Petrus Ramus (1515-1572), eigentlich Pierre de la Ramée,

Seine „Versuche, eine neue Logik der natürlichen Sprache zu etablieren, erregte unter den Aristotelikern großen Widerstand. ..... 1561 trat Ramus zum Calvinismus über und musste deshalb Frankreich des Öfteren verlassen. So floh er etwa nach Deutschland, wo er zwischen 1568 und 1570 u. a. in Heidelberg lehrte, dann in die Schweiz. 1571 kehrte er nach Paris zurück und wurde dort in der Bartholomäusnacht ermordet. Ramus’ Anhänger, die so genannten Ramisten, stellten im 16. und 17. Jahrhundert eine einflussreiche philosophische Strömung dar.“

Bullinger war auch mit Ramus in Verbindung; dieser weilte eine Zeitlang in der Schweiz. Er lehnte ihn nicht ab, bediente sich aber auch nie seiner spezifischen Logik. Bullinger und die Zürcher sind keineswegs als Ramisten zu bezeichnen. Er fand Aufnahme in Zürich, nicht aber Anhänger. – Seine „pragmatische Lebensphilosophie“ (J.Moltmann) beeinflusste die Herborner Piscator-Bibel (1602-04), die in der Schweiz gute Verbreitung fand, in Bern von 1684-1824 sogar zur offiziellen Bibel bestimmt war. In Zürich wurde diese Bibelübersetzung nie gedruckt.