfüeren / vnnd mit den selben bewären was zuo bewären ist? Es wäre dann sach / daß jre thaaten ceremonisch vnnd der gattung wärind / die allein gäben sind vff die zyt der verbesserung in Christo / vnnd dannethin söltend hinfellig vnd abgänd syn vnd werden. Dann mit denselben kann vnd sol man nüt bewären.

Christus vnd sine Apstlen bewärend leeren vnd thaaten mit der alten leeren vnd thaaten.

123b    ...von den zweyen fürnemmen articklen deß Nüwen Testaments / Von der vrstende der todten / vnd von der waren Gottheit vnnd Menschheit Christi / ...

124            ...Darumb volgt endtlich / daß es notwendig vnd Christenlich sye / daß man sich der Töufferischen falschen leer entschlahe / vor jren sich als vor betrug vnd verfüerung hüete / vnnd mit jnen kein gmeinsamme habe: als die sich nit allein von den glöubigen vff erden / sonder ouch von den heiligen alten vättern die im himmel sind / abgesünderet / ja ouch abgeschrentzt habend / damit sy ein gnuog abgesünderete kirchen gehaben mögind. Mich bedunckt zwaren sy habind sich nun zuo vil grob vnnd vnrein abgesünderet / diewyl sy sich von so einer grossen menge der heiligen abgesünderet habend. Der Herr gäbe jnen verstand / dz sy jr schwäre grosse irrthumb erkennind.

124     Von dem waaren vnderscheid deß Alten vnd Nüwen Testaments / ouch volcks / vnnd von der herrlichen klarheit vnd fryheit deß heiligen Euangeliums.   Cap.7.

Was vnderscheids Alt vnd Nüw Testament habind?

Hierüber thuond sy noch den allerletsten rung / vnd sprechend / wir vermischlind ja vnbillich / das aber Gott selbs gesünderet habe. Dann die geschrifft sündere ye vßerscheidenlich von einandren das Nüw vnnd Alt Testament / vnd gedäncke eins fleischlichen Jsraels. ...

Vnnd vor allem bekennen wir gern / daß vnder dem alten volck Jsraels vil gewesen sind / die den geist vnnd verstand der figürlichen dingen nit gehebt habend / vnnd deßhalb fleischlich gnuog gewesen sind. Dann ouch die Propheten vil spans vnd arbeit mit den selben gehebt. Vnd das ist kein wunder: diewyl ¦124b¦ ouch hüt by tag in dem klaren liecht vnder den Christen sind / die ouch noch fleischlich gnuog sind / vnd kleinen verstand habend der geheimnussen Gottes: doch kann vnnd sol man nit ein gantz volck von etlicher wägen gar fleischlich schetzen.

124b    Das Nüw Testament ist klärer.

Zum ersten ...

125      Darumb gibt der heilig Chrysostomus ein schöne glychnuß hieruon / vnd spricht / es habe ein gestalt mit disem vnderscheid / als so ein triumph eines künigs bloß mit der kolen entworffen werde: doch dz man darinn wol sähen möge das gantz wäsen deß triumphs: vnd also hab es ein gstalt mit dem Alten Testament: das Nüw Testament aber sye ein schön gemäld deß triumphs / vßgestrichen mit läblichen farwen.

125      Im Nüwen Testament ist das wäsen selbs / vnd erfüllung.

Zum anderen ...

Das joch das die alten getragen / ist den Christen abgenommen.

... So falt yetzund dahin alles das by den alten in allerley anbildungen verschattiget fürgestelt was: ...

125b    Vnsere vnd der alten Sacramenta.

Dann die Beschnydung / das Osterlamb / sampt allen opfferen / welche nit one mercklichen kosten vnnd grossen apparat vollbracht wurdend / sind abgethon / vnd an jren statt kommen der heilig Touff vnd das Nachtmal vnsres Herren Christi: welche one allen kosten vnnd one pracht vnd einichen apparat / schlächt oder ring begangen / vil mer geists forderend dann vsserer ceremonien.

126      Im nüwen Testament sind alle Heyden das volck Gottes / vnd werdend alle rychlich begaabet.

Zum dritten und letsten / was die kirch vnd der dienst by dem alten volck in ein klein ländle yngeschlossen: ...

Nüwe leer nennen ich hie die / die nit am wäsen nüw ist / sondern am verkünden ein nüwe wyß hat. Dann alle leer deß nüwen Testaments gadt vff Christum.

126b    Beschluß dises handels.

126b   Daß die leer der predicanten von der liebe Gottes vnd deß nächsten / der heyligen geschrifft gemäß / vß jren genommen vnnd Christenlich sye.   Cap.8.

Die predicanten leerend von der liebe in jren kirchen nit rächt. 12

... vnser leer von der liebe ...

Die liebe vß Gott.

Die Liebe in Christglöubigen lüten / entstadt vß waren glouben / vnd wirt von Gott / glych wie ouch der gloub / gäben / durch den heiligen geist. ...

127      Gottes vnd deß nächsten liebe.

Dann wir leerend wyter / daß gedachte liebe sich vßstrecke vff Gott vnd vff den nächsten menschen / welche sy grundtlich vnd warlich liebet. Wir sagend ouch daß die liebe Gottes also mit der liebe deß nächsten verhafft oder vereint sye / daß eine one die ander nit sye / ja daß vß der liebe Gottes volge deß nächsten liebe: vnd daß man vß deß nächsten liebe spüren mag Gottes liebe: ...

Die maß der liebe Gottes.

Die maß der liebe deß nächsten.

Wär der nächst sye

Den nächsten aber nennend wir einen yetlichen menschen der nach der bildtnuß Gottes erschaffen an vns stoßt / vnd vnser hilff / radts vnd trosts bedarff.

127b    Hierhar dienet ouch zum teil das fuoß wäschen vnsers Herren Johan.13. ...

Was gmüets vnd sinns man vß der liebe fassen sölle

Darnäbend leerend wir ouch / wenn die glöubigen empfindend / dz sy in Gottes liebe ynbrünstig sind / den nächsten hertzlich ouch liebend / vnd jm dienend in der liebe / daß sy sich deß keines wägs ¦128¦ erhebind / vff diese jr liebe nüt vertruwind noch buwind / als ob sy durch sy werdind sälig werden / sonder daß sy vertruwind vff Gottes liebe / mit deren er vns geliebet / vnd vns sinen Sun zur bezalung vnserer sünden gäben hat / vmb welches willen wir allein sälig werdend: ...

Wenn dann yemants empfindt daß sin hertz jm erkaltete / wenig oder nüt weder der liebe Gottes noch deß nächsten hat / den leerend wir daß er nit verzage / noch alle hoffnung hinweg werffe / sonder so ernstlich er immer kann / Gott anrüeffe vmb meerung sines geists: ...

Was gmüets vnd sinns man vß der liebe fassen sölle.

128          Von der gmeinsamme der güetern / wie die zuo der Apostlen zyten gewesen sye: vnd daß die Christen wol eigens haben mögind / vnd zur gmeinsamme der güetern mit keinen Apostolischen gebotten oder byspilen getriben werdind.   Cap.9.

128b    Rych syn.

... Antworten ich / daß rych syn an jm selbs weder böß noch sünd sye.

Christen mögend wol eigens haben. Gen.24.

129      Vff den ersten der sabbathen.

Philemon ein Christ vnd prediger / hat eigen haab vnd guot.

129b    Von der gmeinsamme der güeteren.

Die gmeinsamme der güeteren wirt nit zur vollkommne der kirchen erforderet.

130      Wie die bywonung vnd gmeinsamme der güeteren sye gestaltet gewesen in der Apostolischen kirchen.

131b    ... Die Christenlich hußhaltung aber / da ein yeder Christ für sich selbs sich eerlich neert / fründtlich ist mit yederman / vnd nach sinen vermügen gern hilfft der notturft der dürfftigen / die hat guote byspil vnd hälle gebott in der Apostolischen geschrifft.

131b   Daß die Christglöubigenn seelen nit schlaafind nach jrem abscheid von dem lyb / sonder richtig von dem lyblichen tod hinuf farind zum ewigen läben inn himmel / vnd da Gott vnd sinen Sun prysind vnd lobind / in vnußsprechlichen himmelischen fröuden.   Cap.10.

132      Die Christglöubigen seelen schlaffend nach jrem abscheid von dem lyb. 14

1332

Die geschrifft aber / vnd der einfalt richtig glouben / leert vns bessers halten von den abgescheidnen seelen der glöubigen: namlich / dz sy richtig vom lyblichen tod abscheidind zuo dem ewigen läben: glychwie der vnglöubigen seelen richtig versänckt werdind in abgrund der hellen. Vnd ist dieser artickel nit ring zuo schetzen /

Die recht hoffnung der Christen.

Die seelen schlaaffend nit.

Die seel schlaafft doch nit / diewyl sy vmbgäben ist mit disem beschwarlichen traagen fleisch / vnnd sölte schlaaffen wenn sy deß erlößt / vnd vß dem armen lyb abgescheiden / vnd deßhalb fryer ist? Zuo dem söltind sy dennocht wüssen / ja wenn sy nit gar vnwüssend wärind / daß die seel ein sömlicher geist ist / der so bald er von Gott erschaffen / vntödtlich / ymmerwärend vnd stäts in der üebung vnd würckung ist / vnd deßhalb nit schlaaffen kann / ouch vil ein andere ruow / dann den schlaaff / welcher ein lyblicher ruow ist / hat.

132b    Wie vnd warumb von stärbenden menschen geschriben stande das sy entschlaaffind.

133      Daß die glöubigen seelen richtig von dem lyblichen tod abscheidind in die säligkeit.

133b    Die seel Christi nit entschlaaffen.

Zügnussen der geschrifft von der gewüssen säligkeit der Christglöubigen seelen. Joan.3.

134      Tusend jar vor Gott wie ein tag.

134b    Die wort vnsers Herren Christi erklärt: Joan.5.cap.

135      Vnser Herr Christus ist warer Gott.

Vnser Herr ist das läben / vnd machet läbend / vnd behaltet in läben.

Von dem läben der seel.

135b    Diese leer von der seelen läben ist die warheit.

Man muoß zuolosen.

Man muoß hören das wort Christi / aber nit yetlichs wort der menschen / sonder allein das wort Christi.

Man muoß glouben.

Der gloub machet läbend

Dann yetzund folget das dritt stuck / die krafft / fruchtvnd würckung deß gloubens. Dann der Herr spricht / Der hat das ewig läben. Merck daß er nit spricht / Der wirt haben / sonder / Der hat das ewig läben. Damit die gwüsse der dingen / die wir durch den glouben begryffend / anzeigt wirt. Darumb hebend die glöubigen an hie geistlich läben vs dem brot deß läbens das sy geässen habend / vnd läbt Christus in jnen / vnd sy in Christo: vnnd nach disem läben fält es jnen nit / dann daß sy erlangend das ewig läben...

136      Grad vff den lyblichen todt empfacht die seel das ewig läben.

Diewyl dann der glöubig von wägen der mittlung Christi Jesu vor Gottes richter stuol nit kann noch mag verklagt werden / so gadt er dem gericht vß / da er nit daran muoß / vnnd noch vil minder straaffwirdig erkennt / oder peenfällig wirt: vnd kumpt also gar in kein gericht / da ist / in kein straaff / pyn / buoß oder not / in kein wäg überal.

Vom todt (spricht er) frylich von dem lyblichen todt / ist er hindurch getrungen vnnd kommen in das ewig läben. Das alles redt der / der das läben ist / vnd das läben gibt.

136b    Byspil deren die vff jren lyblichen todt die säligkeit einswägs erlangt habend.

Die seelen der abgestorbnen sind in der ruow vnd in fröuden im himmel vor Gott. Apoc.6.vnd 7.

137      Die todten lobend dich nit. Jsa.38.

Das fünffte Buoch wider die Widertöuffer.

138          Daß die Oberkeit zuo guotem den menschen yngesetzt sye von Gott / welcher ouch durch sy würcke: dz man jren gehorsam vnd gewärtig syn sölle: daß sy ouch der kirchen Christi notwendig / vnd die Christen / die sich allezyt deß lydens versähend / der Oberkeit schutz vnd schirm one sünd vnd schuld wol annemmen vnd gebruchen mögind.   Cap.1.

Von der Oberkeit / vnd ob die Predicanten jren zuo vil zuogäbind. 15

... Vnd vnsere kirch sich der Oberkeit schutz und schirm tröste

... Ziehend sy also an / Die Predicanten gäbend vil zuo der Oberkeit / deren doch die Christen nit bedörffend / als die sich allein lydens versähend.

138b    Summa rechter leer von der Oberkeit

Wir haltend vnd leerend / dz die Oberkeit sye von Gott yngesetzt zuo guotem dem gantzen menschlichen gschlächt / vnd dz Gott noch hüt by tag setze die Obern / friden / gerechtigkeit / vnnd alle erbarkeit vnder den menschen zuo pflantzen / zuo fürderen vnd zuo erhalten: ja daß Gott durch fromme Oberen den sinen helffe vff erden / vnd jnen guots thüeye: dargägen den bösen weere vnd sy straaffe. Das erkennend de glöubigen rechtgeschaffnen lüt / sind Gott danckbar vmb sine guotthäten / sind den Oberkeiten gehorsam / habend sy als guotthäter vnd trüwe diener Gottes / hoch / lieb vnd werd / thuond jnen alle eer vnd guots / bezalend ouch gern vnd trüwlich was sy der Oberkeit schuldig sind. Vnnd das ist die summ vnserer leer von der Oberkeit / deren wir nit mer zuogäbend dann wir söllend: wie wir hernach mit Göttlichem wort erwysen wöllend: achtend ouch hie / daß nieman sye / der hie nit sähe / dz alle die so die Oberkeit anfächtend vnd widerfächtend / Gottes ordnung widerfächtend / vnd darzuo gmeinen friden / gerechtigkeit vnnd erbarkeit verhinderend / vnd so vil in jnen ist / vmbkeerend.

Die Oberkeit ist vß Gott.

139      Es ist zuo allen zyten ein Oberkeit gewesen.

Jm Richterbuoch im 17.18.19.20.21.cap.

Gott handlet vnd würckt durch die Oberkeit sine gericht.

... Es will Gott einem volck guots thuon / deß gibt er jm fromme vnd guote Obern / ... Vnd hie söllend alle Obern vnd vnderthonen zo allen zyten erkennen / dz Gott / welcher mit den menschen durch mittel handlet / ouch durch die Obern / als sine instrument / mittel oder geschirr sinen willen vnd sine gericht gägen den menschen vollstrecktvnd vßricht. ... Vnd hie söllend die Obern Gott danken / daß er sy zuo eerengschirren gebrucht / jn vmb meerung vnd bestand alles guoten bitten. ... Wil aber Gott ein volck straaffen / so gibt er jm kinder vnd vnwüssend lüt (wie Jsa. Am 3.cap.geschriben stat) zuo regenten / oder er schickt jm schwäre gwaltige fyend die es verhergind. ... Vnd welche herren hie tyrannen sind / werdend nit der sünd der tyranny entschuldiget / darumb sy Gott zuo ruoten über sin volck gebrucht. Es sol ouch ¦139b¦ das volck gedencken / daß sömliche straaff vß Gott sye / welche mit keinem vfruoren abgethon werde / sonder mit besserung deß läbens: wie man erlärnet im Buoch der Richtern / vnd im ersten Buoch Samuelis cap.7.

139b    Die Christen söllend ouch vndergethon syn den Obern.

140      Wär sich wider die Oberkeit setze

Den Christen oberen ist man mer ghorsamme schuldig / dann den Heyden.

... Paulus redt ja von der selben Oberkeit / vnnd so er dieselben regenten also gerüempt / sy Gottes diener genennt / vnd jren geheissen gehorsam syn: was hette er erst von glöubigen gerüempt / wenn sy domalen in der Oberkeit gesässen wärind: vil meer hette er die selben Gotes diener genennt / vnd gebotten dz man jnen gehorsammen / sy fürchten / eeren / vnd alles daß man jnen von oberkeit wägen schuldig ist / bezalen vnd leisten sölle. Ja die ¦140b¦ glöubigen machend jnen diese rächnung / Bist du so vil dem Heydischen Herren schuldig / wie vil mer dem Christen? ...

140b    Anfangs ist noch die Oberkeit in der kirchen nit gewäsen.

Wie feer man der Heydischen oberkeit gehorsamme schuldig sye?

141            Ob es aber beschähe / daß ein Oberkeit dich tringen wölte zuo abgöttery oder zuo anderen bösen von Gott verbottnen dingen / zuo sünden vnd schanden / da wüssend wir yetzt alle was Petrus leert[1] / daß man Gott zuo gehorsamen mer schuldig dann dem menschen sye: welches wir ouch erlernend in dem byspil der dryen marteren im 3.cap. Danielis. Jn anderen Dingen aber sol man mithinzuo der Oberkeit gehorsam syn: welche nütdestminder ein ordnung Gottes ist / ob glych wol in Oberen werdend mängel funden. ...

Warumb der gwalt ein gewalt der finsternuß heisse. Luc.22.

Darumb wenn die geschrifft den gwalt nennt ein gwalt der finsternuß / beschicht sömlichs nit von wägen deß gwalts an jm selbs / der allwäg an jm selbs ein guote ordnung Gottes blybt / sonder von wägen böser lüten die am gwalt sind / sich nit rächt haltend / ja vil mer jren gwalt mißbruchend / als die nit von Gott / sonder von dem fürsten der finsternuß sich füeren vnd regieren lassend. Hierumb blybt die Oberkeit alle zyt ein guote gerächte ordnung Gottes / die zuo guotem den menschen angesähen / vnd darumb vns allen notwendig vnd guot ist.

Christen lüt bedörffend der oberkeit ouch.

... Der geschrifftgeleerten oder Deuteroten vnd der Phariseeren: welche die glychßnery oder die vsser thaat vnd den vsseren schyn / wie es joch innerlich vmb den menschen gestaltet wäre / für die rächt vollkommen gerächtigkeit gabend: darwider leert vnser Herr Christus.

Der alten vätteren gerechtigkeit.

141b    noch dennocht blybt alle zyt ein gerechtigkeit vnd vollkommenheit aller vßerwelten Gottes / in welchen mithinzuo blybt die blödigkeit deß fleischs / biß in das end. ... Diewyl aber die raach die Gottes ist / der Oberkeit von Gott gäben ist / der ouch heyter die Oberkeit rächen / das ist / straaffen heißt / habend sich zwaren die glöubigen nit selbs gerochen / söllend es ouch nit thuon / vnnd dem zorn statt gäben.

141b    Die Töuffer bildend jnen ein kirch yn die nie gewesen ist.

Dann daß die Töuffer jnen hie ynbildend ein sömliche Christliche gemeind / in deren die anfechtungen vnd vnruowen vsserer dingen gar erlöschen syend / ist ein yteler gedanck vnd ein ynbildung an deren im grund nüt ist. ... Vnd diewyl dann die vrsachen in den menschen ouch in den glöubigen nit gar erlöschend vnd abgond / vmb deren willen die Oberkeit vfgesetzt ist / warumb sölte dann die Oberkeit vnder den Christen keinen platz mer haben? Die Oberkeit aber ist vfgesetzt zuo guotem (als yetzt offt gemäldet ist) den menschen: der liebet sich selbs von art / zücht jm selbs zuo / ist begirig viler güetern. Daß aber daruß kein vnbill entstande / vnnd zerwürffnussen wachsind / einem yeden das sin bliben möge / vnd der schwecher geschirmpt werde vor dem sterckeren / hat Gott die Oberkeit zum schidmann vnd richter vnder die menschen gesetzt. Gedachte mängel / anfächtungen vnd geprästen / werdend nit in den wältkindern / sonder ouch in den Gottskindern vilfaltig gfunden.

Mängel von deren wägen die Oberkeit yngesetzt / sind ouch in der kirchen.

142      Die Oberkeit der kirchen ouch notwendig

Vnd diewyl die Töuffer gwüßlich das alles ring achtend / darumb es von dem alten volck zügnussen sind: vnd vermeinend daß vnder dem nüwen volck sömliche prästhaffte nit gfunden werde / so nemmind sy grad die erst vnd allerheiligist Apostolisch kirch für handen / vnd luogind[2] wie sich die selb gehalten in händlen die lyblichen güeter belangend / vnnd ob sy gar sye geistlich gewesen / daß sy kein anfechtung gehebt / vnd vsserer dingen halben kein vnruow angericht habe.

Das lyden das den Christen vfgelegt ist / nimpt die Oberkeit nit hinweg.

142b    Wir tragend alle zyt härumb die ersterbung deß Herren Jesu in vnserem lyb: ... Zwaren habend die Propheten vnd Apostlen seer vil ellends hie in zyt erlitten: es hat jnen Gott aber nit für vnd für nüt dann lyden / sonder ouch bessere zyten / vnd vnderwylen vnderlybung vnnd ergetzlichkeit gäben. Welches sy mit fröuden vnd danckbarkeit angenommen vnd recht gebrucht habend. Wenn dann Gott noch hüt by tag schutz vnd schirm sinem volck / durch fromme Oberer / gibt warumb söltind es die glöubigen nit annemmen? Vnser Herr Christus spricht in dem heiligen Euangelio[3] / Die füchs habend jre üeb oder gruoben / vnnd die vögel jre näster: aber der sun deß menschen hat nit da er syn houpt zuo ruowen lege. Wär will aber hieruß schliessen / dz nieman mit guoter gwüßne möge nach einer herberig stellen / vnd so sy jm werden mag daß er sy nit annemmen sölle / darumb daß der Herr hie nüt dann mit ellend vmbgä ben / kein herberig gehebt habe? ...

143      Oder wöllend die Töuffer vß den Christen holtz vnd stein machen / die kein empfindtligkeit habind / vnd nit lieber das guot dann das böß erwöllind: doch wenn das böß von dem Herren kumpt / willig tragind? ... daß die Oberkeit von Gott zuo guotem den menschen / ouch der kirchen zuo ruow vnd frid yngesetzt / nütz vnnd notwendig ist / das ob sich die Christen wol alle zyt deß lydens versähend / doch schutz vnd schirm der Oberkeit / wenn die guot von Gott gnedigklich verlihen wirt / annemmen / vnd one sünd vnd schuld gebruchen mögind.

143     Ableinung der vrsachen / von welcher wägen die Töuffer meinend daß kein Christ möge ein Oberer syn: vnnd klare erwysung / daß ein Christ möge ein Oberer syn / vnnd nach angenommnem glouben in der Oberkeit sölle blyben.   Cap.2.

Christen mögend nit Oberen syn. 16

143b    Wz böses volge wenn Christen nit mögend Oberen syn.

144      ... Vnderstond sy sömliche verwirrung wüssenklich ynzuofüeren / so sind sy wüssentliche vfrüerer vnnd betrüeber eins guoten Christenlichen regiments. Thuond sy das aber vß vnwüssenheit vnd vnbedachte / so lassind sich eins besseren berichten / bedenckeind die sachen baß / vnd standind ab jrs schädlichen irrthumbs. Dann thuond sy das nit / kann man jnen jr thaat vnd fürnemmen für ein vnwüssenheit keins wägs rächnen.

Ableinung der vrsachen welche die Töuffer darumb darthuond daß ein Christ nit möge oberer syn.

Die Prophecyen von dem daß Christen werdind oberer syn.

144b    So feer hab ich erzelt die meinung Augustini.

Jsaias.49. sagt daß die künig erdind der kirchen pfläger syn.

145      Die Jünger Christi zanckend welcher vnder jnen der gröst syn werde. Luc.22.

145b    Jr nit also.

Das rych Christi nit von dieser wält / Johan.18.

[Der Herr] er rychßne aber yetzund mit der warheit / vnnd alle die / die warheit annemmind / syend sine vnderthonen / vnnd das alles one yngriff der wältlichen Oberkeit. Besähe man Joan. Am 19.cap. Das aber (sagend die Töuffer) sye eben das / das sy haltend /

Das wältlich rych von der kirchen abgesünderet.

... dz namlich das wältlich rych von der kirchen abgesünderet / blyben / vnnd kein fürst in der kirchen ützid zuo thuon haben sölle: diewyl doch das rych der wält vnd Christi / das ist die kirch / einandren überal nit beziehen mögind / vnd darumb ouch vnder einandren gar nit söllind vermischlet werden. Daruf ist das vnsere antwort /  ... ¦146¦ Darumb ist es ja kein mischlung / sonder ein schöne guote Christliche ordnung / welche der Herr selbs in gang gebracht hat. ... Vnd diewyl disem allen also ist / wär will doch reden daß einiche vermischlung hie beschähen sye deß Heydenthumbs vnnd Christenthumbs / oder daß die kirch darumb ein wältlich rych worden sye / oder noch sye / daß wältliche Obern daryn kommen sind: doch yetzdan nit als wältliche Oberen / nach der wält die kirch zuo regieren / ¦146b¦ sonder als Christenliche Oberen / alles in der kirchen Christi nach dem willen vnd wort Christi zuo verwalten / also / daß Christus selbs läbe vnnd regiere in mitten siner kirchen? ... Diewyl aber die Oberkeit ein ordnung Gottes ist / in welcher die menschen Gott dienend / vnnd deßhalb rechte Gottes diener sind / werdend ye keine Christen durch das sy Obern sind vnd werdend / befleckt.

146b    Der Herr will nit ein richter vnd erbteiler syn: vnd strafft ouch die Eebrecherin nit / Luc.12. Joan.8.

4. ... Antwort: Vnser Herr ist nie kein Pursmann / Gerwer / oder Schmid gewesen / sölte darumb ein Christ nit mögen ein Pursmann / Gerwer oder Schmid syn? Deß Herren ampt was nit hie in zyt richter zesyn / darumb beladt er sich der grichten billich nit. Verwirrft er aber darumb gricht vnd recht / oder behalt ers nit vor? Dann ye sin meinung was / daß der einer teilung bedörffte / die darumb begrüssen sölte die darzuo geordnet warend / vnd nit jn / der ein ander ampt / namlich das predigtampt hat. Spricht er dann nit heyter gnuog zuo der Eebrecherin / Hat dich yemants verurteilt? Was das nit ein heyter vorbehalt deß gerichts / daß der Herr mit siner zuokunfft nit zerstören wolt? ...

147      Christus ist geflohen do man jn wolt zum künig machen. Johan.6.

5. ... Antwort. Die Christum zum künig woltend machen / hattend deß jrs fürnemmens kein befälch noch gwalt. Darumb hette sich der Herr lassen vfwärffen zum künig / wär er durch ein vfruor / ein vfrüeriger künig gesetzt. Das hat er billich nit gewöllen / vnd der rächten Oberkeit so vil eeren bewisen / daß er geflohen ist / vnd nit hat wöllen gestatten dem angefochtnen volck / daß es handlete wider jre gesetzten oberen. ...

In der Oberkeit müessend die oberen thuon thaten / welche Christen nit mögend thuon.

6. Zuo letzten werffend die Töuffer nach allen oberzelten argumenten noch das für / wir prediger sagind glych wol was wir hieruon wöllind / vnd dz ein Christ regieren möge / so wölle doch sy nit beduncken / daß es syn möge. Diewyl im gwalt von der Oberkeit sömliche stuck geüebt werdind / die ein Christ keins wägs thuon könne noch möge. Da begärend wir von jnen zuo hören / welches die selben stuck syend. Sy sagend frylich es syend äben die stuck / vmb deren willen ein Oberkeit gesetzt sye. So hör ich wol / das guots thuon / gnädig syn / das guot schirmen / das böß straffen / regieren / hälffen / gricht vnd rächt halten / witwen vnd weysen schützen / gerächtigkeit thuon / alles guots / alle erbarkeit fürderen / vnd guoten friden / guote ruow / vnnd einigkeit pflantzen vnd erhalten / werdend so vnchristenliche thaaten by vnseren ellenden verkerten Töufferen gerächnet / daß sy ein guoter Christ nit thuon mag / vnd sich mit jnen befleckt. Hie hie besähend üch lieben Töuffer / vnd luogend wohin jr kommen syend. Vnnd ist zwaren ein wunder / wenn jr nit yetzdan in üch selbs gond / vnd da jr so grob vnd wüest in üwerem irrthumb erwütscht sind / üch selbs erbarmend / vnnd üch vor Gott vnd der wält schämend / Gott vmb verzyhung bittend / vnd vom zytlichen abston von der Töuffery gedenckend. ... ¦147b¦ Thuond jr nun dannen die Christlich Oberkeit / thuond jr dann nit ouch vnd mithinzuo dannen diese tugenden? Luogend hie zuo jr struppelhirne vnd ellenden lüt / was jr mit üwerer hüpschen leer anrichten mögind.

147b    Der Christ sol nit töden.

Erwysung dz ein Christ wol möge ein oberer syn.

148      In dem nüwen Testament sind Christen Oberer gewäsen.

Daß die herren wenn sy glöubig geworden / in der Oberkeit bliben syend.

149          Daß ein Christenliche Oberkeit sich wol möge annemmen der hendlen der Religion vnd Gloubens sachen / ja daß sy ouch sömlichs zuo thuon schuldig sye / vnd mit jrem ampt der kirchen helfen vnnd raten sölle.   Cap.3.

Die oberkeit sol sich der hendlen deß Gloubens nüt beladen. 17

... Dann sy haltend styff das widerspyl / vnd leerend / die Oberkeit möge vnd sölle sich der Religion vnd Gloubens sachen nüt annemmen. ... welche [Lehre] sy ouch zum teil gemein habend mit den Prelaten der Römischen kirchen / welche Keiser / künig / fürsten / herren / oder Oberkeiten / von den hendlen deß Gloubens oder der kirchen vßgeschlossen / die selben jnen selbs allein zuogeeignet / vnd yetzdann etlich hundert jar mit wunderbaren listen vnd räncken / zuo grossem nachteil deß waren gloubens vnd Christlichen kirchen / behalten habend: dieser zyt aber / als vß den gnaden Gottes / das liecht der warheit so heyter schynt / vnd von vns geprediget ¦149b¦ wirt / daß mengklich sicht daß Christliche Obern von Gloubens sachen nit vßgeschlossen sind / schryend Prelaten nüt minder wider vns dann die Töuffer. ... Es bedunckt die Töuffer vngebürlich syn / daß in der kirchen ein ander schwärdt dann nun deß Göttlichen worts sölle gebrucht werden: vnd noch vil vngebürlicher / daß man menschen / das ist / denen die in Oberkeit sind / sölle die sachen der Religion oder Gloubens hendel vnderwerffen: hiemit werdind die ouch die ämpter / die vnderscheiden sind / vermischlet / daß nüt dann vnirdnung in der kirchen entstande / usw.

149b    Allein das schwärdt deß geists oder göttlichen worts sol in der kirchen gebrucht werden.

... Vor allen dingen leerend wir / daß in der kirchen das schwärdt deß Göttlichen worts alle sachen der Religion oder Gloubens allein regieren sölle: vnd diewyl dann in der kirchen nit nun prediger / sonder ouch Oberer sind / leerend wir / daß ein yetlicher dieser beiden ständen / nach sinem beruoff / die kirchen geschäfft vßrichten sölle / nach vßwysung deß schwärdts deß geists. Der prediger ist berüefft in den dienst der kirchen / nit allein die Sacramenten zuozedienen / die kirchen zuo regieren vnd in einigkeit zuo behalten / sonder für vß zuo leeren / was aller vnd yedes insonders amt / pflicht vnd schuld sye / was man glouben / vnnd wie man vor Gott in der kirchen handlen vnd wandlen sölle. Das alles sol er allein nemmen vnd angäben vß dem wort Gottes / vnnd also das schwerdt deß geists oder worts allein in der kirchen gebruchen. Die Oberkeit ist berüefft / nach der maß jres ampts der kirchen zuo dienen. Nach jrem ampt oder beruoff gebüt vnd verbüt sy / weert vnd straafft. Hie sol sy in kirchen hendlen nit minder dem schwärdt deß geists dann ouch die prediger vnderworffen syn / daß sy nüt gebiete das Got nit vorhin gebotten: nüt verbiete daß Gott nit ouch verbotten habe / ouch nüt weere oder straaffe dann das allein Gott geheissen hab weeren vnd straaffen. Dann kein Christliche Oberkeit macht vß sich selbs nüwe gsatzte vnnd ordnungen in der Religion / sonder die gesatzten vnnd geordneten in Gottes wort / bewaret sy vnd fürderets vnder jrem volck: vnnd weißt hie wol dz sy dem wort Gottes nüt zuo noch von thuon / ouch weder zuo der rechten noch lincken abschlahen sol.Josue 1.cap. ... ¦150¦ Darumb blybt dem schwärdt deß geists allein aller gwalt in der kirchen / ob glych wol mithinzuo das anderer gestalt durch den prediger / andere gestalt durch die Oberkeit / namlich nach yedes beruoffs eigenschafft / wyß vnnd maß zuogedienet vnnd gefüert wirt.

150      Man vnderwirfft das wort Gottes nit der Oberkeit.

... Menschen sind die Prediger vnd die Oberen / vnnd darumb ouch beide Gott vnderworffen / vnd nit über Gott gesetzt: deßhalb vnderwerffend wir keins wägs (wie vns aber falschlich zuotrochen wirt) die hendel der Religion vnd Gloubens sachen / weder den Oberen noch den Predicanten / also / dz sy darinn mögind gebieten / verbieten / setzen / ordnen / straaffen / schelten vnd walten nach jrem gefallen vnd guotduncken.

150b    Die ämpter in der kirchen nit vermischlet.

Ob der wältlich gwalt in dem Berner Synodo sye in die kirchen über den glouben zuo regieren / gesetzt.

... Vß disen der Töufferen worten (die sunst an jnen selbs fast verworren vnd dunckel sind wie all jr ding) ...

151      die wort Synodi / ... (so feer es vsserlich ist vnd blybt) ... so wyt er in vsserlichen händlen stadt ... Dann die geistlichen vnd himmelischen ding sind zeuil hoch / vnd über allen zytlichen gwalt. Darum sich kein Oberkeit in die gwüßne sol ynlassen / noch von vssen gebieten noch verbieten / dardurch die guoten gewüssen beschwärt / vnnd dem heiligen geist ein zyl gesteckt werde. Dann Christus Jesus vnser Herr / dem Gott allen gwalt vnd die verheissung deß heyligen geists gäben hat / ist allein ein herr der gwüßne.

151b    Ein Christliche Oberkeit sol sich mit ernst annemmen des gloubens sachen.

... Vnd sitmal aber der gloub oder die religion einig vnd füruß dienet zur erhaltung vnd fürderung des gemeinen heils vnnd wolstands im volck / slöllend zwaren die oberen füruß sich der religion annemmen:

152      Jn Künig büecheren vnd Chronicken.

Christlicher fürsten mandat von dem glouben.

152b    ... Es habend die Päpstischen Prelaten gar ein bösen whon fürsten vnd herren yngestossen / daß jnen nit gebüren wölle / sich ouch wenig zuo beladen der Religion / sonder söllind alle verwaltung in jren der geistlichen henden allein lassen. ...

152b   Wie vnser Herr im Euangelio gebotten hab / Jr söllend dem bösen widerston / vnd daß ein Christ gricht vnd recht wol besitzen vnnd gebruchen möge: vnd das gricht halten Gott hoch wolgefellig sey.   Cap.4.

Christen mögend weder für gricht noch recht gon. 18

Gmeinlich aber ist ouch nachuolgende leer brüchlich by den Töufferen / daß sy sagend / die Christen widerstandind keinem gwalt / darumb bedörfftind sy ouch keines rechten / vnd kein Christ gebruche einiche der Oberkeit gerichte. Vnd ist aber erzelte Töuffische leer ein gar schädliche leer. Dann was ist schädlicher dann zerstören ein wol geordnet regiment / mit niderlegen vnd hinnemmen grichts vnd rechts? Hie sagend sy aber jr meinung sye vil anders / dann man von jnen vffnemme. Dann diewyl die Christen sömlicher vollkommenheit syn söllind / daß sy dem bösen nit widerston / sonder wenn man jnen den mantel nimpt / sy den rock darzuo gäbind / so falle von jm selbs hinweg gricht vnnd recht. Wenn aber sömliche vollkommenheit nit ist / vnd die Töuffer ¦153¦ ouch wol selbs sähend / daß sy ouch vnder jnen selbs nit zuo finden ist / mithinzuo aber sind vnd blybend sy kybig / vnd schryend ymmerdar / die Christen söllind nit nun weder gricht noch recht haben / sonder die an gricht vnd recht sitzind / sündind wider Gott.

153      ... dz sy jnen selbs disen handel vil anders ynbildend / wie ouch hieoben gemäldet worden / dann er sich aber an der thaat oder erfarung erfinde. Dann ob glych wol etliche dahin kommen sind / vnd noch kommend / daß sy gedultig tragend / vnd weder mit worten noch wercken sich widersetzend / wenn jnen args vnd gwalt zuogefüegt wirt / daß sy deß jren beroubt werdend / so ist doch vil grösser die zal / die es weder tragen will / noch sy billich bedunckt / daß sy das jren / das sy wol mit fuogen behalten möchte / also liederlich verlieren sölle. Vnd ist im ersten capitel dises Buochs ouch anzeigt / daß ein sömliche blödigkeit ouch in den glöubigen überblybt / vnd sich ouch in worten vnd wercken rodet vnd herfür thuot / dz die glöubigen ouch wol der Oberkeit bedörffend.

153      Der Christ mag gricht vnd recht gebruchen.

... Wenn nun ein Christ von dem anderen gwalt lydet an sinem lyb oder guot / vnnd er richt sich selbs nit / gibt statt (als Paulus leert) dem zorn / vnnd zücht sin sach für die richter / als für die diener Gottes / die entscheyden vnd rächen söllend von Gottes wägen: was wöllend jr Töuffer yetzdan von deß menschen erzellter thaat richten / wöllend jr sagen daß er von dieser thaat wägen nit mer ein Christ sye? ...

153b    Die bösen vnder den guoten in der kirchen. Matth.13.

Das ander das die Töuffer nit sähen / noch sich wysen lassen wöllend / ist das / daß es vmb die kirch ein sömliche gestalt hat / vnnd haben wirdt / biß zuo end der wält / daß der sprüwer wirt vnder dem kernen / vnd der böß samen / oder das vnkrut / vnder dem guoten samen vfwachsen vnnd blyben vntz an das gericht: vnd daß yetzund Gott vmb der bösen vnnd glychßneren willen / welche vnder den guoten / frommen / einfaltigen wonend / gricht vnd recht zuo schutz vnd schirm der guoten wider die bösen / geordnet hat.

Der Herr spricht / Jr söllend dem bösen nit widerston.

... Wir sind ouch weder jnen noch yemants darwider / dz wenn sy gwalt vnd vnbill lydend / dz sy sömlichs nienan klagind / sonder alles das der Herr hie leert / dem buochstaben nach (könnend sy ächt) erfüllind. Wenn aber yemants hienäbend sich selbs nit richtet / nach der leer deß Herren / vnd aber mithinzuo ouch gricht vnnd ¦154¦ recht besitzt oder gebrucht / söllend sy den selben nit als einen der kein Christ sye verrüeffen / ...

154      Von dem rechten verstand der leer Christi / Matth.5.

Wie man dem bösen widerstande.

Nun aber wirt dem bösen widerstanden in zwen wäg. Für das ein / Wenn etwas böses über vns kommen will / daß wir merckend / daß wir söllend beroubet oder geschlagen / oder sunst anderer wyß geschediget werden / vnd deßhalben vns versähend vnd verhüetend / daß die vns schedigen woltend / vns oder das vnser nit findend: als daß wir ab wäg gegangen sind / oder das vnser entflöchnet habend / vnnd das alles one gägenweer / one schaden vnd einichen gwalt vnd nachteil derer die vns schedigen gewöllen. Sömlichs widerston dem bösen / ist gar nit von dem Herren verbotten noch vngebürlich / man wölle dann den buochstaben wider den rächten verstand tryben.

154b    Die leer Christi Matth.5. thuot die Oberkeit nit ab.

Von dem rächten verstand der worten Pauli von gerichten. 2.Cor.6.

155      Wider die sucht des rächtens.

Wider der richteren lange verzüg der vßsprüchen.

155b    Gricht vnd rächt von Gott.

Die richter dienend Gott.

... Jn summa / der Herr hat vns nüt mer noch getrüwlicher durch sin Euangelium geleert / ¦156¦ dann guots thuon / helffen / radten / lieben / vnnd schützen vnsere ebenmenschen / welches alle menschen durch die gnad Gottes thuon könnend / füruß aber die in der Oberkeit sind.

... Gott gäbe das den Töuffern zuo erkennen / vnd erlöse sy von jrem unüberwindtlichen kyb vnd zanck.

156     Erklärung deß gsatzes / Du solt nit töden / vnd daß die Christenlichen Oberer in der kirchen mit dem zytlichen schwärdt wol töden mögind.   Cap.5.

Christen söllend nit töden.

156b    Erklärung deß gsatztes / Du solt nit töden.

Das gsatzt Gottes / das da lut / Du solt nit töden / gebüt daß niemants töde eigens gwalts / vß böser anfächtung / als vß nyd / hassz / zorn / oder von wägen deß gniesses oder empfangenen schadens / vnd vß menschlichem willen. Darumb wirt in disem gsatzt vßgenommen die Oberkeit / als die nit eignen gwalts / oder vß menschlichem willen / sonder vß Gottes befelch vnd gebott tödt / ouch nit vß eigner raach / oder vß anfächtung deß zorns oder gyts / sonder von gmeiner gerechtigkeit wägen / zur rettung der frommen / vnd zuo erhaltung gmeinen fridens vnd wolstands deß gantzen volcks. Vnd ob yemants an dieser vßlegung zwyflen wölte / der ermässe by jm selbs / daß der Gott / der jm selbs nit kann widerwertig syn / ouch nit mag widerwertige gsatzt den menschen gäben: äben der selb in sinem gsatz nit nun gebotten hat / Du solt nit töden[4] / sonder eben so heyter gebotten / Du solt den übelthäter nit läben lassen.[5] Diese gsatzten kann vnd wirt man nimmermer mit einanderen verglychen oder vereinigen / man verstande dann / daß das erst gebott / Du solt nit töden / allen menschen die kein besonderen anderen vßgetruckten befelch habend / gäben: das ander aber / Du solt den übelthäter nit läben lassen / der Oberkeit gäben sye. Dann der Gott der verbotten hat allen menschen zuo zürnen vnd zuo rächen eigens gwalts / dann man jm alle raach übergäben sölle / der hat Oberkeiten yngesetzt oder geordnet / vnd den selben sin raach vnd straaff / dem menschlichen geschlächt zuo guotem / überantwortet / vnd deßhalben jnen gebotten / daß sy mit gerechter straaff Gottes raach wider alle bösen menschen vßrichten söllind. Vnd also ist Gott wider sich selbs nit / vnd hat ouch keine jnen selbs widerwertige gesatz gäben.

157      Wie sich die Oberkeiten in dem töden halten sölle.

Vnd hie sol vnd muoß aber ein yetlicher / der in der Oberkeit sitzt / grundtlich wüssen / daß jm Gott zuo töden befolhen habe: vnd sich eigentlich verhüeten / dz er überal nieman töde / den nit zuo vor der recht Herr vnnd Richter im himmel / der war Gott / verurteilt / vnd disen sinen willen in sinem wort geoffnet habe. Dann wie Pilatus[6] vermeint / er hette gewalt den Herren zuo töden / oder dann by dem läben zuo behalten / antwort jm der Herr / Du hettist keinen gwalt über mich / wenn er dir nit von oben herab gäben wäre. Darumb sol kein Oberer nimmer mer dahin kommen / daß er sage / Er sye das recht / vnd er wölle nach sinem guotbeduncken töden / vnd by dem läben behalten wän er wölle. Dann sömlicher tritt vß der ordnung Gottes / vnd wirt zum tyrannen vnd todtschleger. ...

Der Oberer der tödt sol jm nit förchten.

Darumb darff jm hie der richter gar nüt zuo förchten / dz er sich an Gott mit dem töden eins oder mer menschen versünde. Dann das gericht ist nit der menschen / sonder Gottes / welcher geheissen hat den übelthäter töden.

157b    Bluotuergiessen ein schwäre sünd.

Nun ist es war / daß bluotuergiessen ein schwäre sünd ist / die vmb raach in himmel schryet / vnd daß Gott das vergossen bluot nimmer vngerochen laßt. Das aber alles ist zuo verston von dem vnschuldigen / vnd nit von dem schuldigen bluot. Es ist ouch war / daß ein yetlicher frommer richter ein beduren hat / wenn er das schuldig bluot vergiessen sol / ...

Die Oberkeit sündet mit dem daß sy nit straafft.

158      Mosis oder der Oberkeit schwärdt nit vfgehebt.

158b    Das lyblich schwärdt in der geistlichen kirchen.

Wir bekennend daß die kirch geistlich sye / das ist / daß sy von dem geist Gottes erlüchtet vnd gesterckt / ouch regiert werde / vnd daß sy nach dem geist nit nach dem fleisch wandle: vß welchem aber das nit volget / dz die in der kirchen oder glider der kirchen sind / nüt dann geist werdind / vnd keine fleischliche ding mer gebruchind. ... Vnnd wie man den vnderscheid der ämpteren billich vnderscheiden behalt / also sol man eins schwärdt von deß andern wägen nit hinwerffen / oder nit für rächt erkennen wöllen.

158b   Daß Christenliche liebe nit vermöge daß man niemandts töden noch straaffen sölle: vnnd daß in der kirchen nit allein der Bann / sonder ouch lybs straaffen syend.   Cap.6.

158b    Ob die liebe vermöge daß man nieman straaffen oder töden sölle.

... Lieber was wär doch das für ein liebe / die übelthätigen ¦159¦ lüten nit nun verschonete / sonder die selben erst ouch vnschuldigen lüten durch das verschonen / vff den halß schickte? ... Gott heißt in sinem wort den richter das begangen übel straaffen / vnd nit vmb der liebe willen nachlassen vff besserung: es sye dann sach daß die übelthat sich mit jren vmbständen dem richter also fürstelle vnd entschuldige / daß er mit guoter gwüßne / vor Gott / dem übelthäter gnad bewysen kann.

159      Darumb er [Paulus 1.Kor.13] nit will daß die liebe blind vnd torächt sye.

159b    Mißbruch der liebe zuo muotwillen.

Jr söllend dem bösen nit widerston.

60        Petrus steckt das schwärdt yn.

160... Derhalben hat Petrus nit der Oberkeit gmeines schwärdt yngesteckt / sonder das besonder / dz ein yeder mensch / one beruoff / eigens gwalt / zuckt vnd gebrucht.

Ob die Christen allein mit dem Bann straaffind.

160b    ... Daß jr aber ein Englische vnprästhaffte kirchen nun gar weniger lüten gemeind dichtend / vnnd von selben vil tönend / die selb aber nienen funden wirt / jr aber nütdestminder fürfarend / vnd der kirchen die wir habend (vß guoten vnd bösen nach der leer Christi besamlet) den schirm hinnemmend / thuond jr glych wie die müeden lüt / die vnder dem tach die stützen hinweg nemmend / ee dann die mur vnder das tach hinuf gefüert sye / vnd das tach trage.

Die lybstraaff in der kirchen geüebt.

161      ... Vnnd von der straaff der übelthätern durch die Christenlich Oberkeit hab ich sunst ouch vil geschriben in der 18.Predig im Haußbuoch.

161          Daß man widerspennige menschen zuo guotem vnnd zum wort Gottes wol nöten vnnd zwingen möge: vnnd verantwortung der gegenwürffen damit die Töuffer bewären wöllend / daß man nieman zum glouben zwingen sölle.   Cap.7.

Niemants nöten noch zwingen zum glouben noch straffen noch töden von deß gloubens wägen. 20

161b    ... (dann es mögend nit vil widerwertig glouben mit einanderen war syn / es ist nun ein warer rechter Christenlicher gloub) ...

Wir tringend ouch vff niemants guot noch bluot als durstige bluothünd / sonder wir tringend nach krefften dahin / daß man blybe in Christlicher einigkeit / dz man sich nit in vil secten zertrenne / dardurch vnder das volck kumpt vnwill / vnhälligkeit / zwytracht / vfruor vnd bluotuergiessen / als dann vilfaltig vß der Töuffery geuolget ist /

162      Man mag vnd kann wol zuo guotem vnd zum rächten glouben nöten vnd zwingen.

Daruf sagend wir / dz weder Euangelische noch Apostolische geschrifft / noch ouch rächtschaffner verstand ye darwider gewesen sye / daß vngeleert / vnwysig / widerfüeg vnd widerspennig lüt / nit söllind vnd mögind geleert / gewisen / gezogen vnd getrungen werden von dem bösen zum guoten.

Der gloub ein frye gaab Gottes / darumb kann man niemant darzuo zwingen.

... dann es ist ein falscher gloub / vnd ein rächter gloub. Zuo dem falschen glouben sol ja niemant zwungen werden: zuo dem rächten aber mag man die lüt tringen. Demnach sagend wir / daß ouch der trang nit einerley sye. Dann etwan wirt der mensch durch krefftige argument vnd bewärnussen dahin getrungen vnd gebracht / daß er nach dem bericht eins andern sinns wirt / dann er vor was / diewyl er wider das nit syn kann / deß er krefftenklich mit dem bericht überzüget vnd überwunden ist. Etwan ¦162b¦ werdend böse stettige köpff / die wol im grund durch grundtlichen bericht überwunden sind / vnd doch nit wöllend / vß bösem kyb / gewunnes gäben / vnd sich mit worten bereden lassen / mit rühe vnd züchtigungen getrungen / daß sy das rächt vnd guot annemmend. Sömliche zwäng vnd träng sind guot / vnd habend herrliche byspil in der heiligen geschrifft. So ist noch ein zwang der tyrannisch heißt / keine guoten vrsachen hat / sonder nun mit geböch / mit tröwung grusammer dingen vnd vngrächtem gwalt / zuo dem tringt / daß weder recht noch guot ist. Vnd sömlicher trang ist Gott widerig / darumb sol niemant damit getrungen werden.

162b    Der gloub wirt von Gott den menschen gäben.

... Noch vil minder söllend wir hie hafften vnd ergründen wöllen / worzuo wir in ewigem radtschlag Gottes erwelt syend: diewyl doch die verheissungen Gottes gmein sind / yederman berüeffend vnd guots zuosagend / ...

163      Gott heißt die oberen die vngehorsammen zum guoten nöten.

Die Donatisten lartend ouch vor 1100. jaren man sölte niemant zum glouben zwingen.

163b    Augustinus ouch etwan der meinung man sölte niemant zwingen.

Compelle intrare.

164      Paulus ist zum glouben zwungen.

Mit zwingen macht man glychßner.

Die Töuffer aber vernüegend sich hieran wenig / vnnd sprächend / Mit sömlichem zwingen mache man glychßner / als die derglychen thuond vß forcht der straaff / als ob sy am wort Gottes syend / innenfür aber syend sy nüt minders. Vnd sye also das alles / das man mit gebotten vnd zwang zuo wägen vnder dem volck bringe / ein gezwungne liebe / deren Gott nüt achte. Darzuo sagend wir / daß es dennocht besser sye die bösen vnnd vngehorsamen truckind sich / vnd lassend guote ordnungen vnbetrüebt / vnd brächend mit jrem bösen nit vß vnnd für / sonder bestandind ouch in gemeiner guoter ordnung mit anderen frommen lüten / dann daß sy das guot offentlich söltend widerfächten / guote ordnungen vnnd biderbe lüt betrüeben vnnd verwirren. ...

164b    Vnnd hie ist es gewüß vnnd durch erfarung kundtbar by mengklichem / daß das zwingen vnnd die forcht manchen menschen in das gereyß bringt vnd behalt / der wol anfangs vnwillig vnnd glychßnerisch ist / mit der zyt aber vnder der zwungenschafft dahin kumpt / daß was er hernach thuot von hertzen gern thuot / ouch denen anhebt dancksagen / die jn zum guoten gezwungen habend / vnd darzuo wol erkennen kann / daß wo man jm nit geweert hette mit gewalt er im grund verdorben wäre. Wir bekennend daß Gott will ein willigen diener haben / vnd dz gezwungne liebe nit hohen ruoms wärt ist: noch muoß man darbäbend ouch bekennen (wie yetzdan erklärt ist) daß vß gezwungnen vnwilligen / guotherzige vnd frywillige werdend. ...

165      Der Herr hat geheissen predigen das Euangelium / vnd niemant darzuo zwingen.

Die vnder diner gewalt nit sind / hast du nit zuo nöten.

... Das heißt dann ouch nit eigentlich zwingen zum glouben / sonder vnrüewige lüt vnd vngehorsamme widerbäffzger rüewig vnd gehorsam machen: damit man einigkeit / frid vnd ruow behalte. Da so volget yetzdan hieruf der handel von der straaff.

165          Antwort vff die fürnemmen der Töufferen gegenwürff / mit denen sy bewären wöllend / daß man niemant möge oder sölle von der religion wägen straaffen oder töden.   Cap.8.

165b    Niemant töden oder straaffen von des gloubens wägen.

Die liebe nimmt die straaff nit hinwäg.

Einer trage des anderen burde. Gal.5. Rom.14.

... leerend ouch das mitlyden vnd trüwe hilff vnder den Christen / vnnd daß man die schwachen im glouben früntlich dulden vnd güetlich berichten sölle. Die rühe vnd die straaff dienet nit vff sy / sonder vff die stettigen / verkeerten / verherteten vnd verderbenden menschen / welche durch die güete nun böser / nit besser werdend / ouch keins wäges vfhörend schaden ¦166¦ zuofüegen den einfaltigen vnd vnschuldigen. ...

166      gloub ist ein geistlich ding / darumb mag er nit mit dem schwärdt gestraafft werden.

Diewyl falscher gloub oder kätzery verborgen blybt im hertzen / mag sy von niemant / dann von Gott allein / gerichtet werden: wenn sy aber vßbricht / vnnd vmb sich frißt wie der kräbs / daß vil frommer lüt nit nun dadurch vergifft vnd verderbt werdend / sonder Gott vnd sin wort gdarzuo gelesteret vnd offentlich zerrissen wirt / so sol vnd mag ein Oberkeit sömliche vssere übelthaten wol straaffen. ... Darzuo sol vnd muoß die Oberkeit die vnbuoßfertigen Widertöuffer nit allein vrteilen nach jrem vnglouben im hertzen / sonder nach offensichtlicher thaat vnd lasterlicher handlung. ...

166b    Das vnkrut von dem guoten somen absünderen vnd vßjätten. Matth.13.

Die bösen vnder den guoten in der kirchen.

167            Tit.3. Einen Sectischen menschen myd.

Von Gamaliels radt in Geschichten der Apostlen cap.5.

167b    Die Apostlen habend nie schirm begärt von fürsten / oder sy heissen straaffen.

168      Die kirch Christi wirt verfolget / vnd sy verfolget nit.

Zweyerley veruolgung ein gerechte vnd ein vngerechte.

S.Martin was daran dz man Secter nit wyter dann allein mit dem ynschliessen straaffte.

168b    Man sol am irrenden warten der besserung.

169             ... So ist vnser meinung nit / das wo hoffnung der besserung ist / vnnd personen sind / wie Augustinus was / man fürfaren sölle mit rühe / oder daß man sölle alle vnd yede irrthumb / einfaltige lüt / vnd böß verstockte verfüerer / glych straaffen /

169          Mit was vnderscheids vnd bescheidenheit die Christenlich Oberkeit von der religion wägen oder in gloubens sachen straaffen / vnd daß sy möge vnd sölle überträtter straaffen vnd töden.   Cap.9

Mit vnderscheid vnd bescheiden straaffen.

Vnderscheid in personen.

Dann in personen deren die da irrend ist grosser vnderscheid. Etliche sind die rabinen vnd rädlifüerer der falschen leeren / die gantz halsstarrig / stoltz / trutzlich / kybig vnd träffenlich fräffen sind / darzuo vil glychßnens vnnd wol schwätzen könnend / vnd darumb ouch wunderbar geschickt sind zum verfüeren / besonderns so sy ouch ein ernsthafften wandel füerend / nüt dann geist vnd heiligkeit aatmend vnd sünffzend / darzuo ouch thüre hohe wort / vnd erschrockenliche tröuwungen trybend / daß yemants meinen sölte / es wärend sömlich lüt mer dann heilige Apostlen grad yetzund vß dem himmel härab gefallen. Vnd deren etliche / wenn sy glych wol mit dem wort Gottes jrer irrthummen überwunden werdend / blybend sy doch halßstarrig vff jrem einmal gefassetem irrthumb / vnd wychend dennocht vmb so vil / daß sy der Oberkeit zuosagend / dz sy jren glouben wöllind jnen selbs behalten / vnd niemant leeren / ja niemant darzuo ziehen. Welche aber also gesinnet sind / vnd haltend was sy zuogesagt habend / mögend für vnd für baß bericht / vnd mit der zyt gewunnen werden / daß man an jnen nit verzwyflen sol. Etliche aber ...¦169b¦  schirmend sy die irrthumb / ... Sömliche als gewüsse verderbnussen der kirchen / der religion / vnd aller guoten regimenten / sol vnd muoß man by guoter zyt vnnd mit allem ernst abstellen / zämen vnd paschgen / damit jr verfüerung nicht vmsich frässe wie der kräbs / vnnd vil frommer lüt ynwickle / verfüere vnd verderbe. ...

169b    Dargägen sind aber etlich / die nit rabinen / vorständer vnd verfüerer / sonder schlächt vnd einfalt lüt / welche von denen affenthüreren betrogen vnd verfüert sind / vnd yetzund mer irrend vß vnwüssendem yfer / vnd vß vnuerstand / dann vß boßheit. ... Mit sömlichen ist frylich mitlyden zuo haben / vnnd gar nit mit jnen zuo rühen noch zuo gahen. ... Vnd so sy sich dann berichten lassend / sol man jren verschonen: wo sy sich nit grad vnd in yl berichten lassend / sol man aber mit der liebe gägen jren handlen / ob sy möchtind gewunnen werden.   Der glychen sind ouch etliche einfalte lüt / welche bewegt durch jrer Euangelischen predicanten ¦170¦ vngeschickligkeit in der leer vnd in dem wandel / vnwillig mit jnen werdend / hienäbend den ernsthafften wandel der Töufferen (doch die glychßnery nit wüssend / noch sich jrer schädlichen irrthummen verstond) sähend / vnd jnen ynbildend / in der Töufferischen kirchen sye nüt dann heiligkeit vnd säligkeit / vnnd darumb zuo Töufferen werdend / mit den selben sol vnd muoß man euch nit rühen noch gahen.   So sind andere welche im grund nit Widertöuffer sind / doch häfftigen mißfaal habend an der wält üppigkeit vnd lychtfertigkeit / vnd darumb häfftig anklagend schand vnd laster / vnd dannenhar von muotwilligen lüten Widertöuffer genennt oder gescholten werdend: welchen billich kein leid sol zuogefüegt werden.

170      Vnderscheid in der falschen leer.

Darnach ist ouch vnder den falschen leeren vnd meinungen ein grosser vnderscheid / vnd etliche schwärer dann die anderen.

... mit ernst vnd nach gelägenheit der sach straffen. Darnäbend sind etliche irrrthumb vnd meinungen / mit welchen Gott weder gelesteret / noch die kirch zerrüttet / ouch das gemein regiment / gemeiner frid vnd wolstand nit zerstört wirt: die selben mögend milter / vnd nit grad am läben gestraafft werden / doch daß ymmerdar guoter bericht mitgange / vnd one bericht der warheit mit gwalt von Christen Obern nüt gehandlet werde.

170b    Vnderscheid in der straaff.

... Ringe irrthumb söllend ring gezüchtigt werden. Was mit worten vnd tröuwungen mag verbesseret werden / das bedarf keiner ruheren straaff.

Man leert kein grusamkeit.

Wir gäbend den tyrannen das schwärdt nit in die hend.

171      Vermanung.

Daß Christliche Oberer in Religions sachen wol straffen vnd töden mögind.

171b    Die Heidnischen Fürsten von Gott erlüchtet / habend gestraafft in Religions sachen.

172      Die Apostlen habend in der kirchen tödt / vnd von wägen deß widerstandts wider das wort Gottes gestraafft.

172b    Die Christenlichen Fürsten habend von alter har in religions sachen mandaten gemacht vnd gestraafft.

173          Dz ein Christenlich Oberkeit zuo schützen vnd schirmen jre vnderthonen / wol kriegen möge: vnd dz die Christen vnderthonen jren herren beholffen vnnd in kriegsnöten gehorsam vnd gewärtig syn söllind.   Cap.10.

173      Die Christen söllend nit kriegen. 21

Von dem grossen gemeinen friden der Christenlichen kirchen vß dem 2. Vnnd 11.cap.Jsaiae.

173b    Daruf gäbend wir antwort / daß alle Christen vnder jnen selbs / vnnd ouch mit yederman / in der liebe / einigkeit vnd friden fründtlich läbend / vnd deßhalb über niemant das schwärdt zuckend / niemant beleidigend noch bekriegend. Die etwan bären vnnd löuwen gewesen / mit röuwe vnd grusamkeit / sind vnder dem Christen glouben güetig / fründtlich vnd lieblich. Lüt die vssert dem glouben nie zamen zogen habend / sind in der gmeinsamme der kirchen / wol  it einanderen eins: vnd thuot ye einer dem anderen / daß er wölte das jm beschähe. Sömlichs alles sicht man erfüllt syn / vnd daß es noch täglich in der kirchen vnder den glöubigen erfüllt wirt. Diewyl aber nit yederman glöubig / noch so güetig vnnd fründtlich gägen dem anderen gesinnet ist / sonder daß ein grosse wält noch funden wirt / die one alle liebe vnnd vernunfft / vnd one alles rächt vß luterem muotwillen vnd fräfnem gwalt / fromme vnschuldige lüt überfalt / schediget / zerryßt vnd tödt / so hat Gott die Oberkeit yngesetzt zuo schutz vnd schirm frommen biderben lüten / die gern Gott / in friden vnnd ruowen dientind. Das alles hat der heilig Paulus ouch also / vnnd vff diese wyß geleert / vnd gesprochen / Vergältend niemant böses mit bösem. Flyssend üch der erbarkeit vor allen menschen. Jst es müglich / vnnd so vil an üch ist / so haltend friden mit yederman (mercke man vff den sinn der worten / Jsts müglich / vnd so vil an üch ist) also daß jr üch nit selber rächind / usw. Rom.12. ...

Vnnd hie will ich nüt sagen von den vnnötigen besöldeten kriegen / in welche sich vil / vß muotwillen vnd vß keiner notturfft oder gehorsamme versteckend. Jch will ouch nüt sagen von den vrsachen / vmb deren willen die Oberkeiten krieg füeren mögend / oder nit mögend / vnd wie gefarlich es ist krieg füeren / wenn man ¦174¦ glych recht hat / diewyl ouch die selben offt vnnd dick verloren habend: ouch wie / nach dem gemeinen sprüchwort / ein böser frid besser ist dann ein guoter krieg. Dann von disen dingen allen anderschwo / vnnd ouch von anderen vil gesagt ist: das will ich hie aber vffs kürzist bewären / daß ein Christenliche Oberkeit (in der höchsten not / da es nit anders gesyn mag / vnd weder vorgäben noch nachlassen / weder recht noch glimpff nüt helfen mag / dann daß böse lüt mit gewalt vnd muotwillen ein volck verderben wöllend) pflichtig vnnd schuldig ist / nach jrem besten vermögen / jre vnschuldigen lüt mit krieg oder der notweer zuo retten: vnnd daß dardurch Gott nit erzürnet wirt / als der es nit nun der Oberkeit vnd den jren in sinem wort nachgelassen / sonder ouch gebotten hat.

174      Christenliche herren vnd Oberen mögend vnd söllend kriegen / vnd die getrengten retten.

2.   Vnd sittenmal der Oberkeit von Gott gebotten wirdt / daß sy jren vndarthonen [!] schirmen sölle die mindern güeter / als erb vnnd eigen / usw. wär kan dann nit verston / daß der gwalt noch vil mer schuldig ist zuo schirmen vnd erhalten die höheren vnd mereren güeter / als da sind religion / fryheit / das läben / eer / ja statt vnd land / vnd alles was der mensch ist vnd hat: welches alles durch den vnrechten krieg den vnderthonen genommen / vndertriben / vnd zuo grund verderbt wirt.

Abraham krieget.

174b    Moses vnd Josue habend krieget.

Die Richter des volcks Gottes habend krieget.

Künig vnd propheten habend krieget.

Kriegen ein werck deß gloubens.

174b    ... Die habend krieget vnd gestritten für das vatterland / für die war vnd gerecht religion / für fromb biderb vndergetruckt lüt / für witwen vnnd weisen: wider gottlosen muotwilligen vngerechten gwalt. Vnd sömlich jr werck nennt die geschrifft nit ein werck deß fleischs / wie yetzund vnsere Töuffer / sonder ein werck deß gloubens.

175      Luog vor lib.6.cap.1.

...meinung der Töufferen ... / welche sagend / durch die gegenweer werde vfgehebt das crütz Christi:

Was man halten sölle von kriegen deß Alten Testaments.

Im Nüwen Testament die krieg nit verworffen.

[Augustinus] Sunst wurde Johannes zuo den kriegslüten / die zuo jm / daß sy toufft wurdind / kamend / vnnd sprachend / was sy thuon söltind? gesprochen haben / Werffend die weer von üch / stond ab von dem kriegen / schlahend / verwundend vnd tödend nieman. Diewyl er aber wußt / daß sy sömlichs / als kriegslüt / thatend / vnnd darumb nit todschleger warend / sonder diener deß gesatzes / ja daß sy rächer warend nit jres eignen vnbills / sonder schirmer deß gemeinen wolstands / gab er jnen antwort / vnnd ¦175b¦ sprach / Thuond nieman gewalt vnd vnrecht / sonder lassend üch üwerer sölden vernüegen. ...

175b    Paulus hat der kriegslüten schutz vnd schirm angenommen.

Die alten guoten Christen habend krieget.

176      Anno domini 240.

Die Töuffer lerend offentlich schädliche vngehorsamme.

Vnd hie sähend alle fürsten / herren vnd Oberkeiten / wöllend sy es in anderen articklen nit mercken / wie die Widertöuffery jnen so gar nit zudulden sye. Dann wenn es an die höchst not kumpt / vnnd die Oberkeit das fürnemm jres ampts vßrichten sol / namlich mit wolgefasseter notweer den fyend abtryben / vnnd jnen befolchne von Gott bederbe lüt / alte / junge / wyb vnd kind / er / lyb vnd guot / mit zuothuon vnd hilff des volcks / schützen vnd schirmen / vnnd deßhalb yetzdan deß gantzen volcks heil / eer / lyb vnd guot / fryheit / huß vnd heim in der höchsten gefaar stadt / so hat die schädlich / vnlydenlich / verderbklich sect der Widertöufferen / ein guoten teyl deß volcks vnd der mannschafft / vndergraben / vnnd dem fyend nit kleinen vorteil / sonder grosse hilff zuogerüst / mit dem sy die lüt beredt vnd dahin gebracht habend / Christen mögind sich wäder weren noch kriegen: vnd wenn ein Oberkeit sömlichs wölle gebieten / das man jren wider die fyend sölle hilff thuon / sölle man es nit thuon. Dann sömliche vngehorsamme gefalle Gott. Da so sind denn fromme ¦176b¦ Oberherren vff den fleischbanck gäben / vnd wenn sy wänend / sy syend mit lüten zimlich gefasset / hats der Widertouff hinwäg geschwämpt. Darzuo wenn man schon mit sömlichen verkerten / verderbten / verzagten volck in ein fäld kumpt / habend sy kein hertz / vnd schafft man mit jnen nüt / vnd leit man nüt dann vneer vnd schand yn.

176b    Wie die vngehorsamme in kriegen so schädlich sye.

Sömliche Widertöufische leer aber von der vngehorsamme in kriegs nöten / ist nit allein wider die regiment / wider eer vnd eyd / sonder ouch vnnatürlich / wider alle liebe / trüw / billigkeit vnd menschligkeit. ...

177      Byspil rächter gehorsamme in kriegs nöten.

Wenn sich die knächt etwan vngehorsam erzeigt.

... Vnd wie doch dem allem sye / söllend Christen ¦177b¦ lüt in der kirchen Christi alle zyt one vnderlaß bätten / daß sy Gott vor krieg vnd vfruor trüwlich behüeten wölle. Dann wie glücklich vnd bald joch die krieg abgangind / beschicht doch vil böses vnd vngebürlichs /

177b    Man sol Gott vmb friden wider krieg anrüeffen.

177b   Daß vnser Herr Christus den Eydschwuor Matthei 5. nit verbotten habe / sonder das schweeren vnd fluochen: ouch was der Eyd sye: vnd dz Christen lüt one sünd wol mögind Eyd schweeren / usw.   Cap.11.

177b    Die Christen söllend keine Eyd schweeren. 22

178      Christus verbütet den Eydschwuor nit Matth.5.cap.

Sectische leer von dem schweeren.

178b    Wie der Herr alles schweeren verbotten habe.

... Antwortend wir / dz der Herr ja alles schweeren verbotten habe / wie es sich selbs erlüteret hat / vnd gesprochen / weder by dem himmel noch by der erden. Mit welchen byspilen er sich selbs erlüteret / von was schweeren er rede / vnd dz er von dem ¦179¦ Eyd / der vil ein andere gattung hat / nüt rede. Da wir ouch sagend / daß alles das schweeren / das der mensch vß siner bösen anfächtung thuot / verbotten vnd böß sye: vnd daß der Herr also zuo schweeren überal verbotten habe. Vnd hie habend die Töuffer nit vnrecht / wenn sy yemants hören schweeren by Gott / by dem lyden Gottes / by himmel vnd erden / by element vnd Sacrament / by S.Välti vnd Küry / dz sy sömlichs beredend / vnd sprächend / das sye wider Gott.

179      Man sol dem schweeren widersprechen.

... Vnd wenn die Töuffer darby blibind / nit wyter deß schweerens halber fuorind / wärend sy weder zuo schälten noch zuo straaffen. ... Es ist ouch größlich zuo beduren / vnnd zuo beklagen / daß die Prediger an den Cantzlen / vnnd die Oberkeiten mit jrem schwärdt so gar wenig oder nüt darzuo thuond / daß sömlich Gottes / siner heiligen / vnnd herrlicher geschöpfften / Sacramenten vnnd ordnungen lesterung abgestellt werde: da schweerend yetz nit allein die rouwen kriegslüt / sonder ouch die burger vnnd handtwercks lüt / ja die Prediger selbs / die wyber vnd töchtern / vnd die gar jungen knaben vnd meytli. Vnd ist die verflüecht tüfelisch sucht vnnd gwonheit zuo schweeren dahin kommen / daß vil nit mer an sich selbs achtend oder wüssend daß sy schweerend. ...

179b    Vnderscheid des schweerens.

... Demnach ist ein besonders schweren / da wir wäder vor gricht noch rächt / ouch nit vor der Oberkeit / sonder für vns selbs / vnsers willens vnd gefallens / vß liebe vnd trüw / vnserem nächsten zuo guotem vnd versicherung oder zuo ruowen / schwerend / ... : oder da wir vß anfächtung oder zorn / oder böser angenommner wyß vnnd gwonheit / schwerend / lychtferig den nammen Gottes gebruchend / nit zuo guotem / sonder zuo nachteil vnserem nächsten. Die vorigen schwüer sind nit verbotten / aber die letzten all. Dann die ersten sind nit wider die liebe / sonder mit der liebe: vnd die liebe leit vß daß gesatzt.

Den Eidschwuor muoß man sünderen von anderen schwüeren.

180            Was der Eyd sye.

Der Eyd ist ein ordenlich vnd gelert anrüeffen Gottes vnd zügen vff Gott / daß wir das / daß vns vorgemäldet / vnd wir mit gelerten worten nachmeldend / namlich was wir sagen oder thuon söllind / warlich oder trüwlich sagen oder thuon wöllind.

Die Form des Eyds.

Es hat aber Gott geordnet daß der Eyd sol mit gelerten worten / vnd mit vßerlicher ceremony oder vßerem bruch vnd sitten / gäben oder vfgenommen vnd geschworen werden. Die gelerten wort die ein Oberkeit vormäldet dem schwerenden / sind dise / Das wil ich war vnd stät halten / dem gnuog thuon / trüwlich / vnnd one alle gfaar / daß mir Gott also hälfe.

Die rächten eigenschafften des Eyds.

180b    Die ceremony vnd bruch des Eydschwerens. Gene.14.

Worzuo vnd warumb der Eyd gäben sye.

Der eyd aber ist von Gott der Oberkeit zur behilff vnd allen menschen zuo guotem / vnd mit nammen zuo einem gwüssen end gegäben / namlich zuo einem starcken band / daß die lüt by einanderen vnd in der gehorsamme behalte: item / zuo einem tryb / der ein yeden zuo sinem ampt vnd zuo dem / daß er geschworen hat / trybe / vnd wenn der richter in wichtigen sachen nit kan vff den grund kommen / daß er es dem menschen by dem eyd hinzuolege.

181      Vß was vrsachen die vralten die Eyd gäben habind.

Darumb habend die vralten den Eyd nit gäben oder geforderet onet in ernsthafften sachen. ...

Der Eyd ist nütz vnd notwendig.

181b    ... Dann nimm hin vß den regimenten den Eyd / vnd luog dann ob du nit das band vffgelößt habist / welches den gantzen lyb deß gemeinen nutzes vnnd rechter regierung by einanderen behalt.

Daß eydschweeren nit sünd oder vnrecht sye.

182      Nit wöllen eydschweeren ist sünd.

Das sechszte Buoch

182b   Von dem heiligen Christenlichen Touff / sinem vrsprung: vnd daß nun ein warer Touff sye / der den Johannes angefängt / Christus aber sinen Jüngern einfaltig / one vil ceremonien / allen völckern zuo geben / befolhen habe.   Cap.1.

182b    Kinder touffen ist nit recht. 23

Von deß Touffs vrsprung.

183b    Die Apostlen habend toufft mit Johannis touff.

Christus setzt kein nüwen Touff yn.

Es ist nun ein einiger touff. Ephes.4.

Johannis vnd der jüngeren Christi leer vnd predig einerley.

184b    Jn Christum touffen.

Welches der war recht Touff sye.

185      Der Christenlich Touff hat wenig brüch.

185b   Antwort vff die fürnemmen gründ der Töuffern / mit denen sy erhalten wöllend / daß man die kinder der glöubigen in der kirchen nit touffen sölle noch möge.   Cap.2.

186      Wän man touffen sol?

... sagend ¦186¦ wir / Allen denen die Gottes volck sind / das syend dann die / die mit eigner bekanntnuß Christum verjähend / vnd deß Touffs begärend / oder die kindle die von glöubigen lüten erboren sind / welchen die eltern deß Touffs begärend.

Die leer vnd das glouben muoß vorgon / darnach der Touff volgen.

186b    Luog hernach im 5.cap.

186b    Jn dem Nachtmal vnsers Herren Christi sind anfangs allein die Apostlen gesässen: wär wolt aber daruß schliessen / daß man keinen leyen noch wyberen sölte das Nachtmal werden lassen?

187      Byspil der getoufften in der geschrifft.

187b    Die kinder könnend die pflicht vnd bedütnuß deß Touffs weder verston noch leisten / darumb sol man sy nit touffen.

187b    Die Töuffer tringend vil mer vff deß menschen verdienst / dann vff die luter gnad Gottes.

188b    Das heil ist der fryen waal Gottes.

Vber dises alles gond etliche subtyle Töuffer erst über die recht kunstkammer / vnd bringend herfür sömlich argument / das heil sy allein der fryen Gottes waal vnnd ewiger Göttlicher fürsähung / also / daß die allein sälig werdind / welche von Gott darzuo vorsähen vnd erwölt syend. Welche aber die selben syend / möge niemant an den kindern sähen / sonder erschyne erst denn / wenn sy zuo jren tagen kommind. Dann welche der erwölten syend / gloubind: welche aber der verworffnen syend / gloubind nit. Darumb daß man mit dem zeichen deß volcks Gottes nit verfäle / vnnd es denen nit etwan gäbe / denen es nit gehört / als die weder Gottes / noch rächte erben deß heils sind / sölle man ein yeden zuo sinen tagen kommen lassen / damit er den glouben selbs bekenne / vnnd man jn denn frölich / one zwyfel / touffen könne. Dann vor der zyt der vernunfft touffen / sye den heiligen Touff verwüesten / süwen vnd hünden gäben. Antwort. Also sicht man abermals / daß jr zum teil den Touff vff vnseren dienst / vnd vff den diener setzend / als der gewüß syn muoß / daß der / den er toufft / glöubig sye / oder aber der Touff sye nicht recht. Darwider im dritten Buoch geschriben ist. ...

189      Die ordnung deß heils.

Doch dz jnen noch vollkommnere antwort werde / lassend wir zuo / daß sy sagend / das heil sye der fryen waal vnd ewige fürsähung Gottes / also / daß keine / onet die vßerwölten glöubig vnd sälig werdind. Dann also hat man ye vnd ye geleert vnnd gloubt in der kirchen Christi / so hat man ouch darumb gar heytere zügnussen in der gschrifft / ...

Man sol nit wöllen erfüntelen die waal Gottes / sonder richten nach dem klaren wort

Daruf sagend wir nun wyter / daß diser ewig Gottes radtschlag ein geheimnuß Gottes sye / da wir nit in himmel hinuf söllend stygen vnd die geheimnussen Gottes erfüntelen / sonder vns deß bescheids vernüegen lassen / den er vns in vnd mit sinem wort vßtruckenlich gäben hat. Vnd diewyl Gott in sinem wort die kinder vnder sin volck zelt / vnd nit vßschlüßt: darzuo sinen Jüngeren kein sünderung zuo machen befolhen / sonder gesprochen hat / Füerend mir zuo alle Heyden: vnd / Predigend das Euangelium allen creaturen / findt man nienan kein byspil in der gschrifft / daß die diener Gottes angehebt habind an der fürsähung Gottes / vnnd gesprochen / Welche nit vorsähen vnd erwölt sind / werdend nit sälig / darumb prediget man jnen vergäbens / vnd empfangend sy die Sacramenta one frucht: vnnd all jr gebätt ist vergäbens: dann das heil ist allein der wal: sonder vil mer findend wir die byspil der leer der Apostlen / die also ¦189b¦ geleert habend[7] / Gott sye rych vnd gnädig gegen allen denen die jn anrüeffend / der habe die wält so lieb / daß er sinen Sun gäben habe zum heiland aller glöubigen: darumb sölle man in Gott glouben: vmb den glouben vnd Göttlichen geist bitten: den er gar gern den bittenden verlyhen wölle: wie er klar verheissen habe Luc.11. vnd Matth.7. Vß disem byspil der leer der heiligen Apostlen / vnd vorab Christi / der da schryet[8] / Kommend här zuo mir alle die da arbeitend vnd beladen sind / ich wil üch ruow gäben / verkündend die Prediger das heil gemeinlich allen menschen / vnd nemmend ouch an alle die zum Touff kommend / vnd den selben jnen selbs vnd den jren begärend: vnd disputierend hie nüt von der waal Gottes / welche sy doch festigklich gloubend / vnd wol wüssend daß der Herr allein die sinen kennt: [9]mithinzuo aber setzend sy jr vrteil vff das wort deß Herren: ...[10]... So beschämend sy sich nit zuo sagen / Welche Gottes wort gern hörend / gloubend / sich touffen lassend / guote werck thuond / die sind Gottes kinder: vnangesähen ob sy innerlich im hertzen etwas verborgens habind / das vns nit zuo wüssen ist / oder mit der zyt eins anderen gesinnet / oder von Gott nach sinem willen vnd gerechtem gericht anderschwo zuo gebrucht werdind. Dann von dem gägenwirtigen / kundtbaren vnd offenbaren richtet die kirchen: darumb sagt sy ouch von denen / die das wort Gottes nit hören wöllend / die Sacramenta verachtend / werck der vnglöubigen thuond / diewyl sy also thuond / daß sy verworffne von Gott / vnnd verlorne syend. Von kinden aber können wir nit reden daß sy der verworffnen syend / sonder diewyl sy Gott in sinen pundt yngeschlossen hat / söllend wir guots vnd nit böß von jnen hoffen.

190      ... Dann so man allwäg sölte vnnd müeßte vff das künfftig touffen / wurde man spaat oder nimmer die kinder touffen / usw.

190          Wytere antwort vff der Widertöufferen gägenwürff wider den Kindertouff.   Cap.3.

Der kindertouff hat kein gebott Gottes.

Die überigen gägenwürff die vns die Töuffer wider den Kindertouff thuond / sind etwas ringer vnd minder ansichtig / darumb wil ich an jnen zuo verantworten / nit lang hafften. ...

190b    Ob der Kindertouff von dem Bapst vß dem Tüfel sye / vnd wir in deß Bapsts touff getoufft syend?

191b    Der kindertouff ist nit ein abgott.

192      Von der Töuffer Buoch vermanung genennt.

Jr sprächend / Der Kindertouff ist der recht anfang / grund / vnnd wurtzel deß ganzen Antichristischen regiments vnnd rychs / vnnd ein vfhebung deß pundts Christi. Daruß ist entstanden die Münchery. Dann diewyl sy nüt gewußt von der rechten pflicht deß Touffs / habend sy mit jren glübden vnd profession einn nüwen Touff angericht. Pomp / hochfart pracht / vnnd vnmässig frässen vnnd suffen volgt vß dem Kindertouff. Der touff sol ein thor vnd yngang syn in die kirchen / daryn nieman solt gelassen werden / dann der vor dem Tüfel widersagt vnnd den glouben bekannt hette: ... Der oder die es geschriben habend / sind fräch / eigens hochtrabends sinns / habend seer wol für guot von jnen selbs / farend hoch in dem gewülch dahär / als himmelische propheten / machend es alles so schwär vnnd verworren (insonders den handel deß Touffs: im Nachtmal sind sy dennocht etwas verständtlicher / aber doch ouch jrs eignen sinns) daß der es zuo guotem rechten verstand läsen oder bringen / vnd eigentlich die recht meinung / was doch jr verstand sye / sähen wil / mer dann einer laternen bedarff.

192b    Luog hieuor im 1. [?] Buoch am.11.cap.

Der Kindertouff ist nit ein wurtzel deß Endtchristenthumbs.

Mißbrüch by dem Kindertouff.

193      Von der bürgschafft by dem Touff.

... Dann wir ye in vnser kirchen keine bürgen zum Touff bestellend / welche den glouben versprächind / als stande es in der bürgen macht / zuokünfftig den glouben zuo gäben / usw.

Geuatteren vnd Göttinen.

Darumb sy der diener by dem Touff / als deß kinds mituättern vnnd mitmüetern anspricht (wie sy dann in alter Tütscher spraach ye vnd ye Geuattern genennt worden sind) vnd muotet jnen kein bürgschafft an / für das kind zuo glouben / oder für das kind wider den Tüfel zuo stryten: er vermanet sy aber / ob das kind erwüchse / jm vatter vnd muoter abgienge / daß die zügen das kind wöllind die artickel deß gloubens vnd bätten leeren / vnd also zuo Gott / dem es im Touff ¦193b¦ geeignet worden / füeren / usw. Dannenhär gedachte zügen ye vnnd ye Göttinen vnd Gotten genennt worden sind / als die zuo Göttlichem läben gehilffen vnd füerer syn söllend.

193b   Daß nit allein die alten / die den glouben bekennen könnend / sonder ouch die kinder / die von jnen geboren sind / Gottes volck vnd im pundt Gottes / vnd darumb mit dem pundtszeichen der Touff zuo verzeichnen syend.   Cap.4.

193b    Welche das volck Gottes syend.

... Darinn aber ist der span / vnd aller hafft wil an dem gelägen syn / welche doch das volck Gottes / vnd in disem pundt Gottes syend. Zum ersten / vß der bekanntnuß deß gloubens. Sömliche bekanntnuß aber beschicht eintweders ¦194¦ vß guotem gerächtem hertzen ...: oder sy beschicht vß falschem glychßnendem hertzen... Diser vsseren bekanntnuß nach aber / richtet die kirch jr vrteil / vnd halt alle die für Gottes volck / vnnd daß sy syend in dem pundt Gottes / die den glouben vsserlich verjähend / das beschähe dann vß gerächtem oder falschem hertzen. Dann der mensch muoß sich der vsseren bekanntnuß vernüegen lassen / kan vnd sol die hertzen nit ergründen noch richten wöllen / welches Gottes vrteil oder gericht allein gelassen wirdt. ... Wol mag vnd sol man mit der leer mengklichen erinnern / daß die vsser bekanntnuß one den waren glouben deß hertzens / nüt nütze zum heil / vnd daß der Herr hasse alle glychßnery vnd ouch glychßner / welche er straffen werd. ...

194      Vß der verheissung Gottes erkennt man welche Gottes syend.

Zum anderen / erkennt man das volck Gottes vß der zuosag vnd verheissung Gottes.Dann welche der Herr für sin volck hat vnd erkennt / vnd heiter spricht / er wölle jr Gott syn / vnd sy söllind syn volck syn / die sind one allen zwyfel sin volck vnd in sinem pundt. ... Vnd hie stond die zuosagungen vnd verheissungen Gottes also / daß wir heiter sähend / daß Gott / nit nun ein Gott syn will der alten / ¦194b¦ die jn mit mund vnd den wercken bekennen könnend / sonder ouch den vnmündigen kinden / die von vnd vß sömlichen glöubigen geboren sind / vnd weder mit mund noch mit den wercken nochmalen Gott bekennen könnend. ...

194b    Der pundt mit Abrahamen gemachet / ist ewig.

195b    Der nüw pundt oder das nüw Testament.

Welche der somen Abrahams syend.

196          Grundtlicher bericht vß dem heiligen Euangelio / von dem gewüssen vngezwyfleten heil der jungen kinden.   Cap.5.

196      Der Christen kinder sind Gottes kinder.

197      Ob man möge in der gschrifft dem heil der kinden nachgründen.

Wenn wir nit so heyteren bericht hettind / möchte man die sach Gottes vrteil übergäben:

Man sol sorg tragen vmb das heil der kinderen 2.Tim.2.

197b    Was das sye / daß der Herr spricht / Sömlicher / vnd nit dise?

198      Wie Gott die kinder so lieb / vnd jm so wol angelägen syend.

Von sömlichen kinden vnd kleinen / namlich zum ersten von den jungen kinden / zum anderen von den alten die sich den jungen kinden glychförmig machend / redt vnser Herr wyter in dem heiligen Euangelio / Matth.18. vnd spricht / Wär ein sömlich kind vfnimpt / der nimpt mich vf. Sich wie hoch der Herr die jungen kind schetze / vnnd die Töuffer habend jren kein rächnung. Ja er spricht hernach noch vil häfftiger / Wär aber einen diser kleinen / die in mich gloubend / ergeret / dem wäre besser / daß er in das Meer versenckt wäre. ...

Wie die jungen kinder glöubige heissend.

Hiemit nennt er die kleinen kind / nit nun die dienmüetigen / die den kinden glych sind / glöubige. Dann er spricht / Die in mich gloubend. Daruß etliche schliessend / ouch mit anderen orten der geschrifft anzeigend / dz in den jungen kinden ein verborgener gloub sye. Das ich nun in sinem wärd blyben laß: das einfaltiger aber ist das / daß die gschrifft von glouben vnd glöubigen in zwen wäg redt / Erstlich nennt sy die glöubig / die das wort hörend / dem glouben / vnnd jren glouben mit den worten vnd wercken bezügend oder verjähend. Vnd sömliche glöubige sind die jungen kind nit. Demnach nennt die geschrifft die glöubig / als die hie kind / die wol den glouben nit bekennen mögend / aber doch vnder die glöubigen gezelt vnd gerechnet werdend / vnd das vß fryer gnad Gottes / welcher die kind in pundt ouch yngeschlossen hat. Darumb nennend wir nach dem Euangelio die jungen kind wol vnd rächt glöubige.

198b   Daß man die jungen kinder touffen sölle vnd möge vnd daß die Apostlen kind toufft habind.   Cap.6.

198b    Christus hat geheissen touffen alle Heyden. Matth.28.

Christus hat geheissen sine glöubige touffen.

199      Das wort höher vnd wirdiger dann die Sacrament.

Petrus toufft die die den geist Gottes empfangen hattend. Acto.16.

199b    Der Touff ist an statt der beschnydung kommen.

200      Die Apostlen habend gantze hüser toufft.

200b    Was huß in der geschrifft heisse.

Ob kinder ouch in den hüseren gezelt werdind?

201          Daß der Widertouff vnrächt / von alter har verworffen sye / vnnd keinen rächten grund in heiliger Göttlicher gschrifft habe.   Cap.7.

201      Wider den Widertouff. 24

... Sittenmal aber Gott selbs von wägen der vnmündigen kinden bekennt / daß sy sin vnnd erben deß ewigen läbens syend / warumb sölte der diener nit lieber vnd getröster die kinder vff Gottes bekanntnuß / dann die alten vff menschliche bekanntnuß / touffen? ...

201b    Was von dem Widertouff vor alten zyten gehandelt worden.

202b    Wo mit die Töuffer schirmind den Widertouff.

Wie die 12. Mann in Geschichten der Apostlen am 19 cap. getoufft worden syend.

203b   Daß wir recht vnd einfalt von deß Herren Nachtmahl leerind: die Töuffer vns aber vnnd vnsere leer vnbillich deß zwytrachts vnd gehäders anklagind / usw.   Cap.8.

Die predicanten verwüestend deß Herren Nachtmal. 25

Mit dem 25. vnd letsten artickel klagend vns die Töuffer an / vnnd zyhend vns eins träffenlichen schwären irrthumbs / ja lasters / der verwüestung deß Herren Nachtmal / vnd sprächend / Die predicanten machend kein sünderung / trybend die sünder nit von dem Nachtmal / vnd gebruchend keinen bann. Daruß schliessend sy / diewyl wir sunst ouch nit recht leerind von dem Nachtmal / vnd darinn vil gezäncks habind / werdind sy gewaltigklich verursachet von vnsern kirchen abzeträtten / vnd rächte kirchen anzerichten / in welchen man von dem Nachtmal recht vnd fridlich leere / den reinen es reiche / die sünder daruon abtrybe / vnnd den geistlichen bann vfrichte: diewyl doch die predicanten den selben nienan mit ernst vfrichten wöllind. ...

Vnsere leer von deß Herren Nachtmal ist recht vnd einfalt.

204      Ob wir ein zänckisch Nachtmal habind?

204b    Ob die predicanten diser zyt den hunden vnd süwen predigind?

205      Die Töuffer habend ouch hie im Nachtmal ein besonders

... Jsts üch aber rächt ein nüwe vnd vnbegründete opinion fürzuostellen der kirchen: warumb sölte es dann sünd syn vnseren vorfaren die alte wolbegründte leer zuo ernüweren: wenn glych wol durch anderer widersprächen hieruß ein gehäder worden ist?

205b    Ob die wort Das ist min lyb / von dem lyb Christi vnd nit von dem brot zuo verston syend?

Wir wüssend ja wol / daß das brot nit für vns gäben ist / sonder der lyb Christi: welcher aber vns durch das brot ¦206¦ angebildet vnd bezüget wirt / vnd darumb das brot der lyb Christi heißt vnd ist / sacramentlich / oder wie jr selbs sagend / figürlich / usw.

206      Warumb von disem handel geschriben worden?

206     Wäm das Nachtmal von dem Herren yngesetzt sye vnd zuogehöre. Von dem absünderen der sünderen daruon. Vnnd ob Christus yemant von sinem ersten maal abgesünderet vnnd vßgeschlossen habe?   Cap.9.

206      Die Töuffer leerend die absünderung in deß Herren Nachtmal.

Nach der leer von dem Nachtmal / suochend die Töuffer gar gnaw / wäm das Nachtmal yngesetzt sye vnd gehöre / redend hie vil von der absünderung / vnnd wie man die sünder von deß Herren Nachtmal abtryben sölle / vnnd machend damit das lieblich fröudenrych Nachtmal deß Herren so abschüchlich vnd leidig / vnd den zuogang darzuo so eng / dz ouch fromme lüt ein abschühen darab empfahend / vnd es mer fliehend dann besuochend / diewyl nach der Töuffischen leer nieman nimmer gnuog gerüstet vnd wirdig gnuog syn kan. Vnd hat aber Christus vnser Herr den dienst deß worts vnd der Sacramenten angesähen vnd yngesetzt / dz man sölte ¦206b¦ die vile der völckeren zuofüeren / zuosammen samlen / vnd by einandern behalten. Dargägen aber ist es stäts den Töuffern vmb das rotten / absündern vnd das trännen vnd abteilen zethuon: besorgend ymmerdar man bringe zuo vil lüten zuo Christo / die groß vile könne nit alle Christi syn / erachtend deßhalb der sach am basten geraten syn / wenn sich wenig lüten vnsers Herren Christi vnd sines rychs annemmind.  ... Wir läsend ouch nienan dz er sin Nachtmal so eng yngebrisen / vnnd mit so schwären tröuwungen vnd bethürungen schützlich gemachet habe / dz yemants gedencken möchte / es wäre mer den Englen dann den armen sündigen menschen zuo trost vnd sterckung / ouch nit zur versamlung / sonder nur zur zerströuwung vnd absünderung yngesetzt.

206b    Das heilthumb nit den hünden fürwerffen.

Zwaren sol man das heilthumb vnd die pärle (wie ouch vor gemäldet ist) weder den hünden fürwerffen / noch vnder die schwyn ströuwen. Man sol aber ouch grundtlich luogen welches eigentlich sömliche hünd vnnd süw syend / frylich nit alle die / die sünder vnnd prästhafft / sonder vil mer die / die gottloß vnd fyend Gottes vnd sines worts sind: ... Es sind vil vnnd dick sündige vnd lasterhaffte menschen / die doch sich selbs anklagend / vnd jrer sünden schuldig gäbend / jnen selbs mißfallend / so ferr ists daß sy yemants der sy züchtiget oder beschilt / zuo zerryssen vnderstandind. Sömliche für schwyn vnd hünd gäntzlich verwerffen / ist schwär. ...

207      Ob Judas habe im Nachtmal das Sacrament empfangen?

207b    Ob Judas thatliche vnd wüssenhaffte sünd im nachtmal gehebt habe?

208            Das Nachtmal Christi zuo vil ynziehen vff wenig personen.

Vß disem allem ist wol abzenemmen / daß wir ouch damit wider den Herren sünden könnend / wenn wir dise sach besser machen wöllend dann er sy gemacht hat / vnd das Nachtmal Christi / das der Herr vorerzelter wyß mit den zwölffen begangen hat / nun gar zuo vngemein vnd abgesünderet machend. ...

Ob deß Herren Nachtmal nit mer deß Herren Nachtmal von der sünderen wägen sye?

208b    ... Dann vnser vngloub lärt den glouben Gottes nit vß. ...

Der Herr hat sin Nachtmal den glöubigen yngesetzt.

209            Trost der schwachen.

... Hie schreckend wir ouch die kleinmüetigen nit ab /

Die prob oder das bewären hat sin end in dem es beruowet.

Darzuo leerend wir daß vnsere prob oder bewärnuß jr maaß vnd end in dem sy beruowe / habe / nit vnendtlich sye / daß der mensch nimmer wüsse wenn er hinzuo gon dörffe. ...

209b    Es ässend das Osterlamb die noch nit gereiniget warend.

... Dann die jünger die in dem ersten maal deß Herren gesässen / vnd das Sacrament von sinen selbs händen empfangen habend / sind der gnaden gar notwendig gewesen. Dann schwach warend sy am glouben / forchtsam / darzuo an der ¦210¦ liebe vnd an andern tugenden seer blöd / zancktend glych in disem mal von dem / welcher vnder jnen der höchste syn wurde / sy werdend ouch vom Herren selbs geschulten eines herten vngeschickten verstandts der geistlichen dingen / vnd hattend ouch sunst jre menschliche prästen: aber darumb ward jren keiner abgesünderet / noch jnen das Nachtmal abgeschlagen / sonder vff gnad von dem Herren selbs gäben / welcher damit das Nachtmal keins wägs verwüestet hat. Dann es ist zuo trost den armen sündern gäben. ...

210     Von dem Bann oder kirchenzucht / vnd ob die glöubigen durch das Nachtmal befleckt werdind by welchem sünder funden / vnd nit vßgeschlossen oder abgesünderet werdind.   Cap.10.

Von dem vfrichten deß Banns.

Vnd hie sagend die Töuffer vil von vfrichtung deß Banns / von Schlüßlen vnd Apostolischen gewalt / wie man sy darumb gebätten habe / daß sy den Bann helffind vfrichten / damit man jnen zügnuß gäbe / dz sy den geist Gottes habind. Diewyl die Predicanten aber den selben nit habind / könnind sy jnen nit helffen. Dann wenn sy jn / wie die Apostlen hettind / wurden sy den geistlichen Bann wol vfrichten. Diewyl das nit beschähe / sye es ein gwüsses zeichen / dz die Predicanten den geist Gottes nit habind / vnd nüt rechts in der kirchen vßrichten könnind: ja dz sy vß forcht deß vnwerdts vnd der durchächtung den Bann nit vfrichtind / usw. Da ich zwaren nit wüssen mag wär sy vmb hilff / wie sy rüemend / angerüefft habe. Diewyl die Töuffer nit anders sind / dann sy noch bißhär in disen 25. articklen funden worden / köntind wir jnen wol zügnuß gäben / daß sy ein strytigen vnd abtrünnigen oder zwyträchtigen geist habind: dz wir deßhalb jrer hilff nüt begärend. Mithinzuo rüemend wir vns nit hoher dingen / hoffend aber fromme gläubige lüt / vnnd vnsere arbeit / die wir mit der gnad Gottes gearbeitet habend / köne vnd werdend vnserm dienst zügnuß gäben / daß wir dem Herren nit one sinen geist gedienet habind. Daruon ouch hieuor etwas gesagt ist[11]. Die Schlüssel vnd der Apostolisch gwalt ist das entbinden von sünden / oder binden in sünden / mit oder durch den dienst / oder verkünden deß Göttlichen worts. Da wir vns alle zyt lieber deß dienst / dann deß ¦210b¦ gewalts / der Gottes eigentlich ist / rüemend. Wie wir vns aber ynschickind dz wir liebe vnd werd syend / vnd keine durchächtung lydind / findt sich wol an vnserm predigen / daruß allermeist vnwillens erwachßt. Vnnd wenn aber die diener glych wol nit vß deß Herren Nachtmal alle die vßschliessend / welche die Töuffer vßschliessen heissend / vnd doch mithinzuo mit trüwen dahin arbeitend / daß die sündigen oder lasterhafften gewarnet / von dem bösen abgezogen / vnnd gestraafft werdind / thuond sy das trüwen dieneren zuostadt. Ja trüwe pfarrer werdend mit dem Bann / oder mit der züchtigung vnd besserung der sündern in der kirchen Christi nüt one fürsichtige bescheidenheit anheben oder vfrichten / ouch alles allein vff die vfbuwung vnd nit zur zerstörung oder trennung richten: diewyl ouch Paulus gesagt hat[12] / Ich hab alles macht / es nützt aber nit alles. So spricht Augustinus der heilig Bischoff / welcher ob viertzig jaren die kirch Christi wol gregiert hat / wenn die straaff der lasterhafften dahin reichen wölle / daß vß der straaff mer verböserung volge dann besserung / sye es wäger man fare nit für mit der straaff. Darumb füert er yn zur befestigung diser siner leer die wort vnsers Herren Christi / Jr söllend das vnkrut nit vßjätten / vff das jr nit mithinzuo ouch den guoten sonem vßrouffind / usw. Wär lust hat läse das ander cap.3.lib.contra Parmenianum. Darumb nämind sich die Töuffer nit mer meisterschafft an in der kirchen / dann jnen vom Herren der kirchen befolhen ist / so wurde mer ruow in der kirchen vnd minder gehäders syn / usw.

210b    Was der Bann sye / vnd warumb er yngesetzt.

Der Bann ist ein kirchen zucht / verbesserung der sitten / ein abstellen der ergernuß / vnd pflantzung aller erbarkeit / welche beschicht mit warnen vnd mit züchtigen oder straaffen / ye nach gelägenheit der sachen / vnd zuo besserung deß der gezüchtigt wirdt / der kirchen eer vnd guoter namm / daß ouch andere nit verergeret oder verböseret werdind / vnd daß die kirch in guoten ruowen vnd wolstand bestande. Darumb man darinn vor allen dingen sähen muoß vff die besserung / vnd vff den wolstand der kirchen / wie erst gemäldet worden ist vß der leer vnsers Herren / vnd ouch Augustini. Dann wenn der Bann zur böserung vmbkeeren oder verderben der kirchen reichen wölte / sol das besser an die hand genommen werden. Vnd da Paulus einist geheissen hat den straaffen der ein schandtliche bluotschand begangen hatt / vnd noch vnuerschampt ¦211¦ darinn saß / sprach er doch bald hernach / Es ist gnuog daß der selbig also gestraafft ist von vilen / also / daß jr jn herwiderumb trösten söllend / vff das er nit durch überflüssige trurigkeit verschlunden werde / usw. Vnd hie wil ich yetzund von kürtze wägen nüt von dem sagen / wie vnser Herr vnnd sine Apostlen dise straaff nit so gemeinlich vnnd schnäll wie die Töuffer gebrucht habind: ich wil ouch nit wytlöuffiger erzellen / wär dise warnung vnd züchtigung in der kirchen verwalten oder vßrichten sölle / wenig hierzuo von der kirchen fürnemme vßgeschoßne oder verordnete lüt / oder die gamntzen gemeinden: also wil ich ouch nit nach der lenge die wyß vnd maß der warnung vnd straaff oder züchtigung erlütern. Dann diewyl vnser Herr spricht[13] / Wenn er die gmeind nit hört / so sye dir wie ein Heyd vnd publican: diewyl ouch Paulus spricht[14] / Der sömlichs mißhandlet hat / sol mit der krafft vnsers Herren Jesu Christi übergäben werden dem Tüfel zum verderben deß fleischs / vff das der geist sälig werde am tag deß Herren Jesu. Vnd widerumb / Wär sich ein bruoder nennen laßt / vnd ein huorer ist / usw. mit dem selben söllend jr ouch nit ässen. Jtem / Thuond von üch hinuß wär da böß ist. Vnnd abermals[15] / So aber yemants nit gehorsam ist vnserem wort / mit dem habend kein gemeinschafft / vff das er schamrot werde: doch haltend jn nit als ein fyend / sonder warnend jn als ein bruoder / usw. So sicht ein yeder glöubiger fridsammer vast wol / daß es alles von dem Herren vnd Paulo gericht ist vff die besserung / daß namlich die kirch hie an die hand nemmen sol vnnd mag / das vff die beste form ergernuß abstelt / die bärlichen grossen prästen artznet / rechte zucht pflantzet / vnd in summa der kommlichist vnd sicherist / ouch der nächst vnd rüewigist wäg ist zuo dem end deß Banns zuokommen / usw.

211      Ob nit ouch das ein kirchen syn möge / die den Bann nit hat.

Die Töuffer aber sprächend widerumb / Geb was die predicanten rüemind / schrygind / vnnd hoch dahär farind / so habend sy doch kein recht gereinigete abgesünderete kirchen Gottes mit dem vßschliessen deß Banns / usw. vnnd tringend entlich dahin / daß wo jr Bann / wie sy jn gebruchend / nit sye / da sye ouch kein rächte Gott wolgefellige kirch. Daruf wir antwortend / vnd sagend / daß die kirch zuo Corinthen ein rächte kirch gewesen / vnd von Paulo darfür gehalten worden sye / als man sicht 1.Corinth.1. ee dann der Bann von jnen gebrucht war. Dann wo weder an der gesunden leer / noch an den Sacramenten mangel ist / vnd schon mangel am züchtigen wäre / blybt doch die kirch ein ¦211b¦ rechte kirch. Daruf sprächend sy / Wenn aber der Bann nit ist / so ist das Nachtmal nit recht. Sagend wir / wie ouch daoben / Nun ist doch das Nachtmal ein war recht mal gewesen / ob glych wol Judas nit vßgeschlossen ward / vnd darzuo die anderen Jünger / die jre prästen hattend / geduldet wurdend von dem Herren selbs. Sy aber sprächend widerumb in jrer Vermanung / Dises mal wirt vnwirdig genossen / wenn einer von dem / mit dem er das Nachtmal nimpt / weißt daß er ein sünder ist / vnd es nütdestminder mit jm nimpt. Dann hiemit so er sich nit sünderet / wirt er verunreiniget / vnd macht sich frömbder sünden teilhafft. Darumb heißt Gott sine glöubigen fliehen sömliche befleckte gemeind. Vnd hie ziehend sy an die zügnussen vß dem 18.cap.Apocal. vß der 2. zuo den Corinthern am 6.cap. Zühend nit am joch mit den vnglöubigen / usw. Erzelte ort aber der geschrifft dienend wider die grossen Babylon / vnnd wider die vnglöubigen / die vsset der kirchen warend / vnnd nit wider die glöubigen in der kirchen / welche etwas mangels an jrem läben habend / vnd die kirchen nit widerfächtend.

211b    Ob der glöubig befleckt werde / wenn er da zum Nachtmal gadt / da sünder oder lasterhaffte zuo gond?

Wenn man dann in der kirchen das Nachtmal Christi recht in siner ordenlichen form von dem Herren angäben / vnnd von Apostlen empfangen / begadt / vnnd darby glych wol vil sünder oder lasterhaffte sind / ist somlichs / vnnd sol ouch syn / dem glöubigen wol ein kumber / darumb er ouch Gott vmb gnad bittet / er sünderet sich aber darumb nit von deß Herren maal / noch vil minder macht er trännung vnd richtet ein ander abgesünderet Nachtmal an. Dann er weißt wol daß das Nachtmal Christi zur einigung vnd nit zur zertrennung yngesetzt ist: so weißt er ouch wol / dz er durch sömliche gmeinsamme im Nachtmal / wenn er in sünden mit den lasterhafften nit gemeinsamme hat / nit befleckt wirt. Vnnd thuond hie die Töuffer fast vnrächt / daß sy nit nun den Touff zuo rott zeichen jrer Sect gemachet habend / sonder ouch deß Herren Nachtmal / daß er angesähen hat die kirchen by einanderen in einem lyb zuo behalten / zur absünderung vnd spaltung abziehend vnd gebruchend.

Jsaias vnd Jeremias / ouch andere Gottgeliebte propheten vnnd trüwe diener der kirchen Gottes / habend die kirchen jrer zyten grosser lasteren vnd abschüchlicher grüwlen anklagt vnd gezüget / da sye äben nüt gantzes vnd gsunds / von dem scheitel deß houpts vntz vff die färsinen. Dem selben was ouch also: sind sy ¦211b¦ aber darumb zuo sömlichem volck nit mer zur kirchen gangen / habend sy sich von sömlichen grüwlichen lüten abgesünderet / oder habend sy ein anderen altar vfgericht / vnd ein andere kirch angericht? oder habend sy gewert / daß niemant sich mer sölle beschnyden lassen / oder zuo den opfferen kommen mit sömlichem volck? Deren keins hat jren keiner nie gethon. Sy habend sich wol abgesünderet von den grüwenlichen lasteren deß volcks / die sy anklagt habend / aber von dem kirchgang vnd Sacramenten / die guot vnd nit böß an jnen selbs sind / habend sy sich nit abgesünderet: sind ouch durch sömliche gmeinsamme gar nit befleckt worden: anders keine propheten wäder rächt heilig / noch ware propheten gewäsen wärind. Hiemit wirt ouch die leer der Töufferen vmbkeert / da sy sprächend / Jn gloubens sachen könnend wir wäder teil noch gmein haben mit denen die dem Euangelio vnd den gebotten Gottes zuo wider läbend. Daß sy dann daruf witer sagend / Die Apostlen habend ouch on wältlichen sachen / als kouffen vnd verkouffen / gmeinschafft gehebt mit den Heyden / aber nit mit jrem glouben: antwortend wir / daß zwüschend vnserem glouben vnd dem Heydischen ein grosser vnderscheid sye. Dann den Heydischen habend sy widerfochten / vnseren aber gelert. Vnd darumb da die Töuffer vns fragend / diewyl wir mit den Päpstleren im kouffen vnd verkouffen gmeinschafft habind / warumb wir ouch nit gemeinsamme habind mit jrer religion? Antwortend wir / Wenn vns die selb mit der biblischen geschrifft dermassen erlüteret vnd befestnet wurde / wie wir vnsere leer vnd Sacramenta den Töuffereen erlüterend vnd befestnend / so wöltind wir keinen span mit jnen haben. Darumb habend die propheten mit denen dörffen in gloubens sachen gmeinschafft haben / die im läben sündig warend / vnd wurdend aber nit befleckt / dann der gloub / die leer vnd opffer von Gott yngesetzt / warend nit befleckt / so werdend ouch die Töuffer durch vnsere leer vnd Sacramenta nit befleckt / diewyl sy vß dem wort Gottes sind / ob glych wol das läben deren die zur leer vnd Sacramenten kommend / vngerächt vnd schältens wärt ist.

212      Christus hat sich nit abgesünderet von sinem sündigen volck.

Wöllend die Töuffer aber sagen / wie sy gewon sind / die byspil der propheten bindind sy in dem nüwen Testament nüt / kommend wir ouch zuo Christo vnd sinen Apostlen. Da darff es nit vil worten wie vnnd was für ein kirch gewäsen sye zuo den zyten Christi. Dann mengklich weißt / daß sy gar prästhafft vnd verderbt was / noch dennocht ist mit vnd in jren beschnitten vnser ¦212b¦ Herr Christus / one alle befleckung. Zur zyt der reinigung ist er in tempel tragen / vnd das gemein opffer ist da für jn one befleckung vfgeopfferet: als er erwachsen ist / gieng er zur zyt der versamlung vnd fästen hinuf gen Hierusalem / zur gmeind in die kirchen / vnd ward nit befleckt. Vnd do er schon die köuffer vnd verköuffer zur kirchen vßschluog / vnd sy schuldiget / sy hettend jm sines vatters huß / dz zuo bätten geordnet / zur mörder gruoben gemachet / bleib er doch für vnd für in disem tempel den er genennt hatt ein mördergruoben / vnd lart die gerächtigkeit / vnd macht kein sünderung: er ließ sich ouch äben in dem touff von Johanne touffen / in welchem die toufft warend / welche Johannes nannt naterzücht: usw. vnd ward aber nit befleckt. Das Nachtmal haltet er (wie gnuogsam daoben erlüteret ist) mit sinen prästhafften jüngeren: duldet ouch Judam / durch welchen / wiewol er ein tüfel was / wäder er noch sine jünger befleckt wurdend. Die sünder hat der Herr nit nun angenommen / sonder ouch gemeinsamme mit jnen gehebt[16] / daß sine fyend jm das zuo argem rächnetend / vnd sprachend / er wäre ein gesell der publicanen / usw. Die Apostlen sind ouch nit befleckt / daß sy das Nachtmal begangen habend mit sünderen / vnd Paulus sömlichs zuogelassen hat den Corinteren. Ja alle Christglöubigen habend sich von anfang gehüetet vor der vnnötigen absünderung / vnd habend gmeinlich erkennt / dz die bywonung vnd gmeinsamme mit den sünderen / in denen dingen / die an jnen selbs guot sind / nit befleckend. Es wonet ein glöubiger by einem vnglöubigen gemahel / vnd wirt doch dardurch nit befleckt / als Paulus züget / 1.Cor.7. Vnd der selb Paulus redt ouch vnderscheidenlich / man sölle kein gemeinsamme haben mit den vnfruchtbaren wercken der finsternuß. Darumb wenn etwas derglychen anderschwo von personen geredt wirt / beschicht das selb von deß bösen oder vnrächten wägen / daß in der person ist vnd beflecken mag. Darumb werdend die Töuffer nit befleckt mit dem sy zuo vns zur kirchen / zuo der leer vnnd den heiligen Sacramenten gond / ob schon in vnser kirchen / vil sünderen sind. Sy habend ouch keinen fuog von vnserer kirchen / die Christi ist / abzuoträtten vnd nüwe kirchen vfzuorichten. Thuond sy aber das über disen so vilfaltigen bericht / so sicht mengklich / daß sy an der schädlichen tränung mer lusts / dann an Christenlicher einigkeit habend / usw.

213      Beschluß.

Vnd bißhar hab ich in disen 6. büecheren mit göttlicher warheit (als ich hoff) erhalten daß vnsere kirch / die Christi ist / ein ware rächte Gott wolgefellige kirch sye / ouch in vnseren der dieneren der kirchen personen / leeren vnd dienst oder Sacramenten kein rächtmässige vrsachen syend / darumb die Töuffer ein sömliche trennung vnd absünderung machind / wie sy dann bißhar gethon habend. Da so erman ich sy yetzdan / durch die erbärmbd Gottes / vnd umb jres eignen heils willen / dass sy von jrem rotten vnd vnruowen abstandind / vnd sich in die kirchen Christi mit vns gebäbind: das jnen doch niemant weert (wie sy sich aber vnbillich klagend / da sy alle böse gethon / habe sy niemant gestöubt / yetzund so sy gern rächt thättind / verfolge man sy) ja darzuo zücht vnnd vermanet / vnnd darby schützt vnd schirmpt. Jch bitten sy ouch fründtlich / ob ich in disem minem werck (das ich mit der gnad vnd hilff Gottes bißhar zuo end gebracht hab) etwas vnfrüntlichers vnd rühers wider sy geredt / vnd sy lätzköpffig / kybig / häderig / sectisch / vnd was derglychen syn möchte / geschulten hette / dz sy mir das alles verzyhind. Jch tragen zwaren kein nyd noch hassz zuo jnen / sonder ich begär von hertzen / daß sy zuo rächt kommind vnd sälig werdind. Sy wüssend dennocht selbs wol / wie ruch ein vatter vnd leerer vil vnd dick mit sinen irrigen kinderen vnd jüngern redt / wie ouch die heiligen Propheten vnd Apostlen / mit denen kirchen / die sy nit gehasset / sonder von hertzen geliebet / so scharpff geredt vnd so beschwarlich beschelckt habens. Vnd wie ich für vnd für sag / daß zwüschend den Töuffern ein gar grosser vnderscheid sye: diewyl etliche vß einfalt vnd etwas yfers irrend / etliche aber gar boßhafftig / hartnäckig vnd kybig / gar fräfenlich / die einfaltigen verfüerend / vnd grosse vnruowen anrichtend / also begär ich / daß man darnach den verstand miner beschältung richte mit billichem bescheidnem vrteil. Ich gunnen niemants überal / ouch den Töufferen / kein args: vnd bitten Gott daß er durch sin grosse barmhertzigkeit / sy vnd alle irrige menschen widerumb ann rächten wäg füere / vnd daruff gnädigklich erhalte. Jm sy er / lob vnnd danck in ewigkeit. Amen.

 

An den Christenlichen Läser.

Diewyl ich etlich mal in minen Büecheren gedacht hab der Widertöuffern Büechli / mit dem sy vrsachen anzeigend / warumb sy nit zur kirchen gon wöllind / da die predicanten der kirchen dienend / vnd mir nit zuo wüssen ist / dz es ye yenan getruckt sye / ouch die Töuffer vnd jre gönner sträng klagend / man fahe vnd thürne sy / vnnd wölle sy weder hören / noch jre gründ / vor denen man sich förchte / nienan an tag kommen lassen / habe ich verschafft / daß gedacht jr Büechli / das jr schatz vnd kleinot ist / wie es mir geschrifftlich zuokomen / hie zuo disen minen Büechern getruckt worden ist. Nit daß sömlichs vast notwendig sye / diewyl ich alle jre gründ getrüwlich vnd vollkomner in minen Büechern gesetzt vnd gemäldet hab / sonder daß man sähe daß wir vns vor sömlichen gründen gar nüt besorgind noch förchtind / sy gern wöllind an tag kommen lassen / gwüsser zuoversicht / daß es vnsere guote sach mer fürderen dann hinderen sölle. Vnnd wiewol dieses Büechli bescheidner dann andere jre gschrifften geschriben / ouch zimlicher ist dann sy zuo reden pflägend / hat es doch so vil bitterkeit / insonders wider die Oberkeiten vnd Predicanten / daß verständige lüt den angefochtnen geist bald merckend. Vnnd wiewol ein yetlicher der mine Büecher geläsen hat / wüssen wirdt / wo dise jre gründ verantwortet sind / wil ich nütdestminder zuo etlichen dises Büechlis orten anzeichnen die zal der Büecheren vnd capitlen / da jnen antwort gäben ist. xxx

 

Verantwortung etlicher die man Töuffer nennt / vff die fragen warumb sy nit zuo kirchen gangind.

Wir etlich deren so man Töuffer heisset / die wir vß Gottes gnad nit anders begärend zuo glouben vnd läben / dann nach dem reinen heiligen Euangelio: vnnd wär vns anderst erwyset / vns gern bessern wöllend.[17] Bekennend vnd thuond kund aller mengklichem: Nach dem wältlich gwalt vnd menschen mit jren predigern zuo vns vrsach der veruolgung nemmend / vnd sagend oder klagend / wir wöllind nit zuo jrer predig / leer vnd gemeind gon / vnd schmächind die selb vnd Gottes wort / welches von vns am allermeist an denen befrömbdet / so von vilen Euangelischer warheit am meisten sind geachtet / das ist Lutherisch vnd Zwinglisch genennt: vns ouch vil fragend / warumb wir vns obangezeigts gangs zur predig widerind. Dardurch wir geursachet vnnd zwungen werdend / vß not vnsn zuo verantworten / vnnd nit zuo schwygen / ja anzezeigen die vrsachen / warumb wir nit zuo sölcher jrer predig / leer vnd gemeinschafft habend[18]: vnd zuo offenbaren was vns daran manglet vnd fält / daruß wir sy mydend / damit man deß ein liecht hab / vnd niemants mein wir schüchind Gotts wort. Vnd ist vnser begär vnd bitt / daß man sölichs vernemme / vnd nit also vnkundigeter sachen gegen vns verfare vnd anlouffe / sonder vns ouch der billigkeit nach höre[19] / wie dann alle recht vermögend / daß man niemant on verhör sol richten oder vrteilen: derhalb ouch der fromb Nicodemus Joan.7. sagt / Richtet vnser gsatzt ouch einen menschen ee man verhör vnd erkenn was er thuot / usw. Vnd ob dann glych nit yedermann diß vnser darthuon der warheit / hören mag noch wil / oder zuo hören vnd zuo sähen lut Matth.13  Joan.12.  Rom.11.  Esa.6. weder oren noch ougen hat / wie dann bißhär an etlichen orten vnser der glych gschrifftlich Christlich verantwortung vnnd fürheben nit angenommen noch verhört hat wöllen werden / sonder verachtet ist. Daruß dann wol zuo betrachten / ob man nit eben selb (wie man vns beschuldiget) Gottes wort veracht / vnnd wie Paulus 2.Timoth.4. sagt / die heilsam leer nit duldet / sonder die ¦214b¦ oren von der selben abwendet / so könnend wir doch dennocht dise verantwortung nit vnderlassen / geb man höre oder nit / man sye gehorsam oder nit / Ezech.2.3. Vnnd hoffend daß doch dennocht etliche menschen vnd fromme hertzen söliches werdind verhören / vnd daruß ein recht vrteil vnd vnderscheid der sachen überkommen zuo wyterer vßfüerung vnd vrsprung jres läbens / Amen.

 

214b    Nun volgt vergriff obanzeigter vrsachen / warumb wir nit zuo jren predigen gond.

Die erst vrsach.

[20]Jtem die erst vrsach ist dise / dz sy nit haltend Christenliche ordnung in dem / wie das Euangelium oder wort Gottes 1.Corinth.14. leert / namlich ein zuohörer nach schuld Christlicher lieb (so jm etwas zur besserung wirt geben oder ¦215¦ offenbaret) ouch in der gmeind reden sol vnd mög / vnd mitler wyl der schuldig sye zeschwygen / vermög deß text / also lutend: Wie ist jm dan nun lieben brüedern? wenn jr zuosamen kumpt / so hat ein yetlicher eion Psalm / er hat ein leer / er hat ein zungen / er hat ein offenbarung / er hat ein vßlegung / lassend es alles geschehen zur besserung / usw. Vnd abermals: Die propheten (das ist / wyssagung) aber lassend reden selbander oder selbdritt / vnd die anderen lassend richten: so aber ein offenbarung beschicht einem anderen / der da sitzt: so schwyg der erst. Jr mögend wol all propheten einer nach dem anderen / vff daß sy all lernen / vnd all ermanet vnd getröstet werdind / vnd die geist der propheten sygind den propheten vnderthon: dann Gott ist nit ein Gott deß zwytrachts / sonder deß frids / wie in allen gmeinden der heiligen / usw. Da findt sich luter / dz Paulus redt zuo der gmeind Gottes / ja zuo allem Christen denen er im anfang deß capitels zuo yferen nach den geistlichen gaaben / am meisten aber dz sy prophetind / verstand wyssagind / als den sinn von Gott empfahen / vnd andren mitteilen (das ist zur besserung / ermanung vnd tröstung reden) mögind. Ja denen er ouch 1.Thess.5. befilcht / sich vnder einandren zuo ermanen / vnd einer den andern zuo buwen / vnnd sich / 1.Cor.4. vnder einandren zuo trösten / vnd Ephes.5. vnder einandren zuo reden von Psalmen vnd Lobgsangen vnd geistlichen liedern: vnd ouch Petrus 1.Pet.4. inen befilcht / einandren zedienen / ein yeder mit der gaab die er empfangen hat / als die guoten hußhalter der mancherley gnaden Gottes / so yemand rede / als Gottes wort / usw. Das dann alles am besten / fuogklichsten vnd gelägenlichesten geschähen kan oder mag / so die gemein zuosamen kumpt / welcher gemein lyb dann ist ein tempel deß heiligen geists / 1.Cor.6. da sich in einem yetlichen (merck in einem yetlichen) die gaaben oder innerlich würckung deß geists zum gmeinen nutz erzeigen / 1.Cor.12.  Ephes.4. Merck zum / gmeinen nutz. Wie könnend sy es aber bequemer zum gmeinen nutz anlegen / fürtragen oder bruchen / dann in der versamlung zuo der selben nutz vnnd besserung / als dann der Text daby im 14.cap. spricht: Wenn sölche glöubigen zuosamen kommend / so hab ein yetlicher (merck ein yetlicher) ein Psalm / er habe ein leer / ein zungen / ein offenbarung / ein vßlegung / usw. Vnd befilcht jnen daruf / sy söllinds alles geschehen lassen / das ist / anlegen oder bruchen / zuo der besserung der gmeind / die da zesamen kumpt / daß dann ein häles liecht ist / vnangesehen aller der widersächeren vermeinter ynreden.Vnd ¦215b¦ ist Pauli meinung / so einem sitzenden oder zuohörenden wirt geoffenbaret oder geben sine geistliche gaaben darzuthuon / oder propheten / daß als dann der erst sol schwygen / vnnd spricht / sy mögind all wol propheten / einer nach den anderen / vnd wil dz alle zyt der geist deß der am ersten prophetet / leert / oder prediget / dem anderen der vnder den sitzenden oder zuohörenden etwas zuo propheten hat / sol zeschwygen vnderthon syn / vnnd sich nit zwyträchtig oder vnfridlich darwider erzeigen / als etlich / besonder vnder den predicanten / vermeinend / niemant / besonder vns / nit zewychen / schwygen oder reden lassen / daruß dann Secten vnd zwytracht volgend / vnd wider obberüerte Pauli wort ist / ja ouch wider jr selbs gloß / so sy deß orts / in etlichen Tütschen Testamenten habend gesetzt. Vnd so Paulus im end deß capitels befilcht / Man sol nit weeren mit zungen reden / welche mit zungen redend / dann luts capitels anfang mit der gmeind zur besserung reicht: wie vil weniger hat man macht zeweeren das wyssagen oder leeren / oder vßlegen / oder ermanen dardurch die gmeind gebesseret wirt? Wenn nun yemants in jr gmeind kumpt / vnd hört nur ymmerdar einen reden / vnd die zuohörer all schwygen / vnd nit reden oder propheten / wär wils oder kans für ein geistliche gemeind vrteilen / oder ja lut 1.Corinth.14 bekennen / daß Gott durch sinen heiligen geist mit sinen gaaben in jnen wonend vnd würckend sey / als ob angezeigte ordnung deß redens oder prophetens eins nach dem andren trybind.

[21]Vnd also schlahend sy vnd wie obstadt / anzeigte euangelische ordnung ab / oder lassend vns die nit zuo (so wir zuo jrer predig giengind) sonder wöllend leeren oder vermeinen / dz wir auch also wie die irrigen sölten by jrer predig stillschwygen / geb was einer zuo der besserung hette zereden / vnd geb es fälet der prediger der warheit oder nit / so muoßte einer schwygen / so er doch sampt andern lut 1.Cor.14. als ein vrteiler deß predigers leere dasässe. Es muoßt das vrteil vnd alles / ja yederman allein ann prediger vnnd sin leere / sy wäre guot oder böß (die selb im gwüssen / anzenemmen / zuo glouben vnd zethuon) bunden syn / vnd nit an Christum oder sin / vnd sines heiligen geists leere. Vnd so ein prophet oder bott Gottes käme in jr gmeind (wie zur Apostel zyt ist geschehen) der von Gott vnd von menschen wäre gesandt / der müeßt schwygen / oder er wurd veruolgt von jn / dardurch sy dz heilig Euangeliuon vnd wort Gottes vnderm schyn vnd zuo desselben anzeigter ordnung halb verhindern vnnd sampt schuld der lieb in solchen vfheben / übertretten / dem widersträben / ja (wider nachuolgende jr erste leer von Euangelischer fryheit) verbieten / vnd die flüssz läbendigs wassers der glöubigen / dauon Joan.7. als gaben des heiligen Geists hiemit vfhalten vnd verschoppen / die doch zuo besserung der gmein vnd heil der seelen / soltend herfür kommen / darby man ouch die gmeind möcht für geistlich erkennen: sunst muoß ein yeder / sölch sin pfund / durch stillschwygen / by jm vergraben / vngewuocheret lassen / vnd zur zuokunfft Christi vom Herren darumb straaf empfahen / Matth.25. vnd hiesse übertretten vnd nit blyben in Euangelischer leer Christi / vnd der halb keinen Gott habend lut 2.Joan.1. ouch nit Christi rechte jünger oder Christen syn / Joan.8. Vnd wär in disem fal ein mercklicher schädlicher irrthumb / vnd nit Gottes wort oder stimm Christi / sunder darwider als ein frömbde stimm prediget / darumb wirs billich nit hörend / sunder fliehend nach Christi wort Jo.10. damit wir ouch nit angezeigter straaff teilhafftig werdind / noch als vnfruchtbringende räben oder glider Joan.15. angeschnitten / oder wie böum / so nit guot frucht bringend / Matth.7. angehauwen / vnd ins fhür gworffen werdind. Sy habend lang geschrüwen / wir dörffind nit offenlich reden / oder vfftreten / vnd weerend vns doch söllichs wie obstat. Es heißt aber den geist vßgelöscht / die prophecyen verachten / vnd nit alles erfaren / vnd das guot behalten / wider Gottes wort 1.Thess.5. Wiewol wir nit einem yeden vnter vns / voruß den schwachen / klein erfarnen / vnd vnberedten / radten / sonder sy vill mer vß ob vnd nachuolgenden vrsachen gewarnet wöllend haben / jr predig nit zuo hören vnd alda zuo reden / diewyl man bald von solchem zuohören erger wirt / ouch ein sölcher bald vor sölchen menschen mer zur verlesterung oder maledygung / weder zum sägen redt / diewils alle ding vil ee zuo argem weder zuo guotem mässend oder richtend.

[22]Es habend / als man schrybt / jre prediger erstlich geleert / sy begärind über Gottes wort kein richter zuo setzen / sy wüssind kein richter drüber / vnd syg kein Oberkeit darüber dann Gott allein: darumb hab niemand das zuo verbieten: der wäre ein diener deß Endchrists / vnd yetz kein Obrer / dann er das heil der seelen / so vill an jm / gern hinderen wölte / usw. Sölche jr erste leer wirt nun / als obstadt / yetz überträtten. Sprichst ja / Wenn etwas by der predig widers Predigers leer zuofalt zereden / der sol nach der predig zuo jm gon / vnd jms allein sagen / nach Christi leer / Sündiget din bruoder an dir / so straaff jn zwüschet jm vnd dir allein / usw. ¦216b¦ Matt.8. Antwort: Diser spruch füegt sich dahar gar nit / vnd were diß ein red grosser vnwüssenheit geistlicher hendel vnd hußhaltung in waarer Christenlicher gmein.

Wir sagend / so einem zuohörer wurd geoffenbaret etwas zur besserung in der gemeind zuo reden oder propheten / wie daoben der text 1.Cor.14. klar anzeigt / obs schon nit einen fäl de predigers / sunder sunst etwas beträffe / vnd glichermaß ouch so es schon ein fäl deß predigers bekanget / so ist es doch offentlich vor der gmein die es gehört hat / vnnd nit heimlich mit dem Prediger allein zuhandlen / diewyls nit wider / oder an eim allein / sonder an der gantzen gemein ist gesündiget / vnnd deßhalb vor jnen allen offenlich gebürt zehandlen / sonderlich wyl ouch die gmein richter ist deß so alda offenlich geredt wirt. Darumb könnend sölch offenlich sachen nit mer heimlich vssert der gmein vollendet oder verrichtet werden. Vnd wenn der Prediger sunst glych nur wider ein person in der gmeind sündiget / vnd er sy zum ersten vnd anderen mal nit höret / gepürt es sich (Christus beuelch nach) aber offenlich für die gmein zebringen / das ist / jr alda den handel anzuozeigen. Sich diß ist in jrer gmeind ouch abgraben / diewils niemandt reden lassend dann den Prediger / vnd ouch hiemit der gemeind alles vrteil der seelen sachen halben ist genommen vnnd geraubet / vnd allein an predicanten bunden / vß eignem verstand wider Gottes wort. Welcher Prediger die liebe Gottes vnnd deß nechsten warlich hat / wirt sich der warheit fröuwen / so man jn damit in sachen / darinn er vor der gemeind irret / glych vor der gmeind guotlich berichtet / wirt darinn nit vngedultig / widerbäffzend noch bitter syn / noch söllichs zuo argem mässen / Corinth.13. vnd den irrthumb als dz böß / durch Gottes forcht myden / Prou.16. wo anderst / so manglet er sölcher lieb vnd forcht / vnd widert sich der warheit als lang er mag. Es bruchend ouch etlich Predicanten disen vßzug / so man jnen fürhaltet die red Pauli 1.Cor.14. also lutend: Wenn jr zesamen kommend / so hat ein yetlicher ein Psalm / er hat ein leer / usw. laßt es alles gschehen zur besserung usw. Vnd jr mögend wol all wyssagen einer nach dem andern / usw. So sprächends es sye nit vff die gantz gemeind geredt / sunder nur uff die erwelten diener / als sy die predicanten sind so capitel miteinandern haltend. Zuo sölchen thüeye Paulus dise selb red. Vnd nemmend disen sin vß andern worten deß selbigen capitels / da von den leyen[23] stat / da trächend oder teilend sy das wörtli (Ley) vff jre zuohörer oder schäfli / die haltend sy für die leyen / vnd sich selbs ¦217¦ für die darzuo Paulus obbemälte red thuot / so doch Paulus die wort (So jr zesamen kommend) nit nur zuo etlichen / sonder zuo der gantzen Corinthischen glöubigen gmeind Christi redt / vnnd wir das wort / Ley / nit könnend also verston / sonder vil mer vff die daussigen die nit zuo der gmeind Christi gehörend / sunder sunst etwan dan darzuo kommend vnd zuohörend / als auch der verstand der worten im Tütschen text erwyset / da die wort (Ley vnd Vnglöubig) schier glych sehend / sprechend: Vnd es kömmind aber leyen oder vnglöubig hinyn / usw. verstand in die Christenlich gemeind / als man vnseres achtens im Latinischen text deß worts halb (Ley) noch luterer grund indet / daß es nit vff die warglöubigen oder glider Christi kan zogen werden / doch wär es vermeint / der sols mit grund darthuon / so wöllend wir keiner warheit widerston. Vnd so Paulus schon die wort (Jr mögend wol all propheten) nur allein vff die wyssager redte / so wäre darumb das wyssagen nit an ein allein bunden in einer gmeind / sonder es wirt ouch anderen von Gott gäben / die es ouch mögend thuon nach obberüerten worten (Jr mögend wol all wyssagen) vnd so gehörend doch ie vorgenden wort (als / wenn jr zesamen kommend so hat ein yeder / usw. Laßt alles geschehen zuo der besserung / usw) on alls widersprechen / vff die gantz gemein oder alle glider Christi.

217      Die ander vrsach

Die ander vrsach[24] ist / daß die Euangelischen Predicanten erstlich vil habend geleert die Euangelisch / Christenlich vnd wort Gottes / von fryheit deß gloubens vnd gloubens sachen / wider die bherrscher vnd zwinger desselben / vnd dz die Oberkeit / Bapst / Keiser / Fürsten / noch andrer an sölchen ort / was den glouben / seel vnd gwüssen berüert / weder gwalt noch zuo gebieten habind / man sye jnen ouch in sölchen sachen nit schuldig zuo gehorsamen / vnd derglychen. Welche jr vorige leer von Christenlicher fryheit den grund vnd zügnuß hat in disen Euangelischen orten / Matth.17.  Joan.8.  1.Cor.6.10.  2.Cor.3.  Gal.2.3.  1.Tim.1.[25] Von welcher Christenlicher leer vnd wort Gottes / der Euangelischen fryheit halb / sy yetz wider sind abgefallen in disen irrthumb / daß sy die selben vndertruckend vnd überträttend vnder Euangelischem schyn / mit dem das sy (wie yederman hört vnd weißt) wältlich schwärdt vnd Oberen in jr leer oder predig / wider anreitzend / hetzend oder stürend die menschen (wie vns geschicht) deßgloubens vnd der seelen sachen halben mit gwalt vnd gebotten (als gen kirchen zgon)/ vnd der glychen) zuo zwingen vnd tringen / vnd wo sy nit gehorsamend / alsdann zuo veruolgen / töden / vertryben vnnd betrüeben / dardurch sy sich vnschuldigs bluots teilhafftig machend / vnd die Oberkeit / vnnd ander menschen ouch in sölche sünd füerend. Wär wolt dann gern daby syn / zuohören / gmein oder teil haben? [26]Vnd wie soltend söliche zuohörer sälig werden / diewyl lut Esa.33. nur dem wirt gnad verheissen / der sine oren verschoppet / dz er die anschleg wider den vnschuldigen nit hören /usw. [27]Dz ouch sy die Predicanten habend angefangen in verschinem Berner Synodo / lut deß selben truckten Büechlis / Anno / usw. im 1532. jar vßgangen / darin sy wältlichen gwalt wider habend in die kirchen über deß Euangelions oder gloubens vsserlich leer vnd läben zuo herrschen oder regieren yngesetzt / dardurch also der glouben vnd das gewüssen mit gebieten vnd verbieten dessen vsserlichen sachen on widerred wirt zwungen / die Christlich fryheit wider vfgehebt / vnd an die statt ein Mosaischer trang gestelt / wider jr erste leer / das dann heißt hindersich geleert / vnd von jren wider zuo rugk in Mosen / ja von der Sonnen in schatten gangen. Vnnd wie kan man den glouben anderst vnderston zezwingen / dann nur durch vsserlich gebieten vnd verbieten deß gloubens sachen? Sy habend ouch vorhin sölchen anzeigten zwang vnd veruolgung ein tyranny gescholtenn / da betrachtinds was sy yetz mit tribind. Das kan ye in sölchem fal nit heissen Gottes Euangelisch wort predigen / sonder vil mer daruon abfallen / ja vom Euangelischen wäg abträtten / vnd also die menig drinn fallen machen / derglychen ouch Gott über die Pfaffen Alts Testaments hat Malach.2. klagt.[28]

[29]Das Christlich Apostolisch Euangelium begärt noch leert niemants zuo zwingen mit gwalt zuo siner leer / predig / gmeinschafft / oder ander deß gloubens vnd der seelen sachen / sonder leert wol das widerspil (wie obstadt) daß man niemants darzuo sol zwingen / vnd verflüecht Gal.1. was anderst geleert wirt: darumb diewyl die Zwangler[30] / uvnd was die Predicanten (als oben vnd hernach stadt) der Euangelischen leer zewider leerend / ein andere leer ist / vnnd derhalb / wie obstadt / verflüecht / ouch sölche leerer kein nachuolger der Apostlen / sonder betruglich vnd falsch sind / 2.Cor.11. so gebürt vns nit zuo solcher leer zegon / noch sy zuo hören sonder vil mer zefliehen.

 

218      Die dritt vrsach.

[31]Die dritt vrsach ist / wie sy die Predicanten erstlich / als obstadt / die Christlich fryheit habend geleert / vnd wider verlassen / Also habend sy ouch darby dise Christliche Euangelische leer geleert / dz die Christen nit söllind gegen jren hasseren vnd widersträbern / sich noch jren glouben oder Euangelium mit wältlichen fleischlichen gwalt / schwärdt / waaffen. oder gegenweer / schützen noch vertädingen / anderst dann durch das wort Gottes / als schwärdt deß geists / vnd andere waaffen / daruon Ephes.6. stadt / vnd in gedult vnd lyden / ja sich nit rächen / dem übel nit widersträben / das weltlich oder Mosaisch schwärdt nit vnder jnen haben / vor gericht[32] vmb jr guot vnnd eere nit rechten noch zancken / sonder nur zuo lyden vnd crütz bereit syn / anderst man seye nit Christen / vnd derglychen. Welche jr leer ouch gründt ist in Euangelischer geschrifft / als Matth.5.  Luc.6.  Rom.12.  1.Cor.6.  Ephes.6.  Esa.2.11. So bestätend sy die örter von Christlicher gedult / darinn allen waren Christen gebürt zeläben / als ¦218b¦ Hebr.11.  Jac.1.5.  Ro.12.  2.Tim.2. Vnd sind yetz von sölcher Christlicher leer ouch wider abgefallen / verlassend vnd überträttend das selb Euangelium vnd dem Euangelischen schyn / als sich offentlichen erfindt / in dem diewyl sy wältlichs yßnens schwärt / Oberen / stett vnd land glych wie zum zwang deß gloubens vnd gloubens sachen also auch zuo jrem vnd jres gloubens vnd Euangelions schutz / schirm / gegenweer vnd vertädigung / jre fyend / hasser / oder widersträber dardurch zuo beleidigen / beschedigen vnd verderben / bruchend. [33]Ouch derhalben mit stetten / fürsten vnd herren wider sy pündtnuß machend / deßglych vmb jr guot vnd eer vor gericht klagend vnd rechtend. [34]Vnd also das crütz vnnd gedult Christi vffhebend / daß sy doch Christi leer nach soltend lieben / vnd jnen wol thuon: ouch nit böß vmb böß geben oder vergälten nach Christlicher leer / deren sy hiemit ein gantzen huffen überträttend. Wie dann yedermann hört / vnd wir yetz offentlich sähend mit den Rychstetten gegen dem Keyser vnd Papisten: das ouch die predicanten in berüertem Berner Synodo bewisen mit des selben Büechlis innhaltenden verstand / daß die Oberkeit sol deß Euangelions vsserlich leer vnd läben by jren vnderthonen erhalten vnd handhaben vff Mosischer form / damit ye (wie in sölchem Büechli wyter wirt verstanden) die Mosisch herrschung vnd schützung in Christi kirch / vnd Christus nammen vermischt / vnnd die Christlich lieb vnd gedult (on die niemant mag sälig werden) gegen den fyenden vnd widersträbern wirt vfgehebt / wider Christi leer / Matth.5. So erfindt sich ouch sölcher abfal von berüerter leer mit dem / daß sölche Predicanten vnnd jre schäfli / wo man jnen mit worten oder wercken übels thuot / als dann darwider vor gericht oder Oberkeit rechtend vnd zanckend vmb jr eer vnd guot / jrer angezeigten ersten leer zewider. Darumb zimpt vns nit zuo sölcher gmeind vnd predig zegon / da man von Euangelischer leer falt / sonderlich so wir zuo dem vnd anderem schwygen söltind / was wurdend wir gebesseret? oder was guoter frucht / als fygen oder wyntruben kan man dörnen vnd distlen samlen? Matth.7. Sprechend nun yetz die Lutherischen predicanten[35] (so man jnen obanzeigt jr erste Euangelische leer fürhalt) es sye söliche leer nit recht / sonder dem Euangelio zewider / vnnd sy habinds nit verstanden so wol als yetz: als sy dann vß Gottes straaff (besonder wo der Keyser überhand nimpt) sagen werdend / damit sy nit vom Keyser / oder denen die der Keyser gewünt / in schaden kommind. Daruf ist das die antwort / Es wirt an dem ligen / ¦219¦ ob das Euangelium anzeigter erster / oder jrer yetzigen leer am gemessister sye oder nit / oder obs nit jrer ersten leer mer zügnuß gäbe weder der yetzigen.

Die vierdt vrsach

[36]Die vierdt vrsach / diewyl sy / als obstadt / handlend / das ist Christus leer vnd Euangelij anders dann mit dem schwert des geistes / das ist Gottes wort / vnderstond zuo beschirmen / erhalten / vnd vertädingen / oder leerend vnd raatend / beschirmbt vnd vertedingt zewerden / so bezügend sy hiemit daß sy söllichs schwerts des geists manglend / vnnd diewyl sy es nit habend / so ist offenbar daß sy ouch des heiligen geists manglend / als deß der sölich schwert jn vnd durch sy solt füeren: wölchen mangel sy ouch mit dem erzeigend / wyl sy vns vnd vnsers gelychen / daruon diß büechlin vßgadt / allerley gstalt on vnderscheid scheltend / vnnd mit irrigen secten / damit wir weder gmein noch teil habend / beschuldigend / aber nit die warheit dran redend / vnnd also wider die art oder natur deß heiligen geists / als geists der warheit vnd nit der vnwarheit / handlend: vnd wie sy deß heiligen geists / also manglend syouch Gottes lieb / die durch söllichen geist Rom.5. wirt vßgossen. Welcher mangel der lieb / bewyßt sich ouch mit gemelter jrer vnwarhafften bescheltung vnnd beschuldigung wider vns / ouch mit obberüerter jrer widersträbung des übels jrer hasser oder fygend / vnnd mit zwang vnd veruolgung der menschen deß gloubens halben / welche jr veruolgung ouch bezügt anzeigten mangel deß H. geists / daß sy nit daruß geboren sind / wyl Paulus Gal.4. die veruolger / nit nach dem geist / sunder mer nach dem fleisch / geboren sin heißt: ¦219b¦ [hier als Marginalie: Man lißt dz in geistlichen rächten 24. ca. Si ecclesia: werd durch exempel vnd genuogsamme vrsache bewärt / dz diß die kirch Christi sye / die veruolgung lyd vnd nit die selbs veruolget: dann wie wolt sunst die kirch martyrer haben / so sy selbs martyrer machte / usw.] [37]das sy ouch mit allerley anderen wercken deß fleischs gegen vns bewysend / als mit fygendschafft / zorn / haß / lestren / schelten / vnd der gelychen / damit sy also der geburt vß dem H. geist vnd lieb Gottes / das ist / geben vß Gott / manglend durch anzeigten mangel des H. geists / vnd lieb deß geists / on welche lieb sy ouch Gott noch sine kinder nit kennend 1.Joan.3.4. Vß welcher vnerkanntnuß / sy vns denn hassend vnd veruolgend / lut Joan.15.16. [hier als Marginalie: Ein frag welche syend dem Euangelio nach schaff Christi / die da andere vmbjagen / beleidigen / würgen / oder sich würgen vnd beleidigen lassend.][38] Ja diewils Gott nit anerkennend / noch vß vnd von jm sind / hörend sy ouch vnsern worten / als Gottes worten / nit zuo / vnnd kennend ouch nit vnsere sprach / Joan.8.  1.Joan.4. Vnd das ist ouch die vrsach daß sy vns in jrer kirchen nit reden wellend lassen / besorgend / wir verfüerind sy / vnd wüssend nit daß sy noch vß verfüerung vnerlößt / vnnd vnberüert geburt vß Gott / noch mer natürliche menschen sind / die von dem geist Gottes lut 1.Cor.2. nichts mögend erkennen / sunder jnen ein thorheit ist. Vnnd diewyls deß geists vnnd lieb Gottes manglend / so könnends ouch nit von Christo getoufft syn / dann sölch geist vnd liebe Gottes zesamen / ist die touff / damit der mensch Jesus Christus toufft / sider siner himelfart lut Matth.3.  Marc.1.  Luc.3.  Joan.1.  Act.1. Sy habend ouch on sölchen geist vnd lieb / nit dem läbenden vnd säligmachenden glouben / daher sy ouch deß fluß lebendigs wasser / daruon Johan.7. stadt vnder vnnd gägen einander manglend / vnd mögend sich on berüerte geburt vß Gott nit von sünden enthalten / noch vor angryffung deß bößwichts / 1.Jo.3.5. vnd blybend also noch in sünden: dann on den H. geist mag man die sünd als werck deß fleischs nit todten / ist noch nit geistlich / sonder fleischlich gesinnet / vnnd in der fyendschafft wider Gott / vermag Gottes gesatz oder gebott nit vnderthon sin / ist ouch nit deß Herren / sunder vil mer nach dem fleisch läben vnd des todts sterben / Rom.8. Dann der tidt ist der sünden sold oder lon Rom-6- Wär wolt nun über das alls / sy sampt jren predigern / für ein Christenliche geistliche gmein erkennen / zuo jrer predig gon / vnd mit jnen geistliche gmeinschafft haben. Das Euangeli halt vnd erkennet allein das für die gmeind oder gspons Christi / die da Christo jren prütgam oder gemahel nachuolget / vnnd vor jm in siner gehorsam vnstrefflich heilig ist vnnd läbt / Ephes.5. dann diewyl sy / als obstadt / die Euangelisch leer vnd red Christi überträttend vnnd darinn blybend / vnnd darzuo der selben widerstond / vnd derhalb kein Gott habend ouch nit Christi rechte jünger sind / oder von vns / on liegen vnd verlesterung ¦220¦ deß selben namens also genennt oder darfür gehalten werdend / oder sy sich selbs also achtend / oder mit warheit heissend / wölt Gott wir möchtind mit warheit sagen daß sy Christi gmein werind / so wirs aber mit vnwarheit jnen zuo gfallen sagtind / wo werind wir äben glych den falschen propheten darüber sich Gott beklagt / die da sagend / frid da kein frid vorhanden ist.

 

Die fünfft vrsach

[39]Die fünfft vrsach darumb wir nit zuo jrer predig vnnd gemeind gond / ist dise / diewyl sy den Christenlichen geistlichen bann vnd straaff / noch die absünderung von der vnreinigkeit nit vnder jnen habend / noch Christenlichen apostolischen gewalt schlüssel vnnd macht / yn vnnd vßschliessung / bindung vnd vflösung der sünden halben / ja ablassung vnnd behaltung der sünden / vnnd dergelychen geistlich ordnung vnd regiment bruchend / durch das wort Gottes / als schwert deß geists / zuo vffrichtung / erhaltung vnd besserung einer waren vnsträfflichen Christo angenommen gspons / mit jrem schmuck / zierden vnnd tugenden / damit sy die gschrifft abmalet: von welchem angezeigten bann / absünderen / macht / gwalt / schlüssel / schwert yn vnd vßschluß / binden / vflösen vnd derglychen regiment vnnd ordnung / dann geschriben stadt / Matth.16.18.  Luc.17.  Jo.20.  2.Cor.10.13.  1.Cor.5.6.  Ephes.5.6.  2.Thess.3.  1.Timoth.1.3.6.  Act.20. Ja diewyl ouch jnen sölchs alles ( wie etlich predicanten selbs bekennend / vnangesähen daß weltlichen gwalt darzuo bruchend) ¦220b¦ vnmüglich ist / warumb? darumb daß sy als obstadt / deß heiligen geists manglend / vnd söllichs mer denen beuelchend / vnd müglich ist / die den H. geist habend / lut Joan.20. der ouch allein der rächt hörer ist / deß das einer soll leeren vnd predigen / Joan.14. vnd allein zuo Bischoffen wyhet vnd setzt. Act.20. Deßhalb ouch Christus sine jünger mit dem predigen hießwarten biß sy sölchen geist hettind / Luc.14.  Act.1. Vnd darumb gäb wie fast sy sich rüemend / schryend vnd hoch har farend / so könnend sy noch nit haben vnd wüssen vmb kein gmeind Gottes vnd Christi / daruon Paulus Ephes.5. redt / die da gereiniget sye durchs wasserbad im wort / vff dz er jm darstellet ein herrliche gmeind die nit hab ein fläcken / oder runtzel / oder deß etwas / sonder daß sy syg heilig vnnd vnsträfflich.  Es ist der Christenlich bann nit ein sölcher bann / wie jn etlich verstond / da Paulus sagt 1.Cor.5. Thuond hinuß von üch wär böß ist: er meint von der gmeinschafft der abgesünderten glider Christi / hinuß zuo der welt oder anderen bösen menschen / die ouch in der selben statt oder land sind / güetligklich zuouerabscheiden / vnd nit vß der Statt oder land / durch weltliche gwalt verfolgen oder gar töden / wie yetz dise vermeinten gmeinen vnd prediger haltend / das aber in ewigkeit nit der Christlich bann kan heissen: das bewyßt ouch Christus / sprechend / Haltet jn wie ein Heiden / vnd Paulus / nit als ein fygend / sunder als ein fründ: sagend nit das mans soll veruolgen / das ist / von einer statt oder land zur andern tryben vnd marteren / oder weltlicher gstalt bannen / wies yetz gadt / da sy vnderm Christenlichen geistlichen schyn an statt deß geistlichs schwerts vnd gewalts / das weltlich schwerdt vnd gwalt / zuo sölchen geistlichen vnnd gloubens sachen bemüeyen. ynfüeren vnd brauchen: wider wölchen bruch doch die Euangelischen prediger anfangs lang gschriben / vnnd sölche wyß ein tyranny gescholten habend. Hettind jre prediger nun den H. geist / so wurdend sy obangezeigten Christenlichen bann ordnung vnd sachen by jnen vfrichten / vnd nit wältlichs gewalts vnnd schwerts darzuo bedörffen noch anrüeffen / sonder jnen on das selbig zethuon müglich syn / wieß dann die Apostel habend gehandlet / vnd jnen müglich ist gewesen on anrüeffung vnd bruch wältlichs arms: den sy die Predicanten ouch vorhin in sölchen geistlichen sachen habend lut jrer ersten leer vilfaltig vßgestelt / als der von Gott nit sahär gehör / vnd sölich geistlich sachen deß Euangelions vil mer allzyt hab gehinderet / zerstört vnd veruolgt / weder gfürderet oder angericht / als dann ¦221¦ (wie man schrybt) der Zwingli in sinem 36. artickel zuo den predigern / sage[40] / so lang du nach vßnen waaffen schryest / werdend wir alle sähe dz du nit ein nachgenger Christi noch Petri / sonder deß Tüfels bist / vnd der ware Antichrist / usw. vnd der Luter über den Psalter / Die war rechtgeschhaffen kirch wirdt nit mit wältlichem arm vnnd gwalt beschützt / sonder mer die erdicht kirch / welche wol den nammen der kirchen fürgibt / aber jr krafft verlöugnet sy / usw. vnd abermals / Die war kirch Christi kennt nit brachium saeculare / oder wältlichen arm / welches sich doch ytz die gottlosen Bischoffen fürnemlich gebruchend vnd jn anrüeffend. usw. Aber sy werdend also verdacht / dz sy wältlich schwärdt darumb wider in die kirchen flickind[41] / vnd jnen die sach dermaß richtind / damit / wo mans wölt veruolgen / sy ein fleischlichen arm vnd rugken habind / vnd wär jnen jre irrthumb mit dem schwärdt deß geists antastet / daß sy den selben durch wältlich schwärdt veruolgind / damit das luter vnd klar nit herfür komme / Esa.59. Ja hettend sy den heiligen geist / so wurdind sy den bann vnd anders obgemält / glych so lycht als die Apostlen mögen vfrichten / durch die leer Euangelischs wort Gottes. Wär sich dasselb liesse regieren / der wär ein Christ / dörffte wältlichs schwärdt vnd regierung gar nit: wo nit / so wär er kein Christ / gehört ouch nit vnder diß geistlich schwärdt vnd regiment / sonder vnder wältlichs schwärdt vnd regierung hinuß zethuon. Da verdenckt man sy aber / sy förchtind es werde jnen crütz bringen vnd hassz von den vßschliessungen / vnd daher wil es jnen vnmüglich syn / vnd vß dem setzend sy das wältlich schwärdt (sagt man) in die kirchen / daß es sölche geistlich sachen füere / sy sol vßrichten / damit sy den geistlichen gwalt / schwärdt vnd macht lassend ligen vnd füeren.

¦221b¦

Die sechßt vrsach

[42]Die sechßt ist / diewyl sy nun (als sy vß obanzeigtem grund vnd darthuon selbs mögend sehen vnd vrteilen) kein vfgerichte / abgesünderte gemeind Gottes / noch lyb Christi (durch den heiligen geist / als geist des der lieb / ja geist vnd lieb Gottes / deren sy beide manglend) von Christo getoufft sind / 1.Corinth.12.  Matth.3. ouch / als obstadt / das Euangelium überträttend / vnd also in sünden läbend wider Göttliche liebe / so könnend wir ouch jr Abendmal nit für deß Herren Abendmal erkennen / dann Christus hat das selbig nur sinen / von der wält abgesünderten nachuolgenden vnd jüngeren / das ist / waren Christen befolhen / die einandren liebend / wie er vns geliebet hat / ja die da / Colos.2. beschnitten sind mit der beschnydung on hend / durch ablegung deß sündtlichen lybs deß fleischs / das ist allein Christi lyb / volck oder gemeine / vnd disen lyb der liebe kennend sy noch nit[43] / diewyl sy jn hassend / zuo schwygen daß sy der selb söltend syn. Vnd so sy der nit sind / vnnd jn nit kennend / so könnend sy jn ouch nit vnderscheiden: vnd derhalben man jm dann selber das gericht isset vnnd trinckt / damit daß man sölche vnderscheid nit haltet nach Pauli meinung. Vnd ist also on Gottes geist vnd liebe nit deß Herren Abendmal / lut 1.Corinth.11. sonder ein grüwel von Gott / glych wie es ouch was im fleischlichen figürlichen Jsrael wider Gott / von Got verbotten / vnd also vor jm ein grüwel war / so einer das Passah Lembli aß / der da an der vorhut deß fleischs vnbeschnitten was / Exod.22. Wie vil mer heüt im wäsenlichen geistlichen Jsrael / müeßtend die halter deß Herren Abendmals / mit obberüerter beschnydung on hend beschnitten / das ist / nüw geboren / geistliche menschen syn / die in gehorsame deß gloubens / ja im geist vnd nüwem läben / vnd nit mer nach dem fleisch wandlen / Rom.6.7.8. Ja die / 1.Cor.5. sölche Osteren nit im surteig der boßheit vnd lüsten / sonder im süssen teig der luterkeit / liebe vnnd warheit haltend / vnnd das hochzytlich kleid der liebe vnnd deß geists / dauon Galat.5.  Math.22. an habend: dann der sich nit also geschickt vnd gerüst befindet / der ¦222¦ ist nit on hend beschnitten / vnd kan nit ässen noch gemeinschafft haben im Abendmal / ist noch tod in sünden. Vnd darumb mögend sich nun obberüerte vermeinte gemeinden hierinn selbs brüeffen / das vast das gantz Euangelium / deß sy sich rüemend / krafft / that vnd läbens halben by jnen vnd jren predigern / ernider ligt / vnnd sy es allein bloß im nammen vnd etlichen dingen (wie ouch die Papisten) im mund vnd worten füerend / vnnd jnen also die ougen so gar zuogethon sind / daß die / so jnen den rechten wäg zeigend / verfüerer / ja kätzer von jnen werdend beschuldiget vnd gehalten. Was söltind wir nun by jrer predig vnnd Abendmal thuon?[44] Wir / sonderlich die schwachen vnder vns / empfiengind nur ergernuß an jrer leer vnd läben: wie sy dann mit obberüerten überträttungen deß Euangelions / vns vnd allen menschen ergernuß gäbend vnd darstellend / ja kein liecht / sonder finsternuß syend / vnderm schyn deß Euangelions / vnd dessen liechts vnd vorbilds / welche ergernuß schwär ist / Matth.18.  Luc.17.  1.Cor.8.  Rom.14[45]. Sy vergässend das Paulus sagt / Laßt vns niemants yenen ein ergernuß gäben / 2.Cor.6. Ouch daß sy wider sölche ergernuß vorhin selbs habend prediget / darumb wirdend wir nit besseret / sonder mer böseret / geergeret / vnd köndtend ouch sy nit besseren / so sy vns nit reden liessind. Ja wir wurdind mer alles jres obberüerten vnradts / sünden vnd überträttens mit jnen teilhafftig / derhalben vns Gott von allen ergerlichen menschen vnnd sachen abrüefft / lut diser örter. Jtem Apocal.18. Gond vß von jr min volck / daß jr nit teilhafftig werdind jrer sünden / die sind vfgangen biß in den himmel. Jtem 2.Cor.6. Ziehend nit an frömbdem joch mit den vnglöubigen: dann was hat die frombkeit gmeinsame mit der vnfrombkeit? Was hat das liecht für gmeinschafft mit der finsternuß? Wie stimpt Christus mit Belial? oder was für ein teil hat der glöubig mit dem vnglöubigen? Was hat der tempel für ein glychs mit den götzen? Jr aber sind der tempel deß läbendigen Gottes / wie dann Gott spricht: Jch woil in jnen wonen / vnd in jnen wandlen / vnd wil jr Gott syn / vnd söllend min volck syn: darumb gond vß mitten von jnen / vnd absünderend eüch / spricht der Herr / vnd rüert kein vnreins an / so wil ich üch annemmen / vnd üwer vatter syn / vnd jr söllend mine sün vnd töchtern syn / usw. Jtem wyter stadt geschriben Jere.51. Fliehend hinweg von Babel / damit ein yeder sin seel errette / damit jr nit in jrer mißthat verdärbind. Item Eccl.13. Der hartz anrüert / der wirt ¦222b¦ befleckt / Vnd der mit dem stoltzen gmeinsame hat / der wirt jm glych. Vnd abermals: Ein yetlich fleisch gsellt sich gern zuo sinerley geschlächt / vnd der mensch füegt sich gern zuo sins glychen. Jtem vnd Prouerb.22. Spieß vnd strick sind vff dem wäg deß verkerten / wär aber sich daruon feeret / bewart sin seel / usw. Derhalben befalch Gott dem volck Jsraels also Exod.24. Hüet dich dz du nit ein pundt machist mit den ynwoneren deß lands da du yn kumpst / daß sy dir nit ein ergernuß vnder dir werdind / usw. Sy hieltends aber nit / sonder (wie Psal.106. stadt) mischtend sich vnder die Heyden / vnd lernetend jre werck / vnd dienetend jren götzen / die gerietend jnen zur ergernuß / usw. Vnd vß dem spricht ouch Dauid Psal.26. Ich wonen nit by den ytelen lüten / vnnd hab nit gemeinschafft mit den tückischen / usw. Jch hassz die versamlung der boßhafftigen / vnd wil nit sitzen by den gottlosen. Herr / ich hab lieb die stett dines huses / vnnd das ort da din eer wonet / usw. Ja vß dem spricht man ouch / Von böser gesellschafft wirdt der mann siech / usw. Liß ouch Numeri am 16.cap.  2.Paralip. am 20.cap. Jtem Paulus befilcht vnd Rom.16. dz wir vffsähind vff die / die zerrüttung vnd ergernuß anrichtend näbend der leer die wir gelernet habend / vnd von den selben wychind / usw. Vnd diewyl die predicanten näbend der leer / die sy / als obstadt / erstlich vß dem Euangeli habend geprediget / vnd wir also gelernet / zerrüttung vnd ergernuß anrichtend / mit dem daß sy yetz / wie obstadt / daruon fallend / sp wychend wir deßhalb billich von jren predigen / anzeigtem wort Gottes nach / durch Paulum geredt / dem wir billich mer gehorsamend dann den menschen / der Apostlen worten nach Act.4.5. Jtem sy die predicanten sind / wie obstadt / abtrünnig worden von jrer ersten Euangelischen leer[46] / vnnd machend yetz sich vnd jr gemeinden zuo solchen rotten / die der selben jrer ersten leer zewider läbend vnnd handlend. So befilcht Paulus Tit.3. ein abtrünnigen menschen vnnd rotter zemyden / so er ein mal vnd aber ein mal vermanet ist: als sy denn bißhar durch vnsere gschrifften vnd wort offt ermant sind worden / vnd noch werdend / usw. Sölche hirten sind vns frömbd / darumb wir den worten Christi nach / von jnen fliehend / derwyl wir jr stimm nit kennend / Joa.10. Vnd darumb vermandend wir sy / habend sy anderst ougen vnd oren zuo sähen vnd hören[47] / daß sy alle dise vor vnnd nachgeschibnen vnsere vrsachen jn selb zuo guot / zehertzen fassind / jr läben vnd fürnemmen durch Gottes forcht besserind / vnnd dahin trachtind wie sy den H. geist überkommind / der sy erst kan leeren vnd ¦223¦ erinneren / wölches der lyb Christi ist / ob sy jn möchtind erkennen / vnd mit vns der selben werden / ja ouch volgends mit vns vnderscheiden vom lyb deß Satans / wie er daoben 2.Cor.6. wirt vnderscheiden. Jtem der lyb Christi ist geistlich geinnet / vnd sind die / soin vnd nach dem geist in einem nüwen wäsen läbend vnd wandlend. Vnd der lyb der wält ist fleischlich gsinnt / manglet Christi geists / ist nit Christi / lut Rom.6.7.8.  Gal.5. Jtem der lyb der welt / ist nach dem fleisch geboren / vnd veruolgt den lyb Christi als nach dem geist geboren / Gal.4. Jtem Christus spricht zuo sindem lyb: Jch hab üch von der welt erwelt / darumb hasszt üch die welt / Joan.15. dardurch dardurch offenbar / daß die welt vnnd fleisch gsinnet / syend des lyb Belials vnnd Satans / vnd der Satan jr Gott vnnd fürst ist / 2.Cor.4.  Joan.12.14.  Jtem der lyb Christi bringt frucht des geists vnnd der lieb / das sind guote frücht: der lyb der welt bringt frucht deß fleischs / das sind böse frücht: von welcher beyder früchten 1.Cor.13.  Gal.5. stadt / darby man sy kan erkennen: wie der Herr sagt Matt.7.12.  Luc.6. An jren früchten söllend jr sy erkennen: vnnd wie 1.Joan.2. So jr wüssend das er gerächt ist / so erkennend ouch das / wär rächt thuot der ist von jm geboren: vnd 2.Joan.3. Wär vß Gott geboren ist / der thuot nit sünd / dann syn som blybt by jm / vnd mag nit sünden / dann er ist von Gott geboren. Daran erkennt man welche die kinder Gottes / vnd die kinder deß tüfels sind / wär nit rächt thuot der ist nit von Gott / vnd wär nit lieb hat sinen bruoder. Jtem der Herr Joan.13. Ein nüw gebott gib ich üch / das jr einanderen liebind wie ich üch geliebet hab / darby wirt yederman erkennen das jr mine jünger sind / so jr liebe vnder einandern habend. Vnd also ist der lyb Christi zuo erkennen / vnd volgends zeunderscheiden / dann sölche vnderscheid wil der Herr haben von den sinen / sonderlich im abendtmal / das jr yeder sich alda erinner / in was lyb er stand / vnd ob er warlich im lyb Christi als lyb der lieb Gottes sye / vnd inn der lieb gägen sinem mitglied stand / vnnd ouch alda nit mit denen ässe vnd trincke / vnd also damit teil vnd gmeinschafft hab / die er erkennt in den lyb der wält gehörig / vnd die / lut 1.Cor.5. als ein alten surteig vßzufägen / oder zuo der wält hinuß zethuon syn / vff das er wirdigklich vnd vnsträfflich vom brot vnd tranck deß Herren ässe vnnd trincke / vnnd also sölch abendtmal oder Osteren nit im alten surteig / noch surteig der boßheit vnd lüst / sunder im süssen teig der luterkeit vnnd warheit halte. Dann wölcher vnwirdig ißt vnnd trinckt / sagt Paulus / der ißt vnnd ¦223b¦ trinckt jm selbs das gricht / in dem das er nit vnderscheidet den lyb deß Herren / 1.Cor.11. Wie ouch Gott im gsatzt vnderscheidung wolt haben / als Mala.3. Kerend wider / vnd sähend vff den vnderscheid zwüschendt dem gerächten vnnd gottlosen / zwüschendt dem der Got eeret / vnnd dem der jn nit eeret. Vnnd Leuit.10. Vff das jr könnind vnderscheiden / was heilig vnnd vnheilig / was vnrein vnd rein ist. Jtem vnd Ezech.22. Dine priester brächend min gsatz / vnd min heiligthumb entwyhend sy / zwüschendt dem heiligen vnnd vnheiligen habend sy kein vnderscheid / vnd bekennend nit zwüschend dem reinen vnd vnreinen. ¦224¦

Die sibend vrsach

[48]Die sibend vrsach / ist / daß ouch jre predicanten in jrem ampt oder dienst deß predigen / vnd touffen nit füerend die Euangelische ordnung / von dem Herren Christo beuolhen /  vnnd den postlen gebrucht / zuo vfrichtung / versamlung / vnnd vfnemmung einer Christenlichen gemein / sunder überträttend sölchen beuelch oder leer Christi / vnd bruch der Apostlen / da erstlich dz leeren (verstand alter menschen / die gleert könnend werden) vnd darnoch erst das touffen / ist beuolhen vnd brucht worden. Math.28.  Act.2. Vnnd habend der ordnung vnnd bruch halb das hinder härfür kert / daß sy zum ersten touffend / vnnd nemlich nur die jungen / vnredenden / vnuerständigen oder vnwüssenden kindli / vnnd leerend ouch für rächt / as doch ein verwirrung ist anzeigter Euangelischer ordnung / ynsatz vnnd bruch / vnnd ouch durch sy mit luteren / hällen / vnzwyfflichen wort Gottes / noch nie als für rächt vnnd euangelisch erwyßt ist worden / noch erwyßt mag werden: wie wir derhalb vil hettind anzuozeigen / ouch jre gägenwürff zuo verantworten / aber allhie vmb kürtze willen vnderlassend. Paulus verflüecht Gal.1. was anderst gepredigt wirt / dann das er vnnd ander Apostel gepredigt habend. So findend wir ye in jrem predigampt / nur die predig / leer / vnnd bruch / den tuoff alter menschen / vnnd nit der jungen / vnredenden / vnuerstendigen kindli / vßtruckenlich geschriben. Vnd darumb wie sy als kindertöuffer / noch kein vfgerichte / abgesünderte gmeind Christi habend / als oben stadt / durch vnd by jren kindertouffen: also gloubend wir / das sy ouch noch lang daby keine vfrichten werden mögind / on berüerte Euangelische ordnung. Vnd diewyl sy dann keine habend / vnnd wir also deß touffs / vnd aller obberüerter sachen halb / gägen jnen bschwärden vnnd vrsachen tragend / vnnd mit jnen in gloubens vnnd kirchlichen sachen nit gmeinschafft könnend haben / so könnend wir ye nit zuo jrer predig vnnd kirchen gon / noch zuo keiner sölchen leer / die nit nach der Apostolischen leer gestaltet / vnnd formiert / sunder vil mer / als obstadt / durch Paulum verflüecht ist. ¦224b¦

Die achtend vrsach

[49]Die achtend vrsach ist / Diewyl  jre prediger vorhin ouch habend dises Euangelium gleert / vnnd noch zum teil leerend / man sölle von sünden abston / ein Gottsälig Christlich vnsträfflich läben füeren / vß Gott nüw vnd widergeboren sin / Christliche brüederliche liebe haben / Christo nachuolgen / vnd das crütz tragen / Gott förchten vnd lieben über alls ding / by Euangelischer warheit blyben / vnd ee / huß / hof / wyb / kind / usw. verlassen / ee man daruon falle / oder deren verlougne / vnd derglychen / als dann jr erste Euangelische büecher voll sind / vnd ouch im nüwen Testament überal huffen zügnuß darumb vorhanden ist. Vnd aber nun so wir es angryffend durch Gottes gnad / dz wir also thüegind / gloubind / leerind vnd läbind / wie sölche jr erste leer vermag / so sind wir jnen ein grüwel / mögend vns nit lyden / verlesterend vnd schältend vns in sölchem vnserem Christlichen glouben / leer vnd läben / als sye es kätzerisch vnnd irrthumb / schryend über vns / wältlichem gwalt vnd menschen zuo / oder hetzend vnd reitzends vns zuo veruolgen vnd töden: radten vns ouch etlich / als söltind wir von disem wäg vnd läben abston / damit wir by huß / hof / wyb vnnd kinden blyben: heissend vns toren / daß wir vns vmb sölcher warheit willen dauon veruolgen lassend: ja wär vnder jrer selbs gmeind sich derglychen stelt recht zethuon vnnd läben / den nachnamsend sy wie vns / namlich Töuffer / damit bezügend / daß sy jn wie vns darumb hassend. Dardurch wirdt ye anzeigt jr vor gepredigt Euangelium by jnen gantz umbkeert / verlöugnet / vnd vnder deß selben schyn vnnd deckmantel verspottet / vnd mit füessen verträtten. Ouch also das heilig crütz Christi durch sy vffgehebt. Sy bezügend och hiemit sich äben für die dauon der Herr Matth.23.  Luc.11. sagt / so nit in Gottes rych kommend / vnd weerend oder verschliessends denen so hinyn wöllend / mit dem diewyl sy vns in anzeigtem Christenlichen gloubens leer vnd läben zewider sind / vnd vns als obs kätzery vnd ¦225¦ irrthumb sey / verschreyend vnd schältend[50] / vor oder by jrer gmeind / dardurch sölch menschen vnd wält nit anderst meint / dann es sey der sachen also / damit jnen sölcher wäg in Gottes rych wirt veracht / verargwonet / vergreült / vnd also geweert / oder sy gehinderet in Gottes rych zegon durch haltung Gottes willen / on welche haltung niemants dryn kumpt / Matth.7.19. Vnnd vß dem volget / daß sy die predicanten müessend menig mal  das recht Christlich läben zuo leeren vnderlassen / vnd etwas anders darfür sagen das jnen nit crütz bringt / diewyls jnen also ein grüwel ist worden / damit mans ouch nit Töuffer heisse / oder nit wie vns hasse vnd veruolge. [51]Sölche heißt der heilig geist fyend deß crützes Christi / welcher end sey die verdammnuß / vnd denen der buch jr Gott sey / vnnd jr eer werde zuo schanden / deren die vff irrdisch gesinnet sind / Philip.3.  Hebr.6. Sy dörffend sich wol fürsähen / daß sy nit träffe[52] das wort Petri / sprechende: Durch welche wirt der wäg der warheit verlesteret werden / usw. Vnnd abermals: Welche habend verlassen den richtigen wäg / vnnd sind irr gangen / usw. Vnd abermals / Das sind brunnen on wasser / vnd wolcken vom windwirbel vmbgetriben / welchen behalten ist ein tunckle finsternuß in ewigkeit / dann sy könnend hochprachtige vnd ytele wort / da nichts hinder ist / vnd reitzend durch geilheit zum lust deß fleischs die yhenigen die recht entrunnen warend / vnd nun in irrthumb wandlend / vnd verheissend jnen fryheit / so sy selbs knecht deß verderbens sind / 2.Pet.2. Vnd die wort Pauli sprechend: Sy leerend ymmerdar / vnd mögend niemer zuo der erkanntnuß der warheit kommen / usw. Es sind menschen von zerrütten sinnen / vngschickt zum glouben / aber sy werdends nit vßfüeren / dann jr torheit wirt offenbar werden yederman / glych wie ouch yener was / 2.Timoth.3.

¦225b¦

Jm beschluß etlich widerleg jrer vermeinten ynred.

Zum nündten vnd zum beschluß / vmb aller sölcher obanzeigter vrsachen willen / findend wir ouch so wenig geistliche / nur fleischliche vrteil oder verstand by sölchen predicanten vnd jrer gmeind / die von jnen wirt gefüert / das bewyßt sich erstlich in dem / daß sy zuo vns also sagend / Die wir mit jnen in kouffen vnd verkouffen / oder derglychen / gemeinschafft habend / so söllind wir ouch zuo jren predigen gon / vnd daselbst ouch gemeinschafft mit jnen haben. Da antwortend wir[53] / dz sölichs heißt geistlich vnd irrdisch sachen vnder einanderen mischen / oder in eins verston on vnderscheid. Wenn sy geistlich wärind / so wurdind sy geistliche ding / das ist / gloubens sachen / geistlich verston vnd richten nach Pauli worten / 1.Cor.2. Die Christen müessend in kouffen / verkouffen / vnd derglychen irrdischen sachen deß lybs narung halben mit der wält / vsset jrer sünden / gmeinschafft haben / oder die selb bruchen / ist jnen ouch durchs Euangelium nit verbotten / abderst / dann daß sy / 1.Cor.7. sygind als bruchtind sys nit. Es heißt aber darumb nit jres gloubens sachen gmeinschafft ghebt: dann in sölchen haltend wir vnderscheid / vnd sagend / dz wir in gloubens sachen könnind nit jnen noch andren / so dem Euangelio vnd gebotten Gottes zewider läbend vnd handlend / weder teil noch gemeinschafft haben: dann die ersten Apostolischen Christen habend ouch also mit der wält gmeinsame gehebt / oder der selben gebrucht / in sachen vssert deß gloubens vnd der ¦226¦ sünden / sy hettind sunst gar vß der wält müessen gon / also ouch wir wie Paulus 1.Cor.5. sagt. Wir möchtind zuo jnen den Luterischen ouch gleycher maß sagen / Diewyl sy mit den Päpstlern in kouffen / verkouffen / vnnd derglychen gmeinschafft habend / warumb sy dann nit ouch mit jnen in jren glouben / leer / Mäß / vnd derglychen gemeinschafft habind.

[54]Zum andren / bewegend sy die vermeintlichen Euangelischen jren fleischlichen vngeistlichen verstand / ouch wyter mit sölichen fleischlichen reden / diewyl wir vß obanzeigten vrsachen nit zuo jrer predig gond / noch mit jnen in gloubens sachen gmeinschafften habend / so sagends vnnd beschuldigend vns / wir verachtinds / vnnd wöllind oder dunckind vns besser syn dann sy / vnd trachtend nit daß wir sy entgegen möchtind fragen / Warumb sy sich selbs besser dunckind syn weder die Papisten? wie dann die Papisten sölche fleischliche reden zuo jnen den Luterischen ouch thüeyend. Sagend sy dann / sy dunckind sich nit besser: so fragen wir sy / warumb sys dann thadlind / vnd in jrer leer vnd glouben mydind? Bekennend sy dann / sy sygind von jnen selb nit besser / sonder allein im glouben / oder vmbs bessern gloubens vnd läbens willen sygends besser / ey so lassend sy vns billich ouch also besser syn dann sy. Namlich nit vß vns selbs / sonder vß Gott / vmb so vil wir durch Gottes gnad / dem Euangeli vnd gebotten Gottes / mer begärend zuo gehorsamen / vnnd nach zekommen dann sy / oder vmb so vil weniger sy vns in sölichen überträttung mögend bewysen / weder wir sy / als doben stadt. Wir mydend jr predig vnd kirchen nit vß fleischlicher verachtung[55] / wie sy es mässend / sonder begärend Gottes wort zuo ghorsammen / das vns sölche mydung vnnd absünderung / lut obberüerter 6. vrsach / befilcht. Welche ghorsam Gottes worts / als geistliche sachen / haltend vnd richtend sy by vns für oder als ein fleischlichs verachten. Wir rüemend vns ouch nit / diewyl rüemen / [56]lut Paulus worten / 2.Cor /12 / nüt nützet: so vns aber ye yemand zuo rüemen vrsachet / wie sy hie thuond / so rüemend wir vns / nit vnser selbs / oder vnsers fleischs / sonder deß Herren Jesu Christi vnd in sinem crütz / 1.Corinth.1.  Galat.6. ¦226b¦

[57]Zum dritten / offenbarend sy jren fleischlichen verstand vnd vnwüssenheit / mit dem so wir sagend / sy habind den bann vnd ander ordnung vnnd zucht deß H. geists nit vnder jnen / was wir dann by einer sölchen gmeind wöltind thuon. So sprechend jr jr der predicanten etlich / wir söltind jnen doch helffen sölichen bann / ordnung vnd sach vfrichten. Daruf antwortend wir / daß vns wunderet (diewyl / der predicanten / so vil vff erden sind / als ettlich hundert / in den landen vnd stetten vmbhär) daß wir nit findend / das doch nur jr einer / zeschwygen jr etlich / hette sölchen bann vnd ordnung deß H. geists / by siner gmeind vfgericht / vnnd das in so langen zyten vnd jaren här / sider der Luther vnd Zwingli sind vfgestanden. Dardurch sy vns ye nit vnbillich verdacht sind / daß jnen die sach nit ernst / noch angelägen ist / ja daß sy deß manglend / dardurch es die Apostlen / vnd Apostolischen Bischoff oder Pfarrer / habend vfgericht / namlich der krafft deß H. geists. Vnd so jr etlich sagend sy habind den H. geist / es sye aber jnen dennocht nit müglich / so beschuldigend vnd schmähend sy mit sölicher fleischlicher red den H. geist / als habe er syn krafft verloren / vnnd sye nit so starck / als zur Apostlen zyten / vnd machend sich hiemit aber vedächtig / als daß sy nit suochind das heil der menschen seelen / noch das so deß Herren Jesu Christi ist / sunder das jren vnd sich selbs. Hettind sy den h. geist / jr so vil / oder nur jr etlich / so bedörffrind sy vnser hilff nit / jr wärind gnuog darzuo. Es sind der Apostlen lang nit so ¦227¦ vil gsin / vnnd habend dennoch vil ee / ja bald / vnnd das an vil orten vff erden / ware geistliche / Christenliche gmeinden oder kirchenn versamlet / vnd vfgericht / sampt vfrichtung deß banns vnd anderer geistlichen ordnung vnd zucht. Habend sy die predicanten aber den H. geist nit / als wir jn dann / jren fleischlichen reden / worten vnd wercken nach (die sy / als obstadt / widers Euangeli / vns uns bruchend) nit by jnen spürend / so könnend wir jnen ouch nit helffen deß H. geists sachen an oder vfrichten / diewyl sy nit geistlich / sunder noch nur fleischlich / vnnd nach dem fleisch geboren sind / lut obberüerter vierdter ursach / vnnd vß dem nichts gwüssers wäre /dann das jnen / als nach dem fleisch gebornen / sölliche vffrichtung / geistlicher sachen gantz zewider wurde sin. Daß sy aber begärend / wir söltind jnen helffen zuo sölcher vfrichtung / gäbend sy vns damit zügnuß / daß sy vns tauglich achtend / das ist / das wir den H. geist habind / on den es nit kan geschähen / vnnd veruolgend mit der wyß / geistliche sachen / on vnns / wüssentlicher gestalt. Wie rymbt sichs aber entgägen / oder was ist jr begären / jnen darzuo zehelffen / diewyl sy ouch darby vnns für irrige haltend vnd schältend / ja ouch hassend / äben vmb die Christenlich / Apostolische ordnung vnnd bruch / damit wir die ware Christenlich kirch / bann vnnd anders / durch den H. geist vfrichtend / das ist / mit ordenlicher Apostolischer Touff alter menschen / da sy das widerspyl trybend mit der erdichten kinderr touff / die da ist ein hindernuß vnnd vfhaltung sölicher vfrichtung. Ja wie söltind wir jnen darzuo helffen / so sy die sind die da widerstond / lut obanzeigter erster vrsach / der Christenlichen ordnung vnnd macht / 1.Cor.14. by jrer gmeind vnnd predig zuo reden / was da zur besserung / versamlung vnnd vfrichtung einer Christenlichen gmeind vnnd ordnung dienstlich vnnd fürderlich were / vnd von Gott gäben wurd. ¦227b¦

[58]Zum vierdten ist ouch das ein grosser irrthumb vnnd vnuerstand / da etlich prediger sagend / zuo denen so nit zuo jrer predig wellend gon / darumb daß sa nit läbend nach dem Euangelion vnd gebotten Gottes / so sprächends / wenn sy schon nit danach läbind / so sye man dennocht schuldig zuo jrer predig zegon / lut der worten Christi Matth.13. Vff Mosos stuol habend sich gesetzt die Phariseer vnnd gschrifftgleerten / alles nun was sy üch sagend / das jr halten söllind / das haltend vnd thuond es: aber nach jren wercken söllend jr nit thuon / usw. Daselbst stadt wyter also: Sy sagends wol vnnd thuonds nit / dann sy bindend schwäre vnd vnträgliche burde / vnd legend sy dem menschen vff den hals / aber sy wöllend die selben nit mit einem finger regen / usw. Vff sölichs antwortend wir also: Daß sich sölliche prediger die also redend / vewysend / daß sy nit in Christo als dem gnadenstuol / daruon Rom.3.  Hebr.5. stadt / als jünger vnd nachuolger Christi / sunder sich an die statt stellend da die Mosaischen gschrifftglerten vnd Phariseer vor Christus todt / vferstendtnuß / himelfart vnnd vßgiessung oder sendung deß verheissnen H. geists sind gesässen / namlich vff dem stuol Mosi / das gsatz vnnd Mosischen zwangfal zepredige / vnnd nit das Euangelium oder Euangelische fryheit / als dann Moses stuol / nit ein stuol ist Euangelischer predig. Es sind ouch die so sich druff setzend / nit Christi / noch Christus jünger oder nachuolger. Es hat jnen ouch Christus nit beuolhen / noch sy gesendt sin Euangelion zepredigen / ouch jnen weder syn kirchlichen gwalt / macht noch heiligen geist (der ouch Joan.7. noch nit da was) gäben / sonder hat sölichs allein sinen jüngeren beuolhen vnnd gäben / Matth.16.28.  Marc.16.  Joan.20. [59]Diewyl sy dann nun also sich selbs an tag gäbend / daß sy sölche Phariseer vnnd gschrifftgleerten sind / die sich vff Mosischen predigstuol habend gesetzt / die Gott vngehorsam syend / vnd selb nit thüeyend was sy sagend / vnnd jnen also der selb Mosisch sitz gehört zuozeschriben / so ghört ouch alles wee / straaff vnnd anders über sy / vnnd jnen zuozezellen / vnd vrteilend sich selbs ¦228¦ darunder / das der Herr nachuolgend im capitel / von vnd über sölche Phariseer vnnd gschrifftgleerten redet vnnd züget / als daß sy die syend / so jr leer selb nit haltind / ja die dz himelrych zuoschliessind vor den menschen / sy selb nit hynyn kommind (daß dann durch haltung Gottes willen Matth.7. muoß geschähen) vnd die hinyn wöllend / nit hinyn lassind gon / wie wir ouch in obberüerten achten vrsach anzeigend. Jtem daß sy all jre werck thuond dz sy von lüten gesähen werdind / vnnd vom Herren glyßner / blindenfüerer / ja narren / blinden / schlangen vnd naterzucht werdend gescholten / vnd die innwendig voll roubs vnnd vnreins sygind / vnd die sendbotten Christi tödind / crützigind / vnd veruolgind. [60]Wir finden das ort nit da Christus gebüt / zuo jrer predig oder leer zuo gonn / sonder spricht nur / Was sy üch sagend dz jr thuon söllind / usw. Wir findend aber wol dz er befilcht / wir söllind vns vor der phariseern surteig / das ist vor jrer leer hüeten / lut Matth.16. Wie könnend wir vns dann baß daruor hüeten / dann so wir nit darzuo gond. Vnd so sy dann / nach deß Herren obbemälten worten / blind sind / wie könnend sy dann als blind yemants den wäg wysen? anderst dann daß ein blinder den andern füert / vnd sy beid in die gruoben fallend / spricht der Herr / vnd befilcht vns sy faren zelassen / Matth15.  Luc.6. Es hat der Herr selbs anzeigte red Matth.23. in deß capitels yngang deß stuols Mosi halben gethon vor sinem tod / himelfart / vnd vßgiessung deß verheißnen heiligen geists / vnd nit allein zuo sinen Jüngern / sonder ouch zum gantzen volck vnd Jüngern mit einandern on vnderscheid / als noch all vom gsatz vnerlößt oder vngefryet: [61]vnd hat in sölchem fal nit zuo jnen geredt als zuo Christen / oder fryen kindern Gottes: dann sölche kindschafft vnd fryheit wz noch nit / ist erst nach sinem tod vnd himmelfart worden durch sin gesandten heiligen kindtlichen geist / dardurch man erst fry ist oder wirt / usw. 2.Cor.3. Es spricht der text / Alles was sy üch sagend das jr halten söllind / das haltend vnnd thuond es / usw. Das ist zuo verston / was man dem Mosischen gsatz nach zuo halten schuldig was / vnd nit was sy die Phariseer selbs setztend wider Gottes gsatz: dann Gott noch Christus heißt vns nichts thuon das man vns thuon heißt / das er nit gebotten hat / oder das wider sin gebott / leer vnd gsatz gebotten wirt. [62]Nun predigend sy weder das gsatz Mosis noch das Euangelium Christi recht / sitzend weder im Mosischen noch Christischen stuol recht / sonder mischends vnd verwirrends zuosamen / oder vndereinandern / Euangelische fryheit vnd Mosischen zwang / so es doch nit mag by ¦228b¦ einandern ston / noch zuo glych Moses vnd Christus prediget werden: ja sy mischends nit allein vnder einandern / sonder sy predigend ouch dem Euangelio zewider / vnd vndertruckends / wie in obberüerten 1. 2. vnnd 3. vrsachen ist anzeigt. Die Christen sind nit vnder dem gesatz / sonder sind fry daruon / Rom.6.7.  Joan.8.  2.Cor.3.  Gal.3.5. Vnd der Herr Christus ist des gsatzes end / einem yeden der in jnn gloubt / Rom.10. Vnd derhalben hörend sy nit mer die gsatzprediger / vff Moses stuol sitzende / sonder werdend vil mer durch Paulum von sölcher gesatzischer predig / Colos.2.  Galat.3.4.5. abgewyßt vff die Euangelisch predig von der gnad vnd fryheit / vom gsatz vnd sünden. Dann den Christen das gsatz vnd gsatzisch sachen predigen / ist wider die Euangelisch fryheit / vnd derhalben ein anrichtung der zerrüttung in Euangelischer leer / die wir geleert habend / vnd gebüt vns Paulus von sölchen zerüttischen predigen zewychen / Rom.16. Es gebüt vns ouch Gott der Vatter / wir söllind sinen Sun Jesum Christum hören / vnd jm gehorchen / Matth.17.  Marc.9.   Luc.9. der nur frid / gnad / läben vnd fryheit vom gsatz / tod vnd sünden prediget: da Moses mer zorn / vnfrid / vngnad / tod / gfangenschafft vnd zwang durchs gesatz leert vnd anrichtet. Darumb sind die sitzer vff Moses stuol / den schäflinen Christi frömbde hirten / vnnd jr stimm jnen frömbd / vnd kennends nit für die frid vnd gnaden stimm Christi / so vß gsatzischer / Mosischer gfencknuß / Rom.7. füert: darumb hörend sy es nit / sonder hörend mer Christum / vnd fliehend von sölchen frömbden hirten / nach Christi wort / Joa.10. Sy sind ymmer gedingte lonknecht von menschen gedingt / vnnd nit hirten der schaaffen Christi / als von Christo gesandt / wie obstadt / darumb sy der schaaffen Christi nit achtend. [63]Vnd diewyl sy / als obstadt / nit läbend nach Gottes oder Christi gebotten / so hat Gott kein gefallen an jrem leeren / als er spricht / Was verkündest mine recht / vnd nimpst minen pundt in dinen mund? Wenn du einen dieb sähest / so lüffest mit jm / din teil wär mit den Eebrecheren / din mul liessest du böses reden / vnd din zung richtet trugerey an / usw. Psal.50. Es sind sölche leerer glych denen / dauon Rom.2. stadt / die ander leerend vnd leerend sich selbs nit: vnnd denen / die durch jr leeren / anderen ein sprysen vß dem oug vnderstond zuo ziehen (als dann leereren zuostadt) vnd sy selbs habend balcken drinn / darumb sy dann Christus glychßner heißt / Matth.7. ¦229¦

[64]Es dörffend ouch sölche leerer etlich die Gottes vnd Christi gebotten vnnd leer nit gehorsam sind / sich nit allein obberüerter massen / als im schyn Mosos stuols / darstellen / sonder ouch sich anderer gstalt an tag geben / gegen denen die jr predig nit wöllend hören / oder nichts daruon halten / vmb jrs offenbars überträttens vnd fälens willen deß Euangeliums / vnd sprechend / Hatt doch Judas Jscarioth ouch prediget / als gesandt von Christo / Matthei 10.  Marc.6.  Luc.9.  vnd ist dennocht ein verräter vnd dieb gewesen / vnd derglychen. ¦229b¦

Vff sölich jrer red ist jnen guot zeantworten vß obberüerter antwort gegen den sitzeren vff Mosis stuol. Wir achtend wol / weil der Judas zur zyt sind predigens wäre sölcher böser wercken halb offenbar gewesen als ein dieb / oder dz er den Herren wurde verraten / oder in sinder leer hett der befolhnen predig gefält / wie dise der Euangelischen fryheit / vnnd ander sachen halben fälend / daß der selb / der mer gehört / ouch wenig vff jn vnd sin leer hett gehalten / die selb weder gehört noch sich darab gebesseret. Wir findend nit dz er hab der befolhnen predig gefält[65] / wie dise deß Euangelions / als obstadt / fälend: darzuo was er zur zyt do jn der Herr sampt andren Apostlen zum / predigen vßsandt / noch nit zum verräter worden / sonder erst darnach. Es ist ouch vngwüß / ob er in zyt sölcher sendung noch ein dieb sye gewesen / wyl sy lut sölcher sendung / weder gold / silber / täschen noch gält dorfftend mit jnen tragen oder haben zur wägfart. [66]Vnd da er Joa.12. ein dieb / ja haber deß seckels / ist gheissen / vnd trager was gegeben ward / ist gheissen / erst geschähen ist / do der Herr naher zuo lyden hett / namlich zwen tag vor den Ostren / do er glych bald verraten vnd zum tod überantwortet ward / lut Mat.26.  Marc.14. [67]Er ist ouch zuo sölichem sinem predigen noch nit mit krafft deß verheißnen H. geists angethon / noch in der selben Apostolischen houptsendung vergriffen gewesen / die erst nach Christi himmelfart am Pfingstag ist angangen / deren er nit erwartet / sonder durch sin übelthat verwarloßt / vnd sich selbs erhenckt hatt. Vnd so sich dise predicanten an sin statt stellend / so bezügends dz sy ouch deß H. geists manglend / deß der verräter noch hatt gemanglet / als deß rechten leerers / der Joa.14. der geredten worten Christi erinneret / vnd in alle warheit leitet. [68]Es dörffend sich halt jren vil nit an sin statt stellen / vnd vßschryen / sonder luogind dz sy nit on das vorhin dran standind / oder jm glychind / in dem diewyl sy durch / vor anzeigt / jr schälten vnd lestern vns vnsere eer stälend / vnd ouch sich vnsers bluots teilhafftig machend / mit dem / dz sy wältlichen gwalt vnd menschen reitzend vnd anhetzend vns vnschuldigen zuo veruolgen vnd töden. Vnd zwar der verräter was vmb so vil besser / dz jm / öut Mat.27. ein rüw ynfiel / vnd bekannt sin übel / dz er sich am vnschuldigen bluot Christi hett versündiget. Welche rüw wir by disen predicanten nit findend / sonder sy farend fort on schühen.

Summa / wär sich an bemälts verräters / oder sins glychen statt stelt / der ist ellend gnuog / hat sin rechte eer oder rüwen / vnd vff den ist glych so vil zehalten / als cff jn oder sins glychen / vnd vff ¦230¦ den gehörend ouch alle grusamen ding oder sachen / die über den verräter oder sins glychen / lut Psalm.3.5.69.100.  Act.1. geredt vnd prophetiert sind / könnend ouch nit nachuolger der Apostlen heissen / diewyl sy im wandel vnnd wercken / nit wie die Apostel läbend. Vnser himmelischer vatter / durch Jesum Christum / welle alle sine ware geistlichen diener / durch krafft sines h. geists / erhalten / dz sy mit leer vnnd läben / in ghorsame siner gebott vnd willen wandlind / vnd sy behüeten / dz sy nit durch sölich / obanzeigt / vmb oder schüch reden / den wäg vnd ghorsam Christenlicher Euangelischer warheit fliehind / vnnd dardurch sich vnd jr predigampt / darinnen jnen / dem Euangeli nach / gebürt durch allerley gehorsam der warheit / den menschen ein liecht vnd vorbild zuo syn / nit wie dise / zuo einer finsternuß / abschüch / vrdrutz vnd verspottung machind: das gäb Gott vatter / durch Jesum Christum vnseren Herren vnd heyland / Amen. ¦231¦

Vnd diewyl sölch leerer deß H. geists / als geist der gnaden / das ist / Christi selbs manglend (vßwölchem mangel sy dann empfindend das jnen Gottes willen oder gebott zuo halten lut Rom.8.  Joan.15. vnmüglich ist (so dörffend sölche etlich demnach bald ouch ander menschen / sampt jnen ynstellen / oder ynfüeren / in sölche vngehorsame Gottes / darinn sy stond / als sagende[69] / es sye niemandt müglich dem Euangelio vnd gebotten Gottes nachzekommen / zuo ghorsammen / oder die zuo halten / oder nach anuorderung vnd leer desselben / in Christum zuo glouben / vnd der sünden abzuosterben / besunder diewyl sy vns ouch hassend / darumb dz wir begärend on sünd syn oder läben / usw. Welche wort wir in eim sundern büechli habend gnuogsam verantwortet: welche jr red vnd lesteren / dann nit zuo der besserung noch heil der menschen vnd jrer seelen / sunder zum verderben reicht / vnd gar ein schwärer schädlicher irrthumb vnd verfüerung wär / dann des sinns wurd kein mensch sälig / so es keinem müglich wär zehalten / diewil man / lut Marc.16. nur durch den glouben sälig wirt / vnd nur durch haltung Gottes gebotten vnd willen / in dz himelrych oder ewig läben / Matth.7.19. kumpt / vnnd wär übertritt / vnd nit blybt in Christus leer / keinen Gott hat 2.Joan.1. Vnnd ist des sinns / alles jr predigen vnd leeren / ytel / vnnütz vnnd vergäbens / vnd heissend alle Euangelische gschrifft liegen / die da sagt / dz die Apostel vnd ander menschen / der selben nach habind gloubt / als Rom.5.6.  2.Cor.4.  Gal.2.3.  Colos.2.  1.Petr.1. Vnd dz sy Gottes gebott habind gehalten / dz ist in sinder lieb geläbt. 2.Cor.12.  Col.1.2.  1.Thess.2.3.  Phile.1.  1.Petr.1.  2.Thess.1.  Ephes.1.  1.Joan.3.  2.Joan.1.  Apo.14. Vnd der sünden sigind abgestorben / oder den sündtlichen lyb deß fleischs abgelegt oder zuo der fyr gerichtet / Rom.6.  Colos.2. Sy lugstraffend ouch den Herren / da er sagt / alle ding syend müglich dem der da gloubt. Mar.9. vnd den glöubigen werde nüt vnmüglich syn / Matth.17. Der allmechtig Gott / wölle vns vnd alle frommen / vor sölchen predigern vnd leerern verhüeten boß in vnser end / Amen.

[70]Jtem es sagend ouch jr etlich / vß jrem fleischlichen verstand / sy habind fuog / vns mit weltlichem menschlichen gwalt vnd arm zuo nöten zum predigen zegon / lut Christus worten / da er sagt / Nötigend sy heryn. Luc.14. Antwort / Es sagt wol der Herr zuo sinem geistlichen knecht / Nötig sy häryn zuo kommen: er sagt aber nit dz ers mit wältlichem gwalt / arm oder schwärdt söll nöten / oder ¦231¦ wär sich nit nöten wöll lassen / das sin knecht die selben soll veruolgen / sunder sagt rächt / Nötig sy heryn zekommen. Daby guot zuo betrachten / dz es von keinem nöten zuo verston ist / durch wältlichen gwalt oder fleischlichen zwang / dann dz wörtli Nötigen oder zwingen / hat vnderschidlichen verstand. Es ist ein nöten oder zwingen on sölchen gwalt / daruon Gen.19. stadt / Do nötigte er sy fast / vnd sy kertend zuo jm yn / usw. Jtem ouch Luc.24. Vnd sy nötigeten jn vnd sprachend / Blyb by vns / usw. Jtem Act.16. von der purpurkrämerin / Vnd sy zwang vns / usw. Das ist ein nöten mit guoten worten / wie ouch die Apostel mer mit worten / namlich Gottes worten / habend die lüt zum ghorsam des gloubens bracht / lut jrer Gschichten vnd Epistlen: vnd darumb könnend die gägenteil nit bewysen / das der obberüert spruch / Luc.14. nemme das nöten durch wältlich schwärt / dienst vnd diener / wie ouch der knächt / darzuo er redt / so das geistlich ampt trybt / nit ein wältlicher diener oder zwinger zuo verston ist / vnd wo müeßt ouch sunst die gschrifft belyben die da sagt von fry vnd selbs willigkeit / dz man Gott allein in dem selben / vnd in keinem gnöten dienst gfalt / 2.Cor.8.9.  1.Pet.5.

[71]Jtem ferrer / als jr der gägenteil etlich fragend / warumb wir nit vffstandind / vnd vnders volck trättind vnd offenlich predigind / gäb es habe es die wält gern oder nit / vnd darumb deß crützes gwarten / als die Apostel thettend / da man jnen verkündiget das sy nit leeren söltind im namen Jesu: druff die Apostel Act.4. sagtend: Richtend jr selbs obs vor Gott rächt sye / das wir üch mer ghorsam sygind dann Gott: wir könnend ye nit lassen / dz wir nit reden soltind was wir gesähen vnd ghört habend / usw.

Antwort: Sy die gägenteil redends wol also / aber nit in liebe noch ernst / dann so wir in jre kirchen oder gmeind vffträttend / vnd redend zum heil der seelen / wie bißhar offt ist beschähen / so sind sy die ersten die wider vns schryend / vnd wellend denn wir söltind schwygen / vnd richtend vns derhalb veruolgung vnnd trüebsal zuo. Darby zuo betrachten ist / das sy sölch reden nur darumb thüeyind / damit sy vrsach hettind vns durch den gwalt vnd menschen zuo veruolgen: wie kans jr ernst syn / diewyl sy sich / lut der vorbeschribnen ersten vrsach /m widerrend vns in jr gmeind / offenlich nach bruch vnd sitt Christenlicher Apostolischer kirchen reden zelassen / wiewol wirs dennocht / wens Gott ye zuo zyten einer oder mer vnder vns zethuon gibt / nit vnderlassen werdend / aber nit vff oder vß jrem der gegenteil tryben oder gheyß / sunder wo vnd wenn vns der H. geist dz heyßt vnd darzuo trybt. Amen.

 



[1] Acto. 5.

[2] Acto.6.

[3] Matth.3.

[4] Exod.20.

[5] Exod.22.

[6] Joan.19.

[7] Rom.3.10.11. 1.Tim.2.vnd 4. Joan.3.

[8] Matth.11.

[9] Johan.10. 2.Timoth.2.

[10] Joan.8. Galat.3. Joan.3.

[11] Lib.3.cap.6.  Matth.16.13.  Joan.20.  Lucae 24.  Marci 16.

[12] 1.Cor.6.

[13] Matth.18.

[14] 1.Cor.5.

[15] 2.Thess.3.

[16] Matth.11.

[17] Daß sy sich der besserung vom anfang embietend / wenn man sy eines besseren berichtet / ist zuo besorgen / dz sömlichs von jnen nie beschähe / vnd vmb glimpffs wägen geredt werde. Dann daß sy jr sach schon gesetzt habind / wo by sy wöllind belyben / weß sy ioch bericht werdind / sicht man klar im end diser jren vorred / da sy sprächend / So könnend wir dennocht / usw. ouch vß den letsten worten die sy im end dises Büechlis mäldend.

[18] Nit allein wöllend die Töuffer nit zuo der predig vnd gmeind gon / da vnser Religion kirchengang gehalten wird / sonder sy wöllend ouch mit vnserm glouben vnd gloubens sachen kein gemeinschafft haben. Sömlichs sol man wol wercken. Dann hiemit gäbend sy sich ye offentlich dar als offentliche wüssenhaffte trenner vnd abgesünderte Secter. Besich im 3.Buoch die drü ersten capitel / vnnd in dem anderen Buoch das 4.cap.

[19] Sy ththuond doch grad als ob man sy nie verhört habe / so doch in der warheit kein volck nit volkommner vnd vilfaltiger verhört worden ist. Besich im ersten Buoch das 4.5.6.7.cap. Wir lassend hie jr Büechli trucken / daß wir jnen zuo verhör verhelffind: vnd wenn sy ye mit den dieneren gespräch zuo halten begärt / ists jnen nie abgeschlagen / ouch vsset allen banden: daß sy die wort wol erspartind / da sy sagend / sy mögind zuo keinem anderen gespräch kommen / dann da der hencker hinder jnen stande: oder sich dermassen gebürlich vnd gehorsam hieltind / daß sy ein fromme Oberkeit nit müeßte in gefengknuß legen / usw. Aber disen Töufferen ist nit anders / dann wie denen die ein vngerechte sach für Gricht vnd Rat bringend / vnd wenn denn wider sy geurteilt wirt / sy sich klagend / sy syend verkürtzt / vnd habe man sy nit gnuogsam verhört noch verstanden / vnd beschähe jnen gwalt vnnd vnrecht. Disen mag ouch nimmer recht beschähen / man mache vnd richte dann jr sach / wie sy die in jre köpff gefasset habend / usw.

[20] Vff dise erste vrsach ist geantwortet im 3. buoch am 10. cap.

[21] Besich im 3. buoch das 4. cap.

[22] Darumb liß im 5. buoch das 3. cap. Dann wir vnderwerffend noch nit / Gott vnd sin wort / den armen sündigen menschen. Vnd dise vnsere leer wirt nit von vns überträtten / usw.

[23] So suber redend sy vom wörtli Ley vß den sprachen / daß man wol daby sähen kan / daß wenig prophecy in jnen verdirbt / vnd die kirch nit grossen schaden empfacht / wenn sy schon nit so dick zuo reden kommend / als sy begärend.

[24] Hieruf ist geantwortet im 3. buoch am 6. cap.

[25] Lasse sich nieman irren daß die Töuffer in disem jren büechle pflägend allenthalben vil ort der gschrifft zamen zuo verzeichnen. Sy wöllend jnen wol damit ein nammen vnd ansähen machen / als ob sy nüt dann geschrifft oder göttlichs wort redind: wenn man aber die wort im grund besicht vnnd erduret / so dienend jnen angezeichnete ort der gschrifft gar nüt / oder sy ziehends vnd gebruchends wider jren natürlichen verstand. Von Christlicher fryheit besich im 1. Buoch am 2. cap.

[26] Merck aber du / daß zwüschend schuld vnd vnschuld grosser vnderscheid ist. Darumb was dienet yetzund das ort Jsaie üch schuldigen?

[27] Liß hieruon im 5.Buoch das 3. cap. vnd das gantz Buoch

[28] Gott schiltet die Leuiten daß sy vom rächten wäg deß göttlichen worts abgewichen warend / vnnd darumb das volck das jnen vertruwen was / nit recht fuortend / mee vff den gnieß der opfferen / dann vff das heil der seelen sahend. Was dienet das üch wider vns?

[29] Liß im 5. Buoch besunders im 7. cap.

[30] Mit dem wörtli Zwangler erzeigend sy jren nyd: vnd mißbruchend das ort Pauli zuo den Galatern am 1. cap. wie ouch in vnser arbeit klar erwisen ist.

[31] Das ist ouch verantwortet im 3. buoch am 6. cap.

[32] Besich das 5. buoch am 4. cap.

[33] Pündtnuß machen ist nit allwäg vnrecht / wie man sicht im 1. buoch am 10. cap. Ja pündtnussen hinnemmen vnd vflösen ist guote regiment zertrennen. Besich im 5. buoch das 11. cap.

[34] Liß das 1. cap. im 5. buoch. Vomm Berner Synodo ist vor angezeichnet.

[35] Wir sind weder Lutherisch noch Zwinglisch Predicanten / wöllend nach der leer Pauli 1.Cor.1.vnnd 3. nit nach den menschen benamset werden / sunder wir sind diener Christi vnd siner kirchen. Aber alles der Töufferen reden erzeigt ein grosse gallen / die sy wider die Prediger vnd ouch wider die Oberkeiten tragend / die jnen so offt überloufft. Ob aber die kirchen vnd jre Prediger das habind gethon / do der Keyser im Rych oberhand gewunnen hat / das jr von jnen hie schrybend / lassend wir die sach selbs vßsprächen / welche zwaren das widerspil zeigt.

[36] Sy wöllend ander vnd ander vrsachen yemerdar anzeigen / vnd ist doch vast zuohin alles einerley. Dann es alles daruff gadt / daß man sy zwingen wölle zur kirchen / vnd tringen zum guoten: daß wil neißwan den guoten brüederen nit gelägen syn: darumb klagend sy so häfftlig: ist aber alles gnuogsam verantwortet im 3. vnnd 5. buoch.

[37] Es sind zweyerley geschlächt martyrer: namlich die vmb Gottes vnd grechter sachen wägen lydend: vnd die vmb jres kybs vnd böser sachen willen lydend: welche eigentlich zuo reden keine martyrer sind. Die ersten macht die kirch ja nit / aber die anderen wol. Besich das 8. cap. im 5. buoch / usw.

[38] Sy klagend sich vast wie wir sy hassind vnd lesterind / usw. läse aber der Christenlich läser dise 4. vrsach / vnd achte wol wie sy all Prediger nit nun holhüppend / sunder ouch dem tüfel (doch vnder gstalt vast geistlicher worten) gnodt vnd gar gäbend: dann sy ye sagend / wir habind keinen Gott / kein geist Gottes / kein liebe / keinen glouben / wir syend noch in sünden / vnnd gar nit jünger Christi / usw. vnnd vrteile denn welche parth grusamer lestere.

[39] Das alles ist verantwortet im 5. vnd 6. Buoch nach der lenge / besonders aber im 10. cap. deß 6. Buochs.

[40] Hie kommend sy abermals mit jr alten klag / die sy immerdar widerumb widerholend / als ob mans vor nit zwey oder drü malen gehört hette. Jst jnen aber verantwortet im 3. Buoch am 6. cap.

[41] Wenn Gott ein veruolgung schickt / mag die selb kein fleischlicher ruggen vfheben: diewyl er die nit schickt / mögend sich die glöubigen der gnaden / fridens vnnd wolstands halten mit danckbarkeit. Daruon ist vil gsagt im 5. Buoch. Diewyl wir vns dann selbs ouch der Oberkeit straaff vnderwerffend / sicht man wol / daß dise Töuffische wort ein nydigs verkeren sind. Daß jnen aber die Oberkeit so gar widerig ist / daß sy nüt mee für vnd für die klagend / vnnd deren gern abwärind / zeigt ouch an wie sy sind. Dann Paulus spricht: Die Oberkeit ist nit ein schräcken den guoten / sunder bösen: vnd wilt sy du nit förchten / so thuo guots / usw. Wir habend nie angerüefft / vnd rüeffend noch nit an das wältlich schwärdt wider die das geistlich schwärdt habend vnd recht wider vns selbs vnd ander gebruchend. Jr Töuffer aber überredend üch / mit dem Bapst / jr habend ein schwärdt vnd söllinds gebruchen / das jr aber nit habend vnd nit recht gebruchen könnend.

[42] Dises alles ist verantwortet im 6. buoch / insonders aber im 8. vnd 9. cap.

[43] Es ist warlich zeuerwunderen an der überschwengklichen geistlichen hochfart vnd vermässenheit diser lüten / daß sy sich allein gedörend fürstellen / als den waren reinen lyb Christi / vnd daruon alle anderen glöubigen verschalten / die nit Töuffisch sind / als ob die allein mit nammen / vnd nit witer glöubig syend. Daß doch in alle wäg glychet der pharisäischen hochfart / wider die armen sünder.

[44] Lieber was wägs zeigend jr vns / onet allein den / den jr gond zur absünderung / von welchem vns die Göttlich gschrifft abwendt. Jr gäbend üch selbs den nammen der rottern oder sectern / diewyl jr üch so gar fräch der absünderung von der kirchen rüemend / vnd sagend jr wöllind mit vnserm glouben vnd gloubens sachen kein gmeinschafft haben. Da aber wir den waaren rechten glouben habend / wie im 3. vnd 4. buoch erwisen ist.

[45] Was dörffend jr abermals so vil orten der gschrifften zamen zuosetzen / onet allein daß jr wöllend gesähen syn? Es ist gar kein span vmb das / daß ergernuß Gott mißfalle: daran hafftet es aber / ob das ein rechtmässige ergernuß sye / die jr von vns annemmend / one vnser verdienen vnnd schuld: man weißt wol daß ein ergernuß ist / die gäben wirt mit übelthaaten: söliche gebend wir üch nit: vnd ist ein ergernuß die von einem seltzamen widersinnigen menschen angenommen wirt / one schuld desse von dem sy angenommen wirt. Wir tragend deß kein schuld noch sünd das jr vff vns vnd vnsere leer sagend vnd klagend / das aber nit also ist. Jr ziehend hie widerumb an / das wir üch vor verantwortet habend / als söltind wir neißwan anders yetzund / dann etwan leeren. Jr setzend wol vil ort der geschrifft abermals zamen / sy strytend aber wider vns nit: diewyl wir sömliche vnd die nit sind / wider die sy im grund vnd in der warheit von Apostlen geschriben sind.

[46] Jr sagend aber / das nit ist / wir syend abtrünnig worden. Wir sind vnd beharrend vnder dem einigen hirten Christo / vnd gebruchend kein andere / dann sin stimm vnd leer: darumb sind wir nit die frömbden / deren stimm die schäfli fliehend.

[47] Wir hoffend daß wir glider deß lybs Christi syend / ouch alle die vnsere leer hörend vnd deren gloubend: vnd dz so vil mee / so vil minder wir vff vnsere wirdigkeit mit üch Töuffern buwend / sunder vff die gnad Gottes vns verlassend. Von den früchten / von dem daß die vß Gott geboren sind / nit sündind vnd nach der wält nit wandlind / vnnd was derglychen mee sy hie sagend / als ouch von der lieb / usw. ist von vns erlüteret im 1. buoch am 10. 11. cap. ouch im 3. buoch am 2.3.5.7.8. usw.

[48] Das alles ist verantwortet in den vorderen capitlen deß 6. buochs. Sy redend gar stoltz vnnd verachtlich daruon / wie die kindertöuffer noch ein wyl kein rechte / verstand abgesünderte kirchen / vfrichten werdind / usw. da sy sich deß wol versähen söllend / daß wir von der rechten kirchen nit abträtten / vnd mit Gottes hilf / vns zuo jnen in jr töuffer rott vnd in ein abgesünderte kirchen keins wägs begäben werdend: als die wir in vnsern büechern so manigfaltig / irrig / falsch vnd vngerecht syn an der leer vnd kirchen ordnung / erwysen habend.

[49] Das alles leerend wir noch: vnnd so ferr jr darby blibend / wäre der sach recht: jr aber blybend nit darby / sonder trennend üch von der rechten kirchen vnd leer / vnd wider touffend / jr machend vnruow vnd zwytracht / wie im 3. Buoch erzellt ist. Vnd vmb desselben üwers vnrechten willes / lydend jr / als schuldige / nit als vnschuldige. Dann jr lydend nit vmb Gottes vnnd der warheit / sunder vmb üwers rottens vnd vngehorsame willen. Daruon ouch etwas gesagt ist im 1. Buoch am 9. capitel vnd im 2. Buoch am 5. cap.

[50] Wir verschryend üch niener nit / dann äben das das wir mit der warheit vnd in der gschrifft gegründeten bewärnussen / erwysend / vnd wider üch waar machend.

[51] Das crütz das wir vmb der warheit / nit vmb der vnwarheit / rottens vnd kybs willen / tragen söllend / vnd wenn es vff vns von Gott gesandt wirt / gern / mit sinen gnaden / tragen wöllend / ist vns kein grüwel. Jr aber redend wider vns one scham was jr wöllend / vnd vnsere mißgünstige hörend das alles gern von üch also scharpff erzellen. Vil frommer Christen in Tütschen vnd Wälschen landen / die der Töuffery / als einer bösen Sect / von hertzen abgünstig sind / habend sich vnder dem crütz ouch im tod dermassen gehalten / das alle Töuffische falsche martyrer / zuo jnen gar nüt me zuo thuon habend. S.Peter spricht / Es sol nieman vnder üch lyden als ein übelthäter / usw. Vnd die wort Pauli / die jr wider vns anziehend / lutend im grund wider üch. Dann Paulus redt wider die falschen apostel / welche trennung wider das heilig Euangelium anrichtend / vnd die gerechtigkeit deß gsatztes vnd der wercken wider das crütz / lyden vnd erlösen Christi predigetend / usw.

[52] Wie jr ander ort der gschrifft wider vns mißbruchend / also thuond jr ouch mit denen / die jr hie zamen huffend: die aber wider vns / von der gnaden Gottes / nit lutend : als wir by Christo vnd sinem wort blybend / alle üppigkeit vnnd lychtfertigkeit straaffend. Daruon gnuog gesagt ist in dem 4. Buoch.

[53] Suoch hieuor im letsten cap. deß 6. Buochs.

[54] Jr wöllend üch hie vast kluog / subtyl vnnd spitzfündig erzeigen vnnd schönen / vnd ist aber die gantz summ alles deß / das jr hie sagend / von des gloubens wägen sygend jr besser dann wir. Vnnd das selb ist eben das / das wir von üch sagend / das jr thüegind. Vnd thuond es aber one grund der warheit. Dann diewyl üwere töuffery ein abtrünnige sect ist von der kirchen Christi / so luogend ob jr gloubens halben erger oder besser syend. Jas jr machend üch selbs zum reinen abgesündereten lyb Christi: von vns sagend jr / dz wir one Gott / one glouben / one lieb vnd one geist / das ist als vil / alle gar deß tüfels syend. Vns beduncket nit vnbillich / das sye äben gnuog verachtet / einem anderen herren sine knecht gerichtet / vnnd sich mit dem phariseer wyt härfür in die kirchen gestellt.

[55] Demnach vnderscheidend jr vnder geistlicher vnd fleischlicher verachtung / vnd klagend üch selbs damit vil mer an / dann jr üch entschuldigind. Dann wie der geist das fleisch übertrifft / also sind die geistlichen prästen böser dann die fleischlichen. Jr köntend Gotts wort wol gehorsamen / vnd dennocht mit geistlicher stöltze den sünder / ich geschwyg den glöubigen / nit verachten.

[56] Wenn jr üch Christi vnd sines crützes / lydens vnd verdiensts recht ruomptind vnd vertrostind / wäre üwers iubilierens von üwerem abgestorbnen vnd geistlichen wäsen minder: nit dz rechtglöubige dem alten Adam nit absterbind / sinder daß sy gar nüt rüemind deren dingen / die sy thuond / vnd alle eer Gott zuogäbend.

[57] Wie die Töuffer gewon sind / daß sy schon einist gesagt habend / bald widerumb vnd widerumb / nit one müeysäligkeit der zuohöreren / zuo sagen / also thuond sy ouch hie: da sy ein langen thannt anhebend / vnnd vil vnnd hochs von jrem vffrichten des Baums rüemend. Daruff jnen kurtz geantwortet ist im vßgang des 6. buochs.   Sy redend ouch fräfenlich / nach jrem bruch / dahar / als ob in aller diser wält nienen kein diener noch kirchen syge / die Christliche zucht habe. Da wir aber / wenn wir gern vil rruomptind / wol anzeigen köndtind wolgeordnete kirchen: vnnd ob etwan an der execution mangel / die kirch darumb nit one ordnung ist. Doch gulte das alles ouch by jnen nüt. Dann diewyl man nit töuffisch wirdt / so ist man den Töuffern nit glöubig / hat keinen Gott / keinen geist / vnd kein kirchen. Dann der geist ist mit diser wyß / allein in der Töuffery / vnd sunst nienan. Sy sind allein geistlich (wir vor zyten die Münch) was nit töuffisch / ist fleisch vnd fleischlich. Das red ich nit vß anfächtung / läse man nun flyssig dises jres büechli / wirt sich warlich finden / daß es by jnen kein andere meinung hat. Vndnist aber das alles mer dann ein vnlydenliche vermässenheit / usw.

[58] Dises alles / das sy hie sagend von dem stuol Mosis / ist kurtz verantwortet im 3. Buoch am 8. cap. vnd anzeigt / dz Moses stuol anders nüt ist / dann die predig deß wort Gottes: daß ouch in disem stuol nit nun phariseer sygend gesässen / sonder ouch die Propheten. Darumb so vil die substantz vnd houptsumm der leer antrifft / ist der stuol Mosis vnd Petri nit wider einandern.

[59] Das die Töuffer hie schliessend / thuond sy eintweders vß boßheit oder vnwüssenheit. Dann wee vnd straaff / vnd was sy da mer erzellend / gieng nit über die phariseer / daß sy die leer nit recht fuortend / ja daß sy dem wort Gottes zuosätz thatend / vnnd grosse beschwärden biderben lüten vfluodend. Vnd der surteig / wie ouch im Euangelio erlüteret wirt / was jr glychßnerische leer. Darumb was der Herr härnach im Mattheo am 23. cap. jnen zuoleit / oder sy beschilt vnd jnen tröuwt / das alles thuot es jnen als phariseeren oder glychßneren / vnd nit als sitzenden im stuol Mosis.

[60] Jch acht gäntzlich wenn der kyb / der alles das fürwirfft das er ergryfft / dise lüt nit überwunden hette / wurdend sy keins wägs also reden. Dann wer sicht nit daß das ein angefochtne red ist / da sy sprächend / wir söllind thuon was sy sagend / aber wir söllind jnen nit losen. Das ist äben ein red / wie dessen was / der da sprach / Man hat mich geheissen ein buoch oder ein nüw Testament kouffen / man hat michs aber nit geheissen gebruchen / oder darinn läsen / oder daryn lügen.

[61] Hie redend sy daß vor dem Pfingsttag gar in nieman kein fryheit / erlösung noch geist / ouch in jüngeren Christi nit / gewesen syge. glych als ob alle die sprüch / Fleisch vnd bluot hat dir das nit geoffenbaret / sonder min himmelischer Vatter. Jtem / Wär in mich gloubt / hat das ewig läben / usw. nüt vnd vnkrefftig sygind / vnd als ob die jünger one geist geprediget / vnd für vnd für / do sy schon gloubtend / knecht der sünden gewesen sygend. Liß aber im 4. Buoch das 5. cap.

[62] Hieruon mag wär da wil läsen das 4. cap. im 4. Buoch. Es redend vnd schrybend dise lüt von disen dingen / daß man daruß wol verston kan / daß sy im grund das Euangelium gar nit verstond. Noch dennocht sind sy fräch in jrem schryben vnd reden.Gott verlyhe jnen besseren grund vnd verstand.

[63] Daruon besich das 7. cap. im 3. Buoch. Vnnd merck doch du Christenlicher läser / wie das das dise lüt hie vnd anderschwo sagend so grimm vff essich sticht / usw.

[64] Suoch hieuor im 5. Buoch am 8. cap.

[65] Sömlichs redend jr wol / es hat sich aber noch nie / durch üwer bewären / funden mit göttlicher warheit / daß wir der rechten leer vnd euangelischer warheit habind verfält. Dargegen was sich mit euangeslischer vnd apostolischer geschrifft erfunden habe / wider üwere leer / das lassend wir alle die vßsprechen / welche vnser das 4. Buoch geläsen habend.

[66] Hie verhouwend sich dise hohe leerer mit dem übel / daß sy Judam äben zwen tag vor dem lyden Christi zum Seckelmeister Christi machend oder setzend: darumb sy abermals gschrifften anzeichnend die jnen nit dienend. Das 12. cap. Joan. ist wider sy. Vnnd wie dem Herren von anfang gestürt worden ist / wie man erlicher maß spüren mag vß dem 8. cap. Luc. also hat er von anfang sinen seckelmeister gehebt. Aber sy hetttind sömlichs nit geredt noch gschriben / wenn sy durch den kyb / mit dem sy ouch das / das nit ist / behoupten wöllend / daryn nit gezogen wärind.

[67] Hie redend sy aber vnbedacht vnd vngegründt ding. Der geist ist zwaren vff den Pfingsttag den Jüngern Christi rychlicher geben / sy habend aber ouch vor dem selben den geist Gottes nach der maß gehebt / vß welchem sy gloubt / prediget / vnd anderem guote ding gethon habend. Dann one Gottes geist vermögend wir gar nüt. Besich hieruon im 4. Buoch am 5. vnd 7. cap.

[68] Wenn jr / lieben Touffbrüedern / schon süberlicher gefaren wärind / vnd mit reden bescheidner üch erzeigtind / wäre es üch darzuo guot / daß man üch wurde halten oder achten für geistlicher dann man sunst thuot. Dann diewyl jrmdie vnd andere derglychen wort fallen lassend / erfindt sich denn erst ouch das / daß jr vns vnbillich / vmb vil minder rässer worten willen / die wir etwan wider üwer personen gebruchen / schälten vnnd verdammen könnend. Wir habend offt bezüget / daß sich ouch vor dem Herren finden wirt / dz jr sömliche schwäre klag vnbillich vnd vnbeschuldet wider vns füerend. Doch stellend wir das alles dem herren selbs vnd dem Christenlichen läser heim / usw.

[69] Hie zeigend die Töuffer wol an dz sy noch nie rächt verstanden habend den rächten grund deß heiligen Euangelij. Suoch hieuor imm 4. buoch dz 1.2.3. cap.

[70] Luog hieuor im 5. buoch am 7. cap.

[71] Wir heissend üch vnder das volck weder trätten noch schlychen: sunder die wyl jr keinen rächten beruoff habend / rüewig syn: dz gäb üch Gott.