Biblizismus
Immer wieder liest
und hört man von den „Zürcher Biblizisten.“ Sind „die Zürcher“ wirklich einem
–ismus verfallen gewesen zu Bullingers Zeiten?
Karl Barth
formuliert, „dass schon der Übergang vom biblischen zum biblizistischen Denken
den Übergang zu einem – wenn auch inhaltlich supranaturalistischen –
Rationalismus in sich schliesst.“ ( nach RGG 3.Aufl.)
Wie wir sehen, ist
Bullingers Denken ausgesprochen deutlich dem Rationalismus entgegengesetzt.
Dass er „vergessen“ wurde, ist wohl eine Reaktion darauf: man konnte ihm nicht
mit rationalistischen Mitteln entgegnen. Das Denken Calvins eignete sich besser
dazu. So wurde die zwingli-bullinger’sche Richtung unter „Kalvisismus“
subsummiert.
Bullinger
differenziert in ‚Dinge, die das Glaubensleben betreffen’ und alle übrigen
Belange. Wo man das nicht mitvollzieht, da liegt die Bezeichnung „Biblizismus“
nahe – als nicht statthafte Verkürzung.