Konfessionalismus
Jeder -ismus ist
eine Überspitzung, eine eigentliche Anmassung (auch der Rationalismus; wer
wollte aber die ratio schmähen!). Das Anliegen der Reformation wurde nach kaum
zwei Jahrzehnten überrannt von der Haltung, sich an (richtigen) Formulierungen
festzuklammern, sogar auch mit dem Mittel des Krieges
Die Quäker (seit mitte
17. Jh.) lehnten jegliches offizielle Glaubensbekenntnis ab, um so den
Streitereien entgehen zu können, unter Berufung auf das „innere Licht.“
Bekenntnisfreiheit,
wie die reformierten Kirchen sie pflegen seit dem 19. Jh., meint, dass man zwar
bekennen soll, dass also jedermannfrau ein Bekenntnis hat, doch keine
Formulierung ist verpflichtend vorgeschrieben, weder für die Bevölkerung noch
für die Pfarrerschaft. – Diese A-Konfessionalität (Alpha privativum) gerät dort unter Druck, wo
Bekenntnisfreiheit mit Bekenntnislosigkeit verwechselt wird, was einem dualen
Denken naheliegt.