Wie man by den krancken vnd sterbenden menschen handlen / ouch wie sich ein yeder in siner kranckheit schicken vnnd zum sterben rüsten sölle / kurtzer vnnd einfallter Bericht Heinrychen Bullingers.

IESVS.

Das ist min lieber Sun / in dem ich versüenet bin / jm sind gehörig.

Matthei XVII.

M. D. XXXV.

Vorred in dise bericht zuo dem Läser.

Also sumsälig sind wir armen zerbrochnen menschen / das wir das vff das letst hin / an ein kurtze zyt sparend / das wir doch zum ersten vnd fordersten durch all vnser läben söltind lernen: namlich / wie wir wöltend Christenlich vnd säligklich sterben. Dann welcher mensch wohl abstirbt / hat den krantz des sygs vnd der eeren erlangt: darumb der dem nachtracht wie vnd wordurch er möge zuo einem säligen end reychen / der höchsten wyßheit pflägt. So werdend jetzdan ettliche menschen funden / die nun den nammen des tods nit wöllend hören nennen / vermeinend also etwas sicherer zesin: die selben schryend mit dem propheten / O todt wie ist din gedächtnuß so bitter: ermessend aber nit / das grad der selb prophet hinzuo setzt / ja dem menschen ist sy bitter / der sin trost in disem zyt vff haab vnd grosses guot setzt. Dann anders ist dem menschen der sin trost vnd hertz vff Gott vnd vff das ewig läben setzt: der selb betracht offt sin end / ernietet sich der irrdischen dingen / vnd fröwt sich in den himmelischen. Dahar ouch Solomon gesprochen hat / Wäger // ists man gange in das huß des trurens / weder inns huß deß prassens. Dann dört sicht man wie alle menschen endind / vnd welcher dann andere todt sicht / bedenckt ouch wie es jm gon werde: imm wynhuß sicht man nüt dan wuost vnd vnradt / dardurch der mensch verböseret vnd zuo argem gereitzt wirt.

Hierumb söllend ware Christen nit so zart sin das sy nit mögind hören von dem todt reden / oder so torecht das sy vermeinend sicher sin / wenn jnen niemants vom todt seyt / oder so sumsälig / das sy sölich jr rüsten an die letsten nodt sparind / vnd sprächind / Vns blybt etwan so vil zyts über das wir vnns ouch schickind. Dann alles läben der Christen sol anders nüt sin dann ein betrachtung des todts / vnd ein rüsten zuo yhenem läben. Dann Paulus gesprochen[1] / Wir habend hie kein blybende statt / ein künfftige aber vnd blybende suochend wir. Vnd anderswo[2] / Vnser liplich wäsen ist in himmlen / dannen wir wartend vff den heiland Jesum Christum / der vnseren nidrigen lyb vergstalten wirt / das er jn inn glyche gstalt sinem clarificierten vnd herrlichen lyb bringe / vnd das mit dero krafft damit er jm alles vnderthuon mag.

Diewyl dann das recht vnd ewig bständig läben erst nach disem läben angadt / zuo dem wir ouch durch den todt / so wir vns anders // recht schickend / kommend / sol dich nit beturen lieber läser disen vnseren Bericht zeläsen wie du dich in diner kranckheit haltist / vnnd zuo einem seligen end schickist. Doch schryb ich hierinn nit alles das von diesem wytlöuffigen handel möchte geschriben werden: dann wär wölte das in kürtze zewägen bringen? sunder allein das einfalten Christen nütz vnd notwendig ist. Das hab ich alles in Capitel geteilt / vnd dergstallt fürgetragen / das ich yetzund den vnderrichten der den krancken besuocht vnnd tröstet / bald aber den krancken selbs. Bewär vnd erdur diß alles nach vnnd mit der gschrifft / vnd das guot heilbar vnnd nütz behalt. Sag Gott lob vnd danck / dem gib alle eer allein.

Bericht der kranckenn / vnnd wie man sich zum sterbenn rüsten sölle.

Der kranck sol sich gentzlich in den willenn Gottes ergebenn.     Caput    I.

Alldiewyl sich der mensch in den güetigen und ewig gerechten willen Gottes nit ergibt / ist jm schweer vnd vntraglich alles das er thuon vnnd lyden muoß: so bald er aber // Gottes willen recht erkennt / recht daruon haltet / vnd sich in jn trüwlich ergibt / so ist nützid also bitter / ruch / vntraglich vnd erschrocklich / das jm nit süeß / glatt / lycht / vnd trostlich werde. Darumb soll man by den kranckenn für das erst vnd zeoberist getrüwlich anhalten / das sy sich willig vnd vnderthänigklich in den willen Gottes ergäbind. Dahin soll man sy aber durch volgende stuck vnderston zebringen.

 

One die krafft vnnd willen Gottes bschicht nützid.

Deß ersten berichte man sy das nützid one die krafft vnd den willen Gottes beschähe / das von Gott allein todt vnd läben / kranckheit vnd gsundtheit / fröud vnd leid sye / das er all vnsere nodt wüsse / vnsere hertzenn erkenne / vnd all vnser anligen verstande. Darumb ye volgen muoß das ouch dise kranckheit damit gegenwürtige person beladen ist / nit ohne Gottes krafft wüssen vnd willen da sye / item das er alle nodt vnnd alles anligen deß krancken weißt vnd verstadt. Diser fürtrag soll wyter mit dem heiligen wort Gottes erlüteret vnd bewärt werden.

j. Samuelis ij. cap. spricht Anna / Der Herr tödt vnnd gibt das läben / füert in die hell vnd wider heruß. Der Herr machet arm vnd machet rych / ernideret vnd erhöcht usw.

Matth. x. cap. redt der Herr / Koufft man nit zween spaaren vmb einen pfennig / noch fallt der selbigen keiner vff die erden on üweren vatter. Nun aber sind ouch üwere härly alle vff dem houpt gezellt / usw.

Jsaie am xlv. cap. spricht Gott / Jch bin der Herr / sust niemants / Jch schaff dz liecht vnd die finsternuß / Jch mach friden vnnd das übel / ja ich der Herr thuon das alles. Der glychen kuntschafften ist die gantze Bibly voll / daruß muoß man die besten vnd hällisten vßläsen vnd verzeichnen.

Gott handlet alles mit gerechtem gericht.

Zum anderen warumb aber Gott ein yeden in sin kranckheit werffe / vnnd so er die kranckheiten wol heilen möchte / warumb er sy dann nit ouch heile / stadt allein in dem gerechten vrteil Gottes / darwider wir nützid brumlen oder disputieren söllend. Der kranck soll vil mee jm selbs vest ynbilden das Gott warhafft / guot vnd gerecht ist / das er niemants gwalt noch vnbill zuofüegt / das er ein Gott des gerichts vnd der gerechtigkeit ist / das er kein person ansicht / sunder einen yeden mit billichem gericht suocht. Dann der prophet spricht / Der Herr ist gerecht in allen sinen wägen / vnd heilig in allen sinen wercken. Jst er nun gerecht / warhafft vnd guot in allen sinen wägen / so muoß er ouch in dem gerecht sin das er disen krancken yetzdan mit gägenwirtiger kranckheit geheimsuocht hat: es ist ouch ein gewüsse vnd gerechte vrsach darumb // er jn geheimsuocht hat.

 

Gemeine vrsachen der kranckheiten.

Wiewol nun die selb dem krancken nit mag allerdingen vnnd eigentlich erzeigt werden / bezüget doch die geschrifft das Gott guot vnd böß vß vilen vnd vßerscheidnen vrsachen heimsuoche. Job der trüw diener Gottes ward geschlagen mit vil vnd bösen geschwären das an jm vonn der fuoßsolen an biß an die scheytel kein gantzes noch gesunds was / nit das er sömliche grusame straaff mit sinem lasterhafften läben verdient hette / sunder das Gott sin gedult also üeben vnd sin trüw an tag herfür thuon wolt. Der gstalt werdend die frommen in der geschrifft[3] dem gold verglychnet das in den tygel geworffen wirt / nit das man es mit dem fhür verzeere / sunder bewäre vnnd lütere.

Demnach strafft Gott mit kranckheiten vnderwylen die sünd vnd laster der menschen: als klarlich Leuit. xxvj. vßgetruckt wirt. Exodi xv. spricht Moses / Wirst du der stimm deß Herren dines Gottes gehorsam sin / vnd das thuon das recht ist vor sinen ougen / wirst du losen sinen gebotten / vnd halten all sine recht / so wil ich der kranckheiten keine vff dich legen die ich vff Egypten geleyt hab. Dann ich der Herr bin din artzet.    Wyter sendet Gott die kranckheiten nit nun das er damit züchtige / sunder ouch das er die sinen von diser zyt hinnämme vnnd ewigklich belone.    Diß // sind nun die fürnämen vnd gemeinen vrsachen der kranckheiten. Vß welchen demnach gegenwürtigen kranckenn menschen siner kranckheit halbenn volgende meinung mag fürgehalten werden. Jst er von Gott darumb angriffen / das er von diesem jamertal zuo ewigem vatterland gebracht werde / kan er den willen vnd diß vrteil Gottes nit schuldigen. Schuldiget ers aber / so thuot er doch nit wyßlicher / dann so ein gefangner sich übel beklagte das er vß der schweeren vnd stinckenden gefängknuß gelediget / in ein schönen künigklichen palast gefüert wurde. Will dann Gott des krancken glouben mit dem siechtag üeben vnd sin gedult bewären / sol er Gott mee prysen vnd loben dann schuldigenn. Dann gedult bringt erfarung / erfarung bringet hoffnung / hoffnung aber laßt vns nit zeschanden werden.    Straafft dann Gott des krancken sünd mit gegenwirtiger kranckheit / kan er aber in gemeltem vrteil vnd willen Gottes nützid schelten. Oder welcher kan reden / Jch hab nit gesündet? Job iiij. stadt geschriben / Mag der mensch ouch vnschuldig von Gott geurteilt werden? Mag yemants siner wercken halb rein vnd luter erkennt vnd gesprochen werden? Sich er hat vnder sinen dienern vntrüw funden / vnnd vnder sinen Englen ist stöltze vnnd vnghorsame gewä // sen / wie vil mee werdend dann die / die in kätinen hüseren wonend / vnd dero fundament kadt vnd stoub ist nit rein sin? So spricht Dauid / Wer kan das überträtten verston? darumb reinig mich von minen verborgnen sünden. Diewyl wir nun allesampt sünder sind / wie könnend vns dann die vrteil Gottes die er mit mengerley kranckheit / die sünd zestraffen über vns gan laßt vnbillich beduncken?

 

Warumb straafft aber Gott mich fürrer dann andere sünder.

Das aber yemants bedunckenn möchte Gott straaffe ander die vil grösser sünder sind mit kranckheiten oder plaagen nit also ernstlich als vns / ist vnerber vnd vnchristlich von Gott gedacht. Diewyl er doch gewüßlich einem yeden nach sinem verdienen widergilt. Das er etwan wartet / ist siner langmüetigkeit schuld / damit er zuo der buoß reitzt. Das er dann etlichen bösen menschen hie in zyt wenig oder gar kein widerwertigkeit zuoschickt / ist deß schuld das er sy hie will lassen jro läben vnd wollust ynnemmen / dört aber ewigklich pynigen. Dannen Paulus gesprochen / Wenn wir gericht oder gestraafft werdend / so werdend wir von dem Herren gestrafft / vff das wir nit mit der wält verdampt werdind. Oder wär bist du das du einen frömbden knecht richtist? Du sprichst / Es syend bösere menschen / die aber Gott nit straaffe mit kranckheit vnd vnfal wie dich. Was weist du darumb wie er sy straafft oder was er jnenn zelyden gibt? Nit alles lyden ist offenbar: die aller grösten leid sind hertzen innere leyd. Oder wie wer jm wenn du böser werist dann yemants? Warumb setzest dich für ander? Warumb thuost du nit den balcken vorhin vß dinem eignen oug / ee dann du dinen brüederen die aglen vß iro ougen nämist? Oder so glich anderen Gott verschonet / solt du das jnen verbonnen? Oder weist du warumb jnen Gott verschonet? Ein mal hat dich Gott angegriffen / yetzund bist du in sinem gewalt. Die anderen wirt er ouch wol finden zuo siner zyt. Dann er ist gerecht / vnd alle sine vrteil sind heilig vnnd gerecht. Daran solt du gar nit zwyflen / ouch wüssen das du vß gerechtem vrteil / yetzdan in der hand Gottes mit gegenwirtiger kranckheit behafftet bist.

Gottes straaff vnd vrteil dient vns zuo guotem.

Zum dritten sol der kranck erkennen das nit nun das vrteil Gottes an jm gerecht vnd vß billicher vrsach sye: sunder das es zuo guotem vß vätterlicher trüw vnd liebe bschähe. Vnd hiehar dienend yetzund die wort Pauli zuon Hebreern xij. Min sun hab keine schühen ab der züchtigung deß Herren / vnd nimm sin straaff willigklich vff. Dann welchen der Herr lieb hat den straafft er / er geißlet einen yetlichen sun den er vfnimpt. So jr nun die züchtigung annemmend / embüt sich Gott gegen // üch als ein vatter. Vnnd wo ist ein kind das nit etwan der vatter geschlagen oder gezüchtiget hat? Werdend nun alle kinder gezüchtiget / vnd jr sind one züchtigung / so sind jr ye bastharten vnd nit eekinder. Ouch so wir habend die vätter vnsers fleischs zuo züchtigern gehept / söltend wir dann nit vil mee vnderthon werden dem vatter der geisten vnd läben? Vnd yhene zwar habend vns ein kleine zyt nach jro guotbeduncken gezüchtiget / diser aber züchtiget vns zuo guotem / vff das er vns mitteyle sin heiligung. Nun hat wol alle züchtigung diewyl sy wäret wenig fröuden / aber mil müey vnd jamers: sy gibt aber hernach ein fridsame frucht der gerechtigkeit allen denen die durch sy geüebt werdend.

Welcher nun dise wort deß heiligen Apostels eigentlich by jm selbs ermißt / ergibt sich willig in den willen Gottes sines getrüwen vatters / diewyl er gloubt vnd eigentlich weißt / das alles das da in siner kranckheit gehandlet wirdt von Gott / es sye zuo todt oder zum läben / das es ja guot gerecht vnd sin deß krancken nutz vnd heil ist.

Es stadt wie Gott will.

Darumb ouch alle verstendige krancken / gefraget wie es vmb sy stande / ordenlich vnd recht nach altem harkommen antwurtend / Wie Gott wil. Luog nun ein yeder das hertz vnd mund mit einanderen stimme / vnd sich ein yeder gantz wil // lig in den willen Gottes ergeben habe. Wo aber noch etwas mangels wäre / als vil fälens vnd prästens in vnserm armen läben ist / so bätte ein yeder stäts von Gott durch Jesum Christum / Geheiliget werde din namm / Zuokumm din rych / Din wil beschäch vff erden wie im himmel.

 

Die artzet suochen / vnd die artzny in der kranckheit gebruchen ist nit sünd.      Caput II.

Jetzund sind vil menschen die sich der massen wöllend in den willen Gottes ergeben / das sy mithinzuo alle artzet vnd artzny verachtend / vnd sich also offt versumend. Dann söliche sprechend / Jch hab mich ein mal an Gott ergeben / der muoß min artzet sin / vnnd wil sust gar keines menschen radt noch artzny annemmen.

Gott handelt durch ordenliche mittel.

Dise thuond nun nit vnrecht das sy sich trüwlich an Gott ergebend / das sy aber mit hinzuo noch nit erkennend das Gott durch ordenliche natürliche mittel in allen sinen creaturen handlet / ist ein mangel vnnd mißuerstand. Wir redend aber hie nit von wundern vnd zeichen / sunder von dem gemeinen louff der natur von Gott yngepflantzt vnnd erschaffen. Gott möchte alle wält wunderbarlich spysen wie er im Euangelio fünfftusend mann mit fünff broten / vnd hernach viertu // send mit siben broten spyset / er hat aber den ackerbuw yngesetzt durch den er die wält spyßt. Welcher nun reden wölte / Jch hab mich Gott ergeben / der wirt mich wol spysen / ich bedarff weder säyen noch schnyden / handlete vnd redte wider die ordnung Gottes / ja versuochte Gott. Glychermaß hette Gott wol gemögen das rot Meer vffstützen[4] in einem ougenblick / one mitwürckung anderer creaturen / er ließ aber die gantzen nacht ein starcken wind gan / damit er sinem volck die straaß bereitete.    Also möchte Gott alle kranckheiten in einem ougenblick über den menschen schütten / vnd in einem ougenblick sy widerumb von den menschen nemmen / er brucht aber die ordenlichen mittel / vnd schickt die kranckheiten den menschen mit bösem fulem lufft / mit spyß / tranck / durch bresten des magens: also nimpt er ouch ordenlich vnnd natürlich die kranckheiten hin durch artzny. Da kan nun niemants lougnen das Gott den wurtzen vnd krüteren nit habe jr besonderbare krafft vnd würckung gegeben. Lieber warzuo sol niemants artznen? Gott wole Ezechias den künig heilen[5] von dem apostem oder blaast vnnd gschwär der pestilentz / er hieß aber lybliche artzny darzuo thuon. Vnd der heilig Künig was nit so vnkomlich vnnd spröd / das er redte / Wil mich Gott heilen so // mag ers wol / was wolt ich der fygen ob dem bresten? Was söltend die fygen der pestelentz helffen? Dann also stadt geschriben iiij. Reg. xx. Vnd Jsaias sprach / Bringend har ein stuck fygen. Vnd do sy die brachtend / leytend sy sy vff das geschwär / vnd er ward gsund. Waar ist es das man spricht / Gott habe alle ding verordnet / vnnd alle ding beschähind wie er sy verordnet hat. Dz ist aber ouch waar / das Gott in siner ordnung mittel hat / dardurch er würckt vnnd sin willen zum end bringt. Dannehar Jesus Sirach recht gredt hat Eccli xxxviij. Der Herr hat die artzny von der erd geschaffen / vnnd der wyß oder verstendig ist / wirdt kein schühen ab jro haben. [6]Ward nit das wasser vom holtz süeß gemacht? das man sin krafft leerte erkennen. So sind all wäg im volck Gottes artzet gsin / vnd Lucas der Euangelist selbs ist ein artzet gsin / Coll. iiij. Es ist ouch nützid edlers / nützers vnd bessers in einer statt vnnd vnder einem volck dann ein gottsförchtiger frommer berichter artzet. Nützid ist an menschen dörechters / dann so sy sich an yede landtzügling / landstrycher / triaxtrager / rüemseler / vnnd vnerfarne / vnbekannte artzet keerend. Von rechten artzten schribt Jesus Sirach an obgemelten ort / Der Herr hat den menschen wyßheit vnd verstand geben / das man jnn // eere in sinen wunderthaten. Mit denen heilet er nun die menschen / vnd nimpt jre schmertzen hin. Der artzet wirt von den verstendigen diser wält hoch vnd eerlich gehalten usw. Das aber Asa der künig gescholten wirdt in der gschrifft / beschicht nit darumb das er die artzet gesuocht / sunder das er den Herren nit gesuocht hat. Dann also stadt geschriben ij. Paralip. xvj. Vnd Asa suocht in siner kranckheit den Herren nit / sunder die artzet. Darumb leert Jesus Sirach an obgemeltem ort wyter / Sun in diner kranckheit übersich dich selbs nit / sunder bitt den Herren / der wirdt dich gsund machen. Also sol ein yeder krancker mensch sich nit übersehen noch versumen / er sol by guoter zyt der artzten radt haben / doch in sy nit sinen trost setzen / sunder vff Gott hoffen / der durch sine creaturen hie würckt nach sinem gfallen.

One Gottes würckung ist die artzny nützid.

Dann ohne Gottes krafft vnnd würckung sol kein artzny nützid: sicht man klar an dem wyb das jr kranckheit xij. jar gehebt / vnd one frucht all jr haab vnd guot den artzten gegeben hatt / Matth. ix. Jst dann die artzny krefftig / so ist es ein gnad vnd hilff Gottes. Wo das nit vnnd alle artzny nützid helffen wil / so hat Gottes will ein ander fürnemmen mit dir / in dz solt du dich mit gedult schicken / glych wie ouch in mitten alles artznens din willen in Gottes willen setzen solt / // mit ernstlichem bätten vnd anrüeffen das Gott all din handel zuo sinen eeren vnnd diner seel heil schicke. Vorab hüete sich aber ein yeder frommer Christ vor sägnenn / beschweeren / vor den lachßneren / vor den faarten / opffern vnd diensten der heiligen. Gott sol allein in allen dingen gesuocht werden. Er ist ein Gott des läbens vnd des todts / er hat ouch alle obgemelte stuck thür vnd hoch verbotten.

Das sterben hat vil trosts vnnd lychterung / entladet vns ein mal alles jamers.     Cap. III.

Wenn nun der kranck spürt das alle artzny wenig oder gar kein lychterung bringen wil / sunder das die krafft für vnd für abnimpt / vnd sich alles zum tode neigt / sol er sich willig in tod ergeben / vnd die überträfflich forcht des todts mit volgenden milterungen abnemmen vnd stillen.

Der tod ist ein buoß der sünd.

Der Tod ist ein verschulte buoß von Gott dem menschen vffgeleyt zur straaff der sünden / glych wie ouch alle andere menschliche blödigkeyt vnnd arbeitsäligkeyt. Anfangs ward Adam von Gott vnsterblich volkommen vnd one bresten erschaffen / also das jm gar nützid manglet. Demnach er aber gsündet volgt erst aller jamer / in sonders aber der todt. Dann also redt Gott Gene. iij. Diewyl // du geloset hast der stimm dines wybs vnd geessen hast von dem boum / von dem ich dir aber gebot dz du nit essen söltist / so sye ouch verfluocht die erd vm dinet willen / mit müey vnd arbeit solt du dich von jro erneeren din läben lang. Dörn vnd distel sol sy dir tragen / vnnd das krut deß välds solt du ässen: ja im schweiß dins angsichts solt du din brot ässen / biß du widerumb zuo erden wirst von dero du genommen bist. Dann kadt bist / vnd zuo kadt solt du widerumb werden. Diewyl nun kundtbar ist das allen menschen der todt vffgesetzt / vnd von Gott / ouch zur buoß der sünd vffgesetzt ist / sol der mensch billich daruß lychterung empfahen vnd gedencken / So dem todt gar niemants entrünnen mag / muost doch nit vnlang hernach sterben / wo du glych yetzund vfkumbst: vnd wenn glych kein andere vrsach weere / solt doch vß der not ein tugend machen: sitmal aber der tod von Gott zur buoß der sünd yngesetzt ist / vnd du ein armer sünder in sünden geboren vnd empfangen bist / doch Gott für dinen getrüwen vatter hast / solt du die buoß der sünden willig bezalen / vnnd dem güetigen vatter die schuldig pflicht gehorsamcklich leisten.

Alle menschen ouch die heiligesten sind gestorben.

Ermesse ein yeder was grosser vnd heiliger gesellschafft dero sye so ouch gestorben sind. Der Son Gottes vnd Marie Jesus // Christus vnser Herr / der doch nie kein sünd begieng / der von dem heiligen geist empfangen / vnd von einer vnbefleckten jungkfrouwen geboren ward / hat den tod für vns all versuocht / damit er den ewigen tod hinnäme vnd den zytlichen etlicher maaß sinen glöubigen milterte. Alle vßerwelten Gottes fründ habend deß todes buoß bezahlt. Jnsonders aber Abraham der getrüw / Moses der in die heimligkeit Gottes yngelassen ward / Dauid der mensch nach dem hertzen des Herren: item der allerheiligest von wybern erboren Joannes Baptista / die ewig rein jungfrow Maria / der geliebt jünger Christi Joannes / die fürträfflichen Apostlen Petrus / Paulus / Jacobus. Jn summa alle heiligen propheten vnd Apostlen / alle heiligen vätter / leerer vnd marterer / alle dise zal ist durch den tod von disem läben gescheiden. Da gedencke ein yetlicher was hoher vnd heiliger geferten er habe / vnd das er sich nit vndernäme besser zesin dann dise die doch willig gestorben sind. Es wäre ouch ein vngehörte vngedult / wenn du das nit wöltist dulden das doch alle menschen / ja alle heiligen von je wälten har geduldet habend.

Wir habend hie kein blybende statt.

Darzuo habend wir hie kein blybende statt / vnd wonend in vnsern lychnamen grad wie in bösen zerzerrten vnd verschlissnen zellten. //

Wenn vnns nun yemants vß einem bösen huß / desse tach bloß kläpte / vnnd die wend sich zum faal neigtind / vßfüerte / vnnd in ein wolgebuwen schön huß satzte / fröwtennd wir vns nit vnd seytend sölichem groß lob vnd danck? Warumb sind wir dann so vnwürsch / so vngedultig gegen dem tod / jaa so vndanckbar gegen Gott / der vns der schweren hütten entladet / vß dem armen fleisch füert / vnd zuo ewiger glori setzt?

Tod.

Dann der Tod ist ye nützid anders dann ein straaß von der gfengnuß zur fryheit / von jamer vnnd nodt zuo fröud vnd ruow / von vneinigkeit zur einigkeit / von gfaaren zur sicherheit / von irrdischer zergenglickeit zuo himmelischer ewiger bestendigkeit / von finsternuß zum liecht / vonn der menschen gemeinsame zuo der Englen gsellschafft / ja ein richtiger gang ist der tod vom tod zum läben. Hierumb sol der kranck sich mit schwerer gedächtnuß des tods nit jämeren / sunder sich getröst inn den wäg alles fleischs begeben.

Schöne / zierd / fröud vnnd wollust diser wält sol niemants rüwen / diewyl alles kurtz vnd vnstät ist.   Caput       IIII.

Das aber etliche menschenn so gar vngern sterbennd / schafft das sy sich ze vil an der wält vnd an irrdischen zergencklichen din // gen vergaffet / vnd der himmelischen recht schönen vnnd ewigen güetern vergessen habend. Die thuond grad wie die jungen kind die zaalpfennig für guldin liebend vnnd behaltend. Dann zuo dem das die irrdischen güeter nit rechte güeter sind / ouch kein zierd noch rechte fröud habend / ist erst ouch vil mee args dann guots in jnen / mee vnruow dann ruow / mee leid dann fröud. Wär das noch nit weißt / der besehe nun des menschen läben vnd zuonemmen.

Deß menschen läben ist ein jamer

Was ist die kindtheit anders dann ein stäts granen vnd grynen? Die juget ist der ruoten / der arbeit vnd dorechten begirden ergeben. Dz erwachsen alter bekümbert sich schwerlich mit sorg zytlicher dingen / oder aber es verderbt sich mit vnmaß aller dingen. Da habend yetzund alle gelägenheiten der menschen jro groß vngemach. Der rych überkumpt mit grossen sorgen vnd träffenlicher vnmuoß sin haab vnd guot / mit vil grössern vnruowen behalt oder verlürt ers. Dargegen hat der arm ein übertreffenliche lestige burde vnder dero er tieff sünfftzet. Welcher in eeren vnd wolstand ist / hat fyndschafft vnd vffsatz: welcher dann veracht dahinden stadt / frißt vnnd erbarmet sich selbs. Welcher gwaltig ist vnnd über vil herrschet / der muoß ouch vil fürchten. Welcher vnderthon ist muoß vil vertrucken / vnd mit schmertzen lassen red für oren gon. // Hat einer wyb vnd kind / so hat er sorg vnd leid: hat er niemants / so ist er verlassen. Hat yemants hie in zyt fröud / so wirt jm die selb verkeert oder verbitteret mit leid. Wär kan yetzund ouch alle die gfaaren vnd kranckheiten erzellen / denen alle menschen vnderworffen sind?

Anfächtungen des menschen.

Die anfechtungen sind etwan überlägner vnd schädlicher dann die lybsbresten. Die selben trungend den heiligen Paulum der maassen / das er vß grosser angst schrey[7] / O ich ellender mensch / wär wirt mich erlösen von dem lychnam dem tod ergeben? Dann wenn die fleischlich hoffart gestürtzt ist / tringet die geistlich herfür: wenn gyt vnd hassz vertrieben ist / grad vnküschheit vnd tragheit an vns: in summa da ist nimmer ruow / sunder ein ewiger stryt / also das wir gwüßlich am aller vnsicheristen sind / wenn wir meinend aller sicherist zesin.

So sind die hartsäligkeiten vnd unfäl der menschen / anderer not vnd anligen so manigfalt / so ellend vnd erbermcklich / das sy allem vnserm läben bitterkeit gnuog brächtind wenn schon kein kranckheit noch anfechtung wäre. Das alter selbs darnach wir alle ringend ist nüt dann ein stäte kranckheit übelmögende vnd vrdrutz des läbens.

Kürtze der tagen menschlichs läbens.

Vnd wenn dann schon dieses läben nüt dann wollust hette / wie es warlich nüt an jm selbs // dann jamer vnd not hat / was ist doch kürtzer dann des menschen läben? Rächnen doch hinder sich wie vil der tagen dines läbens syend. Job spricht[8] / Der mensch der vom wyb geboren ist / veraltet vnd fulet wie ein kleid das von den schaben verzeert wirt: sin läben ist kurtz und vollen jamers: er wachßt vnd wirt abgehouwen wie ein bluomen: wie der schatten loufft er dahin / vnd ist nit wirig noch bestendig. Moses spricht[9] der mensch sye wie ein schlaaff / glych wie graß das am morgen wachßt vnd am abend dürr ist: das all vnser tag für vnd für abnemend / vnd das vnsere jar glych in einem ougenblick dahin farend. Dann die tag vnsers alters die wir läbennd sind vast sibentzig jar / vnd wenn es vil ist sind es achtzig jar / sölich jr hoch kummen aber ist nüt dann müey vnd arbeit / so schnäll vergond wir vnd fliegend dahin. Jsaias spricht[10] / Alles fleisch ist graß / vnd all sin schöne glych wie ein bluom des välds. Dz graß wirt dürr vnd falt die bluom ab. Jacobus spricht[11] / Was ist üwer läbenn anders dann ein rouch oder dampff der ein kleine zyt gesehen wirt / vnd von stundan verschwindt? Derglychen habend ouch die Heyden erkennt / dero etliche den menschen einer wasserblatern verglychet / die einsmals vfgadt / vnd sich vfblaßt vom wasser / vnnd aber in einem ougenblick // widerumb zerbricht. Etliche habend den menschen dem schatten / an dem doch gar nüt dann der schyn ist / verglychnet: etliche dem troum eins schattens / der noch minder ist dann der schatt: dardurch sy ye gewöllen zeuerston geben wie so gar nüt vnsers läbens vff erden sye.

Xerxes

Xerxes der gewaltig künig der Persiern übersach vff ein zyt von einem berg herab sinen heerzüg in dem etlich hundert tusent mann warend / vnd huob an von stundan zehe weinen die hartseligkeit vnd kurtze wyl des menschlichen geschlächts / das doch in so wenig jaren hernach keiner mee vß aller dero grossen zaal läben wurde. Daruff der heilig Hieronymus gar schön geschriben / O möchtend wir dann vff einen sömlichen berg kummen / von dannen wir alle wält übersähen möchtend. Dannen wölt ich dir zeigen deß gantzen vmbkreiß der erdenn abgang / wie ein volck das ander / ein künigrych dz ander verwüestet vnd abthuot / wie etliche gepiniget / die anderen getödt / die vom wasser verschluckt / die andern vom fhür verzeert / etliche gfangen vnd in die eigenschafft getrungen / etliche inn gwalt zuo Herren vnnd gwalthabern prachtlich erhöcht werdend: hie zeigt ich dir fröud vnd triumph / dört leid vnnd siglose: hie wie man wirt / dört wie man stirbt: item wie dise bättlend / yhene aber in pracht vnd vn // maß wuolend / also wurde ich dir nit nun Xerxes heerzüg sunder aller welt künigrych zeigen / ja alle menschen die vff dise stund läbend / das dero keiner mee nach wenig jaren überblyben wirt. Darumb ouch Thraces jre erstgebornen kindle in dise wält mit truren vnd leid beweintend / als die in ein groß jamer geboren werind: jre todten aber truogend sy zum grab mit grossen fröuden / vnd rechtem triumph / als die yetzund allen jamer dises zyts überwunden hettend. Darumb welcher nun dise ding alle by jm selbs eigentlich ermißt / wirdt gar kein rüwen an der wält noch jro wollust haben.

Schöne vnd lust der ewigen güeteren.

Vber das alles ist gar kein verglychung / desse das wir verlassend gegen dem das wir überkommend. So nun yemants bedunckt er habe ein billichen rüwen an der zierd diser welt / billicher hat er ein fröud / ja grössere begird zuo des ewigen läbens schöne vnnd fröud. Dann hat Gott dem zerbrochnen fleisch dem armen menschlichen geschlächt ein so schöne wonung hie in zyt erschaffen / das wir vnns nit gnuog an der schöne deß himmels / an der zierd des gestirns / vnnd an den wundern siner creaturen belustigen mögind / wie hat er dann erst sinen vßerwelten in dem himmelischen wäsen ein wonung vnd lust zuobereitet? Dann ye Paulus vß dem pro // pheten Jsaia geredt / derglychen kein menschen oug nie gesehen / noch kein or nie gehört / noch in keines menschen hertzen kummen ist / das hat Gott denen zuobereitet die jn lieb habend. Wenn nun schon alles das in der wält ist wollust wäre / könt doch sömlichs den glöubigen nit rüwen wenn er an die überschwencklich fröud vnd glori des himmelischen vatterlands gedächte. Darum sömlichs den krancken die sich an der wält vergaffet habend mit ernst vnd trüwen sol yngebildet werden.

Wyb / kinder / fründ / rychtag oder armuot sol niemants in der kranckheit zeuil bekümberen.       Cap.    V.

Sitmal aber wyb vnd kind / fründ vnd guote günner liebhaben von Gott nit verbotten / noch für vnrecht verrächnet wirt / vergand sich vil menschen mit vnmaaß.

Liebe zuo den kinden / fründen vnd verwandten.

Dann sy jnen die also ynbildend / das sy mithinzuo Gottes vnd sines willens vergessend / vnnd nüt anders reden noch gedencken können dann / Ach miner kleinen vnerzognen kinden / miner lieben vnd guoten fründen / das ich doch die durch den tod verlassen muoß. Hiemit bemüedend vnnd beunruowigend sich so schwer / das sy nümmer nüt rechts noch billichs / ewigs oder himmelischs gedencken könnend. Söliche söl // tend nit also in yrrdische ding sich versencken / sunder vil mee sich selbs trösten vnd vnderwysen mit disen worten Pauli[12] / Welche wyber habend söllend also sin als ob sy keine hettind: vnd die da weinend als weintend sy nit: vnd die sich fröuwend als fröwtend sy sich nit: vnd die da kouffend als behieltend sy es nit: vnd die dise wält bruchend / als bruchtend sy die nit. Dann das wäsen diser wält zergadt. Wyter söltend sömliche die wort Christi zehertzen setzen[13] / Wär vatter vnnd muoter mee liebet dann mich der füegt mir nit: vnnd wär sün vnd töchtern mee liebet dann mich / der fügt mir nit: vnd wär nit sin crütz vff sich nimpt vnd volgt mir nach / der füegt mir nit. Wär sin läben findt / der wirdt es verlieren: vnd wär sin läben verlürt vmb minetwillen der wirt es finden. So dann by dir selbs befindst das dir nützid überigs ist dann sterben / magst du wol ermessen was Gotts will gegen dir ist / in den selben solt du dich ergeben / din crütz vff dich nemmen / dinen willen brechen / vnnd vergessen deß das hinder dir ist / vnnd dich strecken nach dem das vor dir ist / das ist nach Gott vnd ewigem läben.[14] Vnnd Gottes sorg schirm vnnd hilff thuot mee an wyb vnd kind dann all vnser zahlen vnd grißgrammen. Dem empfilch din anligen mitt glouben. //

Ein yetlicher thüege das sin.

Nit sag ich das yemants mit der sorg für die sinen sünde: sunder das ein maaß in disem vnd allen anderen stucken syn vnd das ein yetlicher das sin thuon sölle / dz überig aber Gott befelhen. Es sol aber niemants das sin thuon wyter strecken dann sich ouch gebürt. Von dem selben merck volgenden bericht.

Der kranck ist eintweders Rych oder Arm. Die rychen bekümmert jr guot / die armen jro kinden vnnd armen fründen armuot. Die rychen lassend den jro vil hinder jnen: die armen wenig oder nützid. So gedenckend yhene wie jr guot werde geteilt / diese aber wie die jro werdind erhalten / vnd wie sy mangel vnd hunger müessind erlyden usw.

Der kranck sol sin sachen verschaffen

Der Rych der wyb oder kind hat versähe die mit guoter verschribner ordnung / wie dann an yetlichem ort brüchlich ist. Hat er sust erben / so verordne sin ding / aber in testaments wyß. Sölichs ist ouch nit wider Gott / sunder vil mee mit Gott. Dann Paulus spricht[15] / So yemants die sinen nit versorget / der hat den glouben verlougnet / vnd ist erger dann ein vnglöubiger. Es kam ouch Jsaias[16] zuo dem künig Ezechia wie er lag inn grossem siechtag / vnd sprach / Also embüt der Herr: Verordne dine sachen / versich din gsind / dann du muost sterben und wirst nit vfkommen. Vnd Christus selbs am crütz sterbende befalch sin // muoter Johanni Euangeliste / Joan. xix. So wirdt ouch vil zancks abgestelt / der hernach gern vnder der früntschafft sich erhebt / wenn man nit vorhin alle sachen eigentlich ordnet. Wenn du nun alle dine sachen wol vnd nach dinem besten vermügen ordnest / so hast das din gethon / darüber laß dero irrdischen dingen halben Gott walten / vergissz jro / vnnd keer all din hertz über sich in den himmel / da du begärst ewig zeläben.

Welcher maaß aber dz testament oder die ordnung aller hendlen zestellen sye / wirt ein yeder wol nach gstalt vnd gelägenheit siner sachen / ouch vß radt vnd hilff gottsförchtiger vnd verstendiger lüten wüssen zerichten. Doch sol voran betrachtet werden zucht / eer / gerechtigkeit vnd Gottes huld: demnach erst was zytliche haab antrifft. Deß hast du ein schöne form / wiewol mit vil worten begriffen Tobie am iiij. cap. nach dero du ouch dine sachen etlicher gstalt richten magst. Die wort oder das Testament Tobie wil ich yetzund als ein formular anschryben.

Das Testament oder verschaffung Tobie.

Hör die wort die ich dir sag min sun / vnd leg sy dir zuo einem fundament in din hertz. Wenn Gott min seel von mir nimpt / so begrab du minen lychnam / vnd halt in hohen eeren din muoter den tag den du läbst. Dann nümmermer solt du vergessen der schmer // tzen die sy in jrem lyb dinethalben gehebt hat. Vnd so sy dann ouch stirbt / so begrab sy zuo mir. Luog aber hab din läbenlang Gott im hertzen. Hüet dich das du dem vnrechten vnnd der sünd nirgend verwilligist / vnd die gebott dines Gotts verlassist. Gib allmuosen vß dinem guot / vnd keer din angsicht von keinem armen nimmermee / so wirt ouch Gott sin angesicht nimmermee von dir wenden. Nach dinem vermögen gib allmuosen. Hast du vil so gib rychlich. Hast du wenig so flyß dich dich doch das selb wenig ouch gern mit zeteilen. Dann ein guoten schatz vnd hohe belonung wirst du dir zesamen legen vff den tag der not. Hüet dich flyssig min sun vor aller vnküschheit / vnd luog das man / vßgenommen diner Eefrouwen / kein anders laster vonn dir vernäme. Laß hochfart weder in dinen sinn noch in dinen worten herrschen: dann die hochfart ist der anfang alles verderbens. Welcher dir arbeitet / dem gib sinen lon glych schnäll / vnnd luog das des taglöners lon nit über nacht by dir behaltist. Was du nit wilt das dir von einem anderen geschähe / das thuo du ouch einem anderen nit. Suoch allweg radt by den wysen. Lob Gott alle zyt / vnd begär von jm das er dine wäg richte / vnd das alle dine anschleg vnd fürnemmen in jm blybind. Wyter laß ich dich wüssen das ich zehen ta // lent silbers Gabelo gegeben hab usw.

Niemants aber verachte diß Testament Tobie darumb / das es mee ein vnderrichtung guoter sitten vnnd des rechten Gottsdienst / dann ein ordnung vsserer dingen ist. Dann alle haab vnd guot ist nüt wo nit Gottsforcht ist. Darumb ein yeder sinen kinden vnd fründen ein guot Testament machet wenn er sy wol vnderrichtet vnd leert gottsförchtigklich vnd frommklich vor Gott vnnd der wält handlen.

Widerkere dz vnrechtfertig guot.

Es söllend sich ouch die rychen eigentlich erinneren wie sy iro haab vnd guot überkommen habend. Vnd so sy vnrechtfetig guot besitzend / das sy der armen nit vergessind. Habend sy yemants sin haab vnnd guot wider Gott eer vnd recht inn / das sy es widerumb keerind / vnd nit erst jren erben zuoteilind / zuo dem das sy es sust by jrem läben vnbillich inngehebt habend.

An Gottes zierd ordnen.

Niemants aber lasse sich also betören das er sin haab vnd guot es sye rechtfertig oder vnrechtfertig münchen vnd pfaffen / an götzen / vigilien / vssern kilchen pracht verordne / vnd es sinen natürlichen rechten erben oder den recht dürfftigen vnd armen entziehe. Dann sölichs gar hoch von dem Herren selbs verbotten vnd gestraafft ist Matth. xv. Es sol ouch niemants so vnuerschampt sin / das er von einem armen krancken menschen söliche // Testamenta vnd legata begäre. So ist weder glück noch heil by dem guot das den nächsten natürlichen erben / oder den armen abgezogen / vnnd zuo anderen dann Gott gefelligen brüchen vnd ämptern gebrucht wirt.

Ob dann ouch der kranck so torecht sin wölte / das jn sin gält / haab vnnd guot wölte rüwen / oder etwas verhindern an dem willigen sterben / sol jm mit ernst angezeigt werden wie ytel vnd nüts wert alles gält vnnd guot ist. Darzuo dienet das vj. cap. j. ad Timoth.   Luc. xij. vnd xvj.

Des armen testament.

Wyter sol sich der kranck so arm ist / vnd arme kind vnd fründ hat denen er nützid verlassen noch ordnen kan / nit zeuil kumbers noch leyds darumb vff sich nemmen / sunder vil mee mit dem Tobia sprechen / Erschräckend nit liebe kind / ein arm läben habend wir hie / doch werdend wir vil guots haben wenn wir Gott fürchtend / vnd von aller boßheit wychend / vnd recht thuon werdend. Vnd hiehar dienet ouch der xxxvj. Psalm / welcher gar heyter bezüget wie der fromm ob er schon arm ist von Gott nit verlassen wirt / ouch wie das wenig der frommen über alle rychtag der gottlosen ist. Gott ist ouch ein Gott der witwen vnd weisen / nimpt sy in sinen schirm / vnnd spricht Exodi xxij. Jr söllend kein witwen noch weisen bekümmeren. Bekümmerend jr // sy aber so werdend sy zuo mir schryen vnd ich wird jr schryen erhören usw. Darumb sol der kranck an der trüw vnd sorg Gottes gar keinen zwyfel haben / vnd sin wyb vnnd kind in Gottes schirm / hilff vnnd trost übergeben / mit ernstlichem gebätt das er sy nach gnaden befolhen hab. Sölichs so es beschicht vß warem glouben / wirt den verlaßnen zuo grossem heil erschiessen / vnd jnen nutzlicher sin dann so du jnen vil vnrechtfertigs guots verliessest. Wenn dann der kranck ouch das by jm selbs bedenckt wie Gott alle läbende creaturen spyset vnd erhaltet / wie er die armen erhebt vß dem kaat / herwiderumb wie er die rychenn von der höhe herab in die tieffe grosser armuot stürtzt / vnd daß das verlassen guot der elteren zum meerem mal zur verderbnuß der kinden dienet / die es üppigklich verthuond / muoß er lichterung vnd trost empfahen / vnd gedencken / Nun wolhin befilch es Gott / der wirts wol recht mit den minen schaffen / vnd wie er dich biß in dise stund erhalten / also kan vnd wil er ouch sy nach sinem gnädigen willen vätterlich hinbringen und erhalten.

Hat aber der kranck der anstössen keinen / ist er fry vnd vnuerhafft / one anhang vnnd sorg / so sage Gott lob vnd danck / vnd schicke sich mit grösserer geschicktligkeit vnd gedultigkeit zum sterben: sage ouch denen die // sorg bißhar für jn tragen / jn erneert vnd erzogen habend / lob vnd danck.

Von dem trost des heiligen Euangelij / vnnd das in Christo Jesu alles heyl / die begnädigung vnd verzyhung der sünden sye.        Cap. VI.

Wenn nun der kranck dergstalt wie gehört abgericht vnd wältlicher zytlicher dingen vergessen / oder sy Gott sinen vatter fry vnd getrüwlich übergeben hat / ist dz nächst / höchst vnnd obrist / das man jn deß heils durch Jesum Christum erobret vnnd erlangt gruntlich berichte. Dann vil menschen gedenckend / Nun wolhin ich möchte yetzund die wält vnd alle zytliche sorg wol an ein ort stellen / vnd mich willig in tod begeben / wenn ich allein eigentlich wüßte das ich nit das ewig verlure. Dann diewyl ich ein armer sünder bin / vnd durch all min läben vast wenig guots oder gar nützid rechts gethon / muoß ich besorgen das ich von Gott verstossen vonn dem zytlichen läben kumme / vnd deß ewigen ouch manglen müsse.

Hieruff dienet nun die predig des heilsamen Euangelij / die der heilig apostel Paulus in dise kurtze summ vefasset hat.[17] Das ist ein waares vnd styffes wort / vnd wärtt das wir es gäntzlich annämind / das Christus Je // sus in dise wält kummen ist die sünder sälig zemachen. Dann der Herr im Euangelio selbs gesprochen[18] / Die gsund sind bedörffend keines artzets / sunder die krancken. Vnnd bald darnach[19] / Kummend zuo mir alle die arbeitend / not lydend / vnd beschwärt oder beladen sind / ich wil üch ruow geben vnd entladen. Vnnd im Euangelio Joannis spricht der Herr aber selbs[20] / Glych wie Moses die schlangen in der wüesty vfgehenckt hat / also muoß ouch vfgehenckt werden der sun des menschen / das aller der in jn vertruwt vnd gloubt nit vmbkomme / sunder habe ewigs läben. Dann also hat Gott die wält geliebet / das er sinen eingebornen sun gab / vff das aller der in jn gloubt / nit verloren werde / sunder habe ewigs läben. Dann Gott hat sinen sun nit in die wält gsandt / das er die wält verdamme / sunder das er die wält durch jn behalte vnd sälig mache.

Summa des ganzen Euangelij.

Dise wort Gottes sol man den krancken eigentlich ynbilden / das sy in Gott durch Jesum Christum gloubind / verzyhung der sünden vnnd ewigs läben styff hoffind. Dahin wirdt dienen wenn man die wort Christi eigentlich erlüteret vnd zeuerston gibt / in sonders wie Christus geredt das er glycher gestalt müesse erhöcht werden / wie die schlang in der wüeste erhöcht sye. Dem selben ist nun // also. Das volck Jsraels brumlet wider Gott / darumb Gott erzürnt fhürin schlangen an sy ließ / die sy entzundtend vnd todtend. Fhürin werdind aber die schlagen in der geschrifft Numeri xxj. genennt / nit das sy jrer substantz vnd wäsens halb fhürin gsin / sunder das sy mit irem stich vnd vergifften die menschen anzündt / das ist der massen vergifft habend / das sy in jnen selbs embrunnen vnd in durst erhitzget wurdind / vnd nützid dann trinckens begärtend / so bald sy aber trunckend / zestund vfgiengend vnd verdurbend. Söliche schwere plag zeheilen befalch Got Mosi ein eerine schlangen zemachen / vnd die an einen pfal vfzehencken: wär dann von fürinen schlangen gestochen / die eerinen ansach / ward geheilet das jm das gifft zum tod nützid schaden mocht. Diß hat nun ein bedütnuß gehebt / vnd vns den tod Jesu Christi angebildet. Von der schlangen ist Adam vnser erster vatter gestochen vnnd vergifftet. Von Adamen sind wir alle in sünden geboren. Das gifft ist die sünd. Des gifftes art entzündet den menschen. Die sünd macht vns ouch brünstig in vilerley begirden. So wir die nun volbringend / so sterbend wir. Darumb der heilig Apostel recht geredt[21] / Durch einen menschen ist die sünd kummen in die wält / vnd der tod durch die sünd. Also werdend // alle menschen an die wält sünder geboren: vnnd die sünd wirt mit dem tod gestraafft. Darumb alle menschen jrer krefften halben verloren gar nützid habend damit sy sich mögind von dem tod erretten.    Hie wirdt aber die Eehrin schlang vfgericht. Dise eehrine schlang bedütet Christum. Vß gnaden vnd barmhertzigkeit Gottes ward den Jsraelern die artzny gegeben / vnd nit vß jrem verdienen. Vnd Gott hat vns sinen sun vß erbermbd / vnnd nit vß schuld vnd verdienen gegeben das wir läbtind. Wär vergifftet die schlangen ansach / dem schuod das gifft nit zum tod. Wär dann in Jesum Christum vertruwt vnd gloubt / dem schaden die sünd zum tod nit / ja der wirdt läben vnd sälig werden. Dann ouch Dauid gesprochen hat[22] / Sälig sind die denen jr mißthat verzigen ist / vnd dero sünd bedeckt sind. Sälig ist der mensch dem Gott sin sünd nit rächnet. Allen denen aber die in Christum gloubend / rächnet Gott jre sünd nit / inn ansehen der verdienst vnd erlösung Christi: darumb werdend die glöubigen durch Christum von sünden gereiniget vnd erben ewigs läbens. Das nun Moses ein schlangen vnd nit etwas anders für die ougen der vergifften vfhanckt / bedüt das Jesus Christus der Heiland die gestalt eins sündigen menschen an sich nemmen vnd vns in all wäg glych wer // den müeßte. Das er aber nit ein läbende oder vergiffte / sunder ein eehrine schlangen vfhanckt / bedut das Jesus Christus kein gifft / bresten / sünd noch mangel haben wurde / sunder rein vnd luter / styff / warhafft vnnd satt sin wurde ein herter vnbewegter felß allen denen die vff jn buwen vnd sich vff jn verlassen wurdend.

Warumb Jesus Christus mensch worden sye.

So ist hie fürnemlich die menschwerdung vnd das lyden Christi den krancken wol ynzebilden: vnd zum ersten warumb Christus mensch wordenn sye / namlich diewyl Gott guot / trüw vnd barmhertzig ist hat er die sin güete gegen den menschen wöllen zum allertrüwlichsten offenbaren / sölichs hat er nun nit thürer können dann durch die menschwerdung Christi sines sons / der siner art vnnd sines wäsens ist / thuon. Dann in dem er mensch ward / vereiniget er jm die menschlich natur in ein person / wie geschriben stadt / Dz wort ist fleisch worden: vnd mit sömlicher hoher heimlicheit gab er vns zeuerston wie er mit dem menschen wölte vereiniget sind / ja sich jm zuo eigen ergeben / vnnd den menschen erhalten vnd erhöhen / glych wie er den menschen Jesum Chrstum erhalten vnd erhöcht hat / namlich zuo ewiger fröud vnd säligkeit. Demnach diewyl Christus solt der mittler sin / muoßt er beider parten arten vnd naturen // zwüschen denen er mittlen solt teilhafft werdenn / damit er ouch hette das er für vnser sünd opffren möchte. Dann one bluotuergiessen beschach kein verzyhung. Wo er nun nit hette ware menschliche art vnd natur angenommen / wie hette er können sterben / sin bluot vergiessen / vnd sich für vnser sünd opfferen?

Die frucht des lydens Christi.

Vnd hie thuot sich vff die frucht deß sterbens vnnd lydens Christi / namlich das wir durch den tod Christi verzyhung der sünden vnnd ewigs läben erlangind. Das wil ich yetzund lieber mit orten der geschrifft anzeigen dann mit anderen wytschweiffenden worten erzellenn.

j. Joan. iiij. spricht Joannes / daran ist erschinen die liebe Gottes / das Gott sinen sun gesendt hat in dise wält / das wir durch jn läben söllend / ja darinn stadt die liebe / nit das wir Gott geliebet habind / sunder das er vns geliebet hat / vnd gesendt sinen sun zur versönung vnd bezalung vnser sünden.

j. Timoth. ij. spricht Paulus / Gott begärt das alle menschen sälig werdind vnd zur erkantnuß der warheit kummind. Dann es ist nun ein Gott vnnd ein mittler zwüschend Gott vnd den menschen / namlich der mensch Jesus Christus / der sich selbs gegeben hat für mencklich zur erlösung.

Joannis xiiij. spricht der Herr selbs zuo si // nen jüngeren / Jn mines vatters huß sind vil wonungen: wo jm anders wäre / hette ichs üch ouch gesagt: nun aber gon ich hin dz ort üch zuo bereiten. Vnd so ich schon hin gon üch das ort zuo bereiten / wil ich doch widerumb zuo üch kommen vnd üch zuo mir nemmen / damit jr ouch da syend da ich bin. Also wüssend jr yetzund wo hin ich gon / vnd wüssend welchs der wäg ist: namlich so bin ich der wäg, die warheit vnd das läben. Niemants kumpt zum vatter dann durch mich.

Hebre. ij. spricht Paulus / Diewyl die kinder (verstadt die glöubigen menschen) fleisch und bluot habend / ist er ouch dero glychermaß teilhafft worden / vff das er durch den tod überwunde vnd zerbräche den der deß todts gwalt hat / das ist den tüfel / vnd das er erloßte die so durch forcht des todts all jr läbtag knecht vnd eigen warend. Dann er nimpt nienan die Engel an sich / sunder den somen Abrahe nimpt er an sich. Dann er in allwäg muoßt sinen brüedern glych werden vff das er barmhertzig sin könde / vnd ein trüwer hoher priester vor Gott zuo begnädigen vnd versüenen die sünd des volcks. Dann sitmal er selbs versuocht ist / mag er glouben vnd helffen denen die versuocht werdend. Vnd hiehar dienend yetzund das vij. viij. ix. vnd x. cap. in der selben epistel / die alle gar eigentlich yn // bildend Jesum Christum das einig ewig opffer für vnser sünd.

Also hast du die frucht des lydens vnd der menschwerdung Christi / namlich die versicherung vnsers heils / die bezalung vnd verzyhung vnser sünden / vnd das wir durch Jesum Christum ein fryen zuogang zuo Gott habend: darumb ouch Joannes gesprochen hat / So yemants sündete / so habend wir ein tröster / ein fürbitter vnd fürsprächen by dem vatter / namlich Jesum Christum den gerechten / vnnd er ist die gnuogthüeyung oder bezalung für vnser sünd / nit aber nun für vnser sünd / sunder für der gantzen wält sünd.

Der kranck sol sich nit lassen bekümmeren die bezalung der sünden / vnd die pyn des fägfhürs.    Cap. VII.

HJe fallt yetzund alles das damit dan etwan die sterbenden menschen gar schwarlich beladen hat / namlich wie sy müessind für alle vnd yede sünd gnuogthuon vnd bezalen. Doch möge man vil bezalen vnd ablegen mit ablaß / kilchen rechtinen / brüchen vnd sitten / dardurch die ewig schuld vnd pyn in ein zytliche verkeert / vnd die seel vß der hell in das fägfhür gesetzt / ouch daruß durch die obbemelten ämpter vnd verdienst der geistlich genannten erlößt werde. Daruff nun vil gälts // vnd guots von geistlich genannten vffgenommen / vnd viler hertzen dahin gebracht werdend / das sy sich vff sölichen grund verlassend / vnnd vermeinend Gott also ze versüenen vnd jre sünd zebezalen. Es söllend sich aber fromme dapffere Christen menschen nützid mit sölichem fürtrag bewegen noch bekümmern lassen / sunder by dem styff vnd vnbewegt beharren / das allein das bluot Jesu Christi vns von sünden reiniget / das allein dz opffer Jesu Christi für vnser sünd einist vfgeopfret allein die einig vnd ewig recht Gott wolgfellig vnnd volkomne bezalung ist für vnser sünd. Darumb sust kein werck / kein verdienst / kein ordnung / keine rechte brüch noch sitten / ouch kein sichtbar noch vnsichtbar fhür von sünden fägen vnd reinigen mag. Allein durch die gnad Gottes vnd durch den waren glouben in Christum wirt vns die verzyhung vnd das heil mitgeteilt / vnnd sust durch kein ander mittel / werck / ordnung / gält oder guot. Dann Petrus ouch bezüget vnnd gesprochen hat[23] / Wüssend das jr nit mit zergengklichem silber oder gold erlößt sind von üwerem ytelen wandel der vätterlichen satzungen / sunder mit dem thüren bluot Christi / als des vnschuldigen vnnd vnbefleckten lambs. Vnd in Geschichten der Botten am viij. cap. spricht der selb Petrus zuo Simon / // Das du verdampt werdest mit dinem gält / das du meinst Gottes gaab werde mit gält erlangt. Nun ist aber verzyhung vnd ablaß oder bezalung der sünden ein gaab Gottes / so wirdt sy ye nit erlangt mit ablaß kramen / mit einigem kouffen / opfferen / wächßlen / widergälten mit haab oder guot. Welcher aber vertruwt oder gloubt in sun Gottes / dem wirt sin sünd verzigen / nit vß ansehen einigs wercks oder verdiensts / sunder allein vß ansehen der versönung Jesu Christi. Also bekennend wir all in den articklen vnsers waaren alten vngezwyfleten Christenen gloubens / Jch glauben ablaß oder verzyhung der sünden / vrstende des lybs / vnd ewigs läben. Welcher dz nit gloubt der ist schon gericht / vnd hilfft jn sust nützid vff erden.[24] Dann[25] es ist sust kein namm den menschen gegeben dardurch sy sälig werdind dann allein der namm Jesu Christi. Welcher aber sömlichs gloubt / der nimpt kein ander werck oder mittel zuo dem Herren Christo vnd sinem verdienen. Dann alles das hoch vor der wält / ist dem Herren nit ze verglychen. Dannen Paulus geredt / Jch schetzen es alles für kadt vnd dräck gegen der herrlichen erkanntnuß Christi Jesu mines Herren / vnd begären das ich in jm erfunden werde / vnd nit habe min frommkeit vß dem gesatzt / sunder die frommkeit Christi die // vß dem glouben ist usw. Philipp. iij. Welcher nun also in Christum vertruwt / der kumpt in kein pyn / fhür noch schmertzen. Dann der mund der warheit der nit liegen kan / spricht Joan. v. Warlich warlich sag ich üch / Wär min wort hört / vnd gloubt dem der mich gesendt hat / der hat das ewig läben / vnd kumpt in kein gericht (pyn oder straaff) sunder von dem tod ist er zum läben getrungen.

Das fägfhür wirt nit durch Christum bekrefftiget.

Noch sind menschen vff erden die sölicher hällen warheit widersprechen gedörend vmb jres buchs vnd nutzes willen / nun das sy für vnnd für die einfalten im wort behaltind / by dem erdachten fägfhür sich wermind / vnnd die seckel der einfalten fägind / die redend das fhür werde vnnd sye krefftig gemacht durch das bluot Christi die sünden ze reinigen: redend aber sömlichs one grund der geschrifft vnd des gloubens. Dann wir wüssend vnd gloubend das Gott sin eer keinem anderen gibt / nun ist aber die gröste eer Gottes / das er erkennt werde der einig sin der vns vnser sünd verzycht durch sinen sun allein: so wirt er die eer frylich keinem fhür mitteilen / oder also bekrefftigen das es den rost vnser sünden abfäge. Vnnd hört also Gott alle eer allein durch Jesum Christum: der ist nun einist geopfferet / vnd wirt nit mee geopfferet / vnnd sölich sin einig ewig opffer ist dz einig werck / das // einig mittel vnnd das waar fhür das vnser sünd allein süberet / ja so wir in jn gloubend vnd vertruwend / vnd nit wenn wir im fägfhür lydend. Dann die verzyhung nit vnserem lyden / sunder dem lyden Christi gegeben wirt / vnd vns durch den glouben mitgeteilt.

Christus treyt vnser sünd allein

Das aber etliche ynredend vnd sprechend / man wölle alle ding vff Christum legen / vnd allein vff den glouben tringen / der aber nit allwägen in menschen volkommen sye / vnd doch ein gloub sye / darumb ye sölicher mensch vmb des gloubens willen nit möge verdampt werden / so könne ouch den selben menschen Gott nit in die säligkeit nemmen / vmb siner vnuolkommenheit willen / darumb volgen müesse das ein mittel ort sye darinn die vnuolkommenheit abgefäget werde / das sye nun das fägfhür. Die nun sömlichs redend / ermässend nit das Jsaias geredt[26] / Die buoß vnserer straaff wirt jm vffgeleit / vnd mit sinen maasen werdend wir gsund. Wir alle irrennd glych wie die schaaff / ein yeder kert sich sinen wäg / vnd der Herr hat vff jn all vnser sünd geleit. Dannenhar ouch Joannes Baptista geredt[27] / vnd vff Jesum Christum zeiget / Das ist dz lamb Gottes / das da hinnimpt der wält sünd. Vnd Paulus[28] / Do wir todt warend in vnseren sünden / hat vns Gott durch Christum läbendig gemacht: vnd do wir vnser sünd nit // mochtend bezalen / hat er vns durch Christum erlößt. Darumb legend wir billich alle burde vff den Herren / dann niemants mag sy sust tragen vnd hinnemmen: er ist ouch allein die volkommen bezalung. Das nun die vnuolkommenheit vnsers gloubens betrifft / diewyl nun ein einige volkommenheit ist / mag vns die niemants ersetzen / dann eben Gott durch sinen sun Jesum Christum. Kein fhür / kein menschlichs lyden veruolkommnets. Der gloub wäret ouch hie in zyt allein / darumb wirt hie in zyt vnser vnuolkommenheit geholffen durch die volkommenheit Christi. Ja niemants wirt hie in zyt der massen rein vnd veruolkomnet / das jm nützid mee mangle / die gnad Gottes findt allwäg das sy verzyhe. Das ouch der prophet Dauid erkennt / vnd deßhalben gebätten hat[29] / Hör min gebätt o Herr / vernimm min ernstlichs gebätt / erhör mich vmb diner warheit vnnd gerechtigkeit willen. Doch gang nit zuo gericht mit dinem knecht / dann vor dinem gericht ist niemants gerecht der da läbt. Vnnd in einem anderen Psalmen[30] / Wenn du o Herr / die sünd gnaw rächnen wilt / wär mag dann vor dir beston vnd blyben? Darumb hat ouch Paulus zuo den Philippern geschrieben[31] / Jch sag nit das ich volkommen sye / ich jag jm aber nach ob ich ouch das selb ergryffen möchte / darinnen // ich ergriffen bin in Christo Jesu: Mine brüeder ich schetz mich selbs noch nit das ichs ergriffen habe / das aber sag ich / Jch vergiß was dahinden ist / vnd streck mich nach dem das da vor ist / vnd jag nach dem für gesteckten zyl nach dem kleinot / namlich nach der himmelischen berüeffung durch Jesum Christum. Also sind ouch die armen krancken vnd schwachglöubigen menschen ze vnderrichten / das sy vergässind das hinder jnen ist / der wält / der sünd / vnd jres verdiensts / vnd durch Christum sich streckind zuo ewigem heil / dem selben nachjagind in glouben vnd verharrung.

Trost vnnd sterckung der kleinglöubigen.

Dann man ye keinen glöubigen vff sine werck vnnd vff sin verdienen wysen sol / vil minder jn in siner schwachheit erzegen / oder jm sinen schwachen glouben neeren vnd by dem fägfhür wermen: sunder vil mee sol man dem schwachen ynbilden / wie Gott ein früntlich lieblich guot sye / wie er des sündigen menschens tod nit begäre / sunder wölle yederman sälig machen / daruß der schwach vmb siner sünden willen nit vßgeschlossen sye.[32] Dann der Herr selbs geredt habe[33] / Kommend zuo mir alle die arbeitend vnd beladen sind / vnnd ich wil üch entladen vnd ruow geben. Sölichs habe er ouch an vilen armen sündern bewisen / in sonders am Mattheo / am Zacheo / am Petro / an Maria Magdalene / am mörder am // crütz / die er allesampt begnadet / daby verheissen allen vnd yeden sündern vergebung jrer sünden / so sy in jn vertruwend. [34]Nun aber möge Gott nit liegen: es sye müglicher das himmel vnd erden bräche / dann das ein stüpffle von Gottes wort vnd siner verheissung falle. Darumb sölle der schwach an der warheit Gottes gar nüt zwyflen. [35]Vnnd ob schon die sünd groß ist / vnd yemants beduncken wölte / er wäre nit wärt das in Gott sölte erhören / oder sin gloub sye so schwach das er nützid erlangen werde / söllend jn doch diß zwo volgenden Euangelische historien trösten / vnd des schwachen hertz stercken. Die erst stadt Matth. xv. cap. da kumpt ein Cananeisch wyb ein Heidin vnd arme sünderin für den Herren vnd schryt jm zuo / O Herr du sun Dauids erbarm dich min. Der Herr aber antwurtet nit ein wort. Darab sy doch nit erschrack / sunder ye lenger ye mee schrey / O Herr erbarmb dich min. Vnd do der Herr schon sprach / er wäre nun zuo sinen schäfflinen geschickt / schrey sy nütisterminder / O Herr kumm mir ze hilff. Vnnd als der Herr noch rüher antwurtet vnd sprach / Es zimpt sich nit das ich das brot den kinden näm / vnd den hunden fürwerffe / sy damit hin schielt vnnd einem hund verglychet / ließ sy dennocht nit nach vnnd sprach / Es ist wol waar o Herr / // nütisterminder essend ouch die hund von den brosmen die fallend von dem tisch jrer Herren. Also söllend wir ouch beharren / vns demüetigen / vnd für vnd für schryen / O Herr erbarm dich vnser / sind wir schon hund vnd arme sünder / so hilff vns nüt desterminder vnnd verlaß vns nit gar. usw. Damit ouch zuo vns gredt werde / Groß ist üwer gloub / üch geschähe wie jr begärend. Die ander stadt Marci ix. gar nach mit disen worten beschriben / Es bracht einer sinen sun zum Herren / der hatt ein stummenden geist / vnnd fiel an die erden vnd schumpt. Vnd der Herr fragt den vatter / wie lang es wäre das dem knaben sömlichs widerfaren wäre. Vnd er sprach / Von kindtheit vff. Vermagst du nun etwas / so erbarm dich vnser vnd hilff vns. Jesus aber sprach zuo jm / Wenn du köntest glouben / alle ding sind müglich dem der da gloubt. Vnd von stundan schrey deß kinds vatter mit weinen vnd sprach / Jch gloub o Herr / hilff minem vnglouben. Also sol ouch ein yeder schwacher von hertzen schryen / O Herr ich gloub in dich / mer mir minen glouben / vnd hilff minem vnglouben. Vnd so vil von der bezalung der sünden vnd rechtem vertruwen in Jesum Christum.

Das Jesus Christus die vrstende vnnd das läben sye in dem wir vferstandind vnd ewig läbind.     Cap. VIII.

Nit nun aber ist Jesus Christus die bezalung vnd begnädigung für vnser sünd / sunder ouch die vrstende vnd das läben / in dem wir gwüsse kundtschafft vnd krafft deß läbens habend. Vnd hie sol die krafft vnd frucht der vferstentnuß vnd der himmelfart Christi wol betrachtet werden.

Alle krafft der Christen stadt in der vrstende Christi.

Vonn der Vrstende Christi redt Paulus[36] / Wenn Christus nit vferstanden wäre / so wäre vnser predge nüt / es wäre ouch üwer gloub nüt / so werend jr noch in üweren sünden / vnd die so entschlaaffen in Christo wärend verloren. Damit ye der heilig Apostel die gantzen Euangelischen predig / all vnsern glouben / die verzyhung der sünden vnd das ewig läben vff die vrstende Jesu Christi buwt. Dann wo er nit wäre von todten vferstanden / hettend wir mögen gedencken die sünd wäre nit hingenommen. Dann die krafft des todts ist die sünd. Nun aber so er den tod überwunden hat / ist kundtbar das zuouor die sünd muoßt zerbrochen vnd entkrefftiget sin. Jtem wäre der Herr nit vferstanden / hettend wir mögen gedencken / Der tod nimpt vns dar dahin / vnd nach dem tod ist nüt mee. Dann wär ist ye kommen von todten / vnd hat vns bericht was dört sye? Darumb ist nun der Herr warlich von todten vferstanden, / hat sich mit vil // offenbarungen vnd heyterem darthuon / mit zeichen vnd erwysung sinen jüngeren fürgstelt / sich lassen von jnen anrüeren / hat mit jnen geässen / vnd sinen wandel by jnen gehept viertzig tag lang / da hat er mit jnen geredt von dem rych Gottes[37] / vnd klarlich erwisen das ein ander vnnd ein besser läben dört sye / das ouch vnsere lychnam am jüngsten tag vferston / clarificiert vnnd ewigs läben erben werdind.

Dahin dienet yetzt das Paulus wyter geredt / Diewyl vonn einem menschen der tod kummen ist / so ist ouch die vrstende der todten von einem menschen. Dann glych wie wir all durch Adamen sterbind / also werdend wir durch Christum all läbendig gemacht / doch ein yetlicher in siner eignen ordnung / der erstling ist Christus / demnach die Christen sind in siner zuokunfft.

Die seel stirbt nit.

Die seel läbt allweg / vnd so sy schon von dem lychnam scheidet / hört sy nit vff / sunder sy kumpt ylends zur säligkeit oder zur verdamnuß. Die seelen so zuo der säligkeit kommend / werdend durch Christum erhalten wie geschrieben stadt / Das ist der willen deß der mich gesandt hat (spricht Christus) das ein yeder der den sun sicht vnd gloubt in jn / habe das ewig läben / vnnd ich wil jn erhalten an dem letsten tag: das ist / sin seel wil ich jm erretten vnd behalten an sinem // letsten end. Also sprach er ouch zuo dem mörder am crüz[38] / Hüt wirst du by mir sin in dem paradyß. Also bättet ouch Stephanus vnd sprach[39] / Herr Jesu empfach minen geist. Herwiderumb blybend ouch der gottlosen seelen / aber zur pyn vnnd verdamnuß / welche der ewig tod genennt wirt / desse sy ouch sterbend / nit das sy vffhörind vnd nit mee syend / sunder das sy kein läben vnd fröud / sunder nüt dann leid vnd pyn tragend ewigklich.

Der lyb stadt widerumb vf.

Mithinzuo wirt eines yeden lychnam vergraben / aber doch zur vrstende. Dann glych wie Jesus Christus waarlich von todten vferstanden ist / also werdend ouch alle cörpel von todten vferston / doch nit am dritten tag jrer begrebnuß wie Christo widerfuor / sunder am letsten gericht. Das ouch Paulus heiter entscheiden vnd gesprochen hat der erstling sye Christus / demnach aber werde ein yetlicher in siner ordnung vferston vff den letsten tag. Dz ist / in Christo sähe man das ein vrstende der todten vnd ein ander läben sye / vnd das wir vferston werdind: wie aber ein yetlicher vferston werde zum tod oder läben / das ist zuo leyd oder fröud zuo pyn oder säligkeit / habe sin ordnung. Dann welche gegloubt erstond zuo ewiger säligkeit: welche aber nit gegloubt erstond zuo ewiger pyn. Wenn aber sömlichs gschähe / benamset er ouch / namlich am letsten // tag.    Darumb sind nun inn Gotts wort vil kundtschafften / die den krancken wol söllend yngebildet werden. Dero wil ich jetzund etliche / vnd doch nun die fürnämen anzeichnen.

Job xix. stadt geschriben / Jch weiß das min retter vnd schirmer läbt / vnd das ich der tag eins vß dem kaadt widerumb vferston wird / vnd das mine glider mit diser hut wider überzogen werdend / vnd das ich mit minem fleisch bekleidet Gott anschowen wird / ja ich selber wird jn anschouwen nit mit anderen / sunder mit disen minen ougen.

Der lyb vnd nit die seel wirt begraben.

Danielis am xij. stadt / Die vile deren so jm stoub der erden schlaaffend werdend erwachen / etliche zuo ewigem läben / vnd etliche zuo ewiger pyn vnd vrdrutz.

Vß disen erstgemelten worten Daniels hat der Herr sine wort genommen die Joan. am v. cap. also verschriben stond / Warlich warlich sag ich üch / es kumpt die stund in welcher alle die in greberen sind werdend die stimm des suns Gottes hören / vnd werdend herfür gon / die guots gethon habennd zur vferstentnuß des läbens / die aber übels gethon habend zur vferstentnuß des gerichts.

Die letst wält wirdt den jüngsten tag erläben.

j. Corinth. xv. spricht Paulus / Jch sag üch etwas verborgens / wir werdend nit all entschlaaffen (das ist sterben) wir werdend aber all verwandlet werden / vnd dz schnäll // vnd in einem ougenlick zur zyt der letsten pasunen. Dann es wirt die pasunen schallen / vnd die todten werdend vferston vnuerwäsenlich / vnd wir (verstand die überblybend vnd den tag erläbend) werdend verwandlet werden. Dann dises verwäsenlich muoß anlegen das vnuerwäsenlich / vnd das sterblich muoß anlegen die vnsterblichkeit usw. Der glychen wort vnd meinung schribt er ouch j. Thessalonicenses iiij.

Es wirt aber vß all disen kundschafften vermercket[40] das vnser lyb in die erden geseyt wirdt / das er in der zuokunfft Christi mit schöner zierd herfür wachsen / widerumb zuo der seel gethon vnd aller zerbrüchligkeit entledigt werde. Sölichs ist ouch die verwandlung von dero Paulus geschriben hat in der obberüerten kundtschafft. Dann[41] fleisch vnd bluot wirt den himmel nit besitzen / das ist kein menschliche begirden anfächtungen vnformen vngestalten noch bresten werdend in den clarificierten cörplen hafften / noch in yhenem läben sin: darumb die verenderten lyb ouch clarificiert / das ist gelüteret vnnd gesüberet heissend. Dann wir werdend werden wie die Engel Gottes / nit das wir zuo luteren bloossen geisten werdind / sunder das nützid fleischlichs / das ist zerbrüchlichs begirlichs vnd vnuolkommens in vnserem clarificier // ten lyb sin wirt / glych wie ouch in der Engelischen substantz nützid brästhaffts ist. Vnd also wirt der Herr vnseren niderigen bresthafften lyb glychförmig machen sinem herrlichen clarificierten lyb.[42]

Hiehar dienet die vferweckung Lazari[43] der schon vier tag im grab gelegen was vnnd stank. Dann mit der selben wolt vns Christus zuo verston gegeben wie vnser gloub von der vrstende des lybs warhafft wäre / vnnd das wir durch den glouben in jn / der seel halb ewig läben / vnnd vnsers lybs halben in der krafft siner vrstende am letsten tag vferweckt wurdind. Dann also erkleert er sich selbs / vnd spricht / Jch bin die vrstende vnd das läben / wär in mich gloubt der wirdt läben wenn er schon stirbt: vnd wär da läbt vnd gloubt in mich / der wirt nit sterben ewigklich. Söliche wort sol jm der kranck in sin hertz legen vnd tieff ynbilden / vnd stäts im sinn haben: er sol sich ouch nit irren lassen das der lyb widerumb zur erden wirt. Dann der den ersten menschen nam von der erden / vnnd den nit erschuoff wie andere ding / sprechend / Es werde ein mensch / der selb wirt wol mögen vnsern lyb widerumb vferwecken von der erden / wenn er schon ein mal widerumb zur erden worden ist. Wirdt dann vnser lyb schon von thieren verzeert / so söllend wir dagegen // gedencken wie der Herr Jonam vß dem buch des wallfischs widerumb herfür vnuerseert vnd läbendig bracht zum vorbild der vferstentnuß.[44] Vnd hiehar dienet ouch das xxxvij. cap. Ezechielis. j.Corinth. xv.

Die himmelfart Christi.

Dise vferstentnuß macht noch vil krefftiger die himmelfart vnsers Herren Jesu Christi. Dann wie wir in siner vrstende erlernend das vnser lyb vnd seel nach dem tod nit verdirbt / sunder überblybt / ob schon wol das fleisch verwißt: also verstond wir durch die himmelfart Christi an welches ort vnnd end der glöubigen seel vnd lyb hingenommen werdind / namlich in die ewigen fröud vnd säligkeit. Dann mit siner himmelfart hat er bezüget das der mensch den er angenommen gantz sölle by Gott sin: er bittet ouch den vatter / vnd spricht Joan. xvij. Vatter ich wil das wo ich bin ouch die sygind die du mir gegeben hast / das sy min klarheit sähind die du mir gegeben hast. Dann du hast mich geliebet ee dann die wält gründet was. Söliche grosse zuosag vnd sölicher träfflicher trost sol deß krancken hertz versicheren / ja ouch erhitzigen zuo lieben vnd ein verlangen zehaben nach der himmelischen ewigen glory vnnd säligkeit / diewyl er doch sicht das jm die durch Christum warlich vfgeschlossen ist.

Christus ist ouch der alten vrstende vnd läben.

Warlich alle heiligen vätter vnd Gottes // diener in beyden testamenten habend sich in dem vertruwen der vrstende / das ist in der erkanntnuß Jesu Christi willig in tod begeben / vnd verlangen nach der säligkeit gehebt. Dann Jesus Christus ist aller heiligen von Adamen an biß vff vns die vrstende vnd das läben gewesen / wirts ouch blyben biß zuo end der wält: wie ich das mit mee worten erkleert hab in dem büchlin das ich vor einem jar von dem einigen vnd ewigen pundt Gottes geschriben hab. So spricht Petrus[45] / Der Herr wirt kommen zerichten die läbenden vnd todten. Dann darumb ist ouch das Euangelium den todten gepredget / vff das sy des lybs oder fleischs halben gerichtet werdind wie andere menschen / geists halben aber by Gott läbind. Dann durch die todten verstadt er die abgestorbnen vätter / dero seelen in der gefengknuß verhalten wurdind / als er heiterer im iij. cap. daruon entscheidet: denen ist das Euangelium gepredget / das ist / denen ist die erlösung durch Christum kundt vnd mitgeteilt worden / namlich das sy erlößt / geists / das ist der seel halben yetzund by Gott läbend / lybs halben aber ruowend biß vff das allgemein gericht in dem alles fleisch / das ist alle menschen vferston vnd gerichtet werdend. Das ist ouch das der heilig Simeon frolocket[46] / vnnd sich begibt gerne ze sterben so bald // er den Herren Jesum erkannt. Dann er sprach / Nun hinfür laß recht dinen knecht / o Herr / im friden faren nach dinem wort. Dann mine ougen habend dinen heiland gesehen den du bereitet hast fürzestellen allen völckeren / das er sye ein liecht zeerlüchten die Heiden / vnd die eer vnd der pryß dines volcks Jsrael.

Diewyl dann ein yeder glöubiger mit den ougen sines hertzen nit minder Christum gesehen / der vnser aller vrstende vnd läben ist / in dem wir gwüßlich läben werdind / das ist vmb welches willen vnser seel nit verdärben / sunder ewigs läben erlangen / darzuo vnser lyb widerumb zur letsten zyt erston vnd gelüteret wirt werden / sol ouch er mit lob vnd danck sprechen / Sitmal ich dann weiß vnd vertruw das ich durch Jesum Christum erlößt vnd zuo ewigem läben gefüert / vnd durch den lyblichen tod nit verderbt vnnd ze nüty gemacht / sunder allein verenderet / vnd von dem tod zum läben genommen wird / bin ich willig hinzefaren vnd zesterben wenn nun hinfür der Herr wil. Dann ich hab ein verlangen (als ouch Paulus sprach) von hinnen vß dem jamer zescheiden vnnd by Christo ze sin. Dann Christus ist min läben vnnd sterben min gwün.

Das der gloub in Christum sin krafft vnnd würckung habe vnd welche die sye.     Cap. IX. //

Das aber etliche redend wo dem also sye / so bedörffe der mensch nützid mee dann zuo reden / Jch gloub in Christum / damit werde aber alles das vernütet das sust von guoten worten vnd wercken geleert werde: die nun sölichs redend verstond noch nit das der gloub ein krafft vnd läbende würckung Gottes im menschen ist / vnd nit nun ein glatts gschwätz vom himmelrych.

Der gloub ist ein würckende krafft.

Der Gloub in Christum Jesum widergebirt den menschen / das er in sin selbs erkanntnuß gebracht / sin sünd vnd vnrecht erkennt / die fry vor Gott vergicht vnd bekennt / darum rüwen treyt / vmb gnad bittet vnd wol hoffet / darzuo Gott als das obrist guot vnnd einen gnädigen vatter liebet / mit styffem fürsatz sich fürohin vor dem argen ze hüeten vnd das guot ze thuon: nit das er verhoffe dardurch das heil zeerlangen: dann er wol weißt das dz heil jm vnd allen glöubigen allein durch das verdienen Christi erworben ist: sunder das er Gott danckbar sye vnnd rechtgschaffne werck des rüwens würcke.

Vonn der Bycht vnd absolution.

Die Bycht oder bekanntnuß der sünden thuot der glöubig allein Gott dem er gesündet hat. Dero form habend wir Psalm. I. die lut also / Erbarmb dich min o Herr nach diner güete / nach diner grossen erbermbd tilck ab min überträtten. Wäsch mich für vnd für // von miner mißthaat / vnnd reinige mich von miner sünd. Dann ich bekenn min überträttung / vnd vergiß miner sünd nümmer. Wider dich allein hab ich gesündet / vnnd böses vor dinen ougen thon. Mach mich du fromm nach dinem wort / vnd reinige mich nach dinem gericht usw. Jtem ein andere form hat der Herr selbs gemachet Luce xv. die lut also / Vatter ich hab gesündet in himmel vnd vor dir / vnd bin fürohin nit mee wert / das ich din sun heisse / mach mich aber als einen diner taglönern. Jtem ein andere ist angebildet Luc. xviij. mit disen worten / Der sünder stuond von ferrnuß / wolt sine ougen nit vfheben gen himmel / sunder schluog an sin brust vnd sprach / O Gott biß mir armen sünder gnädig. Die allgmein form bißhar gebrucht lut also / Jch armer sündiger mensch / bekenn mich vor dir minem Herren Gott vnd schöpffer / das ich leider vil gesündet hab wider dich / mit sinnen / gedancken / worten vnd wercken / wie du ewiger Gott wol weist / die sind mir leid / vnd begären diner gnad vnd barmhertzigkeit.

Das aber bißhar ein Bycht der wält vfftrochen ist / in dero ein yeder all vnd yede sin sünd klein vnd groß / wie / wenn / wo / mit wem / vnd warumb er sy begangen hab / dem pfaffen in das or runen / vnd von dem selben die absolution oder ledigung von sünden empfa // hen muoßt / lassend wir als ein menschliche vnd vnnötige zum heil satzung dahinden ston / wöllend damit niemants beschwären / als dero wir gar kein bispyl by den Apostlen vnd jro gschrifften findend. So wüssend wir[47] das man Gott mit menschen satzungen vergäbens eeret / ja[48] das niemants vns vnser sünd verzyhen mag dann allein Gott durch Jesum Christum sinen sun: dem sol man bychten / vnd die selb bycht die Gott von hertzen beschicht / ist notwendig zum heil. Von dero redt der heilig Joannes[49] / Das bluot Jesu Christi machet vns rein von aller sünd. So wir sagend wir habend kein sünd / so verfüerend wir vns selbs / vnnd die warheit ist nit in vns. So wir aber vnsere sünd bekennend / so ist er trüw vnd gerecht das er vns die sünd verzycht vnd reiniget vns von aller vngerechtigkeit. So wir aber sagend wir habend nit gesündet / so machennd wir jn zum lugner / vnnd sin wort ist nit in vns usw. Darumb bedenck sich ein yetlicher krancker wie er die bycht siner sünden Gott sinem Herren vnd vatter recht thüege. Ob aber yemants den diener des worts oder sust einen wolberichten bruoder in Gotts wort radts fragen wölte / vnd jm dero gestalt sin sünd vnnd mißthaat offnete / lassend wir bschähen / so ferr das es fry sye / kein zwang vnd werck des ablegens // daruß werde.

Kein andere Absolution aber söllend die glöubigen erkennen / dann die gnadrych predig des heiligen Euangeliums von Jesu Christo dem sun Gottes. Von welchem inn vorgenden Capitlen gnuogsamen bericht empfangen hast. Vnd der waar gloub in Jesum Christum stellt allein die vnrüewig gewüßne ze friden / vnd versicheret den menschen deß heils. Sölichs lart ouch Christus selbs do er sprach[50] / Wär von dem wasser trincken wirt das ich gib / den wirt nimmer mee dürsten. Jtem[51] / Jch bin das brot des läbens / wär zuo mir kumpt den wirdt nit hungern: vnd wär in mich vertruwt den wirt nimmer mee dürsten. Sust ist kein ander mittel / dardurch vnser hertz versicheret vnd zuo ruowen gestelt werde. Darumb laßt sich ein yetlicher glöubiger deß billich vernüegen.

Von dem empfahen des Sacraments des lybs vnnd bluot Christi.

Das Nachtmal vnsers Herren Jesu Christi oder das Sacrament deß lybs vnd bluots Christi das etwan zuo verzyhung der sünden vnnd versicherung des ewigen läbens den krancken gebracht / ist vil mee[52] ein widergedächtnuß des lydens Christi / vnnd ein allgemeine dancksagung der gantzen kilchen vmb die guotthäten Gottes. Also habend diß Sacrament die Apostlen gebrucht.[53] So lasse sich der kranck des allgemeinen brotbrächens das // er mit der gantzen gemeind gethon[54] / der sacramenten teilhafft vnd ein glid der gantzen gmeind (die ein lychnam Christi ist) worden wol vernüegen / vertruwe styff das er durch den hingegebnen lyb vnd vergossen bluot von dem tod erlößt / vnnd das er yetzund ein glid des lybs Christi worden sye / das von Christo nimmer mee gescheiden werde.

Von der letsten ölung.

So ist die ölung by den alten nit zur verzyhung der sünden gegeben / sunder zur radtsame vnnd artzny. Vnd so der heilig Jacob heißt[55] man sölle by den krancken bätten / vnd sy mit dem öl salben im nammen deß Herren / wil er kein ceremony vfrichten / sunder vil mee zur erbermbd vermanen /das man vmb des Herren willen jnen sölle beholffen vnd beradten sin / vnd was man jnen artzny vnd radtssame anthüege das man es alles mit gottsforcht / mit rechtem vertruwen im nammen deß Herren thüege. Von dem bruch aber des öls wie er by den alten gewäsen findst du ij.Reg. xij.  Matth. vj.  Luc. vij.  Mar. vj. vnd in vilen Psalmen.

Vß dem glouben erwachßt liebe Gottes vnd des nächsten / das wir vnseren fynden vergebend vnd in allen lyden gedultig / vnd in aller anfächtung bständig sind.     Cap. X.

Wyter würckt der gloub in den hertzen der glöubigen liebe Gottes vnnd des nächsten. Welcher aber den näch // sten liebet / der liebet jn der massen wie er von Christo geliebet ist. So wir aber noch fynd warend hat Christus menschliche art vnd natur an sich genommen / hat sich gedemüetiget biß in den tod / ja in den tod deß crützes: darumb verzycht vnd vergibt ouch ein yeder Christ in der liebe Christi allen denen die jm ye widerdrieß vnd leyds gethon habend.

Verzyhenn vnd vergeben denenn die vns beleidiget habend.

Vnd hie sol man yetzund die krancken vermanen so ferr sy begärind teilhafft zewerden dero schätzen die vns Gott in Christo gegeben / als die da oben erzellt sind / sölle ein yeder allen sinen fynden verzyhen vnd vergeben / ouch für die bitten das sy Gott begnaden wölle. Das hat vnser Herr Jesus vns zuo einem byspil vorgethon[56] vnd am crütz für sine fynd gebätten / Vatter verzych jnen sy wüssend nit was sy thuond. Dem hat nachgeuolgt der heilig marter Stephanus vnd in sinem letsten end ouch für sine fynd bättend gesprochen[57] / O Herr rächne jn dise sünd nit. So bättend wir alle in vnserm gemeinen gebätt / das vns der Herr Jesus gelert hat[58] / Vnd vergib vns vnsere schulden / wie wir vnsern schuldneren vergeben. Daruff er selbs wyter gesprochen hat / So jr vergebend den menschen jre yrrsäl / so wirt üch üwer himmelischer vatter ouch vergeben. Wo jr aber den menschen nit vergebend jre irrsäl / so wirdt // üch üwer vatter ouch nit vergeben üwere irrsäl. Vnd hiehar dienet yetzund das xviij. cap. Matthei / vnnd das der heilig Jacobus[59] geleert hat / Verjähend vnd bekennend einanderen üwer irrsäl / vnd bättend für einanderen das jr gsund werdind. Welcher aber ye nit verzyhen noch sinem widersächer vergeben wil der wüsse das all sin thuon vnd lassen Gott vnangenäm ist. Dann der Herr selbs im Euangelio leert dz opffer niderlegen vnd das niemants für jn komme / er habe sich dann zuouor sinem bruoder vereiniget vnd versüenet. Jst dann der nyd / vffsatz vnnd hassz so gar groß das du den nit einsmals vß dem hertzen werffen magst / so bitt Gott vmb gnad mit ernst vnd one vffhören das er dir ye dinen bösen willen bräche vnd ein guoten ynpflantze / damit du yederman fry vergäben mögist wie du begärst das dir Gott din sünd verzyhe vnnd vergäbe.

Gedult im lyden vnnd weetag.

Die liebe Gottes aber so vß dem glouben erwachßt würckt gedult in dem lyden vnnd siechtag / ouch bestand in guotem. Dann die liebe lychteret schwäre ding / vnnd nimpt von dem geliebten nützid zuo vrdrutz vff. Nun ist es gwüß das die kranckheit nit one den willen Gottes dir zuogfallen ist / so dir dann Gott lieb ist (als ouch billich ist dz wir vnsern vatter vnd der vns so hertzlich liebet widerumb // liebind) wirt dich sin angryffen nützid beduren.[60] Zuo dem hat Christus gelitten / vnd vns ein exempel nach jm gelassen[61] / das wir sinen fuoßstapfen nachfolgind / vnser crütz vff vns nämind / vnd in gedult den wäg der ruch vnd eng ist gangind. Hat vns nun Christus also geliebet das er durch das crütz inn sin glori gangen ist / billich duldend wir vns in allem vnserm lyden. Hie sol ein yeder krancker ermässen was leyds / pyn / angst vnnd not alle Gottes lieben fründ von ye wälten har erlitten habend. Sölichs sol vns ouch gedult leeren. Dahin tringt der Apostel zun Hebreeren am xj. vnd xij. cap.

Verharrung vnd bestand imm guoten.

Diewyl wir aber menschen sind ist nit müglich dann das etwan der kranck durch grösse deß siechtags durch schwere anfächtung vnd pynligkeit der schmertzen vngedultig werde: warer gloub aber erlöscht darumb nit gar / tringt ymmerdar herfür vnd wendt die vngedult durch gedult ab. Dann der glöubig vngezwyflet weißt das die verharrung in guotem alles guot vollendet / diewyl der Herr gesprochen hat[62] / Welcher biß in das end verharret / der wirt heil. Darumb sol sich der kranck allweg widerumb von der vngedult vfrichten / nit gestäcken im widerwillen gegen Gott / sunder mit demuot sin yrrthuomb vnd vngedult bekennen / vnd vmb gedult vnd // bestand in allem guoten bitten.

Versuochung des bösen.

Es schüßt ouch der böse fynd sine pfyl zuo dem krancken / ob er jn möchte von der einfalte vnd warheit des gloubens zur verzwyflung vnd zum abfaal bringen. Darwider sol vnnd muoß sich der kranck wol bezügen mit dem harnesch Gottes den der apostel Paulus beschrybt Ephe. vj. Vber das ist dem menschen nütz vnd guot wenn er die anlöuff vnd versuochung des bösen weißt / daneben den selben wol vnd ordenlich begegnen kan. Er versuocht vns zur lincken vnd zur rechten / das ist mit argem vnnd mit guotem. Dargegen müessend wir wachen / vns mit dem wort Gottes vnd warem glouben versehen / damit er vns nit zur verzwyflung bringe / oder in selbs wol gefallen erhebe. Dann wenn er mit einem verfält / so versuocht er mit einem anderen. Zum ersten aber wirfft er für dem krancken / er sye verloren vnd von Gott verdampt. Antwort. Roma. viij. Es ist nützid verdamlichs an denen die Christo sind yngepflantzt. Diewyl du aber ein sünder bist Christo nit yngepflantzt. Antwort j.Timoth. j. Christus Jesus ist in dise wält kommen die sünder sälig zemachen. Din sünd aber überträffend dz sand am Meer. Antwort. Psal. cij. Als wyt der vfgang der Sunnen ist von dem nidergang / also wyt thuot er vnsere überträttung // von vns. Jtem Jsaie j. Wenn üwer sünd als rodt sind als ein scharlach / so müessend sy wysser werden dann der schnee. Vnnd so sy brünnend wie ein purper / so müessend sy wysser werden dann reine wollen. Söliche verheissungen aber dienend allein den kinderen Gottes / du bist ein abtrünniger. Antwort. Luc. xv. was deer verloren sun ouch abtrünnig / er kam aber zuo gnaden.    Gott erhört aber die sünder und abtrünnigen nit.  Antwort. So erhört er aber die rüwer wie geschriben stadt Psal. 1. Ein zerbrochen vnd zerknistet hertz wirst du o Gott nit verschmahen. Du kumpst aber mit dinem rüwen zuo spat. Antwurt. Niemants kumpt in wyngarten des Herren zespat: erfindt sich an der historia des morders am crütz / Luc. xxiij. Derselb hatt aber ein styff vertruwen zuo Gott / das hast du nit. Antwort. Darumb bitten ich mit den Apostlen / O Herr mer mir minen glouben. Noch dennocht muost die welt verlassen. Dagegen erlang ich aber den himmel. Sterben ist ein vnsälig ding. Sälig sind die imm Herren sterbend. Du muost verlassen wyb vnnd kind. Des nimpt sy Gott vf in sinen schierm. Du last aber vil wollusts hinder dir / vnd vil guoter fründen. Vil mee jamers vnd ellends dann wollusts verlassen ich: so werdend mine guoten fründ bald mir nachuolgen / // vnnd allweg by mir syn etc. Wenn nun der böß sicht das er dich nit mag vff die lincken abfüeren / so vnderstadt er dich zur rechten ab zestossen / bildet dir yn din bestand / gedult / dinen glouben / din liebe vnnd guotte werck / daruff wyßt er dich vff die zebuwen / vnnd das du ein wolgefallen an dir selbs habist / vnd dich fast heilig syn bedunckist. Dagegen gedenck aber an das wort Pauli / Was hast du dz du nit empfangen habist? Was rüemst du dann sam du es nit habist empfangen? vnd das ein yeder vil mee guots versumpt dann volbracht hat. Also sol der glöubig allweg imm stryt beston / sich nit lassen abfüeren / sunder vil me vff Christum in aller anfächtung buwen vnd die wort Pauli im mund vnnd hertzen habenn die zuo den Römern am viij. cap. also lutend / Jst Gott mit vns / wär mag wider vnns syn? Der sines einigen suns nit verschonet hat / sunder jn für vnns all dahin gegeben / wie solt er vns mit jm nit alles ouch schencken? Wär wil nun die vßerwelten Gottes anklagen? Gott ist der sy fromm machet. Wä$r wil sy verdammen? Christus ist der gestorben / ja vil mee ouch vferweckt ist / der ouch ist zuo der gerechten Gottes vnd vertritt vns. Daneben sol ein yeder ernstlich bätten vnnd zuo Gott schryen / Vnnd füer vns nitijn versuochung / sunder erlöß vns von dem bösen. Amen. //

Von dem glöubigen gebätt / vnnd wie sich der kranck Gott befälhen sölle.      Cap. XI.

Dann[63] vnser Herr selbs hat vns ernstlich befolhen in aller anfächtung zewachen vnd zebätten. Dann[64] mit mässigkeit vnd bätten werde der tüfel vertriben. Dann[65] das gebätt der glöubigen vermag vil / vnnd ist ouch ein besondere krafft vnnd würckung des gloubens. Der Herr spricht[66] / was wir werdind begären / wölle er vnns geben. Wir söllend aber / als Jacobus leert[67] / imm glouben bätten / vnd nit zwyflen.

Fürnämlich aber sol der kranck bitten vmm meerung des glouben / vmb bestand vnd gedult / vnnd das er sinen willen allweg möge setzen in Gottes willen.

Demnach sol er Gott lob vnnd danck sagen vmb alle guotthäten / das er jn erschaffen / bißhar erhalten / vnnd in sunders durch Jesum Christum von dem ewigen tod erlößt hat.

Wyter bätte der kranck Gott für sine fründ vnd fynd / für guot vnd böß / das er dise begnade / jhene aber stercke / das er siner kilchen bestand in der warheit vnd friden verlyhe usw.

Vnd hiehar dienend yetzund etliche Psalmen / die darzuo söllend vßerläsen werden: so mag ouch ein yeder nach volgender form sin // gebätt vnd anrüeffen zuo Gott stellen.

Gebätt der sterbenden menschen.

Diewyl du o Herr allmächtiger Gott vnd himmelischer vatter vns durch din waarhafft ewig wort berichtet hast / das du keinen der in siner not zuo dir schryt verlassist / so schry ich yetzund in minem anligen zuo dir allein / vnd bitten dich durch din ewige waarheit durch Jesum Christum dinen sun vnsern Herren das du mich din arme geschöpfft hie erst an minem end nit verlassist. Jst mir dann diß min kranckheit nit zum tod / so verlych mir gedult in minem läger das ich din hand erzügen / vnd so ich widerumb vffstüende dich allweg vor ougen haben vnd mich besseren möge: ist sy dann mir ye zum tod / so hast du mir seel vnd lyb geben / vnd hast widerumb macht die nach dinem ewigen vnd guoten willen zeuerenderen / allein nimm mir hin alle rüw vnd sorg zytlicher dingen / das ich sy alle lychtlich verlassen möge / vnd dir in din göttliche ordnung stellen / guoter hoffnung du werdist alle ding wol schaffen. Jch sag dir ouch lob vnd danck das du mich biß in dise stund vätterlichen vnd trüwlich erhalten vnd gebracht hast / vnd befilch diner trüw vnd dinen schirm all min anligen / in sunders alle die du miner verwaltung vnderthon hast. Jch verzych vnd vergib allen denen die mich ye beleydiget habend / vnd bitten dich ouch o Herr du wöllist // denen vnd allen menschen gnädig syn / die sünder bekeeren / vnnd dine glöubigen trüwlich bewaren. Vnd das ich vilfaltig in minem ellenden läben wider dich gesündet hab / ist mir leid / vnd begären diner gnaden vnd barmhertzigkeit / die du vnns durch Jesum Christum vfgethon / vnd den selben vns zum ewigen läben vnnd zur bezalung vnser sünden gegeben vnd gesprochen hst / wär in sun Gottes vertruwe werde ewigs läben haben. So gloub ich yetzund in Jesum Christum dinen einigen sun vnsern Herren waren Gott vnd menschen in den einigen Heiland der gantzen wält / verzych mich ouch alles anderen trosts / hilff vnd bystands / vnd hoffen durch jn verzyhung der sünden vnd ewigs läben. O Herr mer mir du allwäg disen minen glouben / vnd hilff minem vnglouben: behüet mich vor der gwalt des bösen / nit füer mich in versuochung / sterck min schwachheit / vnd rächne mir nit min blödigkeit / sunder zeig mir dinen sun vnsern Herren Jesum Christum zuo diner gerechten / dahin er sich gesetzt hat vns zuo einer gwüssen versicherung / das ouch wir durch jn in die himmel zuuo dir kummen wurdind. Daruff ergib ich mich yetzund gar an dich mit seel vnd lyb /sagen dir lob vnd danck vmb din gnad vnd barmhertzigkeit: dann ich vngezwyflet weiß vnd gloub das du disen // minen armen sterblichen lyb werdist vferwecken vonn todten am jüngsten tag: min seel aber grad in minem letsten zug zuo dir nemmen / die empfilch ich dir yetzund / o Herre Gott / in dine hend / erbarm dich min / vnd füer mich von disem tod zuo ewigem läben / durch Jesum Christum vnsern Herren.

Von der fürbitt.

Diewyl vnns ouch vnser Herr befolhen hat für ein anderen zebitten / ouch exempla oder byspil sind das die fürbitt frommer lüten allwegen vil by Gott gegolten vnnd erlangt hat / sol der kranck die fürbitt der glöubigen nit verachten / sunder mit ernst begären. Vnnd sömliche fürbitt hilfft diewyl wir noch hie in zyt im stryt sind. Kein häll wort Gottes aber kein byspil habend wir das der läbenden fürbitt helffe den abgestorbnen: glych wie man ouch des keinen grund in Gottes wort hat das die Säligen für die läbenden bittind in himmlen. Das ist aber häll vnd vßgetruckt[68] / das wir alle ding söllind von Gott allein durch Jesum Christum begären: Darumb alle krancken sich aller creaturen entziehen / vnd allein alles durch den nammen Jesu Christi bitten vnnd begären söllend. [69]Es ist ouch Gott kein gebätt angenäm / dann das von vns durch Jesum Christum vfgeopffret wirt. So spricht Jsaias im lxiij. cap. Abraham weißt vns nit / vnd Jsrael erkennt vns // nit: sunder du Herr bist vnser vatter vnd erlöser / vnd din namm ist von ewigkeit har. So dann Gott all vnser anligen allein weißt / vnd vnser vatter vnd erlöser ist / so lassend vnns ouch all vnser gebätt allein zuo jm thuon / vnnd ye einer für den anderen in diser zyt bätten. Wenn wir dann von hinnen scheidend / kommend wir in einen stand da das nachgebätt nit mee statt hat. Dann es eintweders vnnötig oder vnnütz ist: hie söllend wir im liecht wandlen diewyl vns das liecht brünnt[70]: hie ist das zyt der gnaden: hie wirt das läben erlanget oder verloren[71]. Vnd niemants empfahe darab schräcken oder verzagen / der in vns ist / ist grösser dann der in der wält ist[72]: so kam kein rechter rüwer nie zespadt.

Wie der kranck sin seel im letsten end befelhe.

Hie falt nun das dahin das etliche in jren todts nöten die Säligen angerüefft / das sy sich vff die nachbitt verlassen: vnd jre seelen den Englen oder sust Säligen in jren schirm / trost vnd hilff befolhen habend. Dann Christus vnser Herr vnd erlöser / vnser liecht / leerer vnd exempel bättet vnnd sprach in sinem letsten end[73] / Vatter in dine hend befilch ich minen geist. Stephanus sprach[74] / Herrr Jesu empfaach minen geist. Dauid sprach / Herr ich vertruw in dich / laß mich nit zeschanden werden / sunder erlöß mich in diner gerechtigkeit. Neig din or zuo mir / yl mich zuo erlösen. Dann // du bist min velß vnd min schloß / erhalt mich vmb dines nammens willen / füer mich vß dem netze das mir geleyt ist / dann du bist min stercke. Jch befilch minen geist in din hand / erlöß ich o Herr du warhaffter Gott. Sölich vnd der glychen gebätt vnd empfelhen habend gebrucht die allerheiligisten fründ Gottes / dero soll sich ouch ein yeder glöubiger vernüegen lassen / vnd des münchen vnd der lolharten oder begynen tandts gar nit beladen. Gott hört alle eer allein: es ist ouch kein läben noch kein Heyland dann er allein.

 

Jn dem sterben Christi habend wir ein volkommen exempel wie wir vns zum tod rüsten söllend.     Cap. XII.

VNd bißhar hab ich mit vilen worten bericht geben wie sich der kranck in siner kranckheit halten vnd sich zum tod schicken sölle: yetzund wil ich ein kurtze summ alles deß samlen / vnd die in dem sterben Jesu Christi fürstellen / diewyl er vns von Gott nit nun zur erlösung / sunder ouch zur wyßheit gegeben ist[75] / by dem wir erlernind alles was vns zum heil notwendig ist[76].

Anfangs sines lydens vnd sterbens setzt er[77] vff die gheimnuß oder das Sacrament sines lybs vnd bluots zuo einer widergedächtnuß sines tods vnd vnser erlösung. Darumb // der kranck anfangs sines lägers bedencken sol / wie er durch den tod Jesu Christi erlößt sye / darumb er jm billich lob vnnd danck sage / sich ouch schicke durch crütz vnnd lyden / vnd durch gedult in Gottes willen zeläben.

Demnach [78]wuosch er sinen jüngern die füeß / lart sy damit demuot / vnnd das ye einer dem andern sölte in dienstbarkeit verbunden syn. Hat dann der kranck sölichs in sinem läben übersehen mit hochmuot / verachtung / hochfart vnd eigennutz / so beklage das vor Gott / warne yederman / vnd begebe sich noch in die dienstbarkeit vnd demuot / verzyhe vnd vergebe mengklichem / diewyl er wol sicht das ouch der Herr selbs Jude sinem verräter die füeß gewäschen hat.

Als er sich nun gar willig in den tod ergeben / redt er fürohin nützid dann vom glouben / von dem bestand / von der gedult vnd ernstlichem anrüeffen Gottes / von der trüw vnd liebe Gottes / wie ouch er vnns / so er schon lyblich von vns schiede nit wölte weyßle lassen. Welches alles der heilig Joannes in sinem Euangelio gar flyssig beschrybt durch das xiiij. xv. xvj. vnd xvij. cap. Darumb yetzund der kranck ouch also thuon sol / namlich vergessen der zytlichen dingen / vnd sich gar an Gott ergeben / dem himmelischen nachtrachten / Gott wol vertruwen / sin guotthä // ten bedencken vnd loben / in gedult sich üeben / vnd allweg zuo jm schryen.

Mithinzuo aber [79]hebt der Herr an truren vnd seer bekümmert syn /scheydet vngern von den sinen / spricht / Min seel ist bekümbert biß in tod: er ringt mit jm selbs / er wirt der massen geängstiget /getrengt vnnd genötet das er bluot schwitzt.[80] Das alles sol der kranck mit glouben vnd danckbarkeit bedencken / vnnd hoffen das der Herr mit der grossen angst vns die schwären forcht des tods gemiltert habe / ouch getröst wenn wir schon getrengt werdend mit der angst vnd forcht des tods / das sömlichs der Herr begüetigen vnnd nit rächnen wölle.

Doch wie sich der Herr zum gebätt in aller not wandt vnd sprach / Vatter ist es müglich so nimm dises lyden von mir / doch nit min sunder din will beschäch: wie er dz zum anderen vnd zum drittern mal mit grossem ernst gebättet hat: also söllend ouch wir der forcht den gang nit gar lassen / sunder one vfhören zuo Gott rüeffen / Ach Herr biß mir gnädig / brich mir minen willen / vnd leer mich lieben vnd thuon dinen willen / das ich mich gern mit dinem sun in tod begäbe.

Wie nun der Engel erschein vnd den Herren trost / also sol ein yeder glöubiger siecher mensch nit zwyflen / dann Gott werde jn trö // sten vnd erhalten zuo ewigem läben[81] / ja er werde jn nit mee lassen versuocht werden dann er wol ertragen möge. j.Corinth.x.

Demnach sich der Herr aber mit dem tod errungen vnd willig in das sterben ergeben hat[82] / gadt er selbs willig sinen fynden entgegen / von denen wirt er gfangen / gebunden / von dem ölberg mit vntrüwen vnd one erbermbd in die statt glych wie ein übelthäter vnd morder gefüert / da von einem richter zuo dem anderen herumb geschleifft / vor denen wirt er vnfrüntlich gehalten / ja mißhandlet / zum höchsten geschmächt / vnd zuo letst durch falsche kundtschafft vndertruckt. Sölichs alles hat er geduldet  / vnd mit grosser not erlitten / damit er vns von banden der sünden erloßte vnnd ledigete / ouch vns vor der raach vnd schmaach ewiger verdamnus wäre: item das er vns gedult larte / die wir nit vmb vnschuld lydend was wir lydend / wie er / sunder vmb vnser schuld als die noch grössere pyn vnd not vilfaltig verdient habend.

Dahin dienet yetzund ouch [83]das er verspottet vnd verspüwen ward / das er geschlagen mit schwären streychen / das er gegeißlet vnnd gekrönet / jaa der maassen entschöpfft ward / dz Jsaias von jm geredt hatt / Er wirt weder gestalt noch zierd haben / so wir jn ansehend / wirdt kein schöne da syn / er wirt der // aller schlächtest vnnd verachtest / jaa so verworffen werdend wir jnn rächnen / das wir vnsere angsicht werdend vor jm verbergen. Wenn dann dem krancken vntrüwlich von den sinen beschicht / so gedencke was Christo sye von den sinen widerfaren. Dann do er schon vil widersprächens hatt / hat er sinen mund nit vfthon. Darumb ouch wir gedult imm lyden Christi erlernen söllend. Habend wir groß houptwee / habend wir grossen schmertzen an vnsern glidern / habend wir innere pyn vnd wee / billich gedenckend wir an die krönung Christi / an sin geißlen / vnnd das jn Pilatus für das volck heruß fuort vnd sprach / Sehend was ellenden jämerlichen menschens.

Christus treyt sin eigen crütz.

Vber das alles nimpt er sin eigen crütz vff sin schultern / treyt das hinuß an die richtstatt / vff dero wirt er an das crütz pynlich genaglet / vfgericht vnd mit verseerung aller siner krafft in die schwäristen pyn deß todts gestellt. Nacket vnd bloß hanget er da in den grösten schmertzen / läbend by dryen stunden. Dises bedencke der kranck in sinen nöten vnd schmertzen / ouch diewyl der sun Gottes sömliche pyn vmb des menschen willen erlitten / das frylich die liebe Gottes gegen dem menschen groß / vnd das opffer das ist die bezalung für die sünd volkommen ist. //

Das erst wortz dz der Herr am crütz redt[84] was dises / Vatter vergib jnen / dann sy wüssend nit was sy thuond. Daruß sol der kranck erlernen / deß ersten das der Herr für vns all gebätten hat / vnd erhört ist / Hebre.v. Demnach dz ouch er all sinen fynden vergäbe vnd für sy bätte.

Das ander wort[85] was / Wyb sich das ist din sun: vnnd zuo dem junger sprach er / Sich das ist din muoter. Vbergab damit sy / vnd verließ sy doch nit. Dann er laart vns dardurch alle geliebte ding vff erden verlassen vmb Gottes willen / vnd doch alle die Gott vnser verwaltung vndergethon mit zimlicher ordenlicher vnnd gebürlicher schickung vnd testamentierung versähen. Darumb der kranck sich fry an Gott ergeben sol / ob er glych vor sinen ougen vatter vnd muoter wyb vnd kind / fründ vnd guote günner ston sicht / doch sol er sy ouch wie obgemelt etlicher gestalt versähen.

Das dritt wort[86] was / Warlich sag ich dir / Hütt wirst du mit mir syn imm Paradyß / sprach er zuo dem morder / welcher jn mit demuot vnd glouben anschrey vnd sprach / Herr biß min yngedenck wenn du kumpst in din rych. Der Herr aber hat mit gemelter // zuosag vns allen die hoffnung vfgethon / das ouch wir durch sin lyden zuo jm in sin rych vffgnommen werdind so ferr wir ouch zuo jm mit glouben schryend. Dann Jesus Christus ist der einig heyland vnd trost der armen sünderen / das einig vnd ewig opffer für vnser sünd.

Dz vierd wort[87] was / Min Gott min Gott wie lang wilt du mich lassen? Sölichs aber ist ein gedultig verlangen vnd ein kindtlich vermanen vnd bitt gewäsen / das jun sin himmelischer vatter der pynlichen schmerzen nach sinem willen wölte entladen / vnd durch den tod hinnämmen. Darumb ouch der kranck in siner grossen versuochung angst vnd not früntlich an Gott werben vnd mit Dauiden sprechen mag / O min Gott min Gott wie hast du mich verlassenn / die wort miner klag sind ferr von minem heil / Jch rüeff dich an den gantzen tag o min Gott / du erhörst mich aber nit / ja ouch nachts schwyg ich nit. O Herr du bist die hoffnung vnser vättern gwesen / sy hofftend vff dich / vnd du halffest jnen: sy ruofftend zuo dir / vnd du erhortest sy / so erhör auch mich dinen armen verlaßnen diener.

Dz fünfft wort[88] was / Mich dürstet. Do buttend sy jm einen schwummen voll essich dar / daruon er nützid versuocht / sunder den durst erduldet / damit er hinnäme den fluoch // der vff vns von Adamen reicht / dannen er sin lust buoßt an dem verbottnen ops. So sol ouch der kranck den durst vnd andere glüst so sy jm nit mögend gebüeßt werden in der gedult Christi überwinden / vnd vil mee mit glouben an das wort Christi gedencken[89] / Wen da dürstet / der komme zuo mir vnd trincke. Wär in mich gloubt / wie die gschrifft sagt[90] / von des lyb werdend fliessen flüß deß läbendigen wassers.[91]

Das sächßt wort was / Es ist vollbracht / frylich alles das im gsatzt vnd propheten geschriben vnd verheissen was / namlich wie Gott sinen sun in dise wält schicken / der alles widerumb zerecht bringen wurde / Gott dem menschen widerumb versüenen / die sünd reinigen vnd verzigen / der schlangen kopff zerknischten / den tod vnd die hell entkrefftigen / vnd allen glöubigen den himmel offnen vnd ewigs läben gebenn. Diß alles ist yetzund durch das lyden Christi vollbracht vnd vollkumenlich vollendet. Sölichs sol den krancken in all siner anfächtung trösten / vnnd by styffem glouben behalten. Dann müglicher ist es das himmel vnd erden zergange dann das ützid von dem wort Gottes falle.

Das sibend vnd letste wort was / Vatterbin din hend empfilch ich minen geist. Darumb ouch der kranck sin seel // an sinem end nit den Seligen oder Englen / sunder alein Gott durch Jesum Christum befälhen / vnd Gott als sinem vatter wol vertruwen sol / diewyl er sich sust durch all vnser läben vätterlich gehalten hat / vnd geleert bätten / Vatter vnser der du bist &.

Hie wirdt nun die seel des Herren Jesu in das Paradyß / das ist in die fröud vnd säligkeit gefüert / der lyb aber wirdt vom crütz herab genommen vnd begraben. Also gadt es ouch mit allen krancken / vnnd glöubigen menschen / dero seelen werdend grad vff das sterben vom tod zuo dem läben genommen: vnd die lychnam werdend begraben zur vrstende. Dann[92] das weissenkörnly bringt nit frucht / es erstärbe dann in der erden/ dannethin wachßt es erst schön herfür: allso muoßt ouch vnser lyb in das erdtrych gelegt werden / vff das er zuo siner zyt clarificiert werde. Darumb nennt ouch die gschrifft[93] den tod der cörplen ein schlaaff / vnd das sterben schlaaffen. Dann glych wie der lychnam ein zyt schlafft / vnd bald widerumb vferstadt / also stirbt der lyb / dann er ein zyt des läbens manglet / bald aber wirt es jm wider gegeben am letsten tag. Vnd so vil von dem Exempel Christu vß dem wir erlernend vns säligklich zuo vnserem tod schicken.

 

Von der begrebt der lychnamen / ouch von dem leyd vnd trost dero denen die jro gestorben sind. Cap. XIII

Vff die begrebt der lychnamen wirt von etlichen menschen vil gesetzt/ als die ouch der seel etwas nütze / das aber nit ist. Das der lyb ordenlich in die erden bestattet wirdt ist Christenlich. Das aber vil ceremonien gebrucht / vnd erst hochprachtig gedächtnussen nach dem tod vfgerichtet werdend ist heydisch / vnnd zeuerwunderen das der mensch in die toubsucht kumpt / das er erst hoffarten will wenn er gestorben ist. Ist es müglich / so laß dinen lyb bestatten oder begraben zuo der menge anderer glöubiger menschen cörplen: wo das nit / vnd es Gott füegt das din lyb in waßer oder fhür verdirbt / oder sust in holtz oder väld begraben wirt / so lass dich sömlichs nit bekümbren. Gedencke ein yeder wie der heyligen propheten / apostlen vnd marterer cörpel zerströwt vnd hingeworffen sind.

Wannen die seltzamen brüch der begrebnuß.

Das nun by den alten vil seltzamer brüchen vnd gewonheiten mit den todten cörplen vnd den begrabnen geüebt sind / kumpt dahar das sy damit habend die läbenden gewöllen trösten / vnd den selben zuo verston geben das die lychnam ob sy schon yetzund todt / doch nit verdärben werdind. Dannen habend etliche jre cörpel in kostliche vnd wolbewarte schöne greber / als in kästen vnnd behalter zeuerwaren legen lassen. Nun verwaret vnd // behalt man aber kein verdorben ding. An etlichen enden hat man bluomen vff die greber geleyt / vnd sy mit wasser besprützt. Dann glych wie ein garten vnd schöne pflantzung gegen dem winter verryßt / vnd doch nach den warmen rägnen deß früelings widerumb gruonet / also vferstond ouch vnd gruonend die abgestorbnen lychnam zuo jrer zyt: welches yhene durch jro begiessen vnd bluomen ströwen bedütet habend. Nun aber so wir vngezwyflet wüssend vnd gloubend das vnser lyb vferston werdend / bedörffend wir dero schwachglöubigen brüchen gar nützid. Das nun etliche den abgestorbnen opffer / gebätt / vnd andere (wie sy es nennend) kilchen rächte nachthuond / ist gnuogsam widerfochten im vij.cap. Ein mal ist es gnuog wenn des abgestorbnen glöubigen menschen cörpel eerlich begraben wirt.

Die todten lyb enteeren.

Dann man ye mit den gstorbnen nit schimpfen noch muotwillen sol / sunder sy mit eeren in die erd zur ruow begraben.Der Herr laßt durch sinen propheten Amos den Moabitern tröwen das er sy hoch straaffen wölle / das sy habind dz gebein deß künigs Edom geschmächt / Amos ij.cap. Darumb söllend wir Christen die cörpel der heyligen / das ist glöubigen / mit forcht / zucht vnd eer / als die gschirr Gottes vnnd die zum ewigen läben verordnet sind / handlen vnd bestatten. //

Wie sich die tröstenn söllend deren die jro gestorben sind.

Die aber so die jro zuo grab tragen lassend / vnd der jro tod mit schmertzen vnd leyd beweynend / söllend gedencken das sy ouch hier inn wie in allen anderen dingen ein maß haltind. Als Anaxagore kund thon wie jm sin sun gestorben wäre / antwortet er / Das ist mir nit nüw / diewyl ich allwäg gwüßt hab das ich ein sterblichen sun hatt. Ein anderer aber huob an truren vnd weynen als er siner kinder tod vernam: vnnd als er darumb gestraafft ward / antwortet er / Lieber lassennd mich denocht ouch einen menschen sin / vermeinet es wäre menschlich vmb die sinen truren. So habend ouch die heiligen vätter jre todten beweynet: ja vnser Herr selbs weynet vmb den Lazarum / Joan.xj. Es ward ouch Stephanus träfflich klaget / Acto viij. Hie aber verschafft der gloub das daß alles mit maaß beschähe. Dann Paulus spricht[94] / Der abgestorbnen halben wil ich nit das jr trurig syend glych wie die so kein hoffnung habend. Dann so wir gloubend das Jesus Christus gestorben vnd vferstanden ist / so wirdt ouch Gott die so entschlaaffen sind mit jm füeren. Von dem wirt aber hernach vß Cypriano mee volgen. Demnach sol billich ein yetlichs Gott gehorsam sin / vnd sinem wilen nit widersträben / sunder vil me Abrahamen nachuolgen / der selbs willigklich sinen eignen sun Gott // vfzopffren bereit was. So dann Gott die vnsern von vns beruofft hat / söllend wir die gedultig Gott vfopffren. Oder wär wölte doch den sinenn also vntrüw sin das er begärte / das sy widerumb vß der ruow vnd fröud in dises ellend hargefüert wurdind? diewyl doch jr höchste fröud ist / das sy alles des jamers den sy vnder vns gehebt entladen sind. Darumb radtet Jesus der sun Sirach wyßlich vnd spricht[95] / Beweyn den todten vnd klag jn seer / vnd nach dem jm gezimpt rüst jn zuo / vnnd übersich sin begrebnuß nit / doch erhol dich widerumb vnd tröst dich von wägen der trurigkeit. Setz die trurigkeit nit gar zehertzen / jags hin / gedenck die letsten ding / vnd das kein widerkeeren mee ist. Jn wirst du nüt nützen / vnd dich selbs bekümberen. Gedenck wie das sin vrteil ist / also wirt das din ouch sin: mir gester / dir hütt. Darumb laß die gedächnuß des todten in siner ruow ruowen / vnd wird jm getröst / so die seel von jm scheydet.

Dauids exempel.

Deß habend wir ouch ein schön byspil ij.Reg.xij. da Dauid vmb sin kranckes kind truret / nützid aaß vnd stät bättet / so bald es aber todt was sich in fröuden erhuob / vnd alles truren hinleyt / dero sinder that ouch vrsach gab / vnd sprach / Do das kind noch läbt aaß ich nit vnd weynet / dann ich gedacht / Wär weißt ob mir der Herr gnädig wurde / das das kind lä // bendig blibe. Nun aber so es todt ist / was sol ich fasten? kan ich es ouch widerbringen? ich wird vil mee jm nachfaren / vnd es wirdt nit mee zuo mir kommen. Cyprianus der heylig martrer im büechlin von dem Sterben redt von diser sach also / Vil vnd dick ist mir von Gott geoffenbaret vnnd befolhen zepredgen / das man vmb die Christen lüt die von dem Herren vß diser zyt berüefft werdend nit sölle truren vnnd leyd tragen / diewyl es doch gwüß vnd warhafft ist das sy nit verloren noch verschickt / sunder nun verenderet vnd voran geschickt werdend / darumb wir nach jnen als denen die vor vns hinweg gereiset oder geschiffet sind ein verlangen vnd nit ein truren haben söllend. Wir wöllend ouch betrachten wie sy dört mit wyssen vnd fröuden kleydern bekleidet sind / darumb wir hie billich die schwartzen trur kleider ligen lassend: damit wir ouch den vnglöubigen keinen anlaß gäbind vns zeschälten vnd hinderreden / namlich wie wir redind die abgestorbnen läbind / vnd trurind wir aber mithinzuo sam sy verloren vnd verdorben syend. Man muoß ye den glouben den man mit dem mund vergicht mit widerwertiger thaat nit zerstören. Nun ist aber vnser gloub also gestelt / Ich gloub verzyhung der sünden: vrstende des lybs: vnnd ewigs läben. Wie wir nun gloubend also be // schicht vns. Gloubend wir dann verzyhung der sünden / so sund sy vns verzygen / so blybt ye nüt über darumb deß glöubigen seel dört gepyniget oder von der ewigen fröud vßgeschlossen werde. Wär wil nun truren darumb das des abgestorbnen seel ewige fröud hat? vil mee söltend wir vns mit dem abgestorbnen fröwen. Oder was könnend wir jnenn nachthuon das jnen die sünd werdind verzigen? Dann diewyl sy jnen verzigen sind / verergerend wir vil me vnsern glouben mit vnserm nachthuon / dann wir jn zierind. So dann ouch des todten lychnam widerumb vferstadt / habend wir den todten nit verloren / sonder nun ein zyt von vns zum schlaaff geleit: bald werdend wir alle widerumb in ein gemeind versamlet werden / vnnd dannethin ewig in fröuden by dem Herren syn. Das sol vns nun trösten / das leyd das wir von der abgestorbnen wägen habend mässigen / damit ouch andere schwachglöubigen an vnserem exempel gesterckt / vnd die vnglöubigen nit verergeret werdind.

 

Von dem gähen tod / vnd von denen die sich selbs vmbbringend.          Cap. XIIII.

Dem glöubigen mag kein vnuersächner tod zuzofallen / dann er hat allweg das wort desß Herren in sinem hertzen / welches lut / // [96]Wachend / dann jr wüssend nit welcher stund üwer Herr kommen wirdt: also wachend sy alle zyt / vnd schickend sich in tod alle tag. Von jnen ist geschriben[97] / Wenn der glöubig schon durch den tod überfallen wirdt vnd gächlig stirbt / wirt er denocht zur ruow kommen. Darumb welcher nun den gähen tod fürcht / der schicke sich nach dem wort des Herrenn / so wirdt jm nützid vnuersähens widerfaren.

Von den unglöubigen aber vnd verruochten menschen schribt Paulus / Wenn sy werdend sagen / Es ist frid / es hat kein gfärligkeit / so wirdt sy das verderben schnäll überfallen / glych wie der schmertz des schwangern wybs / vnd dem werdend sy nit entrünnen. Daruff volgt aber wyter das vns allen zuo trost vnd sterckung dienet / Jr aber lieben brüeder sind nit in der finsternus / das üch der tag wie ein dieb ergryffe: jr sind allsamen kinder des liechts vnnd kinder des tags / wir sind nit der nacht noch der finsternuß. Darumb lassend vnns ouch nit schlaaffen wie die anderen / sunder lassend vns wachen vnd nüechter sin / angethon mit dem kräbs des gloubens / vnd der liebe / vnd mit dem hälm der hoffnung zur säligkeit. Dann Gott hat unns nit gesetzt zum zorn / sunder die säligkeit zuo erwerben durch Jesum Christum vnseren Herren der für vns gestorben ist / vff das wir wacheind oder schlaf // find mit einandren mit jm läben söllind.usw. j.Thessal.v.

Von denen die sich selbs tödend.

Die sich aber selbs verderbend sind eintwäders by jro vernunfft / oder in prästen vnd vnsinnigkeit gefallen.     Die by guoter vernunfft vß vngedult / gyt / widerwillen / oder das sy joch sust die hand Gottes nit erzügen / noch erwarten wöllend wie vnd was Gott mit jnen handle / sunder in verzwyflung sich abthuond / vnd also dem bösen fynd statt gebennd / bezügend mit jro thaat das sy keinen glouben noch hoffnung zuo Gott habend / vnd sind die ellendisten menschen vnd creaturen vff erden: dero byspil alle menschen billich erwecken vnd vermanen sol / da jm niemants lasse die sorgen diser zyt zeuil angewünnen / sunder das ein yetlichs sine sachen mit gedult in Gottes willen stelle / vnd mit ernst bitte / Herr füer vns nit in versuochung / sunder erlöß vns von dem bösen / Amen.     Die aber mit kranckheit beladen vnd vß vnsinnigkeit sich begärend zeuerderben / söllend flyßlich bewart vnnd geartznet werden / für die selben sol man ouch ernstlich bitt vnd fürbitt thuon / das sy Gott begnade vnd erlöse. So die selben ouch vnbescheiden wärend / vnd vß toubsucht anders von Gott vnd der seeligkeit redtind dann sich gebürt / söllend darumb nit fräuenlich verurteilt werden. Dann der Herr // sölich brästen nit rächnet: stelle aber ein yeder sin sach mit Gott diewyl er noch vernunfft vnd verstand hat / so wirt jm hernach sin armsälig vnbesinnt yrsälig läben vnd jamer mit schaden am heyl: mithinzuo sol aber ouch das gebätt der glöubigen ernstlich geüebt werden vnd nit vfhören. Welche aber die jro nit anders verwartetend vnd versorgtend / dann das sy sich selbs vß toubsucht vnd radt oder sorglose vmbbrächtend / wurdend mee schuld haben dass die es thuond / vnd aber nit wüssend was sy thuond. Dann die müessend wir der barmhertzigkeit Gottes befelhen / yhene aber dem gericht vnd der straaff. Hab ich vmb etlicher willen haryn setzen wöllen / die sich hier inn vil bekümmerend / vff das sy bericht wüssind was sy halten vnd thuon söllind.

 

Von denen die vmb jro mißthaat willen getödt werdend.    Cap. XV.

Wie man aber die berichten vnd trösten sölle die vmb jro mißthuon willen vom läben zum tod gericht werdend / kan ein yeder wol vß allem vorgenden handel samlen: diewyl ouch sust kein allgemeine form mag gestelt werden / deßhalb das die menschen die man zuo dem tod füert nit glyche händel / gmüete / noch anfächtung habend / da aber // der bericht vnnd trost nach gelägenheit der personen muoß gerichtet werden / doch sind das die gemeinsten stuck die allen gar nach füeglich sind.

Erstlich vnd vor allen dingen berichte man sy das sy vmb dises jres jamers willen nitt zwyflind an der gnad Gottes. Dann ob schon der Herr den morder vmb siner mißthaaten willen ließ vfhencken an das crütz / was er jm doch nit vngnädig: ja Gott verschafft das der übelthäter in sinen üblen begriffen vnd gestraafft wirt / damit er in sich selbs gange / sin vnrecht erkenne / die straaff mit willen vff sich näme / vnd gedencke das jn Gott hiemin zyt straafft / damit er jnn dört nit müesse ewig verdamnen.[98] So[99] ist ouch das guot inn des übelthäters tod / das jn Gott brucht zuo einem exempel anderen menschen / das sy sich hüetind vor sömlichem übel oder mißthuon. Vnd hiehar dienet das erst capitel von dem willen Gottes. Demnach vermane man jn zur gedult / vnd das er die sorg zytlicher dingen hinsetze / alle zytliche ding verschetze / den tod nit so gar schwarlich entsitze: wie ouch daoben in ersten capitlen geleert ist. Vnnd sölichs alles mag jm in einer kurtzen summ fürgehalten werden.

Wenn man sy dann anhebt binden / vnd in die walstatt hinuß füeren vermane man sy der banden vnd vßfüerung Christi / der sin eigen crütz an die richtstatt getragen hat. Da by berichte man sy nach der lenge aller deren articklen / die man vor jnen allein in summa fürgehalten hat. Vnd so vil mee / das sy jre sünden bekennind / vnd in Jesum Christum vertruwind / yederman verzyhind vnd vergäbind / yederman mit jrem ellenden exempel warnind vor schanden vnd lastren zesin / yedermans fürbitt begärind / vnd ernstlich selbs zuo Gott rüeffind. Da sol man jnen erklären die artickel deß gloubens / vnnd das Vatter vnser. Vnnd hiehar dienend dann ouch alle capitel diß büechlins vom vj.cap. an.

An der richtstatt aber söllend sy vermant werden ob sy vilivht etwas witers verhandlet / darumb ander lüt möchtind gepyniget werden / das sy das yetzund fürkommen vnd jro böß fry in geheym oder sust bekennen wöllind: demnach das sy jro seel allein inn Gottes hand / schirm / gnad vnnd barmhertzigkeit mit glouben vnnd styffer hoffnung befelhind / wie daoben im xj.capitel geleert ist. Vorab aber wirt dann fuoglich sin das exempel Jesu Christi / wie das im xij. capitel mit kurtzer summ begriffen ist.

Also hast du Christlicher Läser ein kurtzen bericht wie sich ein yeder mensch inn sinen tod schicken vnnd sich Gott willig zuo einem // läbendigen wolgefelligen opffer fürstellen sölle. Welcher nun begärt säligklich zuo sterben / der flysse sich eins Gottsförchtigen läbens / vnnd das er by zyt lerne sterben / das ist aller zytlicher dingen vergessen / vnnd all sin sachen nach dem ewigen richten.

 

 

Getruckt Zürich by Christoffel Froschouer / im Wymonat deß M.D.XXXV. Jares.

 

[Rechtschreibung und minime Veränderungen nach der Ausgabe Froschauers „im Aprellen deß MDXXXVIII.Jares.“.Staedtke 75. Rechtschreibung: v.a. die doppelten „-nn“ am Schluss eines Wortes geändert, auch y zu i. Waren verschiedene Drucker am Werk? Es lassen sich Passagen feststellen, wo fast nichts geändert wurde.]

 

ein menschliche vnd vnnötige zum heil satzung

 

Man muoß ye den glouben den man mit dem mund vergicht mit widerwertiger thaat nit zerstören.

 

 



[1]Heb.13.

[2]Philip.3.

[3]1.Pet.1. vnd 4.

[4]Exod.14.

[5]Jsa.38.

[6]Exod.15.  4.Reg.4.  Exo.21.

[7]Rom.7.

[8]Job 14.

[9]Psal-90-

[10]Jsa.40.

[11]Jacobi 4.

[12]1.Cor.7.

[13]Matth.10.

[14]Philip.3.

[15]1.Tim.5.

[16]Jsaien38.

[17]1.Tim.1.

[18]Matth.9.

[19]Matth.11.

[20]Joan.3.

[21]Rom.5.

[22]Psal.31.

[23]1.Pet.1.

[24]Joan.3.

[25]Acto 4.

[26]Jsa.53.  Acto 6.  1.Pet.2.

[27]Joan.1.  1.Cor.5.

[28]Ephes.2.  1.Cor.1.  Rom.8.

[29]Psal.142.

[30]Psal.130.

[31]Phil.3.

[32]1.Joan.4.  Ezech.18.  1.Tim.2.

[33]Matth.11.

[34]Matth.23.

[35]Joan.9.

[36]1.Cor.15.

[37]Luc.24.  Acto.1.  1.Cor.15.

[38]Luc.25.

[39]Acto.7.

[40]Joan.12.

[41]Matth.19.

[42]Philip.3.

[43]Joan.11.

[44]Matth.12.

[45]1.Pet.4.

[46]Luc.2.

[47]Matth.15.

[48]Marci 2.

[49]1.Joan.1.

[50]Joan.4.

[51]Joan.6.

[52]1.Cor.11.

[53] Acto 2. 20

[54]1.Cor.10.

[55]Jacob.5.

[56]Luc.23.

[57]Acto.7.

[58]Matth.6.

[59]Jacob.5.

[60]1.Pet.2.

[61]Matth.16 vnd 7.

[62]Matth.24.

[63]Matth.26.

[64] Matth.17.

[65] Jaco.5.  Matth.6.

[66] Joan.16.

[67] Jacob.1.

[68] Jsa.45.  Psal.49.  Joan.16.  Math.7.

[69] Heb.13.

[70] Joan.

[71] Galat.6.

[72] Cyprianus.

[73] Luc.23.

[74] Acto.7.  Psal.31.

[75] 1.Cor.1.

[76] Coloss.2.

[77] Luc.22.

[78] Joan.13.

[79] Matth.26.

[80] Luc.22.

[81] 2.Pet.2.

[82] Joan.19.

[83] Jsa.53.

[84] Luc.23.

[85] Joan.19.

[86] Luc.23.

[87] Matth.27.  Psal.22.

[88] Joan.19.

[89]Joan.7.

[90]Jsa.55.

[91]Joan.4.

[92]Joan.12

[93]1.Thess.4.

[94]1.Thess.4.

[95]Eccli.38.

[96]Matth.24. 25.

[97]Sap.4.

[98]1.Cor.11.

[99]Luc.13.